Apps & Mobile Entwicklung
Snapdragon X2 Plus: Qualcomm erweitert Aufgebot um 10- und 6-Kern-Chip
Noch vor der Verfügbarkeit erster Endgeräte mit Snapdragon X2 Elite und Extreme erweitert Qualcomm zur CES 2026 das Portfolio um neue Chips mit 10 respektive 6 CPU-Kernen des eigens entwickelten Typs Oryon 3 unter der Bezeichnung Snapdragon X2 Plus. Auch für die kleineren Ableger behält Qualcomm die 80 TOPS starke NPU bei.
Mit dem Snapdragon X2 Plus setzt Qualcomm die Markteinführung neuer Ableger vergleichbar zur ersten Generation Snapdragon X fort. Auf die stärksten Elite folgten damals die Mittelklasse-Ableger Snapdragon X Plus, bevor später die Snapdragon X ohne weiteren Namenszusatz an der Reihe waren. Das zeichnet sich auch beim Snapdragon X2 ab, wobei heute nur die neuen Snapdragon X2 Plus offiziell sind.
Gesetzt ist immer die 80-TOPS-NPU
Für den Snapdragon X2 Plus hat Qualcomm Veränderungen an den CPU-Clustern, davon abgeleitet Veränderungen an den Caches, und in letzter Instanz Anpassungen an der GPU vorgenommen. Nicht verändert hat das Unternehmen aber die Leistungsfähigkeit der NPU. Diese verbleibt bei den bekannten 80 TOPS (INT8) und bietet damit durch die Bank 78 Prozent mehr Leistung.
Wichtig war Qualcomm bei der letzten Generation des Snapdragon X Elite sowie den kleineren Ablegern Snapdragon X Plus und Snapdragon X, dass alle Leistungsstufen des Chips mit einer identisch starken NPU ausgerüstet sind, um On-Device-AI unter Windows 11 für Arm zu ermöglichen und die Zertifizierung für Copilot+ PC zu erhalten. Diesen Ansatz verfolgt das Unternehmen auch bei der neuen Generation, wobei es seitens Microsoft keine neuen Mindestanforderungen für erweiterte KI-Funktionen unter Windows 11 gibt.
Qualcomm reduziert Oryon-3-CPU auf 10 und 6 Kerne
Die Anpassungen aufseiten der CPU erfolgen durch eine Reduzierung der Cluster, der Kerne im Cluster und des Takts. Der Snapdragon X2 Plus kommt in den zwei neuen SKUs X2P‑64‑100 und X2P‑42‑100. Dem „64“ bleiben 10 CPU-Kerne, die sich in ein Prime-Cluster mit 6 Kernen und ein Performance-Cluster mit 4 Kernen unterteilen. Das sind 2 Performance-Kerne weniger als beim kleinsten Ableger des X2 Elite (X2E‑80‑100).
Dem X2P‑42‑100 bleiben insgesamt 6 CPU-Kerne, wobei Qualcomm hier ein Prime-Cluster verbaut und gänzlich auf Performance-Kerne verzichtet. Davon abgeleitet fällt der Total Cache der Plattform kleiner aus, Qualcomm gibt 34 MB respektive 22 MB an.
35 Prozent höhere Single-Core-Leistung
Was hingegen bereits vorliegt, sind erste Leistungsangaben im Vergleich zum vorherigen „64“ und „42“. Der alte „64“ kam dabei ebenfalls auf 10 Kerne, der alte „42“ bot allerdings sogar 8 Kerne.
Qualcomm gibt für die jeweils bis zu 4,0 GHz schnellen Chips eine Single-Core-Leistungsverbesserung von 35 Prozent an. Das 10-Kern-Modell biete darüber hinaus eine 17 Prozent höhere Multi-Core-Leistung, das 6-Kern-Modell noch ein Plus von 10 Prozent. Erste von Qualcomm für den X2P‑64‑100 bereitgestellte Benchmark-Ergebnisse im Geekbench 6.5 und Cinebench 2024 zeigen zudem, wo sich die Neuzugänge in Relation zum Snapdragon X2 Elite und Extreme einsortieren.
