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Datenschutz & Sicherheit

Mobile Klimaanlage: Midea PortaSplit lässt sich von jedermann fernsteuern


PortaSplit-Klimageräte des chinesischen Herstellers Midea sind derzeit sehr beliebt und in immer mehr Haushalten zu finden. Sie lassen sich komfortabel per Hersteller-App fernsteuern – Unbefugte jedoch sollen freilich nicht die Kontrolle über das Raumklima übernehmen. Doch ein Blick hinter die Fassade zeigt: Per Bluetooth kann jeder die Geräte steuern. Das funktioniert unabhängig von Geräte-Pairing und App-Passwort. Analysiert hat das ein anonymer Hinweisgeber, der sich an unsere Redaktion gewandt hat. Der Hersteller hält die Steuerung per Bluetooth auf Nachfrage für unproblematisch.

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Um die PortaSplit zu steuern, sieht Midea drei Wege vor: Mit der mitgelieferten Infrarot-Fernbedienung, per Tastenfeld am Gerät oder mit der herstellereigenen App „Midea Air“. Letztere baut für die Einrichtung eine Verbindung per WLAN mit der PortaSplit auf, die der Besitzer dafür zunächst per Knopfdruck in den „Access-Point-Modus“ versetzen muss. Ist die Anlage mit dem Smartphone gekoppelt, kann der Zugriff zudem per PIN gesichert werden.

Doch es geht auch ganz ohne App-Kopplung, wie uns ein anonymer Hinweisgeber offenbarte. Er gab an, jedes PortaSplit-Gerät per Bluetooth fernsteuern zu können – und zwar unabhängig von der App des Herstellers, dem Kopplungsstatus und ohne Kenntnis der Geräte-PIN.

Dazu setzte der Hinweisgeber mit LLM-Hilfe an der Schnittstelle für Bluetooth Low Energy (BLE) an, doch nicht am offiziellen Endpunkt im msmart-SDK, sondern bei einer Programmierschnittstelle für OEMs (Original Equipment Manufacturer) namens com.midea.oem.iot.sdk.ble. Dieses SDK kennt keine Geräte-PIN, nimmt Steuerbefehle allerdings nur AES-verschlüsselt entgegen. Geräte schreien per Bluetooth-Broadcast jedoch genug Informationen in die Welt hinaus, um die AES-Schlüssel zu berechnen. So können Angreifer die Steuerbefehle korrekt verschlüsseln und an die PortaSplit schicken.

Das funktioniert jedoch nur in Bluetooth-Reichweite, also einem Radius von einigen Metern rund um die Klimaanlage. Ein Zugriff aus der Ferne, etwa über das Internet oder die Midea-eigene Cloud, ist nicht möglich.

Unser Hinweisgeber war sehr gut vorbereitet: Mit Unterstützung künstlicher Intelligenz hatte er eine Android-App und einige Python-Skripte entwickelt, die als Beweis dienten. So taten wir uns leicht, den „Proof of Concept“ nachzuvollziehen. Auch die heise-Redaktion war vorbereitet: So hatten wir eine betriebsbereite PortaSplit als Testgerät und ein Android-Smartphone aufzutreiben, erwies sich ebenfalls als nicht weiter schwierig.

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Test der Bluetooth-Fernsteuerung

Die PortaSplit war per WLAN bereits mit der App des Kollegen Alexander Spier verbunden und per PIN gesichert, sodass wir den Angriff nahezu unter Echtwelt-Bedingungen nachstellen konnten. Mit einem frisch installierten Smartphone, auf dem wir die Installation von APK-Dateien aus unsicheren Quellen erlaubten, rückten wir der PortaSplit zu Leibe. Die prototypische App unseres Hinweisgebers horcht nach dem Start auf Bluetooth-Pakete von PortaSplit-Geräten und fand unser Testgerät nach wenigen Sekunden. Dieses konnten wir dann ein- und ausschalten, zwischen Kühl- und Heizmodus wechseln und die Zieltemperatur ändern.

