Künstliche Intelligenz

SpaceX beantragt Börsengang unter Verschluss


Elon Musks Konglomerat SpaceX hat den lange erwarteten Börsengang formal eingeleitet. Der entsprechende Antrag sei als Verschlusssache gestellt worden, berichtet der Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg unter Berufung auf nicht genannte Eingeweihte. Hinter der Geheimhaltung steckt wohl kein finsteres Ansinnen, sondern die Hoffnung auf offene und ungestörte Kommunikation zwischen den Vertretern des Unternehmens und der US-Kapitalmarktbehörde SEC. Schließlich geht es um den größten Börsengang aller Zeiten (GröBaZ).

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Die Absicht zu dem Börsengang ist schon lange kein Geheimnis mehr. Der von Musk kontrollierte Konzern dürfte mit größenordnungsmäßig zwei Billionen US-Dollar bewertet werden. Davon soll zwar nur ein kleiner Teil verkauft werden, aber auch mit 50 oder 75 Milliarden US-Dollar wäre es der größte Börsengang der Geschichte.

Dass es nun bald zu Potte kommt, hat die Verschmelzung anderer Musk-Firmen mit SpaceX angezeigt: Im Februar hat SpaceX die ebenfalls unter Musks Kontrolle stehende Firma xAI übernommen. Dazu gehört der umstrittene Chatbot Grok sowie das früher als Twitter bekannte Soziale Netz X. Musks Twitter-Kauf war ein finanzielles Desaster, das nach Art russischer Holzpuppen zunächst in xAI und inzwischen in SpaceX aufgelöst wurde.

Denn SpaceX soll hoch profitabel sein. Gegenüber Reuters hat SpaceX Anfang des Jahres durchsickern lassen, im Vorjahr 15 bis 16 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und davon die Hälfte als Profit behalten zu haben. Ob das Buchhaltung nach Art Elon Musks oder nach anerkannten Standards ist, wird der Börsenprospekt zeigen. Ein Entwurf liegt jetzt zur Begutachtung bei der SEC (Securities Exchange Commission).

Großen Vorsprung im Markt für Satellitenbeförderung hat SpaceX allemal. Also schickt sich eine Phalanx an Großbanken an, den Erstverkauf der Aktien Mitte des Jahres in den USA und anderen Ländern zu organisieren. Zur Vorbereitung gehört auch Werbung: Von Musk kam dazu die haarsträubende Idee, eine Million Satelliten als Rechenzentren im All zu platzieren. Auf der Erde hat SpaceX Analysten zu einer Konferenz am 21. April geladen, zwei Tage später dürfen sie ein xAI-Rechenzentrum aufsuchen. Am 4. Mai soll um die Gunst nicht direkt involvierter Banken gebuhlt werden, meldet Bloomberg.

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Der Hunger nach SpaceX-Aktien ist zweifelsohne groß. Seit Jahren werden auf Sekundärmärkten (angebliche) Optionen auf den Erwerb von SpaceX-Aktien nach dessen Börsengang verkauft. Schließlich halten Privatinvestoren und Mitarbeiter ja schon lange Aktien oder Bezugsrechte, können diese aber nicht verkaufen. Bald wird sich zeigen, ob alle gehandelten Optionen halten, was sie versprechen.

Häufig handelt es sich um komplexe Konstruktionen, in denen sich Risikobereite an eigens gegründeten Unternehmen beteiligen, die sich wieder an Unternehmen beteiligen, die sich wiederum … bis am Ende der Kette jemand Zugriff auf zukünftige SpaceX-Aktien haben soll. Gewinne sind dabei praktisch garantiert, aber nur für die Zwischenhändler, die Gebühren einstreichen.

Verbreitete FOMO (Fear Of Missing Out), also die Angst, nicht dabei zu sein, lockt Abzocker an. 2023 wurde ein New Yorker zu 97 Monaten Haft verurteilt, weil er 2020 und 2021 betrügerische „Kaufrechte“ auf noch nicht börsennotierte Unternehmen verkauft hatte. Knapp sechs Millionen Dollar hat er seinen Opfern abgeknöpft; sie dachten, auf Unternehmen wie Airbnb, Palantir, Stripe und eben SpaceX gesetzt zu haben (USA v Iakovou, US-Bundesbezirksgericht für den mittleren Teil Georgias, Az. 4:22-mj-00157).


(ds)



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