Künstliche Intelligenz
Rivian glaubt weiter nicht an CarPlay: Softwarechef hofft auf agentische Zukunft
Der amerikanische E-Auto-Hersteller Rivian, hierzulande vor allem bekannt durch seine Kooperation mit Volkswagen, will weiterhin auf eigene Software setzen und Apples CarPlay trotz großer Kundennachfrage nicht verwenden. Gleiches gilt für Android Auto, bestätigte Softwareleiter Wassym Bensaid bei einem Podcast-Auftritt in den USA. Damit setzt sich Rivian von den Konkurrenten ab, denn mittlerweile soll sogar Tesla an CarPlay werkeln. SpaceXAI, mit Tesla durch Gründer Elon Musk verbunden, hatte erst jüngst sein KI-System Grok in die Apple-Fahrzeugintegration geholt. Von den großen Autoherstellern weigert sich aktuell nur noch General Motors, CarPlay und Android Auto zuzulassen.
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Auf dem Weg zur „agentischen Integration“
Bensaid, der bei Decoder vom IT-Blog The Verge zu hören war, hatte für die fortgesetzte CarPlay-Abstinenz eine interessante Begründung. Diesmal ging es ihm weniger um die Softwarekonsistenz, die Rivian sicherstellen will, sondern um die künftige „tiefe KI-Integration im Auto“. Denn: Kommen agentische KI-Systeme, werde die Debatte um CarPlay in Fahrzeugen „völlig obsolet“.
Darauf warten angeblich auch die Nutzer. Bensaids Vorstellung: Die Leute wollten nicht mehr mit Apps interagieren, „mit einzelnen Knöpfen, einzelnen Icons und jeweils einem Arbeitsablauf“. Stattdessen komme die „agentische Integration“, die das alles zusammenführt, etwa indem man mehrere Befehle in einem Satz erteilt und damit die Agenten losschickt. Allerdings konnte der Rivian-Softwarechef noch nicht sagen, wann es mit dieser Zukunft so weit ist.
Angeblich geringere CarPlay-Nachfrage
Aber auch mit der Art, wie CarPlay und Android Auto das Entertainmentsystem des Fahrzeugs übernehmen, ist Bensaid nicht zufrieden. „Die Herausforderung bei solchen Screen-Mirroring-Lösungen besteht darin, dass sie jeden einzelnen Bildschirm im Auto vollständig einnehmen, und das entspricht nicht unserer Vorstellung davon, wie wir mit unseren Nutzern interagieren möchten.“ Tatsächlich nutzt CarPlay derzeit den Hauptbildschirm sowie je nach Fahrzeugmodell Teile des Instrumentenclusters – nur mit CarPlay Ultra, das bislang kaum zum Einsatz kommt, wäre es wie vom Rivian-Softwarechef geschildert.
Bensaid sagte weiter, man habe „alle möglichen Umfragen“ vorliegen. Laut diesen hätten früher 70 Prozent der Nutzer CarPlay verlangt. Die Zahl sei in den neueren Studien nun aber auf „weniger als 25 Prozent“ zurückgegangen. Rivian bringe mit seiner Software ein „hohes Maß an Bequemlichkeit“.
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(bsc)