Bisweilen riss die BLE-Verbindung zwischen Gerät und App ab und wir mussten uns neu verbinden – das war allenfalls lästig, jedoch keine größere Hürde. Während des Tests konnte auch der Kollege mit Midea-App die PortaSplit weiter steuern.

Handelt es sich hier um eine Sicherheitslücke? Unserer Ansicht nach schon: Die vom Hersteller angebotenen Sicherheitsmaßnahmen für die Fernsteuerung per offizieller App werden ausgehebelt und Unbefugte können die Kontrolle über das Gerät übernehmen. So könnte ein vom Geräusch des Außengeräts genervter Nachbar die PortaSplit abschalten oder Scherzbolde könnten für Schweißausbrüche sorgen. Bluetooth Low Energy funktioniert zudem in Abständen von bis zu 10 Metern, womöglich gelingen Angriffe also sogar von der Straße aus. Diese Auswirkungen sind zwar eher nervig als lebensbedrohend, aber die Sicherheitstriade besteht nun einmal aus Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit – und letztere wird durch den Bluetooth-Hack potenziell eingeschränkt.

Ähnliche Fehler gab es vor Kurzem in Balkonkraftwerk-Wechselrichtern der chinesischen Marke Hoymiles – hier setzten Sicherheitsforscher hingegen an einer Funkschnittstelle mit höherer Reichweite an und hätten die Geräte sogar zerstören können. Und die indische Regierung sah sich unlängst gar genötigt, einige Apps zur Fernsteuerung von E-Rikscha-Akkus aus den Appstores für Android und iOS zu verbannen. Mit diesen hatten Tunichtgute per Bluetooth grausame und verkehrsgefährdende Scherze getrieben (mehr dazu in Folge 62 des Passwort-Podcasts von heise security).

Mit diesen Fällen im Hinterkopf rieten wir dazu, den Trick an Midea zu melden. Unser Hinweisgeber scheute jedoch den direkten Kontakt zum Hersteller – er fürchtete Konsequenzen nach dem „Hackerparagraphen“ §202c StGB. Den Kontakt übernahmen also wir und füllten zunächst ein längeres Word-Dokument mit Details zu der Sicherheitslücke aus. Dass es sich um eine handele, war für uns unstrittig.

Doch Midea sah das anders. Wenige Tage nach der automatischen Eingangsbestätigung schrieb uns die deutsche PR-Stelle des Unternehmens, man habe die Meldung geprüft. „Ein Szenario, in dem ein Unbefugter die PortaSplit aus der Ferne übernimmt oder zurücksetzt, lässt sich auf Basis der von uns geprüften Funktionen nicht nachvollziehen“, heißt es in der Mitteilung. Midea begründet das mit dem notwendigen physischen Zugriff, um das Gerät vor einer neuen Kopplung zurückzusetzen und die Nutzer-PIN auszuhebeln.

Doch mit dem von uns gemeldeten Trick war es weder nötig, das Gerät zurückzusetzen noch es zu übernehmen – stattdessen diente die Bluetooth-Fernsteuerung als zusätzliche unautorisierte Steuermöglichkeit neben der App. Wir wiesen die Midea-Pressestelle am 11. August auf dieses Missverständnis hin, der Konzern blieb uns eine Antwort jedoch bis heute schuldig. Ob die schlecht gesicherte OEM-Schnittstelle in Zukunft durch ein Firmware-Update der PortaSplit entfernt wird, ist ebenfalls unklar.

Immerhin: Smarthome-Enthusiasten dürften frohlocken. Denn nachdem Midea den Zugriff auf sein Token-API vor wenigen Wochen einschränkte und Liebhabern der Heimautomatisierung so Knüppel zwischen die Beine warf, lassen die Geräte sich per BLE weiter fernsteuern. Und das ohne Cloudzwang oder proprietäre App – lediglich ein Bluetooth-Dongle in Reichweite der Klimaanlage ist vonnöten.

