Künstliche Intelligenz
Ministerpräsident Günther: Kein Tiktok & Co. mehr für unter 16-Jährige
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther drängt auf ein rasches Social-Media-Verbot für Heranwachsende unter 16 Jahren in Europa. Australiens Umsetzung eines Mindestalters für Social-Media-Angebote sieht er als klares Vorbild. Dort dürfen seit dem 10. Dezember dieses Jahres nur noch Menschen ab 16 Jahren Plattformen wie Tiktok, Instgram, Snapchat, Youtube, Facebook oder Reddit nutzen.
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Gegenüber der dpa erklärte Günther: „Kinder sind alleine in diesem digitalen Raum und werden dort mit Inhalten konfrontiert und belastet, die sie in diesem Lebensalter überfordern, sie nicht verkraften und die zu erheblichen psychischen Problemen führen. Deswegen wünsche ich mir, dass wir möglichst schnell und möglichst in ganz Europa dem australischen Beispiel folgen.“ Günther machte deutlich, dass dies nicht gegen Medienbildung oder auch eine Nutzung von neuen Medien und Social Media spreche, diese müsse aber professionell begleitet werden.
Europäische Lösung gewünscht
Während sich Günther zwar eine Einigung und Umsetzung auf europäischer Ebene wünscht, unterstreicht er zugleich, dass Verantwortliche – auch in Deutschland – schnell handeln sollten. „Warten dürfen wir auf keinen Fall. Es ist unsere Pflicht, Verantwortung zu übernehmen, klare gesetzliche Grenzen zu ziehen und Kinder und Jugendliche bestmöglich zu schützen.“ Ein starker Staat müsse diesen Weg in aller Konsequenz beschreiten. Eine ablehnende Position mit der schwierigen technischen Kontrolle zu begründen, halte er für eine Ausrede.
Als einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung sieht Günther die von Bundesbildungsministerin Prien in diesem Sommer eingesetzte Expertenkommission an, die prüft, welche Gefährdungen es online gibt und wie ein entsprechender Kinder- und Jugendschutz aussehen sollte. Mit Prien hat Günther eine Mitstreiterin auf Bundesebene, die aus dem gleichen Landesverband stammt. Prien war vor ihrem Wechsel in die Bundespolitik Bildungsministerin von Schleswig-Holstein. Die von ihr eingesetzte Kommission kommt allerdings nicht Günthers Wunsch nach raschen Entscheidungen entgegen, da diese erst im Sommer 2026 Ergebnisse ihrer Arbeit vorlegen will. Neue Rückendeckung lieferte in dieser Woche aber noch die Vodafone Stiftung, die Handlungsempfehlungen für Politik, Bildungsakteure und Plattform-Betreiber im Nachgang zu ihrer diesjährigen Jugendstudie herausgegeben hat. Sie kommt zu dem Ergebnis: Sowohl ein Social-Media-Mindestalter als auch ein Smartphone-Verbot in Schulen bis zum Ende der Sekundarstufe I sollten in Deutschland umgesetzt werden.
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Einigkeit über ein Mindestalter für Social-Media-Angebote gibt es indessen innerhalb der CDU/CSU nicht. Zwar hat etwa Thüringen einen Antrag in den Bundesrat eingebracht, ein solches Verbot durchzusetzen, unter anderem Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich aber wiederholt gegen eine feste Altersgrenze ausgesprochen.
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Australien hatte die Entscheidung für ein Mindestalter von 16 Jahren für Social Media im vergangenen Jahr getroffen. Anbieter wie Reddit versuchen weiterhin gegen die neuen Vorgaben vorzugehen. Die Nord-CDU will neben einer verbindlichen Altersverifikation für Social Media auch eine Klarnamenpflicht für Online-Plattformen, um etwa Hass und Hetze stärker einzudämmen.
