Datenschutz & Sicherheit
Phishing: Falsche Cloud-Speicher-Warnung nachverfolgt | heise online
Für viele sind die E-Mails direkt im Spam-Ordner zu finden, jedoch umgehen sie gelegentlich die Klassifizierung und landen dann doch im Posteingang: Warnungen zu Cloud-Speichern bezüglich überlaufenden Speicherplatzes oder Fehlern bei Bezahlvorgängen. Nicht immer dienen sie den Drahtziehern zum Abzocken von Zugangsdaten. IT-Forscher haben als Ziel Webseiten mit Affiliate-Marketing beobachtet.
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Das berichtet das IT-Sicherheitsunternehmen Malwarebytes in seinem Blog. Bei der Untersuchung einer Phishing-Mail bezüglich vermeintlicher Zahlungsprobleme mit einem Cloud-Speicher landeten die IT-Analytiker bei der Freecash-App. Die landete einem weiteren Blog-Beitrag von Malwarebytes zufolge etwa auf Platz zwei der Apple-iOS-Charts der kostenlosen Apps. Sie verspricht Nutzern und Nutzerinnen, Geld dafür zu erhalten, etwa auf Tiktok Videos anzuschauen. Jedoch platzt der Traum vom Gehaltscheck schnell, die App liefert den Usern lediglich zu Online-Spielen wie Monopoly Go oder Disney Solitaire und verspricht aber dort für das Absolvieren von zeitbegrenzten In-Game-Challenges Geld.
Die Drahtzieher hinter den Phishing-Mails, deren Links am Ende zur Installation der Freecash-App verleiten, lenken die User also nicht auf Webseiten zum Scrollen, um ihnen dafür Geld auszuzahlen, sondern zu Spielen, wofür sie möglicherweise Geld ausgeben oder bezahlte Werbung anschauen. Hinter Freecash steckt laut Malwarebytes die Berliner Firma Almedia, die die Plattform als Möglichkeit beschreibt, Handy-Spieleentwickler mit Usern zu verknüpfen, die das wahrscheinlich installieren und Geld ausgeben.
Großangelegte Cloud-Speicher-Abo-Betrugsmasche
Malwarebytes bezieht sich zudem auf Bleepingcomputer, die weitere Ziele ausgemacht haben mit dieser weltweit laufenden Betrugsmasche basierend auf vermeintlichen Cloud-Speicher-Mails mit „Warnung an Empfänger, ihre Fotos, Dateien und Konten würden geblockt oder gelöscht aufgrund angeblicher Zahlungsprobleme“. Die Links in den E-Mails verweisen etwa auf „https://storage.googleapis.com/[..]/redirect.html“ und erwecken durch den Verweis auf Googles Cloud Storage den Eindruck, seriös zu sein. Die Weiterleitung, die die IT-Forscher von Malwarebytes dort gefunden haben, führte zu einer bereits bekannten und in der Blocklist verzeichneten Webseite, auf der zuvor schon Phishing beobachtet wurde.
Mehrere Weiterleitungen weiter zeigt eine Webseite dann ein gefälschtes CAPTCHA an, das nach Lösung auf die Freecash-Domain umleitet. Bleepingcomputer hat demnach weitere Ziele beobachtet, darunter VPN-Angebote, kaum bekannte Sicherheitssoftware oder Abo-basierte Angebote ohne jede Verbindung zu Cloud-Speicher. Die Autoren schließen daraus: „Anstatt direkt Zugangsdaten zu stehlen, scheint die Kampagne darauf ausgerichtet zu sein, Traffic zu monetarisieren, indem sie Opfer zu Affiliate-Angeboten weiterleitet, bei denen die Betreiber für Anmeldungen oder Conversions bezahlt werden.“
Malwarebytes empfiehlt, die eigenen Zugänge über die offizielle Website und nicht durch Klicken auf Links in unaufgefordert zugesandten E-Mails zu besuchen. Außerdem sollten User ihre Passwörter nicht mit anderen teilen. Von der Interaktion mit Webseiten, die Besucher mit diesen Methoden anlocken, sollte unterbleiben. Die Frage bleibt offen, wie weit diese Masche erfolgreich ist. Es dürfte doch einige Menschen abschrecken, dass sie auf eine vermeintlich fehlerhafte Zahlung reagieren und am Ende eine App installieren sollen, die ihnen Geld für das Anschauen von Tiktok-Videos verspricht oder Spiele, VPN-Dienste und Ähnliches andient. Es reicht offenbar eine geringe Zahl an Opfern, um Geld damit zu verdienen, andernfalls würden diese Betrugsversuche abebben.