Ein chinesischer Tüftler hat auf GitHub Quellcode für ein Command-Line Interface (CLI) und eine Android-App zur Fernsteuerung veröffentlicht – laut unserem Hinweisgeber parallel zu dessen Nachforschungen. Bastelfreudige Midea-Besitzer können das Projekt als Ausgangspunkt für eigene Smarthome-Integrationen nutzen, es basiert auf demselben mangelhaft abgesicherten OEM-SDK wie dieser Artikel.

Ganz gleich, ob man die Fernsteuerung per Bluetooth Low Energy als Sicherheitsproblem oder praktisches Smarthome-Feature wahrnimmt: Die PortaSplit bleibt weiter begehrt. Noch immer zeigt die Übersichtsseite zum Midea-Splitgerät beim heise-Dienst „bestell.bar“ wenige lieferbare Angebote an, fast alle deutlich über der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers. Immerhin: Wer dringend darauf angewiesen ist, bekommt ein Gerät – mit dem Ende der größten Sommerhitze dürfte derlei dringender Bedarf jedoch selten sein.

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Lediglich beim Onlinehändler Joybuy sind immer wieder Kontingente des Geräts für knapp 900 Euro zu haben – oft abends oder frühmorgens. Wer bei eBay oder anderen Händlern bestellt, muss in der Regel an die 1.300 Euro für das Gerät berappen. Den bisherigen Tiefstpreis von knapp 700 Euro dürfte das Gerät – wenn überhaupt – erst im Spätherbst wieder erreichen. Ein im Jahr 2027 bevorstehender Kühlmittelwechsel könnte für weitere Verknappung aufgrund der Umstellung des Fertigungsprozesses sorgen. Interessenten mit etwas Geduld können sich einen Preiswarner bei geizhals.de einrichten, das wie bestell.bar zur heise-Gruppe gehört.

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(Hinweis: Zur einfacheren Lesbarkeit verwenden wir ein männliches Pronomen für unsere/n anonyme/n Hinweisgeber/in. Das dient allein der Lesbarkeit, nicht als Hinweis auf deren/dessen Identität.)


(cku)



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Omas gegen Rechts: „Wir machen weiter. Es gibt keine andere Option.“



Omas gegen Rechts: „Wir machen weiter. Es gibt keine andere Option.“

Anlässlich der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt strömten am vergangenen Wochenende Tausende Menschen nach Magdeburg. Mit dabei: Hunderte Omas gegen Rechts, viele von ihnen angereist aus anderen Bundesländern. Sie gehören zu einer der unzähligen Initiativen, die seit Monaten online, auf dem Land und in den Städten für Vielfalt in Sachsen-Anhalt einstehen. Beim Demokratiefestival am Samstag setzten sie gemeinsam ein Zeichen.

Am Sonntagabend steht fest: Die AfD gewinnt die Landtagswahl und wird mit Abstand stärkste Kraft in Sachsen-Anhalt. Wie geht man mit einer Bevölkerung um, in der 44 Prozent der Wahlberechtigten für einen als gesichert rechtsextremistisch eingestuften Landesverband stimmen?

Ute und Karin gehören zu den Omas gegen Rechts in Magdeburg. Ute ist gebürtig aus dem Osten, Karin ist 1995 aus Hessen nach Magdeburg zugezogen. Sie sind unter anderem verantwortlich für die Online-Kommunikation der Gruppe. Auf Social Media sammeln sie Flüsterwitze, informieren über Petitionen und begleiten Demonstrationen.