GPU mit weniger Slices und HPM
Aufseiten der GPU hat Qualcomm die Anzahl der Slices und davon abgeleitet den dedizierten High Performance Memory (HPM) der Grafikeinheiten reduziert, die Architektur bleibt aber gleich. Alle Angaben liegen noch nicht vor, aber Qualcomm wirbt mit 29 Prozent mehr GPU-Leistung für den X2P‑64‑100 im Vergleich zum X1P‑64‑100 und 39 Prozent mehr GPU-Leistung für den X2P‑42‑100 gegenüber dem X1P‑42‑100.
Zur Ankündigung der neuen Chips gibt es keine zugehörigen Partner-Vorstellungen neuer Notebooks. Während für den Snapdragon X2 Elite und Extreme zur CES die ersten Notebook-Hersteller ihre Geräte zeigen und weitere im Laufe des ersten Halbjahres folgen sollen, ist beim Snapdragon X2 Plus entsprechend später damit zu rechnen.
Technische Daten des Snapdragon X2 Plus
ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Qualcomm unter NDA im Rahmen einer Veranstaltung des Herstellers in New York erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers oder eine Verpflichtung zur Berichterstattung bestand nicht. Die einzige Vorgabe aus dem NDA war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.
Apps & Mobile Entwicklung
Auto-Notrufsystem: NG eCall mit LTE-Unterstützung geht bei Netzbetreibern online

Das Auto-Notrufsystem der nächsten Generation geht heute bei den drei großen Netzbetreibern in Deutschland parallel zur alten Lösung online. NG eCall (Next Generation Emergency Call) setzt nicht mehr auf das alte 2G-Netz, dessen Abschaltung bevorsteht, sondern kommt mit LTE-Unterstützung und mehreren Verbesserungen.
Der seit dem 31. März 2018 für alle neuen Pkw-Modelle und leichte Nutzfahrzeuge verpflichtende eCall kann bei einem Unfall automatisch einen Notruf auslösen und überträgt dabei eine Reihe essenzieller Informationen wie unter anderem Unfallzeitpunkt, Standort und Fahrtrichtung. Parallel dazu wird eine Sprachverbindung aufgebaut, falls Insassen im Fahrzeug noch ansprechbar sind. Der eCall lässt sich über eine entsprechend markierte Taste im Auto auch (von Dritten) manuell auslösen.
2G-Abschaltung ab Sommer 2028
Der aktuelle eCall basiert noch auf dem bald 40 Jahre alten 2G-Netz, das über die kommenden Jahre bei allen Netzbetreibern abgeschaltet werden soll. Bei der Deutschen Telekom ist dies für Juni 2028 geplant, während Vodafone im September 2028 damit anfangen will, bevor bis Ende 2030 auch die Abschaltung bei kritischen IoT-Systemen wie dem eCall geplant ist. Telefónica hat noch keinen Termin für die 2G-Abschaltung genannt.
NG eCall setzt auf LTE
Nach rückt deshalb der NG eCall, der auf das neuere LTE-Netz setzt und perspektivisch auch 5G unterstützen soll. Bei der Deutschen Telekom, Vodafone und Telefónica ist dafür heute der Startschuss erfolgt. Im Mobilfunknetz von 1&1 besteht derzeit kein Bedarf für diese Funktion, da aktuell noch keine Verträge für Flotten-SIM-Karten mit Fahrzeugherstellern bestehen. Sobald sich entsprechende Partnerschaften ergeben, will auch 1&1 den neueren NG eCall implementieren.
Der NG eCall ist seit Januar dieses Jahres für Autohersteller verpflichtend. Zunächst gilt die Regelung für neue Fahrzeugmodelle, die nur damit eine Zulassung erhalten können. Im kommenden Jahr soll der NG eCall auf alle Neufahrzeuge ausgeweitet werden.
Breiterer Datenkanal für mehr Informationen
Mit der nächsten Generation des Auto-Notrufsystems soll der Rufaufbau deutlich schneller erfolgen. Aufgrund des moderneren Netzes bestehen auch keine Einschränkungen mehr bei der Datenübertragung, sodass den Netzbetreibern zufolge auch neue Anwendungen möglich seien. Zum Beispiel ließen sich medizinische Daten der Insassen oder Live-Bilder aus dem Fahrzeug übertragen. Ziel sei es, Rettern schon vor dem Eintreffen am Unfallort einen Überblick zu verschaffen, damit diese sich schon während der Fahrt auf den Einsatz vorbereiten können.
