Künstliche Intelligenz
Neutrino-Observatorium IceCube erhält über 600 neue Sensoren
Das Observatorium IceCube in der Antarktis hat eine Erweiterung bekommen: Sechs neue Stränge mit Sensoren sind ins Eis eingelassen worden, wie das IceCube Neutrino Observatory mitteilte.
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Zwischen Dezember 2025 und Januar 2026 wurden die Stränge in 2400 Meter tiefe Schächte versenkt, die per Heißwasserbohrer in das Eis geschmolzen wurden. In jedem Schacht wurden 1,5 Kilometer lange Kabelstränge hinabgelassen, an denen jeweils gut 100 Glasbehälter wie auf eine Perlenschnur aufgezogen sind. In den etwa 40 Zentimeter großen Behältern befinden sich optische Sensoren, sogenannte mDOMs (multi-PMT Digital Optical Modules), sowie weitere Messinstrumente, mit denen Forscher Neutrinos aufspüren wollen.
Es ist laut IceCube Neutrino Observatory „die erste bedeutende Erweiterung von ICecube seit seiner Fertigstellung vor 15 Jahren“. Die neuen Sensoren können auch Neutrinos mit niedriger Energie erfassen.
Sensoren aus Deutschland
Die neuen Sensoren wurden zum Teil in Deutschland entwickelt. Beteiligt waren Forscher des Deutschen Elektronensynchrotrons (DESY), des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), der RWTH Aachen, der TU Dortmund sowie der Universitäten in Münster, Wuppertal, Mainz und Erlangen-Nürnberg.
„Das Neue an den optischen Sensoren des Upgrades ist, dass sie in alle Richtungen mit Photoelektronenvervielfachern ausgestattet sind. Somit erlauben sie uns einen 360-Grad-Blick in das Eis“, sagt Andreas Haungs, wissenschaftlicher Leiter der IceCube-Arbeitsgruppe am Institut für Astroteilchenphysik des KIT. „Damit können wir Neutrino-Wechselwirkungen bei kleineren Energien beobachten und dadurch Eigenschaften der Neutrinos bestimmen, komplementär zum KATRIN Experiment am KIT.“
Neutrinos sind elektrisch neutrale, weitgehend masselose Teilchen. Sie bewegen sich beinahe mit Lichtgeschwindigkeit und gehen fast nie eine Wechselwirkung mit Atomen ein. Sie können beispielsweise die Erde mehr oder weniger ungehindert durchqueren.
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Hinweise auf energiereiche Ereignisse im All
Wissenschaftlich sind diese Teilchen sehr interessant, weil sich Forscher Erkenntnisse über deren Quelle erhoffen. Neutrinos werden bei sehr energiereichen Ereignissen im All freigesetzt, wie Sternenexplosionen, Gammablitzen oder supermassiven Schwarzen Löchern im Zentrum einer Galaxie.
Detektiert werden Neutrinos über Wechselwirkungen mit Materie: Kollidiert ein Neutrino mit einem Atom, entstehen elektrisch geladene Teilchen, sogenannte Myonen. Wenn sie sich durch das Eis bewegen, erzeugen sie schwache, bläuliche Lichtkegel, die die Detektoren erfassen.
Um diese schwachen Lichtsignale zu detektieren, bedarf es riesiger Observatorien. IceCube ist eines davon, aber nicht das Einzige. Ein weiteres befindet sich im Mittelmeer: Das europäische Observatorium Cubic Kilometre Neutrino Telescope (KM3NeT) besteht aus derzeit zwei großen Sensorfeldern im Mittelmeer, eines vor der sizilianischen Küste, das andere vor der südfranzösischen Küste.
(wpl)
Künstliche Intelligenz
Kleinster QR-Code der Welt misst nur knapp 2 Quadratmikrometer
Die TU Wien arbeitet seit einiger Zeit mit dem Münchener Unternehmen Cerabyte zusammen, um eine neue Technik der Langzeitarchivierung zu entwickeln: das Schreiben von Informationen auf eine beschichtete Glasscheibe. Im Labor nutzen die Forscher QR-Codes, da sich diese recht einfach wieder auslesen lassen – und einer der Forscher hatte die Idee, den kleinsten QR-Code der Welt zu generieren.
