Online Marketing & SEO
So trackst Du ChatGPT & Co.
AI verändert, wie Menschen suchen und Informationen finden. Viele Nutzer stellen ihre Fragen nicht mehr direkt in der Suchmaschine, sondern an ChatGPT, Gemini oder Googles AI-Features. Das bedeutet: Ein Teil Deiner Sichtbarkeit und Markenwahrnehmung findet außerhalb Deiner Website statt. In meinem Blogpost zeige ich Dir, wie Du AI Traffic analysierst und für Dich nutzen kannst.
Jeder Schritt ein Datenpunkt: Wie AI Tracking digitalen Fußabdrücke im Cyber-Dschungel sichtbar macht. Quelle: Gemini, AI Generated.
Die wichtigsten Erkenntnisse vorab:
- AI ist ein eigenständiger Sichtbarkeits- und Relevanzkanal: Auch ohne messbare Klicks prägen LLMs (z. B. ChatGPT, Gemini) und Googles AI-Features die Markenwahrnehmung maßgeblich – häufig außerhalb der eigenen Website und als klassische Zero-Click-Interaktion.
- Tracking ist nur indirekt möglich, aber dennoch wertvoll: Über Referral-Traffic aus LLMs, synthetisches Prompt-Tracking und spezialisierte Tools lassen sich zumindest Trends erkennen, etwa zu markenrelevanten Themen, Antwortstabilität und potenziellen Einstiegsseiten.
- Googles AI-Overview & AI-Mode bleiben eine Blackbox: Es gibt keine saubere Klick- oder Verlaufsanalyse; verfügbar sind nur Momentaufnahmen der Sichtbarkeit. Besonders relevant sind die ersten beiden Positionen, alle weiteren verlieren stark an Aufmerksamkeit.
- Logfile-Analysen von AI-Bots liefern strategische Hinweise: Die Analyse von Crawling-Aktivitäten zeigt, welche Inhalte für AI-Systeme besonders relevant sind, potenziell in Trainingsdaten einfließen und ob zentrale Brand-Themen überhaupt von Maschinen erkannt werden.
Raus aus der Blackbox, rein ins KI-Wissen!
Wenn Deine Inhalte in den AI-Systemen nicht auftauchen, verlierst Du potenzielle Reichweite, ohne es überhaupt zu merken. Gleichzeitig bieten diese Systeme kaum transparente Daten. Wir brauchen daher neue Wege, um herauszufinden:
- ob Deine Brand in AI-Antworten erscheint,
- welche Inhalte LLMs als relevant einstufen,
- und wie viel Traffic über AI-Systeme tatsächlich auf Deiner Website landet.
Kurz gesagt: Ohne AI-Tracking tappst Du in einer Blackbox, während ein wachsender Teil der Nutzerentscheidungen längst in AI-Interfaces getroffen wird.
Ist das AI-Tracking für Deine Website relevant?
Mit ChatGPT, Gemini und anderen AI-Systemen hat sich das Suchverhalten deutlich verschoben. Navigationale Suchanfragen laufen weiterhin klassisch über Google. Doch alles, was Informationen, Beratung oder komplexe Fragen betrifft, landet zunehmend in LLMs. Die Nutzerzahlen wachsen rasant – besonders ChatGPT verzeichnet weiter enormes Wachstum.
Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Nutzer Antworten erhalten, ohne Deine Website überhaupt besuchen zu müssen. Viele Antworten in LLMs entstehen ausschließlich aus den Trainingsdaten, ohne dass eine Live-Suche stattfindet. In diesen Fällen nennt das Modell keine Quellen – der Nutzer sieht also nicht, woher die Information stammt, und es entsteht auch kein Traffic für Deine Website.

Bei vielen informationellen Suchen in ChatGPT werden keine Links zu Quellen referenziert.
Trotzdem kann Deine Brand an dieser Stelle sichtbar werden. Sobald der Prompt Deine Marke oder ein konkretes Produkt enthält, liefert das LLM häufig eine direkte Antwort, ohne dass ein Link nötig ist. Genau daraus entsteht die typische Zero-Click-Suche: Die Frage wird vollständig im Chat beantwortet, und der Nutzer hat keinen Grund, weiter zu klicken.

Bei der Suche nach Infos zu einer Brand wird diese in der Antwort erwähnt – aber die Quelle nicht verlinkt.