Im Interview erzählen sie, wie Falschinformationen und rechtsradikale Ansichten digitale Räume einnehmen und sich in Wahlergebnissen niederschlagen. Gegen Unwissen und Anfeindungen käme man nur mit dem Gegenteil an, sagen die beiden Aktivistinnen: Indem man Fakten aufzeigt und sich für Gemeinschaft einsetzt. Aus Sicherheitsgründen baten sie uns, nur ihre Vornamen zu nennen.

„Im Moment ist irgendwie alles dunkel“

netzpolitik.org: Wie schauen Sie auf die Ergebnisse der Landtagswahl?

Karin: Ich bin einfach nur entsetzt darüber, das so etwas nochmal möglich ist. Wir haben schon die Baseballschlägerjahre erlebt, als hier die Nazis über die Straßen liefen, alle Glatzen hatten und sich Kampfhunde angeschafft haben. Ich hätte nie im Leben gedacht, dass eine Gesellschaft wieder so kippen kann. Mein Sohn hat gesagt, er habe seine Heimat verloren.

Der Samstag vor der Wahl war zugleich einer der schönsten Tage, die wir hier je erlebt haben. Wir waren überwältigt von dieser Gemeinschaft, den vielen, vielen Menschen, den Rednern und ihren Beiträgen. Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass das Ganze am nächsten Tag so ausgeht.

Ute: So viele Menschen in Magdeburg hatten wir noch nie. Dass 15.000 Menschen auf der Straße waren und für unsere Sache mitgekämpft haben. Im Moment ist irgendwie alles dunkel. Die Erinnerung an diesen Tag ist aber das Licht am Ende des Tunnels. Ich hoffe, dass wir dieses Gemeinschaftsgefühl, das es hier am vergangenen Wochenende gab, retten und irgendwie weitermachen können.

„Diese Menschen leben in einer Parallelwelt“

netzpolitik.org: Was waren Ihre Gedanken nach der ersten Hochrechnung?

Karin: Ich war ungläubig, dass so viele Menschen rechtsextrem wählen. Trotz aller Aufklärungsmöglichkeiten gibt es diese bösartige Grundstimmung anderen Menschen gegenüber. Würde es um einen ökonomischen Bedarf gehen, würden mehr Menschen auf die Straße gehen. Aber wann waren etwa die großen Demonstrationen für Lohnangleichung im Osten? Es geht überhaupt nicht um ihre Bedürfnisse, sondern um Zerstörung, Hass, Vertreibung, Gewaltgedanken.

Diese Menschen leben in einer Parallelwelt. Es mag natürlich immer ein paar Ausnahmen geben, aber die meisten von ihnen sitzen zu Hause und nähren ihren Hass.

netzpolitik.org: Wie hängt das mit den digitalen Räumen zusammen, wo Menschen sich inzwischen hauptsächlich informieren?

Ute: Das spielt eine ganz große Rolle, weil da die Leute echt für dumm verkauft werden. Da kommt jemand, lallt etwas und darunter steht Professor für sowieso. Das kann der größte Müll sein, aber es muss ja stimmen, wenn darunter Professor steht. Viele nehmen das für bare Münze.

„Was zählt, ist die gefühlte Lebensrealität“

Karin: Das geht so weit, dass sie Falschinformationen ins Netz stellen, etwa zum Klimawandel. Oder dass uns Jugendliche erklären, dass auf Wikipedia nur Lügen stünden. Alles, was zählt, ist die gefühlte Lebensrealität.

Es ist auch unglaublich, mit welcher Inbrunst öffentlich-rechtliche Medien als Lügenvereine abgetan werden. Dass wir seit Jahrzehnten zwar mehr Migration, aber weniger Kriminalität haben, interessiert da nicht. Die bearbeiteten Straftaten haben sich seit 1995 von über 300.000 Fällen fast halbiert.

netzpolitik.org: Warum sind Sie als Omas gegen Rechts Magdeburg auf Social Media aktiv?

Ute: Ich habe diese Accounts eröffnet, als ich zu den Omas gekommen bin. Soziale Medien haben uns sehr geholfen. Wir teilen Beiträge, andere teilen unsere Beiträge. So kommt und bleibt man in Verbindung.