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(dmk)
Datenschutz & Sicherheit
Messenger Signal: Nachrichten in Chats lassen sich festpinnen
Im Messenger Signal können Nutzer und Nutzerinnen ab sofort Nachrichten in Chats festpinnen. Die Dauer ist flexibel, der Platz dafür ist jedoch begrenzt, wie Signal mitteilt. „Die am häufigsten gestellten Fragen, Restaurant-Reservierungen oder Urlaubs-Reiserouten sind schon ganz oben im Kopf, nun können sie ganz oben auch im Chat sein“, rührt Signal die Werbetrommel für die Funktion „fixierte Nachrichten“.
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Signal: Nachrichten fixieren
Die Funktion kommt mit den Signal-Versionen für Android (Version 7.71), iOS (Version 7.93) und Desktop (Version 7.87) auf die Geräte. „In den jüngsten Versionen von Signal, die derzeit verteilt werden, kannst du deine wichtigsten Nachrichten ganz oben in deinen persönlichen und Gruppen-Chats festpinnen“, erklären die Entwickler. Um eine Nachricht zu fixieren, muss man lange auf die Nachricht oder das Bild, die Umfrage oder Datei drücken und dadurch das Kontextmenü öffnen. Der neue Unterpunkt heißt auf Deutsch „Fixieren“ und hat als Symbol eine Stecknadel vorangestellt.
Sobald eine Nachricht fixiert ist, sehen auch andere Mitglieder des Chats diese Nachricht als angepinnt. Bis zu drei Nachrichten können in einem Chat fixiert sein. Gruppen-Admins können einstellen, wer die Erlaubnis zum festpinnen erhält.
Nutzer können wählen, ob eine Nachricht für 24 Stunden, 7 Tage, 30 Tage oder für immer angepinnt bleiben soll. Nach Ablauf des Zeitraums wird die Nachricht automatisch wieder losgelöst. Durch Antippen des Stecknadel-Symbols neben der fixierten Nachricht lässt sie sich ebenfalls lösen. Wenn bereits drei Nachrichten festgepinnt sind, wirft Signal die bereits am längsten festgepinnte Nachricht raus, um Platz für die neue Nachricht zu schaffen.
Nicht für alle sichtbar
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Signal versichert, dass die gepinnte Nachricht nur dann sichtbar ist, wenn User diese bereits in ihrem Nachrichtenverlauf haben. Wer also erst nach Eintrudeln der fixierten Nachricht in einen Chat dazukommt oder die Originalnachricht gelöscht hat, bekommt die festgepinnte Nachricht nicht zu sehen. Getreu dieser Logik werden auch verschwindende Nachrichten aus der Fixierung gelöst, wenn ihr Timer ausläuft und die Nachricht aus dem Chat entfernt wird.
Mitte Dezember gerieten WhatsApp und Signal in die Medien, da es möglich war, anhand von Laufzeiten für Nachrichtenbestätigungen Informationen über Nutzer ausfindig zu machen. Dagegen helfen jedoch bestimmte Einstellungen.
(dmk)
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Harter Stand für die Vorratsdatenspeicherung
Der jüngste Anlauf, eine Vorratsdatenspeicherung in Deutschland einzuführen, könnte womöglich gegen EU-Recht verstoßen. So lautet der Tenor aus vielen zivilgesellschaftlichen Organisationen, die in den letzten Wochen Stellung zum Gesetzentwurf bezogen haben.