Klar ist: Auch ohne Klicks beeinflussen diese Antworten, wie Nutzer Deine Brand wahrnehmen – und genau deshalb lohnt sich AI-Tracking.
Diese AI-Systeme solltest Du tracken
Bevor Du ins Tracking einsteigst, solltest Du klären, welche Arten von AI-Systemen für Dich relevant sind. Jede dieser Quellen funktioniert anders, hat ihre eigenen Grenzen und liefert unterschiedliche Hinweise darauf, wie Nutzer mit Deiner Brand interagieren. Deshalb lohnt es sich, sie getrennt zu betrachten.
Die wichtigsten Systeme, auf die Du Dich konzentrieren solltest, sind:
- LLMs wie ChatGPT, Gemini, Perplexity
- Googles AI-Overview und AI-Mode
- AI-Bots, die Deine Website crawlen
AI-Funktionen in Betriebssystemen, Browsern oder Social Media lassen wir bewusst außen vor. Sie sind zu individuell integriert und aktuell kaum sinnvoll zu tracken.
Tracking von LLMs
LLMs wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity bieten Webseitenbetreibern aktuell keine eigenen Tracking-Daten. Wir sehen weder, wie oft Deine Brand in Antworten auftaucht, noch welche Prompts vorher gestellt wurden.
Auch Gemini und Perplexity liefern bisher keine direkten Einblicke – vermutlich, weil die Aufbereitung solcher Daten komplex wäre. Es ist aber gut möglich, dass zumindest Gemini künftig Daten über Search Console oder Analytics bereitstellt.
Für Dich als Webseitenbetreiber bedeutet das erstmal: Wir wissen nicht exakt, wo und wie Deine Inhalte in LLMs erscheinen. Trotzdem gibt es Wege, die Blackbox ein Stück weit zu öffnen.
Was der Referral-Traffic verraten kann
Ein erster Ansatz ist die Analyse des Referral-Traffics. Wenn Nutzer über ChatGPT, Gemini oder andere LLMs auf Deine Website kommen, erkennst Du das in Google Analytics. Besonders spannend ist, auf welchen Landingpages diese Zugriffe landen. Häufen sich Treffer auf bestimmten Ratgebern, Kategorien oder Produkten, lässt das Rückschlüsse auf die Art der Prompts zu, die Nutzer vorher gestellt haben.
Gleichzeitig kannst Du einschätzen, wie relevant LLM-Optimierung für Dich ist, indem Du die Zahlen mit anderen Kanälen vergleichst. Es ist kein perfekter Blick hinter die Kulissen – aber ein sehr nützlicher Indikator.
Eine Anleitung zum Tracking von Referral Traffic über LLMs findest Du bei Semrush.
Prompt-Tracking als ergänzende Perspektive
Neben dem realen Traffic kannst Du auch mit sogenannten „synthetischen“ Prompts arbeiten. Tools wie Rankscale.ai erstellen automatisierte W-Fragen zu einem Keyword und analysieren, wie LLMs darauf antworten. Trotz der Befürchtung, dass die Ergebnisse je nach „AI-Tagesform“ stark schwanken könnten, zeigen Tests:
Die Antworten bleiben inhaltlich unserer Erfahrung nach meist stabil – selbst wenn sie sprachlich variieren. Besonders Gemini liefert sehr konsistente Resultate. Für Trends und Sichtbarkeitseinschätzungen kann Prompt-Tracking also durchaus sinnvoll sein.
Wie Du passende Prompts findest
Um die richtigen Prompts zu identifizieren, lohnt sich ein Blick in Tools wie Sistrix oder Rankscale. Sie greifen häufig auf W-Fragen-Daten oder eigene Datenbanken zurück.
Zwei einfache Rechercheansätze bringen Dich schnell weiter:
- Was wird zu Deiner Brand häufig gesucht?
- Welche Fragen gibt es rund um Dein Produktportfolio?
Gerade bei Brand-bezogenen Fragen ist die Chance hoch, dass Deine Domain als Quelle genannt oder verlinkt wird – sofern das LLM live recherchiert.

Bei der Frage zu den Rücksendebedingungen für Zalando werden diese (aber auch andere) oft auch als Quelle angegeben.
Wo diese Methoden an Grenzen stoßen und welche Fallstricke es gibt, schauen wir uns später im Artikel noch genauer an.
