Künstliche Intelligenz
Punkt MC03: Google-freies Smartphone kommt ohne Abo zum höheren Preis
Das Schweizer Unternehmen Punkt. hat sein im Zuge der CES 2026 vorgestelltes Modell MC03 in den Verkauf gegeben. Das Smartphone kommt ohne Google-Dienste, besitzt einen austauschbaren Akku und soll in Europa hergestellt werden. Zunächst verlangte das Unternehmen für das 700 Euro teure Gerät monatliche Gebühren für das Betriebssystem AphyOS. Diese fallen weg, jedoch ist das Smartphone nun noch teurer geworden.
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Abomodell gestrichen
Laut der Ankündigung vom Januar 2026 enthielt der ursprüngliche Verkaufspreis von 699 Euro die 12-monatige Nutzungsgebühr für das Betriebssystem AphyOS des Entwicklers Apostrophy. Danach sollten Käuferinnen und Käufer für die weitere Nutzung ein kostenpflichtiges Abonnement abschließen, das jederzeit vor Ablauf gekündigt werden könne. Entschieden sich Nutzer für ein monatlich kündbares Modell, hätte es mit 9,99 Euro im Monat zu Buche geschlagen. Im Abo-Bundle hätte es für 3 Jahre 129 Euro und für 5 Jahre 199 Euro gekostet.
Das Punkt. MC03 von vorn und hinten.
(Bild: Punkt.)
Von diesem Modell hat Punkt. sich aber offenbar verabschiedet. Stattdessen hat der Hersteller den einmaligen Kaufpreis um 50 Euro auf 745 Euro angehoben. So erklärt das Unternehmen es auch auf der Produktseite: „Keine laufenden Abonnementgebühren – ein einmaliger Kaufpreis für den vollständigen Funktionsumfang.“
Android 15
Der Hersteller beschreibt sein Modell MC03 mit dem Betriebssystem AphyOS als „eine echte technologische Alternative zu Big Tech“. AphyOS basiert zurzeit auf Android 15 (Android Open Source Project, AOSP) und setzt „auf höchste Datenhoheit und -sicherheit“. Bestandteile des Betriebssystems sind dem Hersteller zufolge Funktionen, „die Tracking- und Profiling-Technologien, Bloatware, versteckte Apps und unhandliche Hintergrunddienste“ herausfiltern. Ferner verhindere es „Spionageversuche und nutzt gehärteten Code zur Abwehr von Angriffen, unterstützt durch ein Secure Element auf Bankenniveau“. Der Hersteller verspricht 5 Jahre Sicherheitsupdates und 3 Jahre Funktionsupdates, also neue, große Android-Versionen.
Auf Seiten der Hardware ähnelt das MC03 stark dem Gigaset-Modell GS6 Pro (Test), das der Hersteller für knapp 450 Euro anbietet. Es ist in der unteren Mittelklasse angesiedelt. Als Prozessor setzt der Hersteller auf einen Dimensity 7300 von MediaTek, der auch im 250 Euro günstigen CMF Phone 2 Pro verbaut ist. Der Arbeitsspeicher ist 8 GByte groß, der Flashspeicher 256 GByte. Immerhin kann der Speicher per MicroSD-Karte erweitert werden, was mittlerweile Seltenheitswert hat.
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Basiert offenbar auf Gigaset GS6 Pro
Der OLED-Bildschirm des MC03 hat eine Diagonale von 6,67 Zoll und unterstützt eine Bildwiederholrate von 120 Hertz. Der austauschbare Akku ist mit 5200 mAh (GS6 Pro 5300 mAh) angegeben. Er kann kabelgebunden mit 30 W (PD 3.0) und kabellos mit 15 W geladen werden. Das 240 g schwere Smartphone ist trotz seines auswechselbaren Akkus nach Schutzart IP68 gegen Eindringen von Staub und Wasser geschützt.
Seitens der Kameras sind rückseitig ein 64-MP-Weitwinkel mit Phasenerkennungs-Autofokus (PDAF), ein 8-MP-Ultraweitwinkel mit Festfokus und eine 2-MP-Makrokamera mit Festfokus an Bord. Die Selfiekamera hat einen 32-MP-Sensor mit Festfokus.
Wie das MC03 wird das GS6 Pro mit Android 15 ausgeliefert, verfügt aber über Google-Dienste. Hinsichtlich der Updates verspricht Gigaset lediglich Android 16 und 17 sowie 7 Jahre Sicherheitspatches. Also ein Android-Update weniger, aber zwei Jahre Patches mehr.
Gigaset hat übrigens eine weitere Partnerschaft für das GS6 Pro: Murena, der französische Entwickler der Google-freien Android-Version /e/OS, bietet das Smartphone mit bis zu acht Jahren Softwaresupport temporär für 399 Euro statt 450 Euro an. Das Murena-Modell hat /e/OS 4.0 vorinstalliert, das auf Android 16 basiert.
(afl)