Diesen hatte das Bundesjustizministerium (BMJV) im Dezember vorgestellt. Demnach sollen Netzbetreiber die IP-Adressen und Port-Nummern ihrer Nutzer:innen anlasslos drei Monate lang speichern. Außerdem sollen sich mit einer Sicherungsanordnung auch weitere Verkehrsdaten von Nutzer:innen einfrieren lassen, wenn ein Verdacht von Straftaten mit erheblicher Bedeutung vorliegt.
Die Tür für den erneuten Anlauf hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) geöffnet. Im Jahr 2024 hatten die Richter:innen entschieden, die verdachtsunabhängige Speicherung von IP-Adressen unter bestimmten Bedingungen zuzulassen. Zuvor hatte sich der EuGH in mehreren Urteilen stets gegen diese Form anlassloser Massenüberwachung gestellt. Diese Kehrtwende hat in vielen EU-Ländern, aber auch auf EU-Ebene, neue Diskussionen um Vorratsdatenspeicherung ausgelöst.
EU-weite Lösung bevorzugt
Schon allein deshalb sei ein nationaler Alleingang fragwürdig, schreibt die Digital-NGO Digitale Gesellschaft in ihrer Stellungnahme. „Der Vorschlag läuft quer zu einem gerade angelaufenen Gesetzgebungsverfahren von der EU-Kommission zur Harmonisierung europäischer Regeln zur Vorratsdatenspeicherung“, so die Bürgerrechtler. Lieber sollte sich die Bundesregierung „auf europäischer Ebene für zielgerichtete Maßnahmen statt Massenüberwachung“ einsetzen, empfiehlt die NGO.
Auch inhaltlich spart die Digitale Gesellschaft nicht mit Kritik. In Bezug auf ein älteres EuGH-Urteil würde die vorgeschlagene Speicherfrist von drei Monaten den Maßstäben des Gerichtshofs nicht entsprechen. In seinem letzten Urteil hatte der EuGH keine Zeitspanne benannt. Er führte aus, dass das nun erlaubte Vorhalten von IP-Adressen zeitlich auf das absolut Notwendige begrenzt werden müsse sowie keine detaillierten Einblicke in das Privatleben betroffener Personen erlauben dürfe.
Aufgeweichtes „Quick Freeze“
Dem Deutschen Anwaltverein (DAV) zufolge habe das BMJV die Öffnung für die Speicherung von IP-Adressen „in einem Maße überdehnt, die nicht mehr mit den grundrechtsschützenden Intentionen des Gerichtshofs in Einklang steht“. Da jegliche wirksame Begrenzung der Verwendungszwecke fehle, sei „jedenfalls die vorgeschlagene Vorratsdatenspeicherung europarechtswidrig“.
Neben der anlasslosen Speicherung von IP-Adressen, mit denen sich die Anschlussinhaber:innen herausfinden lassen, will das BMJV mit der Sicherungsanordnung eine Form von „Quick Freeze“ einführen. Hierbei werden nach einer Anordnung auch sogenannte Verkehrsdaten wie eine Liste abgehender Anrufe oder verschickter SMS-Nachrichten eingefroren. Betroffen wären auch Standortdaten, mit denen sich Bewegungsprofile erstellen lassen. Das entspricht grob dem gescheiterten Ansatz der Ampelregierung, die in der vergangenen Legislaturperiode eine grundrechtsschonendere Alternative zur Vorratsdatenspeicherung etablieren wollte.
Doch im aktuellen Entwurf schleift das nun SPD-geführte Justizministerium einige Schutzvorkehrungen. So soll für das Einfrieren der Daten eine simple Anordnung von Ermittlungsbehörden reichen. Erst beim zweiten Schritt, wenn es um das „Auftauen“ der Daten für weitere Ermittlungen geht, wäre eine unabhängige gerichtliche Prüfung notwendig.
