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PlayStation: Sony stellt Spiele auf Disc ab Januar 2028 endgültig ein
GTA 6 kommt stets ohne Disc? Wie passend, denn ab 2028 wird das auf der PlayStation Standard, wie Sony jetzt mitgeteilt hat: Neue Spiele sollen ab dann ausschließlich digital oder als Download-Code für die Sony-Konsolen erscheinen. Damit folge das Unternehmen den Wünschen und Vorlieben der Spieler, heißt es.
Sony stellt Spiele auf physischen Datenträgern ein
Seit letzter Woche lässt sich GTA 6 für die PlayStation 5 und Xbox Series X|S vorbestellen. Auch Käufer der „physischen Version“ werden am 19. November aber nur eine fast leere Hülle mit einem Download-Code in den Händen halten, denn als klassische Disc-Version wird es Rockstars neues Gangster-Abenteuer nicht geben.
Prompt folgte eine Debatte um die Vor- und Nachteile digitaler und physischer Spielekäufe, die Sony jetzt befeuert: Zum Januar 2028 wird der PlayStation-Konzern die Produktion physischer Datenträger für ab diesem Zeitpunkt neu erschienene Videospiele auf den eigenen Konsolen einstellen.
As consumer preferences and the broader entertainment industry continue to shift away from physical discs to digital, physical game disc production for all new games releasing on PlayStation consoles will be discontinued starting January 2028. Following this date, new games will be available on PlayStation Store and at retailers in digital formats only. This transition has no impact on games that already released, or will be releasing, prior to January 2028 in disc format.
Sony
Sämtliche Spiele, die ab dem 1. Januar 2028 auf der PlayStation erscheinen, werden es also nur noch rein digital erscheinen – ganz gleich, ob sie online im PlayStation Store oder aber mit physischer Verpackung im lokalen Einzelhandel erworben werden. Denn dort soll es die neuen PlayStation-Spiele zwar weiterhin geben, aber eben ohne Blu-ray-Disc in der Hülle, sondern bloß mit einem Download- und Aktivierungscode.
Für Spiele, die noch im Dezember 2027 oder früher für die Sony-Konsole erscheinen werden oder bereits verfügbar sind, wird diese Regelung wiederum nicht gelten; hier wird es – zumindest vorerst – weiterhin physische Datenträger geben, deren Produktion auch noch nicht eingestellt wird.
Spieler wollen es so, sagt Sony
Sony folge damit der generellen Richtung der Branche, so der Wortlaut. Tatsächlich entfielen im Jahr 2024 nur noch rund 3 Prozent der Gaming-Umsätze Sonys auf den Verkauf physischer Datenträger. Der Wert trügt ein wenig, weil auch digitale Spiele nur auf rund 20 Prozent kommen; der Rest entfällt insbesondere auf Mikrotransaktionen, aber unter anderem auch auf Abonnements und Hardware. Der Trend, auf den sich der Hersteller stützt, ist dennoch unverkennbar, zumal auf anderen Plattformen – wie etwa der konkurrierenden Xbox oder dem PC – gar noch stärker ausgeprägt.
This is a natural direction for Sony Interactive Entertainment to adapt to consumer trends as the general preference for digital media significantly outpaces physical discs. This transition will enable us to align more closely with how most of our community prefers to access and play games today.
We’ll continue to prioritize our resources to drive innovation in how players can access games and provide choices as to where players prefer to purchase new games, whether that’s at retailers or PlayStation Store. We remain committed to delivering a world-class gaming experience to our fans and we thank you for your continued support.
Sony
Der jetzt kommunizierte Schritt sei insofern eine „natürliche“ Entwicklung, mit der sich das Unternehmen den Wünschen der Spieler anpasse, schreibt der PlayStation-Konzern. Weiterhin fallen Begriffe wie „Innovation“, „Gaming-Erfahrung auf höchstem Niveau“ und sogar „Wahlfreiheit“ – denn PlayStation-Besitzer könnten nach wie vor selbst entscheiden, ob sie ihre Spiele lieber online im PlayStation Store oder im Einzelhandel erwerben möchten.
Tod dem Gebrauchtmarkt
Die Argumentation des Konzerns vermengt dabei die Unterscheidung zwischen Händler und Medium: Der PlayStation Store auf der einen und lokale Einzelhändler auf der anderen Seite sind die eine Kategorie, bei der im skizzierten Szenario tatsächlich Wahlfreiheit bestehen bleibt. Dass die blau-weißen Hüllen beim lokalen Händler aber gemeinhin synonym zu physischen Kopien auf optischen Datenträgern begriffen werden, wird unterschlagen; denn die Unterscheidung zwischen Download-Code und Blu-ray-Disc ist eine andere Frage, die ab 2028 entfallen soll.
In der Konsequenz wird die „Wahlfreiheit“ beim Kauf ab diesem Zeitpunkt nämlich stets zum gleichen Ergebnis führen: einem Spiel, das nach erfolgter Aktivierung des Keys fest an den Account des Käufers gebunden ist. Kritiker sehen dahinter schon seit Langem auch das strategische Ziel, den Gebrauchtmarkt für Spiele auszutrocknen, um anschließend im geschlossenen Konsolen-Ökosystem annähernd ein Monopol auf den Verkauf von Videospielen zu halten. Denn von einem Gebrauchtmarkt, der die Preise im PlayStation Store zumindest teilweise in Schach halten kann, haben bislang auch diejenigen Spieler profitiert, die tatsächlich ausschließlich digital kaufen.
13 Jahre alter Spot(t) holt die PlayStation ein
Obendrein werden auch dem Verleihen oder Teilen einmal gekaufter Spiele an Freunde und Familie Riegel vorgeschoben. Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie, wusste Sony doch genau dieses Thema im Vorfeld der PlayStation 4 im Jahr 2013 sehr marketingwirksam auszuschlachten: Das Ausleihen von Spielen geht auf der Sony-Konsole denkbar einfach, so die damalige Botschaft.
Das Video war als Parodie auf eine entsprechende Anleitung von Microsoft zu verstehen, wie Spiele auf der Xbox One in einem aufwändigen und regulierten Verfahren mit Familie und Freunden geteilt werden konnten, was ursprünglich auch physisch erworbene Kopien betreffen sollte. Damit einhergehen sollten, so Microsofts Pläne, auch maßgebliche Einschränkungen für den Gebrauchtmarkt. Nach rund 15 Jahren wird Anfang 2028 nun auch Sony an diesem Punkt angelangt sein.
Vorzeichen für die PlayStation 6
Schon das Refresh respektive die Slim-Version der PlayStation 5 gibt es seit 2023 als Digital-Variante ohne Laufwerk; bei der PlayStation 5 Pro fehlt es ab Werk. Beide Konsolen lassen sich zwar mit einem separat erhältlichen Laufwerk-Modul für physische Games auf Blu-ray nachrüsten, die jetzt datierte Entwicklung war damals aber bereits absehbar.
Für die PlayStation 6, mit der nach aktuellem Kenntnisstand frühestens im 4. Quartal 2027 zu rechnen ist, werden physische Datenträger damit offenkundig keine Rolle mehr spielen. Es ist davon auszugehen, dass Sony die Next-Gen-Konsole ganz ohne Laufwerk verkaufen wird. Möglich erscheint höchstens, dass es Modul zum Nachrüsten geben wird, um ältere Spiele für die PlayStation 4 und PlayStation 5, die bereits auf Disc vorliegen, spielen zu können. Das ist bislang aber reine Spekulation.