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Synthetische Populationen: Einfaches Targeting per Knopfdruck
Die Market Intelligence von Statista soll künftig aber nicht allein über mitaufgerufene Datenerhebungen zum Tragen kommen, sondern ebenso im Kontext zukunftsgerichteten Targetings. Dafür hat das Unternehmen ein Projekt mit dem Namen synthetische Populationen gestartet. Diese erweitern die Targeting-Optionen im AI-Zeitalter – die von Dynamic Creative Optimization bis hin zu Real-Time Contextual Audience Targeting reichen – um eine riesige Datenbank, die echte Bevölkerungen virtuell abbildet. Statista SynthiePop liefert auf Basis von KI eine Art Chat Interface, um Marktforschung quasi on the fly zu erarbeiten und so Kampagnen und deren Erfolg schnell und unkompliziert zu verfeinern.
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Wie synthetische Populationen von Statista funktionieren
Die synthetischen Populationen sollen ein Kernproblem der Marktforschung beheben. Denn diese ist oft teuer und zeitintensiv. Zwar ist die Marktforschung eine einzigartige Methode, um belastbares Wissen über Menschen und deren Nutzungsverhalten zu erhalten, First-Hand Consumer Insights, nach Statista. Doch die Daten lassen sich oft erst spät nutzen und nicht alle Unternehmen und Organisationen können sich den Ablauf leisten. Daher möchte Statista eine digitale Alternative schaffen, die mithilfe von KI und statistischer Modellierung synthetische Populationen aufbaut, welche menschlichen gleichen und als repräsentativ gelten können. Chief Customer Officer Frederik Gronwald erklärt:
Im Grunde ist Statista SynthiePop, die von Statista entwickelte synthetische Population, eine Datenbank, die Millionen von realitätsnahen, virtuellen Individuen mit ihren individuellen Eigenschaften wie soziodemografischen Merkmalen, Einstellungen oder Konsumverhalten beinhaltet. In Summe repräsentieren diese virtuellen Individuen wiederum sehr gut die Gesamtbevölkerung.
Dabei sollen reale Bevölkerungsstrukturen künstlich, aber realitätsnah abgebildet werden können. Hunderte Features wie Lebensort, Einkommen und andere soziodemographische Daten sollen ermittelt werden. Der große Vorteil von synthetischen Populationen besteht darin, dass umfassende Analysen auf Knopfdruck kreiert werden können. Mit synthetischen Populationen können dann Marketer in Echtzeit via Chat-Funktion interagieren und Feedback zu einer geplanten Kampagne oder einer neuen Produktidee einholen. Ein Beispiel-Prompt für das KI-gestützte Interface, das auf eine synthetische Population etwa als virtuelles Abbild für Deutschland zugreift, könnte wie folgt aussehen:
Profile women aged 35–40, with a household income above €75,000, living in large cities, who are open to innovation – and let me know how big that target group is.
Laut Gronwald setzt das Unternehmen für diese Möglichkeit in drei Aspekten auf KI, für den Aufbau der synthetischen Population, den einfachen Zugriff auf die Daten und die simulierte Interaktion. Diese Interaktion soll künftig mit einem PersonaBot auch über LLM-gestützte Tools wie ChatGPT und Co. ermöglicht werden. Dann könnten Marketer im Handumdrehen konkrete Abfragen zu riesigen Datensätzen einfließen lassen und sich ein Bild von Targeting-Potentialen verschaffen.

Vom Analytical zum Ideation Mode: So werden synthetische Populationen lebendig fürs Marketing
So möchte Statista die synthetischen Populationen zum Leben erwecken. Der Prompt für die Abfrage zu spezifischen Targeting-Segmenten stellt die Interaktion im Rahmen des analytischen Modus dar. Darüber hinaus möchte Statista den Ideation Mode fördern. Dabei können die Marketer mit den Target Personas interagieren und simulierte Umfragen starten und Bedarfe ermitteln oder mehr Informationen für die Frühphase der Marktrecherche einholen. Ein Prompt könnte lauten:
What are common concerns of single parents in rural areas when choosing insurance providers?

