Künstliche Intelligenz
Post Quantum Cryptography | c’t uplink
Noch gelten die meisten modernen Verschlüsselungsverfahren als ziemlich sicher. Doch manche der heute gängigen Algorithmen können durch hinreichend leistungsstarke Quantencomputer nicht nur geschwächt, sondern geradezu nutzlos werden, beispielsweise RSA. Denn Quantencomputer eignen sich hervorragend, um mathematische Probleme wie die Primfaktorzerlegung extrem effizient zu lösen.
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Dass es solche Rechner jemals geben wird, ist zwar noch nicht zu hundert Prozent ausgemacht. Nach aktuellem Forschungsstand ist aber davon auszugehen, dass der „Q-Day“ keine Frage des „ob“ mehr ist, sondern nur noch eine des „wann“. Sowohl Banken und Versicherungskonzerne als auch Behörden und andere staatliche Institutionen tun also gut daran, sich auf dieses Szenario vorzubereiten. Sie müssen die Verschlüsselung ihrer Kommunikation auf Algorithmen umstellen, die nach heutigem Kenntnisstand auch von Quantencomputern nicht gebrochen werden können. „Post Quantum Cryptography“ ist das Schlagwort dazu, kurz PQC. Das klingt nach Raketenwissenschaft (ist es auch irgendwie), doch es gibt auch eine gute Nachricht: PQC-Algorithmen existieren durchaus und werden in einigen Bereichen auch schon in der Breite eingesetzt.
Im c’t uplink sprechen wir über allerhand Fragen zu PQC und Quantencomputern. Vor welchen praktischen Herausforderungen stehen etwa Banken? Warum sind manche Algorithmen gefährdet und andere nicht? Wie rechnet ein Quantencomputer? Wie kann man sich Qubits vorstellen – und wie sieht die Hardware eines Quantencomputers eigentlich aus?
Zu Gast im Studio: Wilhelm Drehling, Markus Montz, Sabrina Patsch
Host: Jan Schüßler
Produktion: Gordon Hof
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In unserem WhatsApp-Kanal sortieren Torsten und Jan aus der Chefredaktion das Geschehen in der IT-Welt, fassen das Wichtigste zusammen und werfen einen Blick auf das, was unsere Kollegen gerade so vorbereiten.
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(jss)
Künstliche Intelligenz
Anklage in Israel: Mit Insider-Informationen vom Militär auf Polymarket gewettet
In Israel wurden zwei Personen angeklagt, die mit Insiderwissen aus dem Militär auf das Eintreten bestimmter Ereignisse Wetten auf der Internetplattform Polymarket abgeschlossen haben sollen. Das hat das dortige Verteidigungsministerium gemeinsam mit dem Geheimdienst Shin Bet bekannt gegeben und erklärt, dass es sich um einen Zivilisten und einen Reservisten handelt. Wegen der Natur der Vorwürfe habe das zuständige Gericht eine Veröffentlichungssperre verfügt, weswegen keine Einzelheiten bekannt sind. Laut der Mitteilung werden den Angeklagten „schwere Sicherheitsverstöße, Bestechung und die Behinderung der Justiz“ vorgeworfen.
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Womöglich kein Einzelfall
Polymarket ist eine Internetplattform, auf der Nutzer und Nutzerinnen auf das Eintreten der unterschiedlichsten Ereignisse wetten können. Obwohl der Dienst 2020 in den USA gegründet wurde, war er dort aber jahrelang wegen Auflagen einer Finanzbehörde nicht verfügbar. Gegenwärtig ist der Dienst in 33 Staaten nicht nutzbar, dazu gehört auch Deutschland. Vor allem im Präsidentschaftswahlkampf der USA hat der Dienst für viel Aufmerksamkeit gesorgt, weil dort enorme Summen auf den erwarteten Ausgang gewettet wurden. Anfang des Jahres hat ein Account auf der Plattform 400.000 US-Dollar eingenommen, weil er richtig gewettet hatte, dass der venezolanische Präsident Nicolás Maduro nicht mehr lange im Amt sein würde.
Gerade auch wegen solcher Wetten steht die Plattform schon länger unter Beobachtung, deuten sie doch darauf hin, dass hier mit Insiderwissen Geld gemacht wird. In Israel haben Strafverfolgungsbehörden jetzt offenbar Hinweise darauf gefunden, dass genau das passiert. Laut der Mitteilung sollen die Angeklagten Wetten auf militärische Operationen abgeschlossen haben, auf Grundlage geheimer Informationen, zu denen sie aufgrund ihrer Position Zugang hatten. Das sei ein echtes Sicherheitsrisiko. Bei Ermittlungen seien aber keine Hinweise dafür gefunden worden, dass die Wetten die Operationen beeinträchtigt hätten, zitiert die Financial Times. Der Vorfall erinnert auch an eine Veröffentlichung geheimer Dokumente in einem Spieleforum, dabei ging es aber nicht um Geld.
