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Schlüsselklau bei Ruby on Rails – Kritische Lücke mit präparierten Bildern


Eine kritische Sicherheitslücke in Ruby on Rails erlaubt es Angreifern, über manipulierte Bild-Uploads beliebige Dateien auszulesen, auf die der Serverprozess Zugriff hat. Weil dabei auch die zentralen Schlüssel der Anwendung in fremde Hände geraten können, warnt das Rails-Team vor Folgeangriffen bis hin zur Ausführung von Schadcode. Abgesicherte Versionen stehen bereit, Betreiber sollten zügig handeln, Updates einspielen und ihre Schlüssel vorsorglich tauschen.

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Die Schwachstelle steckt in Active Storage, der in Rails eingebauten Komponente für Datei-Uploads, und wird als CVE-2026-66066 geführt. Das Advisory des Rails-Teams stuft sie mit einem CVSS-Wert von 9,5 von 10 als kritisch ein. Entdeckt haben die Lücke unabhängig voneinander die Sicherheitsforscher André Baptista, Bruno Mendes und Rafael Castilho von Ethiack sowie RyotaK von GMO Flatt Security. Sie tauften die Angriffskette „KindaRails2Shell“.

Mit Active Storage hängen Rails-Anwendungen hochgeladene Dateien an Datenbankobjekte, etwa Profilbilder oder Produktfotos. Aus Bildern erzeugt die Komponente auf Wunsch sogenannte Varianten, zum Beispiel verkleinerte Thumbnails. Die eigentliche Bildverarbeitung übernimmt dabei seit Rails 7.0 standardmäßig die C-Bibliothek libvips.

libvips liest und schreibt zahlreiche Dateiformate über Operationen, die teils auf Bibliotheken von Drittanbietern beruhen. Einen Teil davon stuft das Projekt selbst als „untrusted“ ein: Diese Operationen sind nicht ausreichend per Fuzzing getestet und gelten daher als ungeeignet für Dateien, die ein Angreifer kontrolliert. Genau sie schaltete Active Storage bislang nicht ab. Ein Angreifer kann deshalb eine präparierte Datei hochladen, die bei der Verarbeitung eine dieser kritischen Operationen auslöst.

Nach Angaben des Rails-Sicherheitsteams existiert mindestens eine Angriffskette, mit der sich sämtliche Dateien auslesen lassen, die der Rails-Prozess lesen kann, einschließlich seiner Umgebungsvariablen. Dort liegen in typischen Deployments der secret_key_base, mit dem Rails unter anderem Sitzungs-Cookies signiert, der RAILS_MASTER_KEY zum Entschlüsseln der hinterlegten Zugangsdaten sowie häufig Datenbankpasswörter und Schlüssel für Cloud-Speicher. Mit dieser Beute lassen sich Sitzungen fälschen, verschlüsselte Credentials öffnen und angebundene Dienste übernehmen. Das Advisory spricht deshalb von möglicher Remote Code Execution, auch wenn der Schadcode nicht zwingend direkt in der Bildverarbeitung ausgeführt wird.

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Verwundbar ist eine Anwendung, wenn Active Storage libvips als Bildprozessor verwendet und nicht vertrauenswürdige Benutzer Bilder hochladen können. Ein öffentlicher Upload ist dafür nicht nötig, eine kostenlose Registrierung reicht. Das betrifft Avatare und Produktbilder ebenso wie Bildanhänge in Foren, Chats oder Ticketsystemen.

Eine frisch generierte Rails-Anwendung verarbeitet ohne zusätzliche Gems zwar noch keine Bilder und ist insofern zunächst nicht angreifbar. Der dokumentierte Standardweg zu Bildvarianten führt aber direkt in die verwundbare Konfiguration: Seit Rails 7.0 ist :vips der voreingestellte Prozessor, das von rails new erzeugte Dockerfile installiert libvips gleich mit, und das Gem image_processing, das die libvips-Anbindung ruby-vips als Abhängigkeit mitbringt, steht bis Rails 8.0 als auskommentierter Vorschlag im generierten Gemfile. Seit Rails 8.1 legt der Generator es sogar standardmäßig aktiv an. Wer Bild-Uploads samt Vorschaubildern anbietet, läuft also mit hoher Wahrscheinlichkeit auf dem betroffenen Pfad. Rails-6-Anwendungen sind nur bei manuell umgestellter Konfiguration verwundbar, dort war noch ImageMagick voreingestellt.