(kbe)
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Frankreich legt Veto gegen Verkauf von Eutelsat-Bodenantennen ein
Frankreichs Finanzminister Roland Lescure hat erklärt, dass er die Veräußerung der Bodenantennen-Infrastruktur des Satellitenbetreibers Eutelsat an den schwedischen Investor EQT nicht genehmigt. Ausschlaggebend war dem Minister zufolge, dass er bei der Übernahme Risiken für die nationale Sicherheit sieht.
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Lescure betonte gegenüber dem französischen Fernsehsender TF1, dass die Antennen sowohl für zivile als auch militärische Kommunikation genutzt würden. Da Eutelsat die einzige europäische Alternative zum Starlink-Netzwerk des amerikanischen Techunternehmers Elon Musk darstelle, ginge es um strategische Angelegenheiten. Daher habe er den Deal abgelehnt. Auf der Social-Media-Plattform Bluesky ergänzte er, seine Entscheidung habe nichts mit dem Investor zu tun, sondern einzig mit der Souveränität Frankreichs.
Strategische Bedeutung
Tatsächlich stellt Eutelsat den französischen Streitkräften Satellitendienste zur Verfügung. Erst 2025 hatte Eutelsat einen diesbezüglichen Vertrag mit zehn Jahren Laufzeit für rund eine Milliarde Euro mit der Regierung Frankreichs geschlossen. Die Bodenantennen gelten daher als sensible Infrastruktur. Der französische Staat hält fast 30 Prozent der Aktien des Unternehmens Eutelsat, das erst kürzlich einen neuen Chef bekommen hatte.
2023 hatte Eutelsat den Satellitenbetreiber Oneweb erworben, der ein Netzwerk von 600 Satelliten mitbrachte, die in 1200 Kilometern Höhe um die Erde kreisen. Die Satelliten kommen jedoch bald an das Ende ihrer Lebensdauer und müssen durch neue ersetzt werden, die Airbus bereitstellen wird. Eutelsat ist auch als Übergangslösung im Gespräch, bis das europäische System IRIS2 einsatzbereit ist und hat sich der Ukraine als Ersatz für Starlink angeboten.
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(mon)
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Bitcoin fällt auf tiefsten Stand seit April 2025
Der Bitcoin ist am Wochenende stärker unter Druck geraten. Am Samstag rutschte der Kurs auf der Handelsplattform Bitstamp bis auf 75.555 US-Dollar ab. Von diesem Rückschlag konnte sich die weltweit älteste und bekannteste Digitalwährung am Sonntag etwas erholen. Mit knapp 79.000 Dollar kostete sie am Sonntagvormittag aber immer noch deutlich weniger als am Freitagabend. Es ist zudem das niedrigste Niveau seit April 2025.
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Durch die Verluste am Wochenende baute der Bitcoin das Minus in diesem Jahr auf knapp 9000 Dollar oder circa zehn Prozent aus. Seit dem Rekordhoch von mehr als 126.000 Dollar im November büßte der Bitcoin inzwischen rund 47.000 Dollar oder fast 40 Prozent ein. Der Wert des Bitcoin hatte bereits im vergangenen Jahr mehr als sechs Prozent nachgegeben.
Es war den Daten der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge erst das vierte Verlustjahr in der noch jungen Geschichte der Digitalwährung, die es seit 2009 gibt. Seit dem Start der Digitalwährung hat der Kurs kräftig zugelegt – so lag der Kurs in den Anfangsjahren im Cent-Bereich. Aber auch in den Jahren danach hatte die Notierung lange im dreistelligen Dollar-Bereich gelegen. Richtig rasant ging es dann ab Ende 2012 nach oben. Der Anstieg seitdem beläuft sich auf fast 600.000 Prozent.
Im Zuge des Bitcoin-Erfolgs wurden viele weitere Digitalwährungen ins Leben gerufen. Inzwischen gibt es Tausende davon. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 1,6 Billionen Dollar dominiert der Bitcoin den Markt. Lediglich Ethereum mit rund 290 Milliarden Dollar und Tether mit 185 Milliarden Dollar können in dieser Kategorie halbwegs folgen.