Parallelbetrieb geplant
Die heutige Aktivierung von NG eCall bedeutet nicht das sofortige Aus des alten eCall. Vorgesehen ist ein Parallelbetrieb beider Generationen. Der Nachfolger kommt zum Einsatz, wenn sowohl die Fahrzeuge als auch die Leitstellen das neue System unterstützen. Trifft dies nicht zu, wird der Notruf über das alte System abgewickelt.
Apps & Mobile Entwicklung
Amazon: E-Books künftig auch als DRM-freies Epub und PDF

Amazon steht offenbar vor einer Kehrtwende und will künftig im eigenen Online-Shop angebotene E-Books auch im Epub- und PDF-Format bereitstellen – allerdings nur ohne DRM, dafür aber sogar herunterladbar. Einen offiziellen Grund für das Umdenken hat das Unternehmen bisher nicht genannt.
Plötzlicher Sinneswandel?
Die Abkehr von der bisherigen Praxis, vor allem auf eigene Formate zu setzen, geht aus einem Bericht von Good E Reader hervor. Bereits im Dezember des vergangenen Jahres soll Amazon Verlage und Selfpublishing-Autoren, die Bücher über Kindle Direct Publishing im Kindle Bookstore einreichen, über diesen Schritt informiert haben. Dem Artikel zufolge bleibt es den Verlagen und Autoren zudem freigestellt, ob sie ihre Bücher künftig mit oder ohne digitales Rechtemanagement veröffentlichen möchten.
Nur ungeschützte Bücher erhalten Option
Ungeschützte Bücher sollen dabei künftig über „Meine Inhalte und Geräte verwalten“ heruntergeladen werden können – eine überraschende Entscheidung, da Amazon diese Funktion zur Sicherung eigener Bücher erst vor rund einem Jahr eingestellt hatte. Der Zugriff auf die angebotenen EPUB- oder PDF-Dateien ist jedoch nur für verifizierte Käufer eines digitalen Buches möglich. Für über Kindle Unlimited angebotene Inhalte gilt die Download-Funktion weiterhin nicht, auch wenn diese kein DRM besitzen sollten. An der Ausrichtung der Kindle-Reader ändert sich dadurch allerdings nichts, das Epub-Format wird weiterhin nicht nativ unterstützt, eine Umwandlung bleibt somit erforderlich.
Verlage können wählen
Verlage und Autoren können ihre Werke künftig kennzeichnen, um Käufer über die Unterstützung der zusätzlichen Formate zu informieren. In der Vergangenheit hatte Amazon auch von Verlagen oder Autoren ohne Schutz versehene Bücher mit dem eigenen DRM versehen, wodurch sich diese nicht auf Lesegeräte außerhalb des Amazon-Ökosystems übertragen ließen. Auf Tablets bestand immerhin die Möglichkeit, entsprechende Inhalte über die Kindle-App zu lesen.
Für bereits im Shop verfügbare Bücher bietet der Online-Händler Urhebern nun die Option an, diese in die beiden neu unterstützten Formate zu konvertieren. Für Bücher, die ab dem 9. Dezember 2025 veröffentlicht wurden, erfolgt die Konvertierung automatisch. Autoren und Verlage müssen dabei jedoch explizit angeben, dass eine DRM-freie Version erstellt und angeboten werden soll. Bei vor diesem Datum veröffentlichten Büchern muss die Umwandlung manuell angestoßen werden.
Kritik endlich gehört?
Lange Jahre wurde Amazon dafür kritisiert, digitale Bücher nur im eigenen Format für das eigene Öko-System anzubieten und damit Käufer an die eigenen Kindle-Reader zu binden. Mit der nun angekündigten Änderung können auch Nutzer anderer E-Book-Reader wie PocketBook oder Tolino auf Amazon-Titel zugreifen. Damit werden auch viele Selfpublisher-Bücher, die bislang ausschließlich im Amazon-Katalog verfügbar waren, auf weiteren Geräten lesbar. Warum das Unternehmen seine Haltung zu offenen Formaten geändert hat, bleibt bislang unklar.
Apps & Mobile Entwicklung
Neue KI-Siri im Frühjahr: Apple soll fast alle versprochenen Funktionen nachliefern

Auch zu Beginn des Jahres 2026 ist Siri bislang keine KI-Sprachassistentin. Erwartet vor einem Jahr, soll das große KI-Update nun im Frühjahr an den Start gehen und fast alle versprochenen Funktionen von zwei Jahren Versprechen nachliefern. Nur die App-Steuerung soll weiter auf sich warten lassen.
