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OpenAI stellt den AI Browser Atlas ein, der alles verändern sollte


OpenAI verabschiedet sich nach weniger als einem Jahr von Atlas und beendet damit eines der ambitioniertesten AI-Projekte des Unternehmens. Doch OpenAIs Arbeit am AI-gestützten Browsing endet damit nicht.

Vor weniger als einem Jahr präsentierte OpenAI Atlas als AI Browser der Zukunft. ChatGPT sollte damit ins Zentrum des Web Browsings rücken und Nutzer:innen dabei helfen, „die Welt zu verstehen“ und „eigene Ziele zu erreichen“. Ein spezieller Agent Mode sollte eigenständig Flüge buchen, Lebensmittel bestellen und weitere Aufgaben im Web übernehmen. Doch die Schwächen des Browsers zeigten sich schnell – jetzt zieht OpenAI den Stecker.

Das Ende von Atlas: So geht es mit den Browser-Funktionen weiter

Wie das Unternehmen in den Release Notes mitteilt, wird Atlas am 9. August 2026 eingestellt. Künftig integriert OpenAI die Browser-Funktionen direkt in ChatGPT. Für komplexere agentische Aufgaben verweist das Unternehmen auf die ChatGPT Desktop App und Codex. Geplant sind unter anderem mehrere Tabs, Downloads, eine verbesserte Navigation sowie die Unterstützung von Website Logins. Zudem baut das Unternehmen die ChatGPT-Browser-Erweiterung für Google Chrome – den weltweit meistgenutzten Web Browser – auf Basis der Erkenntnisse aus Atlas weiter aus.

Atlas-Nutzer:innen sollten ihre Browser-Daten bis zum 9. August sichern. Lesezeichen, Passwörter, Cookies, geöffnete Tabs und der Browser-Verlauf werden beim Wechsel nicht automatisch übernommen. Die ChatGPT-Konversationshistorie bleibt hingegen erhalten.

Mit dem Ende von Atlas konzentriert sich OpenAI auf andere neue Produkte, etwa ChatGPT Work. Die für Büroarbeiten konzipierte Software Suite soll Informationen aus Apps und Workflows zusammenführen und daraus eigenständig Tabellen, Präsentationen, Dokumente oder Web Apps erstellen. ChatGPT Work soll über Stunden hinweg an komplexen Projekten arbeiten, diese in kleinere Arbeitsschritte zerlegen und selbstständig abschließen können. Mit den erweiterten Zugriffsrechten auf Apps und Unternehmensdaten wachsen jedoch auch die Anforderungen an Datenschutz und Cyber-Sicherheit.


ChatGPT Work:
OpenAIs Super-Agent verbindet Codex und GPT-5.6 für deine Arbeit

dunkler Hintergrund, Interface von ChatGPT Work
© OpenAI via Canva

Atlas sollte das Web verändern, doch die Schwächen überwogen

Bei der Vorstellung bezeichnete OpenAI Atlas als wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem „AI operating system“. Der Browser sollte Nutzer:innen nicht nur beim Surfen unterstützen, sondern eigenständig Aufgaben im Web erledigen. Doch schon kurz nach dem Start mehrten sich die Probleme und die Kritik ließ nicht lange auf sich warten.

Sicherheitsforscher:innen demonstrierten mehrere Prompt-Injection-Angriffe, bei denen versteckte Anweisungen auf Websites den Browser Agent zu ungewollten Aktionen verleiten konnten. Darüber berichtete Futurism unter Berufung auf Forschende des Sicherheitsunternehmens NeuralTrust. OpenAI reagierte zwar mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen, räumte jedoch ein, dass sich diese Angriffe nicht vollständig verhindern lassen. Auch die Performance sorgte für Kritik: The Verge berichtete in einem Praxistest, dass Atlas zehn Minuten benötigte, um lediglich drei Produkte in einen Amazon-Warenkorb zu legen. Hinzu kam, dass Atlas Inhalte einiger Verlage, die Urheber:innenrechtsklagen gegen OpenAI eingereicht hatten, offenbar mied. Wie die Columbia Journalism Review berichtete, griff der Browser stattdessen auf alternative Quellen zurück oder rekonstruierte Inhalte aus öffentlich verfügbaren Informationen.

Während KI-Unternehmen in kurzer Folge neue Produkte veröffentlichen, halten Sicherheitsstandards, Datenschutz und urheber:innenrechtliche Vorgaben mit der Entwicklung oft kaum Schritt. Atlas ist eines der jüngsten Beispiele dafür. Mit Atlas endet zwar der eigenständige Browser, nicht aber OpenAIs Arbeit am AI-gestützten Browsing. Nutzer:innen finden die Browser-Funktionen künftig nicht mehr in einer eigenständigen Anwendung, sondern direkt in ChatGPT und ChatGPT Work.


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