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Der aktuelle Rekord lag den Angaben zufolge bei einem Code mit einer Kantenlänge von mehr als 2 Mikrometern. Die Wiener Forscher frästen mit fokussierten Ionenstrahlen einen QR-Code mit einer Kantenlänge von rund 1,4 Mikrometer in eine mit Chromnitrit beschichtete Glasscheibe. Da die einzelnen Punkte dieses Codes lediglich knapp 50 Nanometer breit sind, sind sie mit sichtbarem Licht nicht auflösbar, geschweige denn mit bloßem Auge erkennbar. Unter einem Elektronenmikroskop aber ließ sich der Code erkennen und auch wieder auslesen. Würde man eine komplette DIN-A4-Seite mit solch kleinen QR-Codes beschreiben, hätte diese eine Speicherkapazität von mehr als 2 Terabyte.

Der Mini-QR-Code führt zu einem Artikel der TU Wien. Smartphones können ihn nur derart vergrößert auslesen.
(Bild: TU Wien)
Technik für die Langzeitarchivierung
Das Institut entwickelt die Beschichtung für die Glasscheiben, mit der Cerabyte in seinem Labor eine neue Methode der Langzeitarchivierung erprobt. Cerabyte nutzt bislang weitaus größere Strukturen, aktuell passen auf eine Scheibe mit einer Kantenlänge von knapp 10 Zentimetern rund 3 GByte Daten. Später soll die Kapazität um mehrere Größenordnungen steigen.

Bei unserem Besuch im Cerabyte-Labor im Sommer 2025 konnten wir die Muster noch mit einem einfachen Mikroskop auslesen.
(Bild: Lutz Labs / heise medien)
Die Keramikschicht auf den nur 0,1 Millimeter dicken Glasscheiben ist sehr robust; sie soll viele hundert Jahre halten und gegen jegliche Umwelteinflüsse immun sein. Cerabyte plant, mehr als 100 dieser Scheiben in eine Kassette in der Größe eines Band vom Typ Linear Tape Open (LTO) zu packen. Diese können handelsübliche Bandroboter von ihrem Ablageplatz zu einem Lesegerät bringen.
Zum Beschreiben der Scheiben nutzt Cerabyte aktuell einen Femtosekundenlaser, zum Auslesen kommt eine hochauflösende Kamera zum Einsatz. Mehr dazu im Artikel Langzeit-Datenarchivierung mit Glasplatten und Femtosekundenlaser.
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(ll)
Künstliche Intelligenz
NASA setzt neue Generalprobe für Artemis-2-Mission an
In der vergangenen Woche musste ein Betankungstest der Mondrakete Space Launch System (SLS) abgebrochen werden, weil es zu einem Problem beim Durchfluss des flüssigen Wasserstoffs kam. Die US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics And Space Administration (NASA) hat für Ende dieser Woche eine neue Generalprobe für den Start der Mission Artemis 2 angesetzt.
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Am 12. Februar führte die NASA einen Teilbetankungstest der Rakete durch. Dabei sollten einige neue Dichtungen getestet werden. Sie waren nach der Generalprobe vor zwei Wochen ausgetauscht worden, als Wasserstofflecks auftraten. An derselben Stelle waren bereits bei der unbemannten Mission Artemis 1 vor drei Jahren Probleme aufgetreten. Der für Anfang Februar geplante Start wurde daraufhin verschoben.
Bei der Betankung sei der Fluss des flüssigen Wasserstoffs verringert worden, teilte die NASA mit. Der Grund war wahrscheinlich ein Filter in einer Leitung der Bodenausrüstung. Dieser sei inzwischen ausgetauscht, sodass eine Generalprobe, im Fachjargon Wet Dress Rehearsal genannt, in dieser Woche stattfinden könne.
50-stündige Generalprobe
Der Wet Dress Rehearsal startet am heutigen Dienstagabend (Ortszeit Florida) und wird fast 50 Stunden dauern, bis zum 19. Februar um 20.30 Uhr (Ortszeit). Dieser Zeitpunkt ist als simulierter Starttermin angesetzt. Das Prozedere geht bis 33 Sekunden vor einem Start, um laut NASA reale Bedingungen zu simulieren, „einschließlich Szenarien, bei denen ein Start wegen technischer oder wetterbedingter Probleme abgebrochen werden könnte.“
In dieser Zeit werden alle für den Start notwendigen Vorgänge durchgeführt, inklusive dem Betanken des SLS, der Durchführung eines Start-Countdowns und dem Entleeren der Tanks, um einen Startabbruch zu üben. Lediglich die Besatzung wird nicht an dem Test teilnehmen. Ihre Aufgaben, unter anderem die Luken des Orion-Raumschiffs zu schließen, werden einige NASA-Mitarbeiter übernehmen.
Die NASA will einen Starttermin nach einem erfolgreichen Wet Dress Rehearsal und einer Auswertung der Daten festlegen. Der früheste Termin für einen Start der Artemis-2-Mission ist der 6. März.
