Künstliche Intelligenz
Ryzen AI Halo: AMDs Mini-(PC-)Antwort auf Nvidias DGX Spark
AMD-Chefin Lisa Su überraschte auf ihrer CES-Keynote mit der Ankündigung eines Entwicklerkits für KI-Anwendungen: Der Mini-PC namens Ryzen AI Halo soll ab dem zweiten Quartal erhältlich sein. Der Name spielt auf das technische Innenleben an: Darin arbeiten Prozessoren der Baureihe Ryzen AI Max 300, auch bekannt als Strix Halo. Diese Chips haben eine dicke integrierte Grafikeinheit und gleich vier statt Speicherkanäle, die bis zu 128 GByte LPDDR5-Speicher ansteuern. Wem diese Eckdaten und das Konzept irgendwie bekannt vorkommen: Nvidia verkauft seinen starken Kombiprozessor GB10 im hauseigenen Mini-PC DGX Spark – ebenfalls speziell für KI-Entwickler.
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Dennoch gibt es einen entscheidenden Unterschied: Während es Nvidias GB10 ausschließlich im eigenen Mini-PC DGX Spark und einigen nahezu identischen Partnermodellen gibt, verkauft AMD Strix Halo bereits seit Anfang 2025 an Gerätehersteller. Sie bestücken damit sowohl Notebooks als auch Mini-PCs – etwa HP die kleine Workstation Z2 Mini G1a oder Framework seinen Desktop. Wer will, kann also bereits heute einen Mini-PC mit Strix Halo kaufen. Es gibt im frisch erweiterten 2026er-Lineup nicht einmal ein neues Topmodell.
Fokus auf Software
Darauf angesprochen betonte AMDs Jason Banta im Gespräch mit heise, dass Ryzen AI Halo eine Vorinstallation bekommt, die die dann frischsten Iterationen des Software-Stacks ROCm und anderen KI-Tools mitbringen soll. AMD habe Anfragen in diese Richtung bekommen, doch bei Systemen von Partnern lasse sich deren Softwareausstattung nicht derart beeinflussen oder gar regelmäßig aktualisieren. Ryzen AI Halo sei daher explizit als spezialisierte Maschine für Softwareentwickler zu verstehen und nicht als weiterer Mini-PC für Office-Anwendungen beim Endkunden.

Anschlüsse am Ryzen AI Halo
(Bild: Florian Müssig / heise medien)
Banta wollte nicht ausschließen, dass es Ryzen AI Halo analog zu DGX Spark auch von Partnern in deren Vertriebskanäle integriert (oder gar wie dort mit angepassten Gehäusen) geben wird. Spruchreif sei da aber noch nichts, sodass Interessenten derzeit nur AMD selbst im Blick behalten müssen, was die Vorbestellphase angeht.
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heise medien ist offizieller Medienpartner der CES 2026.
(mue)
Künstliche Intelligenz
Amoklauf in Kanada: OpenAI hatte Hinweise auf mögliche Gefahr durch Täterin
Nach dem Amoklauf in der kanadischen Gemeinde Tumbler Ridge hat das Unternehmen OpenAI eingeräumt, bereits Monate vor der Tat auffälliges Verhalten der psychisch kranken Täterin in Chats mit ChatGPT festgestellt zu haben. Die Transfrau habe im Juni 2025 während mehrerer Tage über Waffengewalt geschrieben und diese Chats seien von automatischen Systemen bei OpenAI markiert worden, berichtet das Wall Street Journal (WSJ) unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen.
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Mitarbeiter hätten daraufhin diskutiert, den Vorgang den Behörden zu melden, heißt es weiter. Letztlich habe sich das Management aber dagegen entschieden. OpenAI habe den Account zwar gelöscht, aber keinen Anlass für die Hinzuziehung der Behörden gesehen, sagte ein Sprecherin dem WSJ. Aus den Chatverläufen habe sich keine „glaubhafte und unmittelbare Gefahr für die körperliche Unversehrtheit anderer“ ergeben.
Bluttat erschüttert kleine Gemeinde
Die Transfrau hat am 10. Februar in Tumbler Ridge in der westkanadischen Provinz British Columbia insgesamt acht Menschen getötet, die meisten davon Schulkinder im Alter von 11 bis 13 Jahren. Danach hat sich die 18-Jährige selbst getötet. Mehr als 20 Menschen wurden zudem bei dem Amoklauf verletzt. Die Tat gehört damit zu den blutigsten in der kanadischen Geschichte. Die betroffene Gemeinde Tumbler Ridge hat gerade einmal rund 2400 Einwohner und liegt am Osthang der Rocky Mountains, mehr als 1000 Kilometer nördlich von Vancouver.
Laut dem Bericht des Wall Street Journals hat OpenAI erst nach dem Bekanntwerden des Amoklaufs den Kontakt zur kanadischen Polizei gesucht. Das Unternehmen unterstütze die Ermittlungen, sagte die Sprecherin. Die KI-Modelle würden so trainiert, dass sie Nutzer und Nutzerinnen davon abhalten, in der realen Welt Schaden anzurichten. Im konkreten Fall seien die Chatverläufe von einem Prüfsystem automatisch gefunden und intern gemeldet worden. Beim Umgang mit solchen Hinweisen wäge man immer das Risiko von Gewalt gegen Datenschutzbedenken ab, zitiert die Zeitung noch. OpenAI hat demnach noch darauf hingewiesen, wie potenziell belastend „eine unnötige Einschaltung der Polizei“ für Einzelpersonen und Familien sei.