Neue Szenarien abdecken und Potentiale erkennen
Statista entwickelte die synthetischen Populationen laut Frederik Gronwald, um mit den neuen KI-Möglichkeiten über klassische Marktforschungsgrenzen hinwegzugehen und schnell datenbasierte Erkenntnisse zu Projekten oder Kampagnen liefern zu können.
[…] Praktische Anwendungsfälle ergaben sich direkt in mehreren Projekten. So nutzen wir kürzlich beispielsweise unsere synthetische Population, um den Einfluss des Deutschlandtickets auf das Pendelverhalten und die Kosteneinsparungen für Pendler:innen in einem aktuellen Projekt für das Eisenbahnbundesamt zu analysieren. Dazu haben wir eine repräsentative Befragung unter 5.000 Pendler:innen durchgeführt und diese Daten mit Zensus-, Arbeitsmarkt- und weiteren Mobilitätsstudien verknüpft, um das Pendelverhalten für alle Berufstätigen in Deutschland detailliert abzubilden,
so Gronwald. Aber das neue Prinzip soll Innovation auch in ganz anderen Kontexten ermöglichen und beispielsweise Markt- und Zielgruppeninformationen auch auf Landkreis- und Gemeindeebene liefern. Gronwald ergänzt:
Statista SynthiePop, mit der dahinterliegenden umfassenden und exklusiven Datengrundlage, in Kombination mit KI, eröffnet ganz neue, nie dagewesene Möglichkeiten der Insights-Generierung. Neben themenspezifischen Ad-hoc-Befragungsdaten fließen auch unsere proprietären Statista Consumer Insights Daten in die Datenbank ein – mit hunderten von Merkmalen zum Kaufverhalten, Medienkonsum, (Marken-)Präferenzen, Werten und Einstellungen […].
Die Datenbasis muss laut dem Statista-Experten jedoch stets robust und valide sein, um solche Analysen auf Knopfdruck mit Mehrwertpotential für das Marketing langfristig möglich zu machen. Lösungen wie diese könnten zur Demokratisierung von Daten beitragen. Derzeit befindet sich diese Lösung auf dem Weg zu einer umfassenden Marktreife. Aktuell werden schon erste Anwendungsfälle mit Pilotkund:innen erprobt. Doch noch befindet sich Statista SynthiePop, die Statista-eigene synthetische Population, in der Betaphase- Ein offizieller Release ist für das zweite Quartal 2026 geplant. Bis dahin wird die Lösung sukzessive weiter aufgebaut. Die Datenbank wird mit eigenen und mittels externer Datenquellen sowie maßgeschneiderten Befragungsdaten fortlaufend validiert und für die nächsten Test-Cases vorbereitet. Neben den ersten, den deutschen Population sollen künftig weitere Länder integriert werden, um das Tool international einsetzbar zu machen. Und parallel arbeitet Statista am Interface und der UX.
Womöglich gehören synthetische Populationen schon bald zum Marketing-Usus einer KI-geprägten Welt. Für den Erfolg der Kampagnen damit braucht es aber zunächst viele Tests und Erkenntnisgewinne, um den Wert als Alternative zur klassischen Marktforschung überhaupt ermitteln zu können.
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Mit dem 36-Jährigen, der inzwischen erfolgreich bei den Vancouver Whitecaps in der nordamerikanischen Profiliga MLS kickt, setzt Erdinger nach sechs gemeinsamen Jahren mit dem Schwaben Klopp nun wieder auf ein „bayerisches Original“ in der Werbung. In der ersten gemeinsamen Kampagne feiert die Marke das Gefühl eines tollen Abends mit Freunden, bei bester Stimmung und mit den Bieren von Erdinger.
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Zudem launcht Erdinger im Zuge der Kampagne ein limitiertes Weißbierglas mit dem Titel „The Legend“, das es im April exklusiv als Kastenzugabe bei teilnehmenden Rewe-Märkten zu ergattern gibt. Auch in Müllers neuer Wahlheimat Kanada sowie in weiteren Auslandsmärkten will Erdinger die Popularität des Ex-Bayern-Stars nutzen: So gibt es das Glas dort als Zugabe zu exklusiven 5+1-Packs sowie 2+1-Packs. Des weiteren ziert seine legendäre Jubelpose den 4er-Dosenpack, der in Nordamerika im Frühsommer im Handel erhältlich sein wird.
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