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Die zehntägige Artemis-2-Mission soll erstmals nach über 50 Jahren wieder Menschen zum Mond bringen. Allerdings werden Victor Glover, Jeremy Hansen, Christina Koch und Reid Wiseman diesen nur umrunden. Als Test flog im Dezember 2022 die unbemannte Mission Artemis 1 um den Mond. Eine Landung auf dem Erdtrabanten ist im Rahmen der Mission Artemis 3 geplant, die voraussichtlich 2028 starten wird.
(wpl)
Künstliche Intelligenz
Play-Systemupdate: Android synchronisiert optional Downloads in Google Drive
Jeden Monat veröffentlicht Google Updates über die Play-Dienste und den Play-Store. Die Aktualisierungen enthalten neue Funktionen für Smartphones und weitere Produkte des Google-Ökosystems wie Tablets, Uhren, Smart-TVs, Android Auto und Chromebooks, ohne dass ein regelrechtes Android-Update vonseiten der Gerätehersteller erforderlich ist.
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Download-Backup in der Cloud
Mit den Updates auf Play-Dienste-Versionen 26.05 vom 9. Februar beziehungsweise 26.06 vom 16. Februar liefert Google einige neue Funktionen für Endnutzer, andere sind speziell an Entwickler gerichtet. Laut den Versionshinweisen für das Februar-Update liefert Google Neuerungen für Dienstprogramme. Besonders interessant ist eine neue Backup-Option für Downloads, die womöglich auf den Release von Aluminium OS, der Android-Version für Notebooks, vorbereiten könnte.
In den neuen Versionshinweisen für das Play-Dienste-Update beschreibt Google das neue Feature wie folgt: „Mit der neuen Funktion zur lokalen Dateisicherung können Sie Ihre heruntergeladenen Dokumente automatisch in Google Drive speichern, sodass sie sicher sind und von jedem Ihrer Geräte aus zugänglich sind.“
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Das bedeutet, dass die bereits in Android verfügbare Funktion „Daten sichern oder kopieren“ eine Erweiterung erhält. Bislang umfasst das Feature eine Backup-Option für Fotos und Videos. Diese Daten werden in Google Photos gesichert. Zudem unterstützt die Funktion seit Längerem die Sicherung „anderer Gerätedaten“. Diese enthält Anrufe, Anruflisten, Geräteeinstellungen, SMS/MMS und SIM-Daten und mehr. Ob der Download-Ordner in Google Drive sichtbar ist oder nur mit Download-Ordnern von Geräten mit dem gleichen Google-Konto synchronisiert wird, ist derzeit unsicher. Uns wird die Option noch nicht angezeigt.
Wie Android Authority berichtet, könnte die Synchronisierung des Download-Ordners auch auf bestimmte Dateiformate wie Dokumente beschränkt sein. Laut den Informationen von Android Authority sollen heruntergeladene Dateien als statische Kopien gesichert und nicht kontinuierlich zwischen dem Smartphone und Drive synchronisiert werden. Damit würden Änderungen, die nach der Sicherung an einer Datei vorgenommen wurden, nicht in die Drive-Kopie übernommen werden.
Was noch?
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Die Februar-Updates bringen abseits des Download-Backups außerdem Änderungen an der Einrichtung von Smart-Home-Geräten in der Google-Home-App: Laut Google sollen Nutzerinnen und Nutzer „dynamische, gerätespezifische Anleitungen mit Bildern für die Vorbereitung von Geräten und das Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen“ angezeigt bekommen.
Im Bereich Systemverwaltung soll das Update eine Verbesserung von Verbindungsoptionen für Autos, PCs, Smartphones, TVs und Wear an Bord haben. Auch die Aktualisierbarkeit der Gerätekategorien habe Google optimiert. Überdies sollen weitere Optimierungen die Akkulaufzeit, den Gerätespeicher und die Netzwerknutzung bei Smartphones und TVs verbessern.
Die Neuerungen sollten im Laufe der kommenden Tage oder Wochen für viele Geräte – nicht nur Googles Pixel-Reihe – bereitgestellt werden.
November 2025 statt Februar 2026
Nicht wundern: Nach dem Einspielen der neuen Play-Dienste kann es vorkommen, dass nicht Januar oder Februar 2026 in der Versionierung angezeigt wird, sondern November 2025. Das ist offensichtlich ein Fehler. Laut Google handelt es sich aber nur um einen Anzeigefehler; die aktuelle Version ist dennoch installiert. Das hat der Konzern Android Authority zu Protokoll gegeben.
(afl)
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