(mho)
Künstliche Intelligenz
Rover Perseverance bekommt eigenes Navigationssystem
Fünf Jahre nach der Landung hat die US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics and Space Administration (NASA) ein Navigationssystem auf dem Rover Perseverance installiert. Damit kann dieser selbstständig seine Position auf dem Mars bestimmen. Vorher bekam der Marsroboter diese Angaben von der Erde.
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Mars Global Localization nennt die NASA das System, das den Standort auf optischer Basis ermittelt. Das System sei erstmals am 2. Februar eingesetzt worden, teilte die NASA mit, danach noch einmal am 16. Februar.
Die Basis sind die Panoramen, die die Navigationskamera von der Umgebung des Rovers aufnimmt. Der Algorithmus vergleicht diese Bilder mit einer Geländekarte. Diese ist aus den Bildern der Sonde Mars Reconnaissance Orbiter (MRO), die um den Mars kreist, erstellt worden und auf Perservances Bordcomputer gespeichert.
Positionsbestimmung bis auf 25 Zentimeter
So kann die Position des Rovers auf etwa 25 Zentimeter genau bestimmt werden. Das dauert etwa zwei Minuten. Der Algorithmus läuft auf dem leistungsstarken Prozessor, den der Rover früher nutzte, um mit dem Mars-Hubschrauber Ingenuity zu kommunizieren.
Bisher nutzt Perseverance – wie auch seine Vorgänger – visuelle Odometrie (VO) zur Positionsbestimmung. Dabei wird alle paar Meter ein Bild der Umgebung aufgenommen. Anhand geologischer Merkmale auf den Bildern wird errechnet, welche Entfernung der Rover zurückgelegt hat.
Doch auch wenn dabei Faktoren wie durchdrehende Räder berücksichtigt werden, wird die Positionsbestimmung laut NASA auf größeren Etappen immer ungenauer. Bei langen Fahrten könne die Abweichung bis zu 35 Meter betragen. In schwierigem Gelände kann der Rover dadurch in Gefahr geraten.
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Hilfe bei autonomer Fahrt
Das Mars-Global-Localization-System sei vor allem hilfreich, wenn der Rover autonom und ohne Anleitung von der Erde agiere. „Jetzt kann er selbst seinen Standort auf dem Mars bestimmen“, sagte Vandi Verma, der für die autonomen Operationen des Rovers zuständig ist. „Das bedeutet, der Rover kann viel längere Strecken autonom zurücklegen, sodass wir mehr von dem Planeten erkunden und mehr wissenschaftliche Erkenntnisse gewinnen können. Es könnte von beinahe jedem anderen Rover genutzt werden, um schnell und weit zu fahren.“
Perseverance, der weitgehend baugleich mit dem Rover Curiosity ist, ist seit fünf Jahren, seit dem 18. Februar 2021, auf dem Mars unterwegs. Seither hat er rund 40 Kilometer zurückgelegt und wird in absehbarer Zeit den Rekord des Rovers Opportunity einstellen, der in seiner knapp 15 Jahre dauernden Mission etwa 45 Kilometer schaffte.
Zu der Mission gehörte der autonome Hubschrauber, der zwischen April 2021 und Januar 2024 insgesamt 72 Mal geflogen ist – ursprünglich geplant waren lediglich fünf Flüge.
(wpl)
Künstliche Intelligenz
Hetzner erhöht Preise ab 1. April
Der deutsche Hosting-Anbieter Hetzner Online GmbH erhöht ab dem 1. April 2026 die Preise für seine Dienste. Sowohl Neubestellungen als auch Bestandsprodukte sind von der Anpassung betroffen. Als Begründung nennt Hetzner drastisch gestiegene Betriebskosten für die Infrastruktur sowie deutlich höhere Beschaffungskosten für neue Hardware.
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Bereits Anfang Februar hatte Hetzner die einmaligen Setup-Gebühren für Dedicated Server angehoben. Diese Maßnahme decke jedoch die Mehrkosten nicht vollständig ab, hieß es bereits dann. Nun folgt die Anpassung der monatlichen Preise. Bei Cloud-Servern geht es um durchschnittlich 32 Prozent nach oben, die Preiserhöhung bei dedizierten Servern fällt mit 15 Prozent etwas moderater aus.
Besonders ins Gewicht fallen laut Hetzner die hohen Kaufpreise für Hardwarekomponenten. Der RAM-Markt werde von wenigen Herstellern dominiert, deren „kaum noch nachvollziehbare“ Preispolitik das Unternehmen kritisiert. Auch bei NVMe-SSDs seien die Preise stark gestiegen. Zusätzlich würden Zulieferer unzuverlässige Lieferquoten und Preisversprechen abgeben.
Bestandskunden nicht ausgenommen
„Unsere Serverkalkulationen sind grundsätzlich auf eine lange, stabile Laufzeit ausgelegt. Unser Ziel ist es, faire und planbare Monatspreise anzubieten, die über Jahre hinweg Bestand haben“, erklärte Hetzner Anfang Februar. Die aktuell außergewöhnlich hohen Beschaffungspreise würden dieses Modell jedoch erheblich stören.
Anders als bei früheren Preisanpassungen – etwa 2022 aufgrund gestiegener Energiekosten – gewährt Hetzner dieses Mal keine Ausnahmen für Bestandskunden mit Langzeitverträgen. Das Unternehmen prüft aktuell zudem, ob die Preiserhöhungen auch auf andere Produktlinien ausgeweitet werden.
Details zu den Preiserhöhungen der einzelnen Cloud-Produkte finden sich in einer Tabelle bei Hetzner.
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Update
23.02.2026,
11:48
Uhr
Durchschnittliche prozentuale Preiserhöhung auf Basis redaktionseigener Berechnung hinzugefügt.
(fo)
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