Auf diese Weise erhalten wir auch mal Hilferufe von außerhalb von Magdeburg, etwa aus der Gemeinde Zerbst, die rund 40 Kilometer südöstlich von Magdeburg liegt. Sie wollten dort ein Demokratiefest machen und fragten uns, ob wir nicht dazukommen könnten. Das wäre ohne diese Vernetzung nicht passiert, da wir keine Telefonnummer haben. Wir waren dann da unten und haben sie unterstützt.

„Manchmal gehen auch Freundschaften zu Bruch“

Karin: Natürlich ist es auch unser Ziel, noch den einen oder anderen zu erreichen. Aber man kommt nicht dagegen an, wenn mit KI-generiertem Mist das Internet geflutet wird, auch die AfD macht das. Es gibt eine Flut an Desinformation.

Kaum räumen Menschen diesen Mist beiseite, kommen schon wieder andere mit dem nächsten Quatsch um die Ecke. Das macht man ein paar Mal, aber irgendwann wird das zu anstrengend. Selbst wenn wir mit Menschen sprechen und auf ein Parteiprogramm verweisen, bezeichnen sie es als Lüge oder beschimpfen es einfach als linksgrün versifft. Da bleibt man nur hilflos zurück. Und manchmal gehen auch Freundschaften dabei zu Bruch.

Alles netzpolitisch Relevante

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Ute: Je mehr die Leute sich in diesen Blasen bewegen, desto schlimmer wird es. Sie schauen andere Inhalte gar nicht mehr an und setzen lieber Hasskommentare ab.

Ich habe wirklich Sorge, dass aus diesen Beschimpfungen nun erst recht Taten folgen, weil sich viele nach der Wahl bestätigt fühlen. In Halle wurde vor wenigen Tagen auf einen Demonstrationszug geschossen. Es gab nur einen Verletzten, was schlimm genug ist. Es hätte auch anders ausgehen können.

„Man kriegt ungefragt direkt das Mikrofon oder die Kamera ins Gesicht gedrückt“

netzpolitik.org: In der rechten Szene gibt es inzwischen recht viele Influencer. Haben Sie damit schon Erfahrungen gemacht?

Karin: Auf jeden Fall. Einige geben sich nicht zu erkennen, andere kennen wir und riechen wir schon von Weitem. Manche von ihnen legen der Polizei auch Presseausweise vor, die allerdings gefälscht sind. Besonders schlimm ist es, dass sie keinen körperlichen Abstand halten. Man kriegt ungefragt direkt das Mikrofon oder die Kamera ins Gesicht gedrückt. Die verbreiten dann auch so Geschichten, etwa dass wir als Omas gegen Rechts für unser Engagement Geld erhalten.

Ute: Sie fühlen sich in der Gruppe stark, im Pulk. Das macht sie natürlich auch gefährlicher. Wir hatten noch ein Oma-Treffen am Abend vor dem Demokratiefestival, wo mehr als 100 Omas aus ganz Deutschland waren. Auch die haben hier dann negative Erfahrungen gemacht mit Gruppierungen rechter Männer. Die haben Gesten gemacht, so als ob sie den Omas den Hals umdrehen wollten.

„Unser Land ist noch nicht ganz verloren“

netzpolitik.org: Wie schauen Sie als Omas gegen Rechts in Magdeburg jetzt nach vorne?

Karin: Magdeburg war in den vergangen Wochen eine sehr lebendige und aktive Stadt. Am Montag war die Stadt aber erst mal wie tot, wie in einem Schockzustand. Jetzt kommen die Leute langsam wieder raus. Man überlegt sich bei jedem, den man sieht, zu welcher Hälfte er gehört. Das ist schrecklich.

