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PC-Markt vor Zusammenbruch: „Schlimmer als die Finanzkrise 2008 oder bei COVID-19“

Nicht nur Smartphones verkaufen sich schlecht und die Branche bereitet sich auf den stärksten Einbruch seit Jahren vor, im PC-Markt wird es wohl noch schlimmer kommen. Prognosen sehen mitunter nur noch den Stand der Finanzkrise 2008, selbst die Rückgänge zu Beginn der COVID-19-Zeit dürften dagegen verblassen.
Wenn ein CPU-Hersteller wie AMD in dieser Woche bereits davor warnte, dass im zweiten Halbjahr die Umsätze im Consumer-PC-Bereich um über 20 Prozent zurückgehen werden, ist das nach sehr guten Zahlen mehr als nur eine Randnotiz.
Mainboard-Verkäufe im freien Fall
In der Reihe dahinter sieht es mitunter nämlich noch schlimmer aus. Bei großen Mainboardherstellern werden Rückgänge zum Teil sogar in der 30-Prozent-Liga prognostiziert, Marktführer Asus muss dabei, in Stückzahlen gemessen, viele Federn lassen. Laut neuesten Schätzungen könnte die Stückzahl an verkauften Mainboards von 15 Millionen im Jahr 2025 auf gerade noch 10 Millionen Einheiten in diesem Jahr fallen. Gigabytes Verkäufe sollen von 11,5 auf 8 bis 8,5 Millionen Einheiten zurückgehen, bei MSI von 11 Millionen auf 8,4 Millionen Mainboards, schreibt DigiTimes. Kleinere Hersteller trifft es mitunter noch härter, ASRock sieht als einer der größeren davon bereits einen Rückgang von 4,3 auf 2,7 Millionen Stück.
Für noch kleinere Firmen dürfte es mitunter noch gravierender sein, zumal die Aussagen nur die gebrandeten Mainboards betreffen. Viele der Firmen produzieren als ein sehr großes Standbein auch Platinen für OEMs und ODMs. Das wichtige Geschäft für große Namen wie Lenovo und andere soll beispielsweise bei MSI sogar um 60 Prozent nachgegeben haben. Was an Mainboard-Kundschaft letztlich also bei Biostar oder auch Sapphire übrig bleibt, könnte noch übersichtlicher ausfallen.
Die Großen haben einen Ausweg
Vor allem die Branchenriesen wissen den Rückgang im Consumer-Geschäft aber aufzufangen. Asus setzte als größter der Genannten bereits früh auch auf ein Standbein im Servergeschäft und konnte damit im letzten Jahr seinen Umsatz auf über 100 Milliarden New Taiwan Dollar (2,7 Mrd. Euro) mehr als verdoppeln. Im ersten Quartal dieses Jahres steht schon wieder eine Verdoppelung gegenüber 2025 in den Büchern, für das Gesamtjahr werden Umsätze von 250 Milliarden New Taiwan Dollar (rund 6,8 Mrd. Euro) erwartet. Auch bei MSI und Gigabyte können Verluste im PC-Markt vermutlich durch das Profigeschäft mehr als aufgefangen werden.
Asus hat zudem einen ziemlich guten Stand im Notebook-Markt, dürfte hier laut Prognosen noch mit den geringsten Rückgängen auskommen. Bei den Mitbewerbern sind auch in dem Bereich deutlich geringere Verkaufszahlen als 2025 in Aussicht gestellt worden.