Tracking von AI-Overview und AI-Mode
Beim Tracking der Google-Systeme wird es deutlich schwieriger. Im AI-Overview und im AI-Mode lassen sich Klicks nicht sauber erfassen, weil sich der Referral-Traffic technisch nicht vom klassischen organischen Traffic unterscheiden lässt. Eine direkte Zuordnung ist daher aktuell unmöglich.
Edit: Kaum nehmen wir den Stift in die Hand, tut sich hier etwas. Bei einigen Kollegen liefert der AI Overview neuerdings eine Art Parameter (beginnend mit #;~:text=) mit. Es ist zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht vollständig ausgerollt.
Trotzdem gibt es erste Tools, die zeigen, zu welchen Suchanfragen Domains an welcher Position im AI-Overview erscheinen.

Während die insgesamt Anzeigenmenge einer Domain im AI-Overview angezeigt wird, kann man bisher einzelne Rankings nicht im Zeitverlauf beobachten. Quelle: Sistrix
Diese Tools bieten ein hilfreiches Stimmungsbild, haben aber Grenzen: Ihre Daten basieren immer auf der eigenen Keyword-Datenbank des Anbieters. Sehr lange Suchanfragen oder vollständige Sätze werden oft gar nicht erfasst. Wenn Du ein Tool auswählst, solltest Du also unbedingt prüfen, wie groß und aktuell die Datenbasis für den deutschen Markt ist.
Darüber hinaus gibt es einige Besonderheiten, die Du beim Interpretieren der Daten im Hinterkopf behalten solltest.
Die ersten beiden Positionen im AI-Overview sind mit Abstand die relevantesten. Alle weiteren Ergebnisse befinden sich hinter dem „Mehr anzeigen“-Button – und erhalten spürbar weniger Impressionen und Klicks.

Bei der AI-Overview Einbindung sind auf den ersten Blick nur die ersten beiden Links sichtbar.
Ein weiterer Punkt: Rankingverläufe lassen sich bislang nur bedingt tracken. Wir sehen immer nur Momentaufnahmen zu einzelnen Keywords, nicht die Entwicklung über die Zeit.
Und im AI-Mode zeigt sich nach ersten Analysen, dass Google häufig eine Mischung verwendet: Die ersten zehn klassischen Suchergebnisse kombiniert mit den AI-Overview-Ergebnissen.
Alles zusammen führt zu einem klaren Fazit: Für Googles AI-Features existieren bislang keine echten Tracking-Lösungen. Das wird sich vermutlich ändern, sobald Google sein Toolkit erweitert – aber Stand heute bleibt das Thema für uns eine Blackbox.
Tracking von AI-Bots
Neben der Analyse von LLMs und Google-Features lohnt sich ein Blick auf die AI-Bots, die Deine Website crawlen. Sie geben Dir Hinweise darauf, welche Inhalte für Trainingsdaten oder für die Generierung von Antworten eine Rolle spielen könnten. Wenn Du weißt, welche Seiten besonders häufig von diesen Bots aufgerufen werden, bekommst Du ein Gefühl dafür,
- welche Inhalte als besonders relevant eingestuft werden,
- welche Bereiche Deiner Website möglicherweise in Trainingsdaten einfließen, und
- ob wichtige Brand-Themen überhaupt gefunden werden.
Um diese Signale auszuwerten, kannst Du in Deinem Hosting-System die Logfiles aktivieren. Die eigentliche Analyse erfolgt dann idealerweise über ein spezialisiertes Tool wie den Logfile-Analyser Screaming Log. Dort werden die Daten übersichtlich aufbereitet, und Du kannst gezielt einzelne Bots auswählen, um deren Verhalten genauer zu betrachten.

Im Screaming Log sind die meisten AI-Bots im Standard bereits auswählbar.
Wir haben eine Übersicht der Bots zusammengestellt, die sich für diese Auswertung besonders eignen. Nicht alle davon sind nur für AI-Ergebnisse zuständig. Einen dieser Bots musst Du im Tool manuell anlegen, da er standardmäßig noch nicht vorhanden ist.

Den Bot „Google-Extended“ der speziell für Gemini zuständig ist, muss man extra anlegen – allerdings gibt es keine offiziellen Infos zum User-String.