Welcher Prozessor tatsächlich aktiv ist, verrät ein Einzeiler:

bin/rails runner 'puts Rails.application.config.active_storage.variant_processor'

Gibt der Befehl vips aus, ist die Anwendung auf dem betroffenen Verarbeitungsweg. Das Rails-Team betont zudem, dass das Erzeugen von Varianten keine zusätzliche Voraussetzung ist: Active Storage untersucht hochgeladene Dateien auch von sich aus, etwa um Bildmaße zu bestimmen. Wer im eigenen Code keine variant– oder representation-Aufrufe findet, ist deshalb noch nicht auf der sicheren Seite.

Ausgelöst wird diese Analyse bereits davon, dass eine Datei per attach an einen Datensatz gehängt wird. Die entscheidende Frage lautet also nicht, ob es ein als Bild-Upload beschriftetes Formularfeld gibt, sondern ob nicht vertrauenswürdige Benutzer irgendeinen Weg erreichen, der ihre Datei anhängt. Ob dabei libvips zum Zug kommt, hängt am erkannten Dateityp, nicht an der Beschriftung des Feldes: Ein Formular für Dokumente zählt mit, sobald dort eine als Bild erkannte Datei landet.

Geschlossen ist die Lücke in Rails 7.2.3.2, 8.0.5.1 und 8.1.3.1; betroffen sind alle früheren Versionen der jeweiligen Serien. Da Active Storage gemeinsam mit Rails aktualisiert wird, genügt ein bundle update rails auf die jeweilige Patch-Version. Für ältere Serien wie Rails 7.1, 7.0 oder 6.x gibt es keine korrigierten Versionen mehr, deren Sicherheitswartung ist ausgelaufen. Betreibern solcher Anwendungen bleibt nur der Umstieg auf eine unterstützte Serie oder übergangsweise der Workaround.

Der Rails-Patch allein reicht allerdings nicht: Die abgesicherten Versionen setzen mindestens libvips 8.13 voraus, denn erst seit dieser Version kann die Bibliothek ihre als „untrusted“ markierten Operationen blockieren. Mit einer älteren libvips-Version startet das gepatchte Active Storage absichtlich nicht und bricht beim Booten mit einer Exception ab. In Docker-Umgebungen gehört das libvips-Update daher ins Basis-Image, das anschließend neu gebaut und ausgerollt werden muss.

Wer nicht sofort aktualisieren kann, aber bereits libvips 8.13 oder neuer einsetzt, kann die riskanten Operationen übergangsweise selbst abschalten: entweder über die Umgebungsvariable VIPS_BLOCK_UNTRUSTED=1, gesetzt in der Prozess- oder Containerkonfiguration, bevor libvips initialisiert wird, oder ab ruby-vips 2.2.1 per Vips.block_untrusted(true) in einem Initializer. Für ältere libvips-Versionen existiert kein Workaround.

Ob eine Anwendung bereits angegriffen wurde, lässt sich kaum feststellen; das Advisory nennt keinen verlässlichen Indikator. Das Rails-Team empfiehlt betroffenen Betreibern daher, alle Geheimnisse als kompromittiert zu behandeln, die der Rails-Prozess lesen konnte: secret_key_base, den Master-Key samt aller in credentials.yml.enc gespeicherten Werte, Datenbank- und Storage-Zugangsdaten sowie Tokens externer Dienste.

Die Reihenfolge zählt: erst die gepatchte Version vollständig ausrollen, dann rotieren, sonst kann ein Angreifer die frischen Schlüssel gleich wieder mitlesen. Der Wechsel des secret_key_base macht bestehende Sitzungen ungültig, alle Benutzer müssen sich neu anmelden. Beim Tausch des Master-Keys müssen auch die Inhalte der Credentials erneuert werden; dieselben Passwörter lediglich mit einem frischen Schlüssel neu zu verschlüsseln hilft nicht, denn ein Angreifer kann sie bereits im Klartext besitzen.

Die technischen Einzelheiten der Angriffskette hält das Rails-Team bewusst zurück und will sie spätestens am 28. August 2026 im Forum für Sicherheitsankündigungen veröffentlichen. Die Begründung: Details würden an der Update-Entscheidung nichts ändern, Angreifern aber die Arbeit erheblich erleichtern. Auch die Entdecker beschreiben ihre Funde bislang nur in Umrissen.

