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„Project Compass“: Erfolge internationaler Strafverfolger gegen Terrorismus


Europol meldet Erfolge des „Project Compass“. Bei diesem Projekt gehen internationale Strafverfolger gegen Kriminelle vor, die über „The Com“, ein fragmentiertes Online-Ökosystem, agieren und etwa Nachwuchs zu radikalisieren versuchen.

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Ein Zwischenbericht von Europol liefert einen Überblick über bisherige Erfolge. Strafermittler aus zahlreichen Ländern beteiligen sich an „Project Compass“. Sie kommen aus Australien, Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Kanada, Kroatien, Luxemburg, Malta, den Niederlanden, Neuseeland, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, der Schweiz, der Slowakei, Slowenien, Spanien, Österreich, Ungarn, dem Vereinigten Königreich sowie den Vereinigten Staaten.

Bei der Operation gehen die Strafverfolger gegen Täter im „The Com“ (Kurzform von „The Community“) genannten sozialen Netz vor. Laut Europol handelt es sich um ein zergliedertes Online-Ökosystem, das auf Social-Media-Plattformen, Messenger-Apps, Online-Gaming-Umgebungen und Musik-Streaming-Plattformen setzt. Die dezentrale Struktur macht das Kommunikationsnetz sehr agil und ist somit schwer zu stören; die Ermittlungen bedürfen daher nachhaltiger internationaler Koordination, erklärt Europol. Es handelt sich bei den dort tätigen Individuen auch um keine homogene Gruppe; „The Com“ lässt sich dadurch eher als Untergrundnetzwerk bezeichnen. Dort haben sich etwa Mitglieder der Cybergangs Scattered Spider, Lapsus$ und Shiny Hunters zusammengefunden, die inzwischen gemeinsam Daten bei Organisationen erbeuten und damit ihre Opfer um Lösegeld erpressen.

Die Beamten zählen auf, dass sie im ersten Jahr der Operation 179 Täter und 62 Opfer ganz oder teilweise identifiziert haben. Sie konnten seit Januar 2025 vier Opfer schützen und 30 Täter verhaften. Das „Project Compass“ ermöglicht dabei koordinierte Untersuchungen, schnelle Reaktionen auf aufkommende Bedrohungslagen und den strukturierten Informationsaustausch zwischen 28 Ländern.

Die Netzwerke von „The Com“ zielen auf Kinder in digitalen Räumen, in denen sie sich wohlfühlen. „Project Compass ermöglicht uns, früher einzugreifen, Opfer zu schützen und gegen die vorzugehen, die Verwundbarkeiten für extremistische Zwecke missbrauchen“, sagte die Leiterin von Europols Europäischem Zentrum zur Terrorismusbekämpfung, Anna Sjöberg. Kein Land könne diese Bedrohung alleine angehen und durch die Kooperation werde die Lücke geschlossen, in der die Täter sich zu verstecken versuchen.

Europol ging auch unter anderem an einem Aktionstag Mitte vergangenen Jahres gezielt gegen terroristische Inhalte vor, die Minderjährige auf diesen Plattformen radikalisieren sollen.

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(dmk)



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