Wir machen weiter. Es gibt keine andere Option für die Menschen, die hier sind. Wir müssen weiter für die da sein, die nicht die AfD gewählt haben. Und darüber aufklären, was jetzt alles passieren wird.

Nach der Wahl ist der Image-Schaden für Sachsen-Anhalt groß. Und die Wahl wird auch wirtschaftliche Folgen haben. Der eine oder andere wird bald merken, dass es weniger Altenzentren und andere soziale Einrichtungen gibt. Und weniger Tourismus. Um das aufzuzeigen, werden wir weiter mit Zahlen und Fakten arbeiten.

Ute: Gleichzeitig ist die Solidarität, die wir nach der Wahl auch online erfahren, fantastisch. Wir erhalten Nachrichten von Menschen, die wir nicht kennen. Sie stehen hinter uns und finden es toll, dass wir weitermachen. Ich denke, unser Land ist noch nicht ganz verloren. An diesem Samstag gibt es wieder eine Demo in Magdeburg. Wir werden dort sein und zeigen, dass wir weiterhin viele sind.





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Passwortmanager auf Android: Wechsel ohne manuellen Export


Google vereinfacht unter Android den Wechsel des Passwort-Managers. Nutzer können gespeicherte Passwörter und Passkeys künftig direkt von einer App in eine andere übertragen. Der bisher übliche Umweg über eine exportierte Datei entfällt. Zum Start unterstützen der Google Passwortmanager, 1Password, Bitwarden und Dashlane den Transfer.

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Der Google Passwortmanager ist auf Android einer von mehreren Passwort-Managern. Android kann bei der Anmeldung in Apps und Websites die gespeicherten Passwörter und Passkeys solcher Apps bereitstellen. Passkeys waren beim Anbieterwechsel bislang jedoch ein besonderer Stolperstein: Anders als Passwörter ließen sie sich nicht einfach als CSV-Datei exportieren und wieder importieren. Der private Schlüssel sollte den Passwort-Manager nicht ungeschützt verlassen.

Der Wechsel beginnt im neuen Passwort-Manager: Dort wählen Nutzer den Import oder das Kopieren von Zugangsdaten aus. Die App übergibt den Vorgang an Android. Das System erkennt anschließend passende Passwort-Manager auf dem Gerät und zeigt sie als mögliche Quellen an. Nach der Auswahl wechselt Android in die bisherige App. Dort prüfen Nutzer die Übertragung und geben sie frei. Erst dann werden die Daten übertragen.

Google beschreibt den Ablauf als Übertragung in wenigen Schritten ohne Datei-Download. Das ist vor allem bei Passwort-Exporten relevant: Solche Dateien liegen häufig als Klartext-CSV auf dem Gerät und müssen anschließend manuell gelöscht werden. Die direkte Übergabe soll diesen Zwischenschritt vermeiden. Details zum Ablauf nennt Google in seinem Blogbeitrag zum Wechsel zwischen Passwort-Managern.

Für den Import in den Google Passwortmanager verlangt Android eine Gerätesperre, etwa PIN, Muster oder Fingerabdruck. Je nach Quell-App müssen Nutzer sich dort zusätzlich anmelden und bei Passkeys gegebenenfalls einen Wiederherstellungsschlüssel eingeben. Bereits vorhandene Passwörter importiert der Google Passwortmanager nicht erneut. Die einzelnen Anbieter behalten damit die Kontrolle darüber, welche Konten sie übertragen und wie sie die Freigabe absichern. Googles Hilfe zum Import und Export beschreibt diese Schritte.

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Technische Grundlage ist die Übertragungsfunktion des Android Credential Manager. Sie unterstützt Passwörter und Passkeys sowie weitere Datentypen im standardisierten FIDO Credential Exchange Format (CXF). Der Austausch erfolgt zwischen den beteiligten Zugangsdatenanbietern auf demselben Gerät; Android soll dabei keine Rohdaten an unberechtigte Apps weitergeben. Für Nutzer bedeutet das: Der Wechsel wird zu einer Funktion der Passwort-Manager selbst, nicht zu einem manuellen Exportprojekt. Unterstützt wird das laut Googles Entwicklerdokumentation zum Credential Transfer ab Android 8.

