PAGE gefällt…: Design von Katharina Wanke aus Hamburg, die Gestaltung in Zeiten von KI als einen körperlichen Prozess versteht, Events schillern lässt und das Year of the Firehorse glühen – und die ein Faible für Typografie hat, für Organisches und »happy accidents«.
Start Ich habe Kommunikationsdesign an der HAW Hamburg studiert und dabei einen Schwerpunkt für feministische Designtheorie und experimentelle Typografie entwickelt. Angetrieben vom theoretischen Diskurs und dem Bedürfnis, die flachen Oberflächen von Bildschirm und Digitaldruck zu verlassen, suche ich in meiner Praxis die bewusste Auseinandersetzung mit Materialien und deren Widerstand, Eigenlogik und gestalterischem Potenzial. In einer Zeit, in der KI-generierte, digitale Designs immer glatter, körperloser und vorhersehbarer werden, verstehe ich Gestaltung als ein im Raum verorteter, körperlicher Prozess — als Arbeit mit Dingen, die Reibung generieren und Spuren hinterlassen. Meine Arbeiten bewegen sich daher im Spannungsfeld von Design, Kunst und Handwerk. Nach einem Praktikum bei Studio Dumbar in den Niederlanden studiere ich inzwischen im Master an der HfBK Hamburg, wo die unmittelbare Nähe zur freien Kunst mich weiterhin prägt. Seit zwei Semestern habe ich einen Lehrauftrag an der HAW Hamburg und erforsche diese Themen und Arbeitsweisen zusammen mit Studierenden.
Stil Meine Arbeiten wurden von Grafiker:innen als »zu künstlerisch« und von Künstler:innen als »zu grafisch« oder „angewandt“ bezeichnet. Ich denke, genau darin liegt der Reiz — ich bewege mich gerne zwischen den Welten und grade diese Irritation macht es meiner Meinung nach spannend. Ausgangspunkt ist für mich immer Typografie, da sieht man ganz klar, dass ich aus der Grafik komme. Mein Einsatz von beispielsweise Farben und Materialien überschreitet aber häufig bewusst die Konventionen des klassischen Grafikdesigns.
Lieblingsmotive Typografisch-grafische Figuren kombiniert mit organischen, abstrakten Formen oder Oberflächen.
Technik In meinem Gestaltungsprozess wechsle ich konstant zwischen digitalen und analogen Prozessen. Oft starte ich mit analogen Skizzen oder ausgehend von den Eigenschaften eines Materials. Dann gehe in den digitalen Entwurfsprozess, in dem cmd+z viel Freiheit gibt, um dann wieder ins Material zu gehen. Dort entstehen dann nochmal viele ungeplante, spontane und widerrufbare »happy accidents«, die den Gestaltungsprozess interessant machen.
Inspiration Ich fühle mich häufig inspiriert von Interior- oder Produktdesign. Dort kommen oft spannende Materialien, Oberflächen und Farbwelten zusammen. Inzwischen gestalte ich auch Objekte wie Taschen, Ringe oder Möbelstücke selbst.
Kunden Aram Bartholl, HAW Hamburg, HfBK Hamburg, Softrot Kollektiv, Qualitize, FC St. Pauli
Siebdruck, DINA2. Gewinner Mut zur Wut Bild: Katharina WankeDas Year of the FirehorseKunstkatalog für Aram Bartholl in Zusammenarbeit mit Rebecca Söhlke Bild: Katharina WankeTextilarbeit in Zusammenarbeit mit Katharina Mumme Bild: Katharina Wanke