Künstliche Intelligenz

Mittwoch: DNS-Probleme deutscher Domains, AMD-Wachstum dank Server und KI-GPUs


Ein Problem im Domain-Name-System verhinderte am Dienstagabend, dass .de-Domains aufgelöst werden – unabhängig von Providern und DNS-Anbietern. Bislang ist die Ursache unklar, aber die DENIC konnte das DNS-Problem nach eigenen Angaben in der Nacht beheben. Derweil straft die Börse zur Abwechslung AMD nicht für seinen Geschäftsbericht ab. Umsatz und Ausblick übertreffen die Erwartungen, wobei dies vor allem Serverprozessoren und KI-Beschleunigern zu verdanken ist. Zwar verkaufen sich auch Ryzen und Radeon besser als befürchtet, doch dies dürfte ein kurzlebiger Effekt sein. In Taiwan nutzte ein 23-jähriger Student „Software Defined Radio“ und Handfunkgeräte, um vier Schnellzüge per Alarmsignal anzuhalten. Er konnte offenbar das Funksystem abhören und entschlüsseln und dann die Alarmmeldung absetzen. Ihm droht nun eine lange Haftstrafe, während die Regierung die Sicherheit prüft – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

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Wenn Sie heise.de am Abend des 5. Mai gelesen haben, war die IP-Adresse für die Domain heise.de noch in einem DNS-Cache gespeichert. Wer hingegen in den Abendstunden versuchte, eine deutsche .de-Domain aufzulösen, erhielt vom DNS-Server regelmäßig die Antwort NXDOMAIN. Für Nutzer äußert sich das Problem durch nicht funktionierende Apps (wie die der Deutschen Bahn), Fehlermeldungen im Browser und im Mailprogramm. Einen Ausweg für die Nutzer gab es zunächst nicht. Das Problem war auch nicht auf einzelne Internet-Provider beschränkt, sondern betrifft alle DNS-Server, die DNSSEC validieren. In der Nacht hat die DENIC die Signatur der .de-Zone aber erneuert, sodass die DNSSEC-Validierung wieder korrekt erfolgen kann. Details zur Ursache des Fehlers liegen noch nicht vor: .de-Domains wegen DNS-Problemen nicht erreichbar.

Ungewohnt war auch der Blick auf den nachbörslichen Handel. Denn die AMD-Aktie steigt nach der Veröffentlichung des Geschäftsberichts um 15 Prozent, seit dem Tagestief sogar um 20 Prozent. Grund sind Zahlen, die über AMDs letzter Prognose und über den Erwartungen der Analysten liegen. Börsendämpfer nach Geschäftsberichten sind bei AMD eigentlich Tradition, was dem Unternehmen in manchen Foren den Spitznamen „Advanced Money Destroyer“ verschafft hat. Doch zuletzt ist AMDs Umsatz im Jahresvergleich um 38 Prozent gewachsen. Der Operativgewinn steigt um 83 Prozent und der Nettogewinn um 95 Prozent. Das Wachstum kommt primär von Serverprozessoren und KI-Beschleunigern AMDs, während die Client-Sparte wohl nur einmalig gute Zahlen zeigt: Schere zwischen Server und Consumer geht bei AMD weiter auseinander.

In Taiwan ist ein 23-jähriger Student verhaftet worden, der mithilfe von „Software Defined Radio“ (SDR) und verschiedenen Handfunkgeräten eine Alarmmeldung im digitalen Funksystem der dortigen Bahngesellschaft ausgelöst hat. Dadurch wurden vier Schnellzüge automatisch angehalten, was zu Verspätungen von rund einer Dreiviertelstunde geführt hat. Nach Polizeiangaben hat der Student ein SDR zwischen Laptop und Antenne geschaltet, um den Bahnfunk abzuhören, die Parameter zu entschlüsseln und diese in eines der Handfunkgeräte zu programmieren, um das Alarmsignal abzusetzen. Nun verspricht die Regierung, die Sicherheit des Systems zu überprüfen, während dem Verdächtigen eine bis zu 10-jährige Haftstrafe droht: Student konnte nach Einbruch in Funksystem taiwanische Schnellzüge stoppen.

Noch jünger ist der Verdächtige, der im April 19 Millionen Datensätze der französischen Behörde für abgesicherte Ausweise (ANTS) online feilgeboten hat. Daraufhin musste die ANTS einen Einbruch in ihr System beichten. Immerhin hat es nicht lange gedauert, bis der vermeintliche Täter in Polizeigewahrsam genommen wurde: Ein 15-jähriger Bursche steht offiziell unter Verdacht, zu der illegalen Datenbeschaffung beigetragen zu haben. Ihm drohen bis zu sieben Jahre Gefängnis und bis zu 300.000 Euro Geldstrafe. Stecken tatsächlich keine gut ausgerüsteten, feindlichen Spione oder andere organisierte Verbrecher hinter dem Vorfall, sondern ein einzelner Jugendlicher, wäre das kein Ruhmesblatt für das französische Innenministerium: 15-Jähriger wegen Knacken der Behörde für abgesicherte Ausweise verhaftet.

A1 Telekom Austria wird sein GSM-Netz (2G) in zwei Jahren abschalten. Im Mai 2028 ist Schluss. Die Abschaltung betrifft vor allem Maschinen (M2M, Machine-to-Machine communication): Aufzüge, Automaten, Drehtüren, Rasenmäher, ältere Autos mit E-Call und so weiter. Reine GSM-Mobiltelefone sind inzwischen selten, aber seit der Abschaltung von UMTS (3G) in Österreich im Jahr 2024 sind ältere Handys ohne 4G-Unterstützung wieder auf GSM angewiesen. Diese Geräte müssen erneuert oder auf ein Konkurrenznetz umgestellt werden – sofern dieses weiter GSM betreibt. Auf Anfrage haben sowohl Drei (Hutchison Drei Austria) als auch Magenta (vormals T-Mobile Austria) angegeben, noch keine Termine für ihre GSM-Abschaltung zu haben: Der Anfang vom Ende für GSM in Österreich.

Das sogenannte High Bandwidth Memory, kurz HBM, nervt zurzeit viele Leute. Denn weil die Nachfrage extrem hoch ist, sind andere Speicherchips wie DDR5-SDRAM wahnsinnig teuer. Der Zusammenhang mag überraschen, weil nur sehr wenige Menschen jemals ein Gerät mit HBM in die Finger bekommen. HBM kommt ganz überwiegend in KI-Rechenbeschleunigern in Rechenzentren zum Einsatz, denn HBM ist pro Gigabyte nämlich viel teurer als andere DRAM-Typen. Wie sich HBM von DDR5-, LPDDR5X- und GDDR7-SDRAM unterscheidet, wie es hergestellt wird (und von wem), welche Versionen bereits im Einsatz sind, was das kommende HBM4 besser kann als HBM3E und wieso HBM5 vielleicht nur noch mit direkter Flüssigkeitskühlung nutzbar ist, besprechen wir im Bit-Rauschen, dem Prozessor-Podcast: High Bandwidth Memory für KI-Beschleuniger.

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Auch noch wichtig:


(fds)



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