Online Marketing & SEO
OpenAI kauft Tech Show TBPN für Megasumme – warum?
Kurz nach einer Megafinanzierungsrunde kauft OpenAI eine Tech Talkshow mit Umsatzpotential, in der bekannte Gesichter der Branche auftraten. Es könnte ein PR-Schachzug sein.
Die bekannte Tech Talkshow TBPN — Technology Business Programming Network gehört jetzt zu OpenAI. Das KI-Unternehmen hat das von den Tech-Gründern John Coogan und Jori Hayes erdachte Format übernommen, das sich inzwischen zu einem populären Medium entwickelt hat. Über 70.000 Abonnent:innen hat der Account auf YouTube und auch auf X wird live gestreamt; zu finden ist die Show zudem auf Spotify, Apple Podcasts und Co. An jedem Wochentag gibt es drei Stunden Live Content zu Tech, AI und weiteren Themen. Nach der Übernahme durch OpenAI soll sich laut Jordi Hayes’ Post auf LinkedIn nicht allzu viel ändern:
[…] The world is changing quickly but TBPN will stay the same. Live every weekday just with a lot more resources […].
Allerdings dürften wir deutlich mehr OpenAI-Inhalte erwarten. Der Zukauf könnte PR-Gründe haben – und finanzielle.
OpenAI Acquires TBPN https://t.co/Sdw32Weo4z
— TBPN (@tbpn) April 2, 2026
Hype vorbei, Milliarden futsch:
OpenAI stellt KI-Video-App Sora ein

TBPN als Sprachrohr für OpenAI? Tech CEOs wie Zuckerberg und Altman schon als Gäste
OpenAI hat jüngst in einer Finanzierungsrunde 122 Milliarden US-Dollar als Finanzspritze zugesichert bekommen und konnte eine Post Money Valuation von 852 Milliarden US-Dollar aufweisen. Kurz darauf wurde der Kauf von TBPN bekanntgegeben. Die Tech Talkshow hat schon einige Tech-Größen wie Microsoft CEO Satya Nadella, Meta CEO Mark Zuckerberg, Salesforce CEO Marc Benioff und auch OpenAI CEO Sam Altman zu Gast gehabt. Auf YouTube wird die Show regelmäßig von Tausenden verfolgt, wenngleich das Publikum auch nicht exorbitant groß ist. Mit rund 71.000 Abonnent:innen zählt TBPN nicht zu den größten Shows.
Der Zukauf kommt aber nicht überraschend, wie Host John Coogan auf LinkedIn schreibt. Er arbeitete schon lange mit Sam Altman zusammen. Auch Coogan freut sich auf mehr Ressourcen und verspricht, dass die Show gleich bleiben soll, die Sendezeit ebenso.
Allerdings ist zu erwarten, dass TBPN künftig mehr Themen von OpenAI fokussiert – und womöglich weniger kritisch. Gleichzeitig verspricht OpenAIs Fidji Simo:
[…] A core part of this is editorial independence. TBPN will continue to run their programming, choose their guests, and make their own editorial decisions. That’s foundational to their credibility, and it’s something we’re explicitly protecting as part of this agreement.
Spannend ist, dass Ads in der Show künftig nicht mehr integriert werden. Das Marketing und Kommunikations-Team von TBPN wird OpenAI künftig zuarbeiten, das gesamte Team des Unternehmens berichtet an Chris Lehane im Strategie-Team. TBPN dürfte damit zu einem PR-Instrument OpenAIs werden, das den Diskurs um Tech und AI künftig weiter beeinflussen dürfte. Immerhin stand und steht OpenAI vielfach in der Kritik, zuletzt beispielsweise aufgrund eines Deals mit dem Pentagon, der die Sicherheit von Usern gefährden könnte. OpenAI muss sich medial stark positionieren, um gegen die Abwanderung der User zu Alternativen wie Claude oder Gemini vorzugehen.
Darüber hinaus braucht das Unternehmen Einnahmekanäle, wie der holprige Start von Ads auf ChatGPT zeigt. TBPN selbst soll laut Wall Street Journal 30 Millionen US-Dollar Umsatz für 2026 prognostiziert haben. Das allein wird OpenAI nicht viel weiterhelfen. Nach dem Shutdown von Sora, das zu viel Geld verbrannte, dem Erstarken der Konkurrenz von Google und Anthropic und der kritischen Betrachtung vieler Geschäftsentscheidungen und nicht zuletzt der Personalie Sam Altman, der im New Yorker jüngst belastet und von ehemaligen Weggefährten als „Soziopath“ dargestellt wurde, braucht OpenAI gute Presse und gute Ergebnisse. Das Unternehmen verspricht sich viel von der Wirkung, die TBPN für OpenAI als Marke entfalten kann. Schließlich wurden laut Financial Times hunderte Millionen US-Dollar gezahlt, um die Show vollständig zu übernehmen.