Künstliche Intelligenz
Spanien sperrt Polymarket und Kalshi wegen fehlender Glücksspiellizenz
Spanien hat die Prognosemarkt-Plattformen Polymarket und Kalshi für spanische Nutzer gesperrt und Sanktionsverfahren gegen beide Anbieter eingeleitet. Das zuständige Ministerium für Verbraucherangelegenheiten ordnete den Block als Sicherungsmaßnahme an, bis die Verfahren abgeschlossen sind, teilte die Generaldirektion für Glücksspielaufsicht (DGOJ) mit.
Weiterlesen nach der Anzeige
Das Sanktionsverfahren wurde am Dienstag im spanischen Staatsanzeiger (BOE) veröffentlicht – direkte Zustellungsversuche an die im Ausland ansässigen Betreiber seien zuvor gescheitert. Polymarket und Kalshi sollen laut DGOJ ohne die in Spanien vorgeschriebene Betriebsgenehmigung aktiv gewesen sein, wie aus der Pressemitteilung des Ministeriums hervorgeht. Die Behörde schätzt, dass das Verfahren 3 bis 4 Monate bis zur Entscheidung dauern könnte. Bis dahin bleibt der Zugang zu beiden Plattformen in Spanien blockiert.
Wetten ohne Aufsicht
Spanien stuft Prognosemärkte als Glücksspiel ein, sobald auf unsichere Ereignisse in der Zukunft gesetzt wird. Wer solche Wetten in Spanien anbieten will, braucht eine Lizenz der DGOJ. Ohne sie fehlen laut Behörde wesentliche Schutzmaßnahmen: Altersverifikation, Zugangssperren sowie die regulatorische Aufsicht über die Abwicklung der Wetten.
Kalshi und Polymarket sind Plattformen, bei denen Nutzer auf den Ausgang zukünftiger Ereignisse wetten können. Dazu zählen unter anderem Sportveranstaltungen, aber auch Wahlen, Wetterphänomene, Kriegsgeschehnisse und viele weitere Themen. Anders als bei klassischen Buchmachern setzen Nutzer dabei nicht gegen das Haus, sondern handeln Anteile untereinander. Die Plattform vermittelt und kassiert eine Provision.
In der Europäischen Union sind Polymarket und Kalshi bisher nicht einheitlich reguliert. In Deutschland benötigen Online-Glücksspielanbieter eine Lizenz, die weder Polymarket noch Kalshi besitzen. Daher blockiert Polymarket den Handel aus Deutschland, lässt aber die Ansicht der Märkte zu. Österreich und die Schweiz stehen nicht auf der offiziellen Sperrliste von Polymarket. Kalshi schließt den Handel aus deutschsprachigen Ländern nicht offiziell aus, verweist aber auf länderspezifische Beschränkungen.
Wachsender Regulierungsdruck
Weiterlesen nach der Anzeige
Spanien ist nicht das erste Land, das gegen die Plattformen vorgeht. Polymarket ist unter anderem in Frankreich und Belgien blockiert, berichtet der Guardian. Zuletzt hat Minnesota als erster US-Bundesstaat beide Plattformen per Gesetz verboten. Die CFTC (Commodity Futures Trading Commission) klagt gegen das Gesetz, das ab dem 1. August in Kraft treten soll.
In den USA streiten unterdessen Bundesbehörde und Einzelstaaten um die Frage, wer die Branche regulieren darf. Mindestens 14 weitere US-Bundesstaaten planen ähnliche Verbote.
(dahe)