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SATCOMBw: Jetzt will auch Airbus ein Konsortium mit Rheinmetall und OHB


Überraschende Wendung beim größten Satellitenprojekt der Bundeswehr: Statt jeweils einzeln ein Angebot abzugeben, wollen sich Airbus, OHB und Rheinmetall einem Medienbericht zufolge gemeinsam als Auftragnehmer für das Projekt Satellitenkommunikation der Bundeswehr (SATCOMBw) Stufe 4 bewerben.

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Der Rüstungskonzern Rheinmetall und der Satellitenhersteller OHB wollten sich im Kampf um den Projektzuschlag bereits vorher gemeinsam gegen Flugzeugbauer Airbus behaupten. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins Spiegel hatte das Beschaffungsamt der Bundeswehr alle drei Unternehmen aufgefordert, jeweils einzeln ein Angebot für das anstehende SATCOMBw-Projekt zu machen. Überraschenderweise erhielt die Behörde demnach jetzt aber die Rückmeldung, dass Airbus sich mit OHB und Rheinmetall geeinigt habe, das Projekt gemeinsam angehen zu wollen.

Die drei Unternehmen sehen die Kooperation laut Spiegel als zwingend notwendig, um das ambitionierte Projekt umzusetzen – es handele sich um den größten Raumfahrtauftrag der deutschen Geschichte, und es müsse schnell gehen, will der Spiegel aus dem Umfeld des Konsortiums erfahren haben.

OHB und Airbus haben großes Know-how im Satellitenbereich, während Rheinmetall viele der Waffensysteme der Bundeswehr liefert. Ein entscheidender Vorteil für die Vernetzung von Panzern, Kampfjets und Schiffen mit dem Satellitennetzwerk.

Der geschätzte Auftragswert liegt zwischen acht und zehn Milliarden Euro und ist Teil eines 35 Milliarden Euro großen Budgets, das Deutschland bis zum Ende des Jahrzehnts für Investitionen in militärische Weltraumtechnologien bereitstellen will.

Zwar könnte eine Vergabe an das Dreierkonsortium dem Beschaffungsamt einige Rechtsstreitigkeiten ersparen, etwa wenn eines der Unternehmen gegen die Vergabe an einen Konkurrenten geklagt hätte. Andererseits könnte es nun eine Direktvergabe ohne reguläre Ausschreibung mit Wettbewerb werden, was am Ende zu höheren Preisen führen könnte.

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Die Satellitenkonstellation SATCOMBw Stufe 4 soll bis 2029 einsatzfähig sein. Im Gegensatz zum Stufe-3-System setzt SATCOMBw Stufe 4 nicht mehr auf wenige geostationäre Satelliten in Orbits von rund 36.000 Kilometern Höhe. Geostationäre Satelliten liefern zwar eine breite Signalabdeckung, sind aber durch hohe Signallaufzeiten beschränkt. SATCOMBw Stufe 4 soll hingegen auf ein Netz aus vielen Satelliten in einer niedrigen Erdumlaufbahn von nur einigen hundert Kilometern Höhe setzen. Damit würde das System dem von Elon Musks Konzern SpaceX betriebenen kommerziellen Satellitennetzwerk Starlink stark ähneln.


(nen)



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