Künstliche Intelligenz
Paramount kann Warner Bros Discovery nicht überzeugen
Der Verwaltungsrat des Medienkonzerns Warner Bros. Discovery (WBD) rät seinen Aktionären einstimmig davon ab, ihre Aktien Paramount Skydance anzudienen. Es sei inadäquat, von zu geringem Wert und einfach zu riskant. Netflix’ Übernahmeangebot sei in mannigfaltiger Weise überlegen.
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Das geht aus einem Schreiben des Verwaltungsrates an die WBD-Aktionäre vom Mittwoch hervor. Das Gremium verfolgt den mit Netflix geschlossenen Übernahmevertrag weiter. Dabei soll Netflix Warner Bros kaufen und für jede Aktie 23,25 US-Dollar in bar zahlen sowie um die 4,50 Dollar in eigenen Aktien dazulegen, in Summe etwa 83 Milliarden Dollar.
Außerdem behielten die bestehenden WBD-Aktionäre die Discovery-Sparte, die als eigenständiges Unternehmen namens Discovery Global mit Sportrechten und Nachrichtensendern weiterleben soll. Bis zur Übernahme darf WBD eigenständig weiter arbeiten. Sollte die Übernahme platzen, muss Netflix 5,8 Milliarden Dollar WBD Entschädigung zahlen.
Paramount bietet mehr, aber weniger sicher
Paramount Skydance (PSKY) bietet zwar mehr Geld, nämlich 108 Milliarden Dollar, will dafür aber auch den gesamten WBD-Konzern schlucken, samt Discovery. Allerdings hat das Angebot Haken und Ösen, auf die der Verwaltungsrat hinweist. Einerseits braucht PSKY nach eigenen Angaben mindestens ein Jahr, vielleicht eineinhalb Jahre, um den Kauf abzuschließen. In der Zwischenzeit müsste WBD seine Tätigkeiten einschränken, was den Konzernwert reduzieren und zusätzliche Kosten verursachen dürfte.
Andererseits handelt es sich bei PSKYs Plan aus Sicht des WBD-Verwaltungsrates gar nicht um eine klassische Übernahme, sondern um ein sogenanntes Leveraged Buyout. Das ist eine fremdfinanzierte Übernahme, die allein aus dem Cashflow des gekauften Unternehmens abgezahlt werden müsste. PSKY sei mit einem Börsenwert von rund 14 Milliarden Dollar einfach viel zu klein.
Größter Leveraged Buyout der Geschichte
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PSKY biete also fast das Siebenfache des eigenen Wertes. Damit würde es sich um den größten Leveraged Buyout der Finanzgeschichte handeln. PSKY fehlen etwa 50 Milliarden Dollar.
Woher es diesen Geldberg bekommen würde, sei unklar, zumal PSKY unter negativem freien Cashflow leide und sehr schlechte Kreditwürdigkeit („junk rating”) aufweise. In der langen Zeit bis zum Abschluss der Übernahme könne sehr viel passieren – auf Seiten WBDs, auf Seiten PSKYs und auf Seiten möglicher Financiers.
Zwar bietet auch PSKY 5,8 Milliarden Stornogebühr, doch sei diese in Wahrheit nur 1,1 Milliarden Dollar wert. Sofern WBD das PSKY-Angebot annimmt, muss es nämlich 2,8 Milliarden Dollar Strafe an Netflix zahlen. Hinzu kommen voraussichtlich 350 Millionen Dollar zusätzlicher Zinsen und wahrscheinlich 1,5 Milliarden Dollar Entgang durch unter PSKYs Bedingungen nicht durchführbaren Finanztransaktionen.
Umgekehrt sei Netflix finanziell potent, mit rund einer Milliarde Dollar freiem Cashflow monatlich und theoretisch 400 Milliarden Dollar Börsenwert. Damit sei dessen Angebot wesentlich attraktiver, auch wenn der in Aussicht gestellte Barerlös für WBD-Eigentümer nicht ganz so hoch sei. Die Entscheidung liegt bei den Aktionären.