Disclaimer: Google gibt auf ihrer Dokumentation keinen http-String aus, der eine saubere Identifikation in Log-Files zulassen würde. Der von uns angegebene String basiert auf einem häufig zitierten String aus der SEO-Community und von Bot-Detailseiten. Der String kann jedoch laut Google abweichen, da er jeden String der anderen Bots mitverwendet. Falls Du experimentierfreudig bist, hier der String mit dem wir arbeiten:
Mozilla/5.0 AppleWebKit/537.36 (KHTML, like Gecko; compatible; Google-Extended/1.0; +
Die übrigen kannst Du einfach über die Auswahlpfeile hinzufügen oder entfernen. Für eine klare Analyse empfiehlt es sich, wirklich nur die relevanten Bots zu betrachten und andere in einer separaten Auswertung zu behandeln. So vermeidest Du Datenrauschen und erhältst ein deutlich saubereres Bild.
3 Tipps beim Tracking: Chancen und Herausforderungen:
Sobald Du Dich mit dem Tracking von AI-Systemen beschäftigst, merkst Du schnell, dass die Sache komplexer ist als klassisches SEO-Reporting. AI verändert nicht nur das Suchverhalten, sondern auch die Art, wie Du Daten interpretieren kannst. Genau daraus ergeben sich neue Möglichkeiten – aber auch klare Grenzen, die Du kennen solltest.
1. Mit dem Relevanzverlust der KPIs richtig umgehen
Viele klassische SEO-Kennzahlen funktionieren im Kontext von AI nur noch eingeschränkt. Verlässliche Daten sind selten, und oft müssen wir mit W-Fragen oder Proxy-KPIs arbeiten, die nur begrenzt Rückschlüsse auf den eigentlichen Ursprung zulassen
Das wirft grundlegende Fragen auf:
- Sind Klicks, Sichtbarkeit oder Keyword-Rankings noch die richtigen Metriken?
- Welche Kennzahlen werden wir in Zukunft brauchen?
Es ist absehbar, dass sich hier in den kommenden Monaten viel verändern wird. Als SEO ist es wichtig, nah an diesen Entwicklungen zu bleiben – und wir halten Dich selbstverständlich auf dem Laufenden.
2. Achtung vor User Bias
Ein oft unterschätzter Faktor ist der Bias des Nutzers selbst. Schon kleine Unterschiede in der Fragestellung können die Antwort eines AI-Systems massiv verändern. Ein Prompt wie „Welche Kritik gibt es über Netflix?“ erzeugt häufig ein anderes Ergebnis als „Gibt es Kritik gegenüber Netflix?“.
LLMs neigen dazu, den Tonfall und die implizite Haltung des Fragenden aufzugreifen. ChatGPT etwa lobt gern „spannende“ oder „wichtige“ Fragen – eine typisch menschenfreundliche Antwortstrategie. Das bedeutet: Nicht nur was gefragt wird, sondern wie gefragt wird, beeinflusst die Ergebnisse. Für das Tracking macht das die Sache nicht einfacher.
3. Synthetische User Prompts und Unterhaltungen beachten
Ein weiterer Punkt schließt direkt daran an: Wir wissen nicht, wie echte Nutzer in AI-Systemen suchen, weil die Anbieter diese Daten nicht teilen. Deshalb arbeiten wir oft mit „synthetischen“ Prompts aus Tools wie Answer the Public, Sistrix, Semrush oder Termlabs. Diese bilden aber nicht unbedingt die Realität ab.
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Gerade in LLMs läuft eine Unterhaltung viel dynamischer ab als eine klassische Suchanfrage. Nutzer stellen Folgefragen, ergänzen Informationen, ändern ihren Fokus – ähnlich wie in einem Gespräch mit einem Berater. Die Daten aus Tools wie Rankscale.io zeigen daher immer nur einen Trend, nicht das tatsächliche Verhalten. Und dieser Trend kann im Einzelfall weit von der Wahrheit entfernt sein.
Fazit: Was Du aus dem AI-Tracking mitnehmen solltest
Beobachte, wie und wo Deine Brand dort auftaucht. Viele Interaktionen mit Deiner Marke finden gegebenenfalls auch außerhalb Deiner Webseite statt.
Die wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Artikel:
AI ist längst ein eigener „Traffic-Kanal“
Auch wenn Du keine klassischen Klicks messen kannst, beeinflussen LLM-Antworten die Wahrnehmung Deiner Brand – oft, ohne dass Nutzer jemals auf Deiner Seite landen.
