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Samsung PM1763: PCIe-6.0-SSD mit 28 GB/s geht nun doch bereits in Serie

Samsung schickt seine erste PCIe-6.0-SSD in die Serienfertigung. Die PM1763 ist für Rechenzentren konzipiert und soll zum Beispiel KI-Anwendungen und HPC-Aufgaben beschleunigen. Der maximale Durchsatz liegt bei satten 28,4 GB/s. Die Speicherverwaltung übernimmt ein moderner 4-nm-Controller.
Mit PCIe 6.0 wird der Durchsatz verdoppelt
Die Samsung PM1763 ist laut Hersteller „optimiert für AI- und HPC-Serverumgebungen der nächsten Generation“. Da als Schnittstelle PCIe 6.0 genutzt wird, kann der Durchsatz gegenüber PCIe-5.0-SSDs nahezu verdoppelt werden. Und so bringt es die PM1763 beim sequenziellen Lesen auf bis zu 28,4 GB/s und beim Schreiben auf 21,9 GB/s. Die Werte gelten für das Spitzenmodell der Serie mit 16 TB Speichervolumen. Samsung wirbt damit, dass sich so ein 40 GB umfassendes Large Language Model (LLM) in nur etwa 1,4 Sekunden übertragen lässt. Dadurch sollen im Rechenzentrum Latenzen zwischen Prozessoren und Beschleunigern verringert werden und sich allgemein die Effizienz der KI-Workloads steigern lassen.
Gerüstet gegen Quanten-Computer-Attacken
Samsung spricht aber auch das Thema Sicherheit an. Die PM1763 soll unter anderem die Post-Quanten-Kryptographie (PQC) unterstützen, um gegen künftige Bedrohungen durch Attacken über Quantencomputer gerüstet zu sein. Außerdem werde das TEE Device Interface Security Protocol (TDISP) unterstützt, mit dem Datenwege in virtualisierten Umgebungen gesichert werden.
Neuer Controller in 4 nm mit hoher Effizienz
Bei den Komponenten der neuen PCIe-6.0-SSD setzt Samsung auf einen „neu entwickelten 4-Nanometer-Controller“, zu dem allerdings keine näheren Angaben gemacht werden. Von 16 Speicherkanälen ist aber auszugehen. Im Client-Sektor ist man bisher erst beim 6-nm-Prozess angekommen, was verdeutlicht, dass hier modernste Technik verwendet wird. Der Controller soll einerseits die höhere Leistung ermöglichen und andererseits auch die Energieeffizienz verbessern. Angeblich soll die Effizienz etwa 1,8 Mal besser als beim Vorgänger ausfallen. Damit ist die PM1753 gemeint, die über PCIe 5.0 einen Durchsatz von 14,8 GB/s erreicht. Laut den Angaben dürfte die PM1763 bei nahezu doppelter Geschwindigkeit nur wenig mehr Energie benötigen, um die Effizienz um das 1,8-Fache zu steigern. Konkrete Angaben zur Leistungsaufnahme liefert Samsung allerdings nicht.
Beim eingesetzten NAND-Flash handelt es sich um V-NAND der 9. Generation (Samsung V9). Mit Sicherheit kommt die TLC-Variante zum Einsatz, da diese einerseits schneller ist und andererseits Probleme mit der QLC-Version deren Einführung stoppten.
Rund 4 TB bis 16 TB und Flüssigkühlung
Samsung spricht von Speicherkapazitäten von 4 TB, 8 TB und 16 TB – die nutzbare Speicherkapazität dürfte aber eher bei 3,84 TB, 7,68 TB und 15,36 TB liegen, denn ein höherer Anteil an Reservespeicher ist im Serverbereich üblich. Gezeigt wird in der aktuellen Mitteilung lediglich der Formfaktor E1.S, mit dem die SSD in flüssiggekühlten Servern eingesetzt werden soll. Für die Zukunft waren aber bis zu 64 TB und weitere Formate wie E3.S und U.2 versprochen worden.
Serienfertigung jetzt doch früher als gedacht
Die PM1763 hat Verspätung, denn ursprünglich hatte Samsung die Verfügbarkeit für Anfang 2026 genannt. Allerdings kommt sie nun wohl doch etwas früher als zuletzt gedacht. Denn erst vor einigen Wochen hatten Samsung-Mitarbeiter auf der Fachmesse ISC 2026 gegenüber ComputerBase geäußert, dass die PM1763 erst Ende 2026 in Produktion gehen solle und Anfang 2027 erhältlich sei.
Daher kommt die heutige Mitteilung von Samsung über den Beginn der Massenfertigung für die Redaktion durchaus überraschend. Wann aber die Verfügbarkeit wirklich gegeben ist, erklärt Samsung heute nicht.
Micron war schneller
Samsung ist nicht der erste Hersteller mit einer PCIe-6.0-SSD dieses Kalibers. Die Pionierarbeit hat nämlich Micron geleistet und bereits vor knapp fünf Monaten die Micron 9650 als erste PCIe-6.0-SSD der Branche in die Serienfertigung geschickt. Der maximale Durchsatz ist mit 28 GB/s sehr ähnlich. Allerdings liegen die maximale Schreibrate und die maximalen IOPS bei Samsung deutlich höher.