(nie)
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Trade Republic erhält Lizenz für eigenen Handelsplatz
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat dem Berliner Unternehmen Trade Republic – genauer deren Tochter Trade Republic Business III – den „Betrieb eines multilateralen Handelssystems“ erteilt. Das geht aus einem Eintrag in der Unternehmensdatenbank der Behörde hervor, der auf den 23. Januar 2026 datiert ist. Das Unternehmen selbst hat sich bisher nicht öffentlich dazu geäußert, wie es die Erlaubnis nutzen will.
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Mit dem Schritt reagiert Trade Republic aber offenkundig auf das im Juli 2026 in Kraft tretende Verbot sogenannter Rückvergütungen oder „Payment for Order Flow“ (PFOF) durch die EU. Dabei zahlt der Handelsplatz beziehungsweise ein sogenannter Market Maker dem Broker für ausgeführte Orders eine Provision aus der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs, dem „Spread“. Solche Provisionen sind bisher allgemein im Wertpapierhandel üblich.
Neobroker nutzen dabei in besonderem Maß außerbörsliche, aber regulierte elektronische Handelsplätze. Solche Handelsplätze treten oft zugleich als Market Maker auf und halten als solche gängige Wertpapiere für den Kauf vor und nehmen verkaufswilligen Inhabern Wertpapiere ab, wenn sich kein anderer Käufer findet. Da Neobroker aber anders als Banken oder herkömmliche Onlinebroker deutlich geringere Handelsentgelte von ihren Kunden verlangen, stellen PFOF bisher eine bedeutende Einnahmequelle für die stark auf das Smartphone ausgerichteten Dienste dar. Diese Einkünfte werden künftig wegbrechen.
Neue Regeln, neue Strategien
EU-Parlament, -Rat und -Kommission hatten im PFOF einen Interessenskonflikt gesehen. Ihrer Meinung nach könnte er die Broker dazu verleiten, für ihre Kunden unvorteilhafte Konditionen anzubieten oder die Kunden durch Gamification ihrer Apps zu häufigem und dabei für unerfahrene Anleger oft verlustbringendem Handel („Daytrading“) zu animieren. Auch Verbraucherschützer hatten wiederholt auf diese Gefahr hingewiesen. Deutschland, wo Neobroker sich besonders stark auf PFOF stützten, hatte von einer Übergangsfrist bis 30. Juni 2026 Gebrauch gemacht.
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Mit dem eigenen Handelsplatz hat Trade Republic künftig die Möglichkeit, selbst als Market Maker aufzutreten. Momentan arbeitet das Unternehmen dazu mit dem Dienstleister Lang & Schwarz zusammen. Die Kurse sind dabei eng an die Referenzkurse der Leitbörsen gebunden, in Deutschland beispielsweise das Handelssystem Xetra. Bereits Ende 2024 hatte Trade Republics Konkurrent Scalable Capital verkündet, in Zusammenarbeit mit der Börse Hannover eine eigene Handelsplattform namens „European Investor Exchange“ (EIX) aufzubauen. Die meisten Kunden von Scalable Capital, das auch als Market Maker auftritt, sind mittlerweile an EIX angeschlossen.
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Beide Neobroker haben zwischenzeitlich außerdem die Erlaubnis erworben, als Vollbanken zu arbeiten. Trade Republic hat das Verrechnungskonto beispielsweise in ein Girokonto umgewandelt, auf dem die Einlagen wie beim Tagesgeld und auf relativ hohem Niveau verzinst werden – Beträge über 5000 Euro legt der Broker dabei (anfangs auch aufgrund der Werbung zum Missfallen von Verbraucherschützern) in Geldmarktfonds an. Außerdem gibt er eine Debitkarte heraus und verdient an der sogenannten Interchange-Gebühr, die Händler beim Bezahlen entrichten müssen. Scalable Capital verzinst bisher Beträge auf dem Verrechnungskonto, bietet aber keine klassischen Bankdienstleistungen an.
(mon)
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