Google nennt zunächst 1Password, Bitwarden und Dashlane als Partner neben dem eigenen Passwortmanager. Weitere Anbieter sollen folgen. Ob sich ein konkreter Tresor vollständig umziehen lässt, hängt also weiter davon ab, ob Quell- und Ziel-App den Standard implementiert haben. Das betrifft insbesondere Passkeys, die häufig an einen Plattformanbieter oder Passwort-Manager gebunden waren. Die FIDO-Allianz hatte das Credential Exchange Protocol (CXP) und CXF 2024 vorgestellt, um genau solche Umzüge ohne Klartext-Export zu ermöglichen.

Der Android-Ansatz spiegelt die Entwicklungen bei Apple. Auch Apple unterstützt seit iOS, iPadOS und macOS 26 den standardisierten Transfer von Passkeys zwischen teilnehmenden Passwort-Managern. Dabei lassen sich auch Passwörter und Bestätigungscodes übertragen. Voraussetzung ist, dass Quell- und Ziel-App den Austausch unterstützen. Damit soll auch der iCloud-Schlüsselbund respektive die App „Passwörter“ weniger stark an Apples eigenes Ökosystem binden.

Auf Desktop-Systemen liegt der Schwerpunkt bislang eher auf der Auswahl des Passwort-Managers als auf dessen Wechsel. Windows 11 kann externe Passkey-Manager wie 1Password und Bitwarden in Windows Hello einbinden. Passkeys lassen sich dadurch über Browser und native Anwendungen hinweg mit einem Drittanbieter verwalten. Das erleichtert den Betrieb eines bevorzugten Managers, ersetzt aber nicht automatisch den nun auf Android verfügbaren direkten Transfer zwischen zwei Tresoren.


(fo)



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Nach Cyberangriff in Berlin: Anlaufstelle für Betroffene


Das Land Berlin hat nach der Cyberattacke mit umfangreichem Datendiebstahl eine zentrale Anlaufstelle für Betroffene eingerichtet. Das teilte die Senatskanzlei mit. Fragen können unter der E-Mail-Adresse Cyberangriff@senatskanzlei.berlin.de gestellt werden. Auf dem Landesportal berlin.de gibt es eine Informationsseite für Bürgerinnen und Bürger, die davon ausgehen, von der illegalen Veröffentlichung von Daten durch die Kriminellen betroffen zu sein.

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Zum Angebot gehören Hintergrundinformationen zu dem Cyberangriff, Verhaltenshinweise sowie „Fragen und Antworten“ (FAQ). Die Informationsseite wird den Angaben zufolge laufend aktualisiert.

Von dem Cyberangriff waren insbesondere die beiden Senatsverwaltungen für Verkehr und Umwelt sowie die für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen betroffen. Bürger mit einem spezifischen Anliegen im Zusammenhang mit diesen beiden Verwaltungen können sich an diese E-Mail-Adressen wenden: Datenschutzvorfall@senmvku.berlin.de und Datenschutzvorfall@SenStadt.berlin.de.

Der Cyberangriff auf Teile des Datennetzes der Berliner Verwaltung war am 14. August bekanntgeworden. Die Gruppe Rhysida erpresste das Land und forderte 30 Bitcoins, umgerechnet rund zwei Millionen Euro. Der Senat zahlte nicht, die Cyberkriminellen veröffentlichten mindestens 1,2 Millionen Datensätze nach Ablauf ihres Ultimatums im Darknet, einem nicht ohne Weiteres zugänglichen Teil des Internets.


Update

11.09.2026,

11:07

Uhr

Begrifflichkeit zum Cyberangriff korrigiert.


(mho)



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