Neue Siri schon dieses Frühjahr
Noch bevor der Konzern einen neuen Siri-Chatbot vorstellen könnte, soll Bloomberg zufolge die lange erwartete KI-Siri veröffentlicht werden. Hier haben Google und Apple erst kürzlich eine Partnerschaft angekündigt, das Update der neuen KI-Siri wird mit iOS 26.4 in den kommenden Wochen erwartet. Aktuell testet der Konzern noch iOS 26.3.
Versprochene Funktionen werden nun nachgeliefert
Die Funktionen der neuen KI-Siri sollen die Versprechen des Konzerns aus Juni 2024 erfüllen: Dort hatte Apple vollmundig eine neue Siri angekündigt, die den Bildschirm begreifen, Apps steuern und auf Dateien/Termine des Nutzers zurückgreifen kann. Erschienen sind bisher jedoch nur ein neues Design und ein etwas verbessertes Sprachverständnis. Wirklich einlösen konnte der Konzern seine KI-Versprechen bisher nur bei anderen Teilen von Apple Intelligence, der KI-Suite für Schreibtools, Bildgenerierung und Zusammenfassungen in Apps.
Apple begann Arbeit von vorne
Der Konzern hat Fehler im Laufe der vergangenen Monate mehr oder weniger eingestanden, ist zurück ans Reißbrett und hat laut Gerüchten von vorn angefangen, um eine neue KI-Siri mit den zuvor versprochenen Funktionen zu entwerfen: Ursprünglich wollte der iPhone-Entwickler die bis heute existierende Nicht-KI-Siri nur um ein KI-Standbein erweitern, das für die neuen Aufgaben zuständig ist. Doch dieser Ansatz ging nicht auf, die Umsetzung blieb intern deutlich hinter den Erwartungen zurück und war zu unzuverlässig.
Apple verschob die Veröffentlichung auf dieses Jahr, ohne einen konkreten Zeitpunkt zu nennen. Schlussendlich wurde sogar der KI-Chef entmachtet und ersetzt. Mittlerweile liegt Siri in der Zuständigkeit der Softwareabteilung, die auch an iOS, iPadOS und macOS arbeitet.
Fast alle Funktionen dann ausgeliefert
All diese Ereignisse könnten bald Früchte tragen: Diesen Frühjahr soll Siri laut Bloomberg den Bildschirm verstehen, auf persönliche Daten zugreifen können und das Internet selbst durchsuchen dürfen, um Informationen zu zitieren. Diese Funktionen werden, wie bereits erwähnt, auch in der Chatbot-Siri verfügbar bleiben. Demnach holt Apple damit in Kürze eine Großzahl seiner Versprechen von vor zwei Jahren nach. Bis Siri dann auch wie versprochen das iPhone steuern darf, wird es jedoch wohl noch bis iOS 27 dauern – dann soll Siri auch gleichzeitig zum Chatbot werden. Damit könnte Apple seine Versprechen aus dem Juni 2024 eventuell sogar übertreffen – aber hier gilt es abzuwarten. Denn Ankündigungen gab es schließlich schon sehr viele.
-
Entwicklung & Codevor 2 MonatenKommandozeile adé: Praktische, grafische Git-Verwaltung für den Mac
-
UX/UI & Webdesignvor 3 MonatenArndt Benedikt rebranded GreatVita › PAGE online
-
Künstliche Intelligenzvor 4 WochenSchnelles Boot statt Bus und Bahn: Was sich von London und New York lernen lässt
-
Entwicklung & Codevor 1 MonatKommentar: Anthropic verschenkt MCP – mit fragwürdigen Hintertüren
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenGoogle „Broadwing“: 400-MW-Gaskraftwerk speichert CO₂ tief unter der Erde
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 2 MonatenFast 5 GB pro mm²: Sandisk und Kioxia kommen mit höchster Bitdichte zum ISSCC
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 2 MonatenHuawei Mate 80 Pro Max: Tandem-OLED mit 8.000 cd/m² für das Flaggschiff-Smartphone
-
Social Mediavor 1 MonatDie meistgehörten Gastfolgen 2025 im Feed & Fudder Podcast – Social Media, Recruiting und Karriere-Insights

