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Perplexity soll Millionen Chats mit Tech-Konzernen geteilt haben


Perplexity soll Millionen Chats mit sensiblen Inhalten an Meta und Google weitergegeben haben, selbst im Inkognito-Modus. Die Klage erhebt schwere Datenschutzvorwürfe und stellt Schadensersatzforderungen von über 5.000 US-Dollar pro Verstoß in Aussicht.

In einer Sammelklage wird Perplexity vorgeworfen, über Jahre hinweg Millionen Chat-Verläufe an Google und Meta weitergegeben zu haben – darunter sensible Inhalte zu Finanzen, Gesundheit und Recht. Laut Ars Technica sollen Schadensersatzforderungen von über 5.000 US-Dollar pro Verstoß im Raum stehen.

Besonders brisant ist, dass Perplexity die Daten laut Klage unabhängig davon weitergegeben haben soll, ob Nutzer:innen eingeloggt waren oder nicht. Dabei sollen sowohl registrierte als auch nicht registrierte Nutzer:innen „enorme Mengen sensibler Informationen“ unwissentlich preisgegeben haben. Ars Technica berichtet unter Berufung auf die Klage, dass Tracker sowohl Prompts als auch Folgefragen und vollständige Chat Links erfassten und an Dritte weiterleiteten, sodass externe Dienste Zugriff auf komplette Konversationen erhielten. Auch der Inkognitomodus soll keinen Schutz geboten haben. Laut Klage übermittelte Perplexity selbst aktivierte Inkognitositzungen zusammen mit E-Mail-Adressen und weiteren Identifikatoren, weshalb der Modus als Farce bezeichnet wird.

Der aktuelle Fall reiht sich in eine Serie juristischer Auseinandersetzungen rund um Perplexity ein. Im Oktober 2025 verklagte Reddit Perplexity beispielsweise wegen mutmaßlichen Content-Diebstahls. Laut Klage sollen Drittanbieter:innen wie SerpApi systematisch Reddit-Inhalte gescraped und an Perplexity weitergegeben haben – ohne Zustimmung der Plattform oder ihrer User. Reddit wirft den Beteiligten vor, Schutzmechanismen umgangen zu haben, um an geschützte Inhalte zu gelangen und diese kommerziell zu verwerten.


„Wie Möchtegern-Bankraub“:
Reddit verklagt Perplexity wegen Content-Diebstahls

Perplexity: Neuer Ki-Browser Comet
Neuer KI-Browser Comet, © Perplexity

Millionen Chat-Daten im Fokus: Perplexity unter Druck

Im Zentrum der Vorwürfe stehen integrierte Werbe-Tracker wie Meta Pixel oder jene von Google Ads und DoubleClick, die laut Klage wie eine browser-basierte Abhörtechnologie funktionieren sollen. Solche Tracker können Chat-Verläufe im Hintergrund erfassen und für Werbezwecke nutzbar machen. Besonders kritisch ist, dass dabei auch personenbezogene Daten wie E-Mail-Adressen oder andere Identifikatoren übertragen worden sein sollen. Die Sammelklage umfasst Chat-Daten aus mehr als drei Jahren, konkret aus dem Zeitraum Dezember 2022 bis Februar 2026, und die Kläger:innenseite fordert Schadensersatz von über 5.000 US-Dollar pro Verstoß. Zusätzlich stehen mögliche Strafzahlungen und Rückforderungen im Raum, sollte sich der Vorwurf bestätigen, was sich bei Millionen betroffener Chats schnell summieren könnte.

Da Nutzer:innen in KI-Chats häufig deutlich mehr preisgeben als in klassischen Suchanfragen, wiegt die Weitergabe besonders schwer. Perplexity soll Nutzer:innen außerdem aktiv und wiederholt dazu anregen, zusätzliche Informationen hochzuladen oder zu teilen. Gerade bei sensiblen Themen wie medizinischen Diagnosen oder finanziellen Entscheidungen entsteht so ein besonders heikler Datenbestand. So soll das System bei Gesundheitsfragen aktiv dazu auffordern, weitere Details wie Befunde oder Berichte zu teilen. Diese Informationen können anschließend über Tracking-Infrastruktur bei Meta und Google landen und in personalisierte Werbung einfließen.

Laut Klage fehlen auch konkrete Hinweise auf Tracking und Datenweitergabe, zudem ist die Datenschutzerklärung weder prominent verlinkt noch nennt sie konkrete Tracker. Gleichzeitig weist Perplexity darauf hin, dass das Blockieren von Tracking die Nutzung einschränken kann. Google erklärte gegenüber Ars Technica, dass Plattformen selbst für den Umgang mit erhobenen Daten verantwortlich sind, und distanziert sich damit von der konkreten Umsetzung bei Perplexity. Meta und Perplexity haben sich bislang nicht umfassend zu den Vorwürfen geäußert.

Der Fall macht deutlich, wie sensibel der Umgang mit KI-gestützten Suchsystemen ist. Je persönlicher die Nutzung, desto kritischer werden die Daten und desto relevanter wird die Frage, wer Zugriff darauf hat, und wie transparent Plattformen damit umgehen.


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