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Stromausfall in Reutlingen war mutmaßlich Brandstifung


Ermittler haben nach dem nächtlichen Brand in einem Umspannwerk mit großflächigem Stromausfall in Reutlingen einen möglichen Brandbeschleuniger gefunden. „Es gibt Anzeichen, dass ein Brandbeschleuniger benutzt wurde“, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes in Stuttgart. Am Brandort seien Spuren gesichert worden. Diese müssten nun ausgewertet werden.

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Nach Auskunft von Innenminister Manuel Hagel (CDU) haben Staatsschutz und Antiterrorismuszentrum beim Landeskriminalamt in Stuttgart die Ermittlungen übernommen. Es sei eine Ermittlungsgruppe „Fischer“ gegründet worden, sagte Hagel in Reutlingen.

Eine Einsatzhundertschaft der Polizei sei nach Reutlingen verlegt worden, um Polizeipräsenz zu zeigen an kritischer Infrastruktur und den Bereichen, in denen es immer noch keinen Strom gebe. Laut Hagel waren etwa 7.600 Gebäude und rund 40.000 Menschen von dem Stromausfall betroffen. Ab wann die Stromversorgung wieder vollständig hergestellt sein wird, ist noch unklar.

Das Ermittlungsverfahren wird laut Hagel mit Hochdruck verfolgt – „vor allen Dingen wegen des Verdachts der vorsätzlichen Brandlegung und der Störung öffentlicher Betriebe.“ Man ermittle ergebnisoffen in alle Richtungen. „Unsere Ermittlungsgruppe wird jeden einzelnen Stein umdrehen, und wir werden den Täter auch mit aller Härte zur Rechenschaft ziehen“, sagte Hagel.

Das Landeskriminalamt teilte mit: „Hinweise zu möglichen Tatverdächtigen oder Motiven liegen aktuell noch nicht vor. Die Ermittlungen der Spurensicherung einschließlich des Einsatzes eines Brandmittelspürhundes sowie unter Einbeziehung von Sachverständigen sind noch nicht abgeschlossen.“

Nach Einschätzung von Sicherheitsexperten könnte der Brand gezielt gelegt worden sein. Die Vorgehensweise deute auf linksextremistische Täter hin und weise Parallelen etwa zu entsprechenden Taten in Berlin auf, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur. Hinweise auf einen möglichen Drahtzieher im Ausland gebe es nicht.

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Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sagte im ZDF: „Wir gehen davon aus, dass es sich hier aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Brandanschlag handelt.“ Notwendige Spuren seien ermittelt worden. „Jetzt geht es darum, dass man in alle Richtungen weiter ermittelt, um die Grundlage dieses Brandanschlags und die Täter entsprechend auch zu ermitteln“, betonte der CSU-Politiker.

In der Nacht hatte es im Umspannwerk Reutlingen-West gebrannt, so dass dieses ausfiel und eine weitere Anlage in Mitleidenschaft zog. In der Folge waren zehntausende Menschen zeitweise zunächst ohne Strom. Auch ein Krankenhaus war betroffen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur entstand durch den Brand und den Stromausfall ein Schaden von mehreren Millionen Euro.

Am Dienstagmittag seien „nahezu alle betroffenen Privathaushalte provisorisch wieder mit Strom versorgt“ gewesen, teilte die Stadt auf ihrer Website mit, auch das Krankenhaus. „Noch nicht wieder am Netz sind derzeit rund 50 Mittelspannungskunden, die über das Umspannwerk Reutlingen-West Strom beziehen.“ Die Versorger Netze BW und FairNetz arbeiteten „mit Hochdruck“ an einer Lösung. Allerdings werde die Versorgung für die verbleibenden Gewerbebetriebe „nicht vor morgen Abend wiederhergestellt sein.“

Der Vorfall erinnert an zwei mutmaßlich linksextremistische Brandanschläge auf die Stromversorgung in Berlin. Nach dem Anschlag am 9. September 2025 auf zwei Strommasten waren zeitweise rund 50.000 Privathaushalte und rund 2.000 Gewerbebetriebe vom Stromausfall betroffen. Der Ausfall dauerte rund 60 Stunden.

Beim zweiten Anschlag am 3. Januar wurden fünf Hoch- und zehn Mittelspannungskabel auf einer Kabelbrücke zerstört. Erst am 7. Januar und damit nach rund 100 Stunden war die Stromversorgung wieder für alle Betroffenen hergestellt. Damals herrschte eisige Kälte und es lag Schnee – und der Stromausfall sorgte auch dafür, dass viele Zentralheizungen nicht mehr liefen. Tausende Berliner flüchteten zu Freunden, Bekannten und in Hotels.


(wpl)



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