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Testimonial-Kampagne: Mark Forster macht jetzt doch keine Werbung für Kaufland – oder?


Mark Forster wirbt für Kaufland

Die Zeichen waren eigentlich recht eindeutig. In gleich mehreren Social-Media-Clips hatte Mark Forster zuletzt mit Kaufland geflirtet. Eindeutig! Doch auf den letzten Drücker macht der Singer und Songwriter („Bauch und Kopf“, „Au Revoir“) jetzt einen Rückzieher. Oder ist das alles etwa Teil der Werbegeschichte?

Fans von Mark Forster werden sich in der vergangenen Woche ihren Teil gedacht haben. Mal besang der 43-Jährige als Chansonnier – frisch wie der Chicorée – mit akustischer Gitarre bewaffnet den ebenso frischen Brokkoli, der „im schönen Kaufland“ feilgeboten wird, wie er in einem der Clips schwärmte. In weiteren Videos regierte der wohl bekannteste deutsche Mützenträger als Trap-Rapper und angeblicher Kaufland-Präsident den Gemüsestand der Lebensmittelkette und pries in typischem Mark-Forster-Sound die Bioqualität des Vollsortimenters an. Doch aus der Partnerschaft wird jetzt doch nichts. Angeblich. 

So geht die Geschichte jedenfalls in dem Werbeclip aus, den Kaufland ab dem heutigen Montag auf den gängigen Social-Media-Plattformen verbreitet – und mit dem das Kapitel Mark Forster & Kaufland dann einerseits offiziell beginnt, andererseits aber angeblich auch endet. Die Auflösung: Forster ist in dem Clip zu Gast in der Marketingabteilung von Kaufland, die ihm drei verschiedene Werbekonzepte pitcht. In dem einen tritt der Ehemann von Sängerin Lena Meyer-Landrut als Trap-Rapper auf, in den anderen als Popsänger und als Chansonnier. Damit haben die Kaufland-Werber ihm exakt die Rollen auf den Leib geschneidert, in denen er bereits in den Teaser-Videos zu sehen war.
Der springende Punkt ist: Forster kann sich mit keinem der Konzepte so richtig anfreunden. „Ich glaub, ich mach´s doch nicht!“, macht er während des entscheidenden  Meetings plötzlich einen Rückzieher – und lässt die Kaufland-Werber völlig konsterniert zurück. 
Dass sich Kaufland in der Werbekampagne von Mark Forster, der hier trotz seiner angeblichen Absage natürlich sehr wohl als Testimonial des Einzelhändlers auftritt, einen Korb geben lässt, hat viel mit den Mechaniken zu tun, die in der Werbung belohnt werden. Fest steht: Der Wirbel, den Forster und Kaufland mit den Teaser-Spots aufgebaut haben, dürfte dem heute veröffentlichten eigentlichen Werbeauftritt die erhoffte Aufmerksamkeit bescheren. Und dass Kaufland mit dem Clip Sinn für Humor und Selbstironie beweist, dürfte vor allem bei den Social-Media-Nutzern gut ankommen. 

Die eigentliche Werbebotschaft ist ohnehin eine andere. Denn es geht Kaufland bei seiner Kampagne ja gar nicht um die Person Mark Forster. Es geht dem Unternehmen darum, Markenversprechen wie Frische und Qualität zu transportieren. Dass es am Ende der angeblich abtrünnige Mark Forster ist, der diese Werbebotschaft äußerst glaubwürdig platziert, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Denn Forster erteilt zwar den Kaufland-Werbern eine Abfuhr, schwärmt aber in dem Werbefilm in den höchsten Tönen von dem Kuchen und den Äpfeln, die während des Meetings gereicht wurden. Dass die aus dem Kaufland-Sortiment stammen, versteht sich von selbst. 

Der Widerspruch im Video macht die Story perfekt, denn die Songs haben wir eben doch mit Mark gedreht und in unsere Geschichte eingeflochten.

Christoph Schneider

Die Messlatte bei der von der Agentur DEPARTD kreierten Social-Media-Kampagne liegt hoch. Mit Promi- und Influencer-Kooperationen will Kaufland laut Christoph Schneider vor allem für zielgruppengerechte Aufmerksamkeit sorgen. „Am Ende ist es aber unser Sortiment, das überzeugt und somit für sich selbst spricht“, erklärt der Marketing-Geschäftsführer von Kaufland die Strategie. Dass Kaufland und Forster anfangs in Räteln sprechen, ist durchaus beabsichtigt. „Der Widerspruch im Video macht die Story perfekt, denn die Songs haben wir eben doch mit Mark gedreht und in unsere Geschichte eingeflochten“, sagt er.



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