(mho)
Künstliche Intelligenz
Apples KI-Strategie: Auch Datenschutz sorgt für Verzögerungen
Vom Platzen des gordischen KI-Knotens bei Apple war schon die Rede – dank der umfassenden Kooperation mit Google als Lieferant von Gemini für neue Grundmodelle bei dem iPhone-Hersteller. Doch intern hat sich an der vorsichtigen Haltung in Sachen Künstliche Intelligenz offenbar nichts verändert. Bei einem All-Hands-Treffen des Konzerns in der vergangenen Woche, zu dessen Inhalt mehr und mehr Details durchsickern, wurde dies von der obersten Chefetage deutlich gemacht. Dies sorgt offenbar auch dafür, dass die seit 2024 überfällige neue Siri sich zum wiederholten Mal verzögert.
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Neue Klasse an Produkten und Diensten
Zunächst setzt Apple zudem weiter auf eigene Rechenzentren auf Basis der eigenen Apple-Silicon-Chips, die „maßgeschneidert für unsere Geräte“ seien, so Konzernchef Tim Cook bei dem Treffen. Damit, so hofft er, werde man „eine vollständig neue Klasse an Produkten und Diensten“ ermöglichen. Dass Apple seit langem an KI-Chips für Server werkelt, diese auch teils schon einsetzt, ist bekannt.
Mit dem Umstieg auf Gemini gibt es dabei allerdings ein Problem: Die großen Modelle des Suchriesen sind für die eigenen Tensor-Processing-Units (TPUs) optimiert, die auch in Googles eigenen Rechenzentren laufen. Auf deren Basis soll, so zumindest ernstzunehmende Berichte, iOS 27 mit einem echten Siri-Chatbot arbeiten.
Wie datenschutzfreundlich wird die Gemini-Nutzung?
Die lange erwartete kontextsensitive Siri wird derweil immer noch durch technische Hürden ausgebremst, die der hohe Datenschutzgrad mit sich bringt. Softwarechef Craig Federighi, der lange als KI-Skeptiker galt, sagte auf dem gleichen All-Hands-Treffen, es sei „superwichtig, dass die Anfrage an ein Modell privat bleibt“. Industriestandard sei nach wie vor, die Daten an einen Server zu schicken, wo sie dann geloggt würden, dem Anbieter zur Verfügung stünden und auch für das Training Verwendung fänden.
Apple strebt hingegen eine „persönliche und supermächtige Nutzererfahrung“ an, bei der das nicht der Fall ist. Wie Apple das umsetzen will, bleibt unklar. Erste Ansätze wie Private Cloud Compute (PCC) gelten als guter Weg, allerdings beißen sich diese wiederum mit der Gemini-Nutzung. Allerdings arbeitet auch Google an solchen datenschutzfreundlichen KI-Cloud-Abfragen. Apple dürfte zu den ersten Kunden gehören.
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(bsc)
Künstliche Intelligenz
KI-Update Deep-Dive: Gesund und fit mit KI
Vielfalt an Fitness-Gadgets
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Wer gesünder leben will, kann auf eine Vielzahl technischer Helfer zurückgreifen. Generative Sprachmodelle wie Gemini oder ChatGPT können darüber hinaus eine neue Form der Unterstützung sein. Das berichtet Alexander Spier, Redakteur bei heise+, der im vergangenen halben Jahr diverse KI-Tools und Technik für seine Gesundheit und Fitness getestet hat.
Smarte Waagen können neben dem Gewicht auch den Körperfettanteil messen. Zusätzlich untersuchen sie die Nervengesundheit oder erstellen ein EKG. Kalorienzähler-Apps helfen dabei, die eigene Ernährung genauer im Blick zu behalten, indem sie Fotos der Mahlzeiten mithilfe von KI-Bilderkennung analysieren. Smartwatches erfassen nicht nur Schritte, sondern ermitteln den Blutsauerstoff, den Stresslevel oder Hinweise auf Herzrhythmusstörungen.

Die Genauigkeit aller Werte sei jedoch mit Vorsicht zu genießen. „Man merkt leider schon, dass vieles einfach algorithmisch bestimmt wird“, stellt Spier fest. Gerade bei Werten wie dem Stresslevel würden die Geräte oft nur spekulieren. Auch bei der Messung des Körperfettanteils sei eine smarte Waage „so Hit and Miss“. Die Daten seien für eine grobe Orientierung ausreichend. Für präzise medizinische Daten komme man um eine ärztliche Messung nicht herum, sagt Spier.