LLMs bleiben eine Blackbox, aber nicht völlig
Über Referral-Traffic und Prompt-Tracking kannst Du zumindest Trends erkennen:
- Welche Themen LLMs mit Deiner Brand verknüpfen,
- wie stabil die Antworten sind, und
- ob Nutzer über LLMs tatsächlich bei Dir landen.
Googles AI-Overview & AI-Mode liefern Momentaufnahmen
Du siehst dort Positionen und Sichtbarkeit, aber keine echten Klickdaten.
Relevanz haben vor allem die ersten beiden Positionen – der Rest verschwindet hinter „Mehr anzeigen“.
AI-Bots zeigen, was Maschinen an Deinen Inhalten spannend finden
Über Logfile-Analysen findest Du heraus,
- welche Seiten intensiv gecrawlt werden.
- welche Inhalte potenziell in Trainingsdaten landen.
- ob Deine wichtigsten Themen überhaupt erkannt werden.
Klassische KPIs geraten ins Wanken
Keyword-Rankings, Sichtbarkeitswerte oder Klicks erklären immer weniger.
Du brauchst neue Perspektiven: Nutzerprompts, Inhalte, Kontext.
Kurz gesagt: Du misst weniger Traffic, dafür mehr Relevanz.
User Bias & Prompts bleiben große Unsicherheitsfaktoren
Wie der Nutzer fragt, beeinflusst die Antwort massiv.
Und synthetische Prompts bilden echte Gespräche nur begrenzt ab.
TL;DR
AI verhält sich gerade ein bisschen wie ein vorlauter Weihnachtself: Es wuselt überall herum, verteilt Antworten, bevor Du überhaupt weißt, woher sie kommen – und lässt kaum Spuren zurück, die Du messen kannst. Außerdem flunkert er hier und da noch was dazu, in der Hoffnung nicht ertappt zu werden oder richtig geraten zu haben.
Wenn Du aber weißt, wo Du hinschauen musst, erkennst Du zumindest, wo der kleine Kerl schon wieder heimlich werkelt.
Bildnachweis: Titelbild: Gemini via Seokratie, Bild 2: Semrush https://www.semrush.com/news/379285-new-semrush-study-reveals-chatgpt-search-trends-insights-from-80-million-clickstream-records/, Bild 3: Backlinko https://backlinko.com/chatgpt-stats, Bild 4-10: Screenshots
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Advertiser verraten, warum sie auf ChatGPT werben
Inzwischen ist für Advertiser wiederum absehbar, was Werbung bei ChatGPT kosten soll. 60 US-Dollar werden für 1.000 Views im CPM-Modell aufgerufen, während für die ersten Werbetreibenden hunderttausende US-Dollar an Ausgabezusagen gefordert sind. Trotz dieser Kosten hat OpenAI eine Reihe interessierter Unternehmen und Konzerne für das Pilotprogramm gefunden. Dazu zählt zum Beispiel WPP Media mit Klient:innen wie Adobe, Audemars Piguet, Audible, Ford, Mazda und Co. Aber auch Target und HelloFresh sind erste Kund:innen.
Für OpenAI geht es bei der Integration von Werbung in erster Linie um die Monetarisierung von hunderten Millionen Usern. Zugleich möchte das Unternehmen damit den kostenfreien Zugang zu KI-Lösungen wie ChatGPT weiterhin ermöglichen. Asad Awan, Ads and Monetization Lead bei OpenAI, erklärt:
We believe ads play an important role in continuing to support broad access to AI. By working closely with partners like Adobe in this pilot, we’re able to thoughtfully test new ad experiences and learn together to ensure ads are separate and clearly distinct, relevant, and useful while maintaining the trust people place in ChatGPT.
Er betont zum einen erneut, dass die Ads von den Antworten getrennt und klar markiert sein sollen. Zum anderen geht er auf die Testerfahrungen ein, die das Werbeumfeld für die weitere Nutzung ebnen sollen. Immerhin hat OpenAI bereits angekündigt, noch im Laufe des Jahres weitere Abrechnungsmodelle und Anzeigenformate einführen zu wollen.
Die Gründe der Advertiser, um auf ChatGPT zu werben
Geht es nach dem renommierten und einflussreichen Tech-Unternehmen Adobe, ist die Sichtbarkeit von Marken in AI-Lösungen eine Priorität für Unternehmen. Nicht umsonst hat Adobe kürzlich die für die GEO relevante Analytics-Plattform Semrush in einem Milliarden-Deal übernommen.
