Selbstbewusster bluten jetzt auch mit o.b. › PAGE online
»Für alle Tage«: Die erste Kampagne der Ogilvy Group Germany für o.b. ist erschienen. Sie hat Energie und holt die weltweit äußerst erfolgreiche Tamponmarke ins Jetzt – und auf einen Boden, den andere zuvor bereitet haben.
Bild: Tian.sthr
Schicke Menstruationsunterwäsche von Ora, in der sich leicht bekleidete, illustrierte Damen rekeln, coole Menstruationscups, juicy »Lippenbekenntnisse« von BBDO und sogar Pantone hat bereits vor Jahren ein Menstruationsrot herausgebracht, um zu unterstützen, dass ohne Scham über Menstruation gesprochen wird.
Jetzt zieht o.b., eine der größten Marken in Sachen Menstruation weltweit, nach. Unglaubliche zwei Milliarden Tampons werden jährlich in Wuppertal-Heckinghausen hergestellt und in mehr als 40 Länder exportiert.
1950 gegründet, hat sich o.b. (dessen Abkürzung für »ohne Binde« steht) in der Kommunikation bisher ganz auf seine Rolle als Klassiker verlassen. Die Marke hat sich in verschiedenen Blautönen präsentiert, mit einem leicht frischen, aber vor allem klinischen Touch. Abgesehen von Limited Editions sind die Tampons bis heute dezent verpackt.
Doch das Verhältnis zum weiblichen Körper hat sich verändert. Junge Marken sind auf den Markt gestürmt, die sich vehement gegen die Scham stemmen, mit der die Menstruation so lange belegt war, die sich augenzwinkernd, frech oder auch mal freizügig geben.
Und o.b. zieht jetzt nach.
ob, ob, ob …
Nachdem WPP, die Agenturgruppe zu der die Ogilvy Group gehört, den globalen Etat von Kenvue, dem weltweit umsatzstärksten Anbieter im Bereich Consumer Health, gewonnen hat, zu dem o.b. gehört, ist jetzt die erste große Kampagne erschienen.
Und das für Deutschland, Tschechien, Polen, Ungarn und die Slowakei – und mit der neuen Markenplattform »o.b. für alle Tage«.
Das Team, das sie entwickelt hat, bestand aus Kreativen von Ogilvy, thjnk und loved und wendet sich besonders auch an junge Frauen und die folgenden Generationen.
Das o.b. dabei in ein »ob« zu verwandeln, was sich mannigfach wiederholt, ist eine clevere Idee.
»ob Durchhängen, ob Durchziehen, ob Hitzewellen, ob Druckwellen, ob, ob, ob … o.b.» heißt es in der Kampagne, die verschiedene Gemütszustände, die man während der Menstruation haben kann, anspricht.
Schön platziert in einem der Spots ist das T-Shirt einer jungen Frau mit dem wohlbekannten, feministischen Spruch »Anything you can do, I do bleeding«.
Das Türkisblau, für das o.b. so bekannt ist, wird jetzt mit einem kräftigen Rot kombiniert und rückt so ein wenig von dem klinisch-sauberen Image der Marke ab – und in eine Zeit hinein, in der die Menstruation längst kein Tabu mehr ist.
Ganz im Gegenteil wird Menstruation als Teil der Selbstermächtigung gefeiert.
Und da ist o.b. jetzt auch dabei. Das ist nicht revolutionär, aber es war Zeit.