Zudem plant das BMJV, die Eingriffsschwelle abzusenken, womit mehr einzufrierende Daten erfasst würden. Damit würde den Ermittlungsbehörden ermöglicht, schreibt der DAV, „genau wie bei der Vorratsdatenspeicherung, für einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten retrograde Standortdaten zu erheben und detaillierte Bewegungsprofile zu erstellen“.
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Andere Ansätze existieren
Aus Sicht der Gesellschaft für Informatik (GI) ist die flächendeckende, anlasslose Einführung einer IP-Adressenspeicherung vollständig auszuschließen, da sonst jede Person unter Generalverdacht gestellt würde. Zudem müsse grundsätzlich gefragt werden, ob „eine zusätzliche Form der staatlichen Überwachung durch eine Speicherung von Verkehrsdaten überhaupt erforderlich ist“. Aktivitäten ließen sich „bereits durch private Datenabflüsse im Alltag zum Teil rekonstruieren“, so die GI.
Für andere Ansätze plädiert der Digitalverband D64. Als „grundrechtsschonende und zielgerichtete Ermittlungsinstrumente“ schlägt der Verband eine sauber geregelte „Quick Freeze“-Lösung oder eine Login-Falle vor. Auch die Digital-NGO Digitalcourage verweist auf das Quick-Freeze-Verfahren, welches „rechtsstaatlich, verhältnismäßig und bereits heute möglich“ sei.
Kritik am Vorstoß des BMJV übt auch die Wirtschaft. So weist etwa eco, der Verband der Internetwirtschaft, auf potenzielle neue Speicherpflichten für bislang datensparsame Messenger wie Signal hin. „Mit dem geänderten § 100g der Strafprozessordnung (StPO) wird neben den bereits verpflichteten Anbietern bei der Erhebung von Verkehrsdaten klargestellt, dass dieser zusätzlich auch für Anbieter von nummernunabhängigen interpersonellen Kommunikationsdiensten (NI-ICS) gilt“, heißt es in der Stellungnahme des Verbands.
Dem Entwurf deutlich wohlgesonnener sind die von den Speicherpflichten besonders betroffenen Netzbetreiber. Allerdings warnt etwa VATM, der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten, vor Unschärfen im derzeitigen Referentenentwurf. „Wird – wie im Entwurf vorgesehen – der Startpunkt einer Session gespeichert, ist eine Zuordnung einer IP-Adresse zu einem Endkunden nicht nur für drei Monate möglich, sondern faktisch für die gesetzliche Speicherfrist zuzüglich der Dauer der Session“, führt der Verband aus. Demnach könnten in der Praxis auch nach fünf oder sechs Monaten noch Zuordnungen vorgenommen werden. „Dies widerspricht dem Ziel einer strikt zeitlich begrenzten Speicherung.“
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Bundeswehr plant eigenes „Starlink“ mit Laserwaffen und Störsystemen
Der geplante Aufbau eines satellitengestützten Kommunikationsnetzes für die Bundeswehr enthält auch eine bewaffnete Dimension: Neben dem bereits bekannten Vorhaben eines militärischen Gegenstücks zu Elon Musks Starlink-System geht es laut einem neuen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters auch um offensive und nicht‑kinetische Fähigkeiten im Weltraum – darunter Laser, Störsysteme und sogenannte Inspektionssatelliten.
Vergangene Woche war bekannt geworden, dass der Rüstungskonzern Rheinmetall und der Bremer Satellitenhersteller OHB über eine mögliche Kooperation für das Projekt „SATCOMBw Stufe 4“ verhandeln. Das Netzwerk soll aus 100 bis 200 Satelliten im niedrigen Erdorbit bestehen und der Bundeswehr eine abhörsichere, robuste Kommunikation ermöglichen. Es ist Teil eines insgesamt rund 35 Milliarden Euro schweren Budgets, das die Bundesregierung für militärische Weltraumtechnologie vorgesehen hat. Der Auftragswert allein für „SATCOMBw Stufe 4“ wird auf acht bis zehn Milliarden Euro geschätzt, das System soll bis zum Ende des Jahrzehnts einsatzbereit sein.
