Apps & Mobile Entwicklung
Nanya macht 680 % mehr Umsatz: DDR3, DDR4 und etwas DDR5 führen wieder ganz nach oben

Noch vor einem Jahr verbuchte Nanya mit seinem DRAM-Portfolio Quartalsverluste. 1.324 Prozent später sieht das ganz anders aus, denn selbst mit DDR3, DDR4 und dem kleinsten Anteil an DDR5-Speicher macht Nanya nun hohe Gewinne. Eine Kapazitätserweiterung ist auch hier bis 2028 kaum möglich, wenngleich die Ausgaben steigen.
Nanya ist als Speicherhersteller die klassische zweite Reihe. Weder bietet das Unternehmen absolute State-of-the-Art-Produkte an, noch nutzt es EUV-Belichter für die modernsten Chips. Der Fokus lag bis vor Kurzem noch auf DDR3 und primär DDR4, erst langsam wurde DDR5 als Produktionslinie aufgebaut – viele Jahre nach den ersten Chips der großen namhaften Hersteller Samsung, SK Hynix und Micron.
Das Problem für Nanya war dabei aber selbst vor einem Jahr noch, dass die Preise für älteren Speicher am Boden lagen. Das Unternehmen schrieb so jedes Quartal einschließlich Q2/2025 Verluste. Doch mit dem Boom von HBM und DDR5 zog auch die Nachfrage nach allen älteren Lösungen überaus deutlich an, wie auch Nanyas heutiger Quartalsbericht darlegt.
Binnen eines Jahres konnte das Unternehmen seinen Umsatz um 684 Prozent steigern, der Nettogewinn ging aus dem negativen Bereich um 1.324 Prozent nach oben. Der Grund: Der Durchschnittspreis (Average Selling Price, ASP) stieg um über 500 Prozent, selbst in den zweiten drei Monaten dieses Jahres noch einmal um über 60 Prozent. Die Umsatzsteigerung im letzten Quartal ist also primär durch den höheren Durchschnittspreis bei gleicher Anzahl ausgelieferter Bits/Chips begründet.
Ausgaben werden vervierfacht, Fab-Bau beschleunigt
Verglichen mit den großen Herstellern bleibt Nanya aber ein vergleichsweise kleiner Fisch. Der Rekordumsatz von nun 82,5 Milliarden New Taiwan Dollar entspricht umgerechnet 2,55 Milliarden US-Dollar, der Nettogewinn von etwas über 50 Milliarden New Taiwan Dollar entsprechend 1,55 Milliarden US-Dollar. Diesen wiederum nutzt Nanya nun, um ein lange geplantes Fabrikprojekt endlich flotter umzusetzen, der CAPEX-Betrag wird dafür 2026 gegenüber dem Vorjahr effektiv vervierfacht.
Die neue Fabrik soll in der ersten Phase 2028 mit 30.000 Wafern im Monat starten, später mit Phase 2 auf 45.000 Wafer pro Monat wachsen. Die Kosten dafür betragen 480 Milliarden New Taiwan Dollar, umgerechnet also rund 15 Milliarden US-Dollar. Das primäre Ausbaugebiet bleibt klassischer Speicher: DDR5, LPDDR5/5X, DDR4, LPDDR4/4X, DDR3 und LPDDR3 nennt das Unternehmen heute. Um die Kosten der sogenannten Greenfield-Investition dabei zu verteilen und sich selbst abzusichern, hat Nanya auch mehrjährige Langzeitverträge (LTAs) abgeschlossen.