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Standort vor dem Aus: Apple trennt sich von VARTA als Batterie-Lieferant


Standort vor dem Aus: Apple trennt sich von VARTA als Batterie-Lieferant

Bild: VARTA

Apple will den bestehenden Batterie-Vertrag mit VARTA auslaufen lassen und künftig nicht mehr verlängern. Durch die kurzfristige Entscheidung gerät das Werk im schwäbischen Nördlingen wirtschaftlich unter Druck, wo bislang ausschließlich Batteriezellen für Apples AirPods gefertigt wurden.

Darüber berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Demnach soll Apple bereits ab kommenden Oktober keine Coin-Power-Zellen mehr von VARTA beziehen und den bestehenden Liefervertrag auslaufen lassen. Die Batterieform kam bislang in den AirPods des US-Unternehmens zum Einsatz.

Fertigungsstelle erst vor kurzem massiv erweitert

Laut dem Bericht will Apple seine Batterien künftig von asiatischen Herstellern beziehen, die deutlich günstigere Preise anbieten sollen. Aus dem Umfeld von VARTA heißt es allerdings, dass ausschließlich der Preis für das Ende der Zusammenarbeit verantwortlich gewesen sei – qualitativ hätten die Produkte des schwäbischen Herstellers mindestens auf Augenhöhe gelegen und wären in vielen Fällen sogar besser gewesen. Besonders problematisch ist die Entwicklung deshalb, weil VARTA die wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Knopfzellen über lange Zeit exklusiv für Apple fertigt und das Werk in Nördlingen erst 2022 massiv ausgebaut worden war, um die hohe Nachfrage des US-Unternehmens bedienen zu können.

Trennung lässt komplette Auslastung wegbrechen

Nachdem Apple aufgrund sinkender Nachfrage sowie der Umstellung auf mehrere Zulieferer seine Bestellungen bereits zuvor reduziert hatte, sank die Auslastung der Fertigungsstätte laut Bericht auf weniger als 50 Prozent. Nun will der Konzern seine Aufträge ab Herbst vollständig einstellen, rund ein Jahr nach dem Produktionsstart der aktuellen AirPods-Generation droht damit auch die verbleibende Auslastung wegzubrechen.

Der lediglich rund 40 Kilometer vom Firmensitz in Ellwangen entfernten Fabrik stehen damit schwierige Zeiten bevor. Das Unternehmen sieht nach eigener Einschätzung durch die neuen Umstände die wirtschaftliche Grundlage des Standorts gefährdet, was das Aus für rund 350 Arbeitsplätze bedeuten könnte. VARTA kündigte bereits weitere Schritte an, die in Kürze „verantwortungsvoll und im engen Dialog mit dem Betriebsrat“ vorbereitet werden sollen. „Leidtragende sind allen voran unsere Mitarbeiter vor Ort, die diese Entwicklung nicht zu vertreten haben“, erklärte VARTA-Chef Michael Ostermann gegenüber der F.A.Z. Umso wichtiger sei es nun, die nächsten Schritte gemeinsam, fair und verantwortungsvoll zu gestalten, wird Ostermann weiter zitiert.

Führung sieht VARTA generell gut aufgestellt

Ostermann hatte die Führung bei VARTA vor zwei Jahren übernommen und versucht seitdem, das Unternehmen wieder wirtschaftlich in ruhigere Fahrwasser zu führen. Dazu gehöre auch, Abhängigkeiten wie jene von Apple zu reduzieren. Trotz der aktuellen Entwicklung sieht er den Bereich der Lithium-Ionen-Technologie weiterhin als entscheidenden Faktor für die Zukunft des Unternehmens, das notwendige Wissen dafür sei vorhanden. Zwar konzentriere sich der Hersteller derzeit auf kleinere Zellen, letztlich sei die Größe jedoch vor allem eine Frage der Skalierung. Laut Ostermann sei VARTA der größte Hersteller von Lithium-Ionen-Zellen in Deutschland, perspektivisch seien auch größere Zellformate für Energiespeicher denkbar.

Gleichzeitig betont VARTA, dass außerhalb der unmittelbar mit der Produktion in Nördlingen verbundenen Stellen am Firmensitz in Ellwangen derzeit keine weiteren Entlassungen zu erwarten seien. Die Geschäftsbereiche für Konsumenten-Batterien sowie Batteriespeicher würden sich weiterhin zufriedenstellend entwickeln.

Wir danken Foren-Teilnehmer Chismon für den Hinweis!



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