As AI platforms become a new interface between customers and brands, visibility is also essential […],
schreiben Patrick Brown und Varun Parmar in einem dedizierten Blog-Beitrag zum Thema und nehmen damit zwar Bezug auf die eigenen Lösungen. Doch im Kern spiegelt die Aussage ebenso Adobes Beteiligung am Pilotprogramm für die ChatGPT Ads wider. So erklären die beiden weiter:
Our early participation reflects our belief that the future of marketing will be built at the intersection of creativity, data and AI-powered experiences.
Adobe wird auf ChatGPT Ads für Acrobat Studio und Adobe Firefly schalten. Das Team ist der Auffassung:
[…] The pilot will help us better understand how ads can provide helpful, relevant experiences, while maintaining the trust users place in ChatGPT responses and OpenAI’s privacy framework.
Doug Wyatt, Senior Director für Growth Media, Americas bei Adobe, sieht im Werbetest eine Chance, um das LLM-basierte Nutzungsverhalten der User noch besser zu verstehen und zu prüfen, wie Adobe in KI-Kontexten „in Formen, die bedeutenden Mehrwert für Kund:innen bieten,“ auftauchen kann.
Es ist der Kern der Werbeidee, in den Kontexten aufzutauchen, die für User besonders relevant sind. Dazu gehört ChatGPT zweifelsohne. Über 800 Millionen wöchentlich aktive User hat der OpenAI-Dienst bereits. Auch Audible wirbt im Rahmen der OpenAI-Kooperation mit WPP Media dort. Tom McKenna, Global Head of Media, Ops and Business Development beim Unternehmen, erklärt, dass KI grundlegend verändert habe, wie Menschen ihre Leben planen und dabei mit Marken interagieren. Deshalb könnte Audible über die AI Chats, die Millionen User ohnehin täglich nutzen, neue User gewinnen.
[…] We’re excited to join the OpenAI Ad Pilot Program to reach new audiobook listeners through a platform they’re already using daily. This test allows us to explore ways to meet customers where they naturally are – in the AI-powered spaces that have become part of their everyday routine.
Der Chief Marketing Officer von Mazda North American Operations, Brad Audet, ist ebenfalls der Meinung, dass es notwendig ist, die Wirkung von Werbung im AI-Umfeld auf das Verhältnis zwischen Kund:innen und Brands zu evaluieren und betont:
Exploring new media environments responsibly is critical as marketing continues to evolve […].
„Relevant moments beyond traditional media placement“ – Werbung in High-Intent-Momenten
Ein weiteres Unternehmen, das auf ChatGPT wirbt, ist HelloFresh. Patrick Stal ist für das Marketing verantwortlich und erklärt in einem Artikel auf LinkedIn, dass sich das „Wo“ in Bezug auf die Werbekonfrontation der User verändert. Jahrelang sei vor allem der Suchmaschinenmarkt und Social Media relevant gewesen, um User in ihrer Journey zu erreichen.
[…] We are moving from a world of ‘search and click‘ to a world of ‘ask and converse‘. As conversational AI becomes a primary tool for how millions of people plan their lives, organize their kitchens, seek culinary inspiration, and manage their time, the way they discover brands is undergoing a fundamental shift.
In der Lernphase mit Ads auf ChatGPT möchte HelloFresh User in High-Intent-Momenten erreichen, etwa, wenn sie nach Ernährungsvorschlägen fragen. Dabei würden sie nicht nur browsen, sondern ein Problem lösen wollen – das liefere den Intent-Faktor. Und die Ads sollten dann nicht nur Werbung sein, sondern eine Lösung anbieten.
This test is about more than just a new channel; it is a signal of where consumer discovery is headed. As we move further into this era of conversational AI, the brands that succeed will be those that prioritize helpfulness over intrusion […].
Für HelloFresh bedeutet der Werbetest eine Option zur Diversifizierung der Werbemöglichkeiten mit Blick auf eine fragmentierte digitale Landschaft und die AI-gestützte Discovery der Zukunft.