(ds)
Künstliche Intelligenz
Amoklauf in Kanada: OpenAI hatte Hinweise auf mögliche Gefahr durch Täterin
Nach dem Amoklauf in der kanadischen Gemeinde Tumbler Ridge hat das Unternehmen OpenAI eingeräumt, bereits Monate vor der Tat auffälliges Verhalten der psychisch kranken Täterin in Chats mit ChatGPT festgestellt zu haben. Die Transfrau habe im Juni 2025 während mehrerer Tage über Waffengewalt geschrieben und diese Chats seien von automatischen Systemen bei OpenAI markiert worden, berichtet das Wall Street Journal (WSJ) unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen.
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Mitarbeiter hätten daraufhin diskutiert, den Vorgang den Behörden zu melden, heißt es weiter. Letztlich habe sich das Management aber dagegen entschieden. OpenAI habe den Account zwar gelöscht, aber keinen Anlass für die Hinzuziehung der Behörden gesehen, sagte ein Sprecherin dem WSJ. Aus den Chatverläufen habe sich keine „glaubhafte und unmittelbare Gefahr für die körperliche Unversehrtheit anderer“ ergeben.
Bluttat erschüttert kleine Gemeinde
Die Transfrau hat am 10. Februar in Tumbler Ridge in der westkanadischen Provinz British Columbia insgesamt acht Menschen getötet, die meisten davon Schulkinder im Alter von 11 bis 13 Jahren. Danach hat sich die 18-Jährige selbst getötet. Mehr als 20 Menschen wurden zudem bei dem Amoklauf verletzt. Die Tat gehört damit zu den blutigsten in der kanadischen Geschichte. Die betroffene Gemeinde Tumbler Ridge hat gerade einmal rund 2400 Einwohner und liegt am Osthang der Rocky Mountains, mehr als 1000 Kilometer nördlich von Vancouver.
Laut dem Bericht des Wall Street Journals hat OpenAI erst nach dem Bekanntwerden des Amoklaufs den Kontakt zur kanadischen Polizei gesucht. Das Unternehmen unterstütze die Ermittlungen, sagte die Sprecherin. Die KI-Modelle würden so trainiert, dass sie Nutzer und Nutzerinnen davon abhalten, in der realen Welt Schaden anzurichten. Im konkreten Fall seien die Chatverläufe von einem Prüfsystem automatisch gefunden und intern gemeldet worden. Beim Umgang mit solchen Hinweisen wäge man immer das Risiko von Gewalt gegen Datenschutzbedenken ab, zitiert die Zeitung noch. OpenAI hat demnach noch darauf hingewiesen, wie potenziell belastend „eine unnötige Einschaltung der Polizei“ für Einzelpersonen und Familien sei.
(mho)
Künstliche Intelligenz
Rover Perseverance bekommt eigenes Navigationssystem
Fünf Jahre nach der Landung hat die US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics and Space Administration (NASA) ein Navigationssystem auf dem Rover Perseverance installiert. Damit kann dieser selbstständig seine Position auf dem Mars bestimmen. Vorher bekam der Marsroboter diese Angaben von der Erde.
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Mars Global Localization nennt die NASA das System, das den Standort auf optischer Basis ermittelt. Das System sei erstmals am 2. Februar eingesetzt worden, teilte die NASA mit, danach noch einmal am 16. Februar.
Die Basis sind die Panoramen, die die Navigationskamera von der Umgebung des Rovers aufnimmt. Der Algorithmus vergleicht diese Bilder mit einer Geländekarte. Diese ist aus den Bildern der Sonde Mars Reconnaissance Orbiter (MRO), die um den Mars kreist, erstellt worden und auf Perservances Bordcomputer gespeichert.
Positionsbestimmung bis auf 25 Zentimeter
So kann die Position des Rovers auf etwa 25 Zentimeter genau bestimmt werden. Das dauert etwa zwei Minuten. Der Algorithmus läuft auf dem leistungsstarken Prozessor, den der Rover früher nutzte, um mit dem Mars-Hubschrauber Ingenuity zu kommunizieren.
Bisher nutzt Perseverance – wie auch seine Vorgänger – visuelle Odometrie (VO) zur Positionsbestimmung. Dabei wird alle paar Meter ein Bild der Umgebung aufgenommen. Anhand geologischer Merkmale auf den Bildern wird errechnet, welche Entfernung der Rover zurückgelegt hat.
