Künstliche Intelligenz
Opfer des 23andme-Datenlecks erhalten Millionen-Entschädigung
Die Opfer des Datenlecks bei 23andme erhalten eine Entschädigung. Das hat ein US-Gericht entschieden. Das US-Genanalyse-Unternehmen hatte die Verantwortung damals von sich gewiesen und behauptet, die Nutzer seien selbst schuld am Verlust ihrer Daten.
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Der Insolvenzrichter Brian Walsh am US Bankruptcy Court in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri hat einen Vergleich genehmigt, nach dem 23andme-Eigentümerin Chrome Holding eine Entschädigung in Höhe von 46,75 Millionen US-Dollar an die Opfer zahlen muss. Das berichtet die BBC.
Allerdings muss die Chrome Holding jetzt nur 32,46 Millionen US-Dollar zahlen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Von dem Vergleichsbetrag werden 14,29 Millionen US-Dollar abgezogen, die zuvor im Zusammenhang mit dem Datenleck ausgezahlt wurden.
2023 kam es zu einem Datenleck bei dem Genanalyse-Unternehmen: Über vier Millionen Datensätze von Kunden wurden seinerzeit von Kriminellen kopiert und zum Verkauf angeboten. Die Datensätze enthielten Namen, Wohnort und Geburtsjahr sowie Informationen über das Genom der betroffenen Personen. Außerdem bekamen die Angreifer auch Zugriff auf die Profile von Personen, die die Opfer auf der Suche nach Verwandten innerhalb der Plattform freigegeben hatten.
Wer trägt die Verantwortung für den Hack?
23andme wies damals die Verantwortung von sich und berief sich auf Credential Stuffing: Das bedeutet, die Zugangsdaten, die bei dem Hack genutzt wurden, hatten die Opfer bereits andernorts eingesetzt. Dort seien sie erbeutet und dann für den Angriff auf 23andme genutzt worden, argumentierte das Unternehmen. Nach dieser Auffassung wären die Opfer selbst schuld am Verlust ihrer Daten.
23andMe wurde 2006 von Anne Wojcicki, später Ehefrau von Google-Gründer Sergey Brin (2007 bis 2015), Linda Avey und Paul Cusenza gegründet. Das Unternehmen analysiert DNA-Proben auf die Veranlagung für bestimmte Krankheiten oder Merkmale sowie auf ihre Abstammung. Im vergangenen Jahr meldete das Unternehmen Insolvenz an, als Spätfolge des Datenlecks.
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Nach diesem verlor 23andMe an Wert, der Aktienkurs fiel 2024 um 75 Prozent. Am Ende war das Unternehmen insolvent und wurde versteigert. Den Zuschlag erhielt die Chrome Holding, die als TTAM Research Institute auftritt, für 305 Millionen US-Dollar. Hinter dem nicht gewinnorientierten TTAM Research Institute steht 23andme-Gründerin Wojcicki.
Kürzlich wurde wegen des Datenlecks ein neues Verfahren gegen 23andme eröffnet. Der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta wirft dem Unternehmen vor, verdächtige Aktivitäten auf den Servern ignoriert zu haben, die Implementierung widerstandsfähiger Datenschutzmaßnahmen versäumt sowie die Öffentlichkeit nicht angemessen über den Vorfall informiert zu haben.
(wpl)