Ein deutsches Starlink für die Bundeswehr
Das geplante „SATCOMBw Stufe 4“ gilt als größter Einzel‑Weltraumauftrag in der Bundeswehr-Geschichte. Es soll Panzer, Schiffe, Flugzeuge und Soldat*innen weltweit miteinander vernetzen und insbesondere Einsätze an der Ostflanke der Nato absichern, wo das deutsche Verteidigungsministerium derzeit eine dauerhaft stationierte Brigade mit perspektivisch rund 5.000 Soldat*innen in Litauen aufbaut.
Rheinmetall, bislang vor allem als Hersteller von Panzern, Artillerie und Munition bekannt, treibt seit der Aufstockung des Verteidigungshaushalts gezielt den Einstieg in den Weltraumsektor voran. Ende vergangenen Jahres erhielt der Konzern seinen ersten Auftrag im Wert von 1,7 Milliarden Euro für militärische Aufklärung aus dem All.
Gemeinsam mit dem Satellitenbetreiber Iceye gründete Rheinmetall dafür ein neues Unternehmen. Die dazu unter dem Projektnamen „Spock 1“ geführten Satelliten sollen in einer ehemaligen Autofabrik in Neuss produziert werden. OHB wiederum gehört zu den zentralen deutschen Satellitenbauern und ist bereits an zahlreichen militärischen und zivilen Raumfahrtprojekten beteiligt.
Weltraum als neues Gefechtsfeld
Nach Angaben von Michael Traut, dem Kommandeur des Weltraumkommandos der Bundeswehr, ist der Weltraum für die Truppe längst zu einem operativen Einsatzgebiet geworden. Spätestens seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 habe sich die Bedrohungslage im All drastisch verschärft, wird Traut von Reuters zitiert.
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Ziel sei es, so der Kommandeur, die eigene Abschreckungsfähigkeit im All zu erhöhen. Deutschland und seine Verbündeten müssten deshalb nicht nur ihre Weltraum-Systeme schützen, sondern auch verteidigen. Etwa indem gegnerische Weltraumsysteme gestört oder außer Gefecht gesetzt werden.
Laut dem Reuters‑Bericht will Deutschland gezielt in sogenannte nicht‑kinetische Mittel investieren, um feindliche Satelliten zu behindern. Dazu zählen elektronische Störmaßnahmen (Jamming), Eingriffe im elektromagnetischen und optischen Spektrum sowie der Einsatz von Lasern. Diese sollen Satelliten nicht psychisch zerstören, sondern deren Sensoren oder Kommunikationsverbindungen lahmlegen oder zeitweise blenden.
Weltraumwaffen ohne Trümmer
Traut betont, die Bundeswehr wolle keine destruktiven Waffen im Orbit stationieren. Als Begründung nennt der Kommandeur die Gefahr von Weltraumschrott, der eigene wie fremde Satelliten langfristig gefährden würde.
Das neue Satellitennetz soll sich am Modell der US Space Development Agency orientieren, die ein engmaschiges Netzwerk aus Low‑Earth‑Orbit‑Satelliten für Kommunikation und Raketenfrühwarnung aufbaut. Bei der Umsetzung seines Systems aus in geringer Höhe fliegenden Erdtrabanten will Deutschland nach Angaben des Weltraumkommandos vorrangig auf deutsche und europäische Unternehmen setzen.
Hinzu kommen sogenannte Inspektionssatelliten: kleine, manövrierfähige Raumfahrzeuge, die sich anderen Satelliten annähern können. Russland und China würden solche Systeme nach Angaben des Weltraumkommandeurs bereits einsetzen. Auch Angriffe auf Bodensegmente – etwa Kontrollstationen auf der Erde – gelten als Option, um gegnerische Weltraumsysteme funktionsunfähig zu machen. Für solche Angriffe wären allerdings andere deutsche Truppengattungen zuständig.
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