Doch auch wenn dabei Faktoren wie durchdrehende Räder berücksichtigt werden, wird die Positionsbestimmung laut NASA auf größeren Etappen immer ungenauer. Bei langen Fahrten könne die Abweichung bis zu 35 Meter betragen. In schwierigem Gelände kann der Rover dadurch in Gefahr geraten.
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Hilfe bei autonomer Fahrt
Das Mars-Global-Localization-System sei vor allem hilfreich, wenn der Rover autonom und ohne Anleitung von der Erde agiere. „Jetzt kann er selbst seinen Standort auf dem Mars bestimmen“, sagte Vandi Verma, der für die autonomen Operationen des Rovers zuständig ist. „Das bedeutet, der Rover kann viel längere Strecken autonom zurücklegen, sodass wir mehr von dem Planeten erkunden und mehr wissenschaftliche Erkenntnisse gewinnen können. Es könnte von beinahe jedem anderen Rover genutzt werden, um schnell und weit zu fahren.“
Perseverance, der weitgehend baugleich mit dem Rover Curiosity ist, ist seit fünf Jahren, seit dem 18. Februar 2021, auf dem Mars unterwegs. Seither hat er rund 40 Kilometer zurückgelegt und wird in absehbarer Zeit den Rekord des Rovers Opportunity einstellen, der in seiner knapp 15 Jahre dauernden Mission etwa 45 Kilometer schaffte.
Zu der Mission gehörte der autonome Hubschrauber, der zwischen April 2021 und Januar 2024 insgesamt 72 Mal geflogen ist – ursprünglich geplant waren lediglich fünf Flüge.
(wpl)
Künstliche Intelligenz
Hetzner erhöht Preise ab 1. April
Der deutsche Hosting-Anbieter Hetzner Online GmbH erhöht ab dem 1. April 2026 die Preise für seine Dienste. Sowohl Neubestellungen als auch Bestandsprodukte sind von der Anpassung betroffen. Als Begründung nennt Hetzner drastisch gestiegene Betriebskosten für die Infrastruktur sowie deutlich höhere Beschaffungskosten für neue Hardware.
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Bereits Anfang Februar hatte Hetzner die einmaligen Setup-Gebühren für Dedicated Server angehoben. Diese Maßnahme decke jedoch die Mehrkosten nicht vollständig ab, hieß es bereits dann. Nun folgt die Anpassung der monatlichen Preise. Bei Cloud-Servern geht es um durchschnittlich 32 Prozent nach oben, die Preiserhöhung bei dedizierten Servern fällt mit 15 Prozent etwas moderater aus.
Besonders ins Gewicht fallen laut Hetzner die hohen Kaufpreise für Hardwarekomponenten. Der RAM-Markt werde von wenigen Herstellern dominiert, deren „kaum noch nachvollziehbare“ Preispolitik das Unternehmen kritisiert. Auch bei NVMe-SSDs seien die Preise stark gestiegen. Zusätzlich würden Zulieferer unzuverlässige Lieferquoten und Preisversprechen abgeben.
Bestandskunden nicht ausgenommen
„Unsere Serverkalkulationen sind grundsätzlich auf eine lange, stabile Laufzeit ausgelegt. Unser Ziel ist es, faire und planbare Monatspreise anzubieten, die über Jahre hinweg Bestand haben“, erklärte Hetzner Anfang Februar. Die aktuell außergewöhnlich hohen Beschaffungspreise würden dieses Modell jedoch erheblich stören.
Anders als bei früheren Preisanpassungen – etwa 2022 aufgrund gestiegener Energiekosten – gewährt Hetzner dieses Mal keine Ausnahmen für Bestandskunden mit Langzeitverträgen. Das Unternehmen prüft aktuell zudem, ob die Preiserhöhungen auch auf andere Produktlinien ausgeweitet werden.
Details zu den Preiserhöhungen der einzelnen Cloud-Produkte finden sich in einer Tabelle bei Hetzner.
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Update
23.02.2026,
11:48
Uhr
Durchschnittliche prozentuale Preiserhöhung auf Basis redaktionseigener Berechnung hinzugefügt.
(fo)
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