Das gilt auch für Target. E-Commerce-Unternehmen wird zusammen mit Klient:innen der Retail-Media-Sparte Roundel ebenso Werbung auf ChatGPT schalten. Dabei soll vor allem der Effekt neuartiger Werbeplatzierungen ausgelotet werden. Immerhin gab es ChatGPT bis vor wenigen Jahren gar nicht; gleiches gilt für große AI Chatbots wie Gemini und den AI Mode auf Google. Heute sind sie allerdings ein wichtiger Bestandteil des digitalen Alltags von hunderten Millionen Usern. Deshalb verschiebt sich auch die Werbung in diese Bereiche, ist dort aber noch vergleichsweise jung. Das eröffnet für Advertiser die Chance, als Early Adopter Sichtbarkeit für ihre Marken zu generieren und die Werbewahrnehmung zu erforschen.
Target möchte in diesem Kontext „relevant moments beyond traditional media placements“ anvisieren. Das Unternehmen weiß um die Relevanz, die ChatGPT für das eigene Business hat. Nach eigenen Angaben wächst der Traffic von ChatGPT zu Target pro Monat im Schnitt um 40 Prozent. Demnach soll die Werbung in diesem Bereich Targets Ziel folgen, User und Kund:innen in ihrer Journey immer dort zu erreichen, wo sie sind – eben auch in AI Chats. Dort könnten User beispielsweise Werbung für einen Air Fryer sehen, wenn sie per Prompt nach Küchengeräten fragen, die Alltagsgerichte in der Zubereitung vereinfachen können.
Walmart hat sich dem Agentic Commerce verschrieben und sogar eine eigene App für ChatGPT entwickelt sowie Google beim Aufbau des Universal Commerce Protocol unterstützt, das den Einkauf im KI-Kontext langfristig deutlich vorantreiben könnte. Überhaupt könnten die Ads im AI Chat eine besondere Wirkung entfalten. Denn mit Möglichkeiten wie dem Instant Checkout auf ChatGPT oder auch unmittelbaren Einkaufsoptionen direkt im AI Mode, die bald starten, könnten User direkt von der Werbewahrnehmung zur Conversion übergehen, ohne Klick auf Retailer Websites. Das Shopping im Internet würde sich drastisch verändern, was wiederum Implikationen für die Werbeumgebung mit sich bringt.

Werbereaktion bei Google, Hohn von Anthropic
Während OpenAI für ChatGPT die Werbung langsam ins Rollen bringt, hat die Konkurrenz von Google schon lange Ads in AI Overviews und auch im AI Mode parat. In letzterem starten neuerdings beispielsweise Direct Offers als exklusive Angebote wie Rabatte für User der KI-Suche. Zudem hat Google jüngst eine weitere shopping-bezogene Werbelösung für den AI Mode vorgestellt. Dabei werden Retailer mit Angeboten angezeigt, die inhaltlich zur Konversation der User im AI Mode passen. Google erklärt:
AI Mode already surfaces organic shopping recommendations based on what’s most relevant to a query. Now, we’re testing a new ad format to showcase retailers that offer those products, clearly marked as sponsored. This new format helps shoppers easily find convenient buying options, and offers retailers the opportunity to show up in these key moments of consideration […].
We’re reinventing ads for the new era of Search and making them a natural part of the conversation. AI Mode already surfaces organic shopping recommendations and now we are testing a new ad format within AI Mode to show retailers that offer those products – clearly marked as… pic.twitter.com/1CgmogGPZe
— Vidhya Srinivasan (@VidsSrinivasan) February 11, 2026
Ein anderes KI-Unternehmen positioniert sich im Wettbewerb dagegen ganz anders. Anthropic erklärte jüngst, dass der eigene AI Chatbot Claude werbefrei bleiben werde.
There are many good places for advertising. A conversation with Claude is not one of them.
Deshalb werden User auch künftig keine gesponserten Links im Chat sehen und auch die Konversationen sollen in keiner Weise durch Advertiser oder Dritten beeinflusst werden. Vielmehr strebe man an, mit Claude eine Kreations- und Arbeitsumgebung zu schaffen, die an klassische Werkzeuge und Kontexte der nicht-digitalen Welt erinnert:
Our experience of using the internet has made it easy to assume that advertising on the products we use is inevitable. But open a notebook, pick up a well-crafted tool, or stand in front of a clean chalkboard, and there are no ads in sight.
Um diesen neu geschaffenen Fakt der Werbefreiheit Claudes zu untermauern, hat das Unternehmen für den zurückliegenden Super Bowl im Februar Ads kreiert. Dabei werden Ads in AI Chats auf humoristische Weise zugespitzt, was als Angriff auf Google und insbesondere OpenAI Wirkung zeigt.
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