Gemini als persönlicher Motivationscoach
Überraschend für Spier war, dass der Sprachassistent Gemini von Google im direkten Vergleich mit herkömmlichen Kalorienzähler-Apps einen entscheidenden Vorteil geboten hat. „Gemini macht das eigentlich viel schöner, weil das immer so ein Motivationsgespräch ist“, erklärt er. Während Apps oft nur simple Rückmeldungen geben, könne man mit der KI in eine menschenähnliche Interaktion treten, die auch als Coach funktioniere und aktiv Verbesserungsvorschläge macht.
Der Chatbot kann die gesammelten Daten analysieren und daraus personalisierte Empfehlungen ableiten. „Wenn man ihm dann sagt, hier, ich würde gerne auf dies und das achten und hier, das habe ich heute gegessen und gemacht. Dann sagt er, ja, klar, war super, aber hier an der Ecke kannst du noch optimieren“, berichtet Spier.
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Wie intelligent ist Künstliche Intelligenz eigentlich? Welche Folgen hat generative KI für unsere Arbeit, unsere Freizeit und die Gesellschaft? Im „KI-Update“ von Heise bringen wir Euch gemeinsam mit The Decoder werktäglich Updates zu den wichtigsten KI-Entwicklungen. Freitags beleuchten wir mit Experten die unterschiedlichen Aspekte der KI-Revolution.
Daten, Daten, Daten – und der Datenschutz
Trotz der Vorteile sieht Spier auch Herausforderungen beim Datenschutz: „Gesundheitsdaten gelten als sehr sensibel, zu Recht. Und da einfach eine generative KI drüber laufen zu lassen, wird den einen oder anderen auf jeden Fall verschrecken.“ Die Datensammlung kann vor allem dann zum Problem werden, wenn diese Daten anderweitig noch irgendwo verknüpft werden. Spier hat zwar nicht das Gefühl, dass dies aktuell der Fall ist. Aber theoretisch wäre es möglich, dass zum Beispiel eine Krankenkasse aufgrund solcher Daten die Prämien für einen Nutzer anpasst.
Ein weiteres Problem ist, dass die Hersteller ihre Daten oft in eigenen, geschlossenen Systemen halten. Das kann schnell unübersichtlich werden. Schnittstellen wie Apple Health oder Google Health Connect sollen zwar Abhilfe schaffen und Daten aus verschiedenen Apps zusammenführen, doch die Verknüpfung funktioniere nicht immer reibungslos. Als Lösung für Technikversierte bietet sich ein selbst gebautes Fitness-Dashboard mit dem Home Assistant an, das Daten aus verschiedenen Quellen bündelt. Dies erfordere jedoch erheblichen Einrichtungsaufwand und berge auch potenzielle Datenschutzrisiken.
Auch OpenAI und Anthropic haben in den USA bereits Dienste auf den Markt gebracht, die Daten aus verschiedenen Quellen sammeln und mittels KI auswerten. Der Bereich Gesundheit – samt der Daten – verspricht derzeit ein lukrativer Markt zu werden.
Was bleibt und was kommt
Die größte Hürde beim Einsatz der Technik sei jedoch nicht die Hardware, sondern die eigene Disziplin. „Ich habe festgestellt, dass die eigene Motivation immer noch entscheidend ist“, sagt Spier. Die Gadgets und Apps seien lediglich Hilfsmittel. Weder eine Smartwatch noch eine smarte Waage allein hätten ihn motiviert. Erst als er sich selbst ein klares Kalorienbudget als Ziel gesetzt habe, halfen ihm die gesammelten Daten, dieses auch einzuhalten.
Trotzdem möchte Spier vor allem die Smartwatch nicht mehr missen, da sie eine gute Grundlage an Daten wie Herzfrequenz und Schritte liefere. Bei der smarten Waage hingegen würde ihm persönlich ein ganz einfaches Modell ohne viele, oft teure Zusatzfunktionen reichen.
Das größte Potenzial sieht Spier für die Zukunft in der Kombination von Fitness-Apps und generativer KI. Bislang sei die motivierende, gesprächsbasierte KI noch nicht in den gängigen Fitness-Anwendungen integriert, „aber ich glaube, das kommt“. Er ist überzeugt, dass diese Entwicklung die Nutzung von Fitness-Helfern stark verändern wird: „Das wird auf jeden Fall ein Game Changer werden“.
(igr)
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