Warten sollte auf diese Veröffentlichung niemand. Die vorliegenden Informationen genügen, um zu klären, ob eine Anwendung betroffen ist, und das Update samt Schlüsselrotation anzustoßen. Versierte Angreifer können den Patch ohnehin schon jetzt mit den verwundbaren Versionen vergleichen.

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(who)



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Deutsch-französische Initiative soll Autoindustrie stärken


Deutschland und Frankreich bereiten nach Angaben von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil einen Vorstoß zur Unterstützung der europäischen Autoindustrie vor. Man sei dazu „auf den Schlussmetern einer Einigung“, was er mit vorantreibe und auch sehr begrüße, sagte der SPD-Chef auf eine entsprechende Frage am Rande der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Bangkok. Was aber auch dazugehöre, wenn man die Rahmenbedingungen für die europäischen Automobilkonzerne verbessere, sei, „dass es dann klare Zusagen gibt für Standortinvestitionen und auch für die Beschäftigten“.

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Klingbeil sagte, dazu liefen noch Gespräche. Er nannte als Aspekte des Pakets unter anderem „Schutzmechanismen im Umgang mit China“ und Kaufanreize für Elektroautos mit einem Fokus auf europäische Hersteller. Nach einem Bericht des Handelsblatts wollen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron außerdem das EU-weite Verbot von Verbrennungsmotoren noch stärker lockern als bisher geplant.

Die EU-Kommission hatte im Dezember 2025 vorgeschlagen, auch nach 2035 in der EU Autos mit Verbrennungsmotor neu zuzulassen – eine Abkehr vom eigentlich ausgehandelten Verbrenner-Aus. Dafür hatte sich Deutschland eingesetzt. Ein deutsch-französisches Papier sieht laut „Handelsblatt“ jetzt unter anderem vor, dass die Hersteller ihre durchschnittlichen Emissionen ab 2035 nur noch um 90 Prozent reduzieren müssten, ohne die restlichen 10 Prozent kompensieren zu müssen. So könnten sie weiter neue Benzin- und Dieselfahrzeuge verkaufen, solange ihre Neuwagenflotte den Grenzwert einhält.

Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge verurteilt eine geplante deutsch-französische Vereinbarung zur Stützung der heimischen Autoindustrie als kontraproduktiv. „Bundeskanzler Friedrich Merz schafft mit dem Verbrenner-Deal einen zusätzlichen Bremsklotz für die deutschen Automobil-Standorte“, sagte sie der dpa in Berlin.

„Wir müssen nun mit voller Kraft in das E-Auto investieren, in Zukunftstechnologien, wie Batterietechnik, verbraucherfreundliches Laden, E-Autos als Speicher für unser Energiesystem oder autonomes Fahren“, argumentierte Dröge. Der deutsche Standort könne weiter mitspielen, wenn Merz aber so weitermache, entstünden die guten Jobs für Batteriezellen und Elektroautos anderswo. „Gerade einmal zehn Wochen nach dem heißesten Sommer und den größten Waldbränden in Europa opfern Merz und Macron die Klimaschutzziele im Verkehr.“

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(mfz)



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Straßen aus Asphalt mit recyceltem Kunststoff können länger halten


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Forscher der Pennsylvania State University (Penn State) haben herausgefunden, dass Asphalt, dem recycelter Kunststoff beigemischt ist, als Straßenbelag länger hält als herkömmlicher Asphalt. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der haltbarere Belag über die Nutzungsdauer enthaltende Kunststoffpartikel als Mikroplastik weniger stark freigibt.

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Die Forscher der Penn State versetzten Asphalt mit Polyethylen mit geringer Dichte (Low-density Polyethylene – LDPE), indem sie Kunststoff mit Gesteinskörnung, wiederverwertetes Asphaltmaterial (Ausbauasphalt) zusammen mit einem Bindemittel zum Zusammenhalt des Materials mischten. Die grundlegende Idee dahinter ist, Kunststoffe im großen Stil wiederzuverwenden und von Mülldeponien fernzuhalten. Außerdem könne der Kunststoff die Eigenschaften des Asphalts verbessern, wie die Wissenschaftler in der Studie „Microplastics release from recycled plastic modified asphalt: Detection, characterization, and environmental implications“ schreiben, die im Journal of Cleaner Production erschienen ist.

