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Speicherpreise: Nach dem Höhepunkt 2027 folgt 2028 der Absturz?
Wann werden Speicherchips endlich wieder günstiger? Analysten der US-Firma Bernstein wagten jetzt eine Prognose, laut der es 2028 bei den Preisen für RAM und NAND rapide bergab gehen könnte. Allerdings soll das aktuell extrem hohe Preisniveau zuvor noch einen weiteren Höhepunkt erreichen.
Das behauptet zumindest eine Vorhersage der Analysefirma Bernstein Research, aus der ein Auszug auf X veröffentlicht wurde. In einer Tabelle wird die Entwicklung von Umsätzen und Verkaufspreisen des Speichergiganten SK Hynix veranschaulicht. Die Daten für das Jahr 2025 kommen direkt vom Hersteller, während es sich bei den Werten für 2026, 2027 und 2028 um Prognosen der Analysten handelt.
Da das Jahr 2026 bereits zur Hälfte vorüber ist, sind die Schätzungen für 2026 am genauesten einzustufen. Es wird erwartet, dass sich der Umsatz mit DRAM bei SK Hynix fast vervierfacht und knapp 274 Billionen Koreanische Won (rund 159 Milliarden Euro) erreicht. Beim NAND-Flash soll sich der Umsatz im laufenden Jahr sogar fast verfünffachen und knapp 95 Billionen Won (~55 Milliarden Euro) erreichen. Die durchschnittlichen Verkaufspreise (ASP) für DRAM sollen von 0,54 US-Dollar auf 1,56 US-Dollar pro Gbit und beim NAND von 0,08 Dollar auf 0,30 Dollar pro GByte steigen. Das bedeutet also gegenüber 2025 eine nahezu Verdrei- respektive Vervierfachung.
Der Höhepunkt der Speicherpreise ist laut der Studie damit aber noch nicht erreicht, denn für das Jahr 2027 wird erwartet, dass die ASP bei DRAM nochmals um fast 50 Prozent auf dann 2,23 $/Gbit ansteigen. Beim NAND wird ein gemächlicheres Wachstum auf 0,32 $/GB erwartet. Insgesamt könnte der Umsatz mit DRAM und NAND bei SK Hynix im kommenden Jahr auf fast 494 Billionen Won (287 Milliarden Euro) ansteigen. Das wäre mehr als das Zehnfache vom Jahresumsatz 2025.
Für 2028 wird ein Preissturz erwartet
Für das darauf folgende Jahr 2028 erwarten die Analysten aber deutlich sinkende Preise und Umsätze bei SK Hynix. DRAM soll mit 1,05 $/Gbit auf einem Preisniveau zwischen den Jahren 2025 und 2026 landen, der Umsatz gegenüber dem für 2027 erwarteten Höchststand um über 40 Prozent sinken.
Beim NAND wird ein im Verhältnis noch größerer Preiseinbruch erwartet. Von 0,32 $/GB im Jahr 2027 soll es im Jahr 2028 auf 0,10 $/GB zurückgehen. Dementsprechend soll der Umsatz mit NAND nur noch gut ein Drittel vom Vorjahr erreichen.
Sollten die Prognosen Recht behalten, dann würde sich das Preisniveau im Jahr 2028 zwar immer noch deutlich über jenem vor Beginn der Speicherkrise bewegen, allerdings bereits deutlich unter dem aktuell herrschenden Stand.
Eine Entspannung 2028 erwarten auch andere
Die Bernstein-Analysten sind mit ihrer Schätzung nicht allein, denn bereits im April hatten die Marktforscher von Gartner ebenfalls das Jahr 2028 als frühesten Zeitpunkt für ein Absinken der Speicherpreise genannt.
Dazu passt auch, dass ein Vertreter des Chipentwicklers AMD im Rahmen der Computex vor einem Monat geäußert hat, dass die Preise für DDR5-Speicher in etwa zwei Jahren (Juni 2028) wieder Normalniveau erreichen werden.
Wie stark sich die gestiegenen Speicherpreise auf darauf basierende Endprodukte wie RAM-Module und SSDs ausgewirkt haben, zeigen die von der Redaktion im Monatsrhythmus erstellten Stichproben aus dem Online-Handel. Auch HDDs haben sich aufgrund der hohen Speichernachfrage erheblich verteuert.
Preisniveau RAM, HDD und SSD (September 2025: 0 Prozent)
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