Im Labor führten die Forscher zwei Tests mit dem neuen Asphalt im Labor durch, um festzustellen, wie haltbar er bei einer andauernden Verkehrsbelastung ist. Ausprobiert haben die Forscher auch, inwieweit die Witterung dem Material zusetzt und ob die Plastikpartikel über die Nutzungsdauer als gesundheitsschädliches Mikroplastik wieder freigegeben werden. In dem „Hamburg Wheel Tracking Test“ rollen Stahlräder über Asphaltproben, die in heißem Wasser liegen. Damit soll eine Verkehrsbelastung zusammen mit Hitze und Feuchtigkeit nachgeahmt werden. In dem „Moisture-Induced Stress Tester“ wurde der Asphalt hoher Hitze, Feuchtigkeit und immer wieder hydrostatischem Wasserdruck ausgesetzt. Nach den Tests sammelten die Wissenschaftler die durch die Einwirkungen freigesetzten Partikel ein und untersuchten sie auf ihren Kunststoffgehalt.

Das dabei angewendete Untersuchungsverfahren ist aufwendig. Zunächst erstellten die Forscher aus den chemischen Signaturen der ursprünglichen Asphaltbestandteile eine Referenzbibliothek. Die Größe der Partikel des Abriebs vermaßen sie mithilfe von Infrarot-Bildgebungsverfahren und verglichen die Partikel mit den chemischen Referenzmaterialien. Das Team konnte so Partikel identifizieren, die dem im urspünglichen Asphalt enthaltenen LDPE ähnelten. Um die Proben miteinander vergleichen zu können, setzten die Wissenschaftler die Gesamtfläche der identifizierten, LDPE-ähnlichen Partikel ins Verhältnis zum Gewicht des untersuchten Asphalts.

Die Forscher der Penn State fanden heraus, dass der mit recyceltem Kunststoff versetzte Asphalt besser hielt und insgesamt weniger Abrieb erzeugte als gleicher Asphalt ohne LDPE. Die Wissenschaftler schließen aus dieser Eigenschaft, das auch grundsätzlich nur wenig Mikroplastik unter Belastung abgegeben wird. Die Forscher sehen allerdings die Notwendigkeit, eine Feldstudie mit Belastungstests unter realen Bedingungen durchzuführen, um genaue Aussagen treffen zu können. Ausschließen, dass doch mehr LDPE-Kunststoff in Form von Mikroplastik freigesetzt wird, können die Forscher deshalb bisher nicht.


(olb)



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Volkswagen bereitet Rückruf für verschiedene Elektroautos vor


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Bei Volkswagen bahnt sich offenbar ein Rückruf von Elektroautos an. Durch Fehler in der Produktion bei einzelnen Batteriezellen, die Volkswagen von einem Zulieferer bezog, kann sich die Temperatur im ungünstigsten Fall so weit erhöhen, dass ein Brand entsteht. Das berichten unter anderem die auto motor und sport sowie das Handelsblatt.

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Betroffen sind demnach die VW-Modelle ID.3, ID.4 und der Cupra Born, doch es ist nicht ausgeschlossen, dass weitere Autos auf dieser Plattform MEB dieses Problem haben. Wichtig ist, dass offenbar nicht alle Autos dieser Baureihen betroffen sind. Volkswagen kläre das intern und wolle dann eine Rückrufaktion über das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) starten. Wie eine konkrete Lösung in den Werkstätten aussehen soll, ist noch nicht geklärt. Intern trage die Maßnahme den Namen „93MF“.

Als erste Maßnahme wird in den betroffenen Autos der Battery-Care-Modus dauerhaft aktiviert. Er begrenzt den Ladestand auf maximal 80 Prozent. Im normalen Betrieb ist er standardmäßig eingeschaltet und muss von den Nutzern im Bedarfsfall deaktiviert werden. Diese Möglichkeit wird mit einem Softwareupdate temporär unterbunden, bis geklärt ist, wie sich das Problem lösen lässt. Einige Nutzer wurden in der App aufgefordert, die Batterie nicht mehr komplett zu laden. In den USA läuft bereits eine entsprechende Rückrufaktion, in Großbritannien bereitet Volkswagen sie vor. Auf dem US-Markt sind insgesamt 22.000 ID.4-Fahrer aufgefordert, vorerst nur bis maximal 80 Prozent zu laden.

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(mfz)



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