Künstliche Intelligenz
Testsieger: Die beste Funk-Rückfahrkamera mit Akku – kabellos nachrüsten
Lescars Solar-Funk-Rückfahrkamera PA-755
Die Solar-Funk-Rückfahrkamera PA-755 rüstet nicht nur eine Rückfahrkamera samt Einparkhilfe nach, sondern bringt auch Android Auto und Carplay ins Auto.
- Kamera und Sensoren in Kennzeichenhalterung
- rüstet Schnittstelle für Carplay & Android Auto nach
- Display startet relativ flott
- einfache Montage
- einfache Verarbeitung
- Display-Halterung nur zum Ankleben
- Parksensoren wenig vertrauenswürdig
- Tonübertragung nur per AUX
Lescars Solar-Funk-Rückfahrkamera PA-755 im Test: Einparkhilfe mit Carplay
Die Solar-Funk-Rückfahrkamera PA-755 rüstet nicht nur eine Rückfahrkamera samt Einparkhilfe nach, sondern bringt auch Android Auto und Carplay ins Auto.
Wer eine kabellose Rückfahrkamera nachrüsten will, findet in der Lescars Solar-Funk-Rückfahrkamera PA-755 eine clevere Lösung. Das Modell bringt im Display zugleich Schnittstellen für Carplay und Android Auto mit. Damit schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: Einparkhilfe und moderne Smartphone-Anbindung in einem Gerät. Gerade für ältere Fahrzeuge ist das eine günstige Nachrüstoption. Wie sich die Kamera in der Praxis schlägt, zeigt unser Testbericht.
Design & Verarbeitung
Aus einfachem Kunststoff gefertigt, wirkt der Nummernschildhalter zwar nicht hochwertig, präsentiert sich aber ausreichend robust. Er ist für einzeilige EU-Kennzeichen mit 520 × 110 mm ausgelegt und nach Schutzklasse IP67 vollständig staubdicht sowie gegen zeitweiliges Untertauchen in Wasser geschützt. Regen, Schmutz oder eine Fahrt durch die Waschanlage stellen damit kein Problem dar.
Die Kamera ist dezent in den Halter eingelassen und stört das Erscheinungsbild kaum. Da sie nur gemeinsam mit der Nummernschildhalterung angebracht werden kann, entfällt eine separate Kamera-Montage. Der Neigewinkel ist auf 60° anpassbar, der USB-C-Slot zum Laden ist mit einer Gummikappe verschlossen. Zusätzlich verbaut Lescars links und rechts am Halter Ultraschallsensoren, die Abstände zu anderen Fahrzeugen oder Personen messen. Auch sie kommen ohne eigene Montage aus – einmal den Nummernschildhalter angebracht, ist alles betriebsbereit.
Das 7-Zoll-Display löst mit 1024 × 600 Pixeln auf und zeigt neben dem Kamerabild und den Einpark-Hilfslinien auch die Ansicht für Carplay und Android Auto. Über Bluetooth lassen sich zudem Anrufe steuern und Musik vom Smartphone wiedergeben. Das Smartphone bindet sich per Bluetooth 5.0 und WLAN (IEEE 802.11b/g/n, 2,4 GHz) an.
Befestigt wird es ausschließlich per Klebehalterung auf dem Armaturenbrett. Das kann gerade in Kleinwagen zum Problem werden, denn der Monitor ist groß und kann die Sicht behindern. Wer bereits eine Klebehalterung für ein Carplay-Display oder einen anderen Monitor verbaut hat, kann diese weiternutzen – die Schlitze auf der Rückseite sind identisch.
Links hinten am Display sitzen die Anschlüsse: ein AUX-Ausgang, ein USB-C-Eingang für das Netzteil zum 12-Volt-Anschluss sowie ein Slot für eine microSD-Karte. Rechts hinten finden sich vier Tasten: hoch, Menü/OK, runter sowie der Power-Knopf. Das Gelenk lässt sich in Neigung und Rotation verstellen.
Montage & Einrichtung
Die Rückfahrkamera ist schnell montiert: Zuerst das Nummernschild abschrauben, dann die Halterung mit integrierter Kamera anbringen und das Schild wieder einsetzen. Wichtig: Vor der ersten Inbetriebnahme sollte der Akku einmal vollständig geladen werden. Dafür liegt zwar ein Ladekabel (USB-C auf USB-A) bei, ein Netzteil jedoch nicht. Sollte es mit einem reinen USB-C-auf-USB-C-Kabel zu Ladeproblemen kommen, hilft oft der Wechsel auf ein klassisches Netzteil mit USB-A-Anschluss und ein USB-A-auf-USB-C-Kabel. Im Test funktionierte das Laden mit beiden Varianten problemlos.
Den Monitor klebt man samt Halterung auf das Armaturenbrett. Alternativ lässt sich die Halterung mit vier Schrauben fest verankern – das hinterlässt allerdings deutlich sichtbare Spuren. Vor dem Ankleben sollte die Stelle auf dem Armaturenbrett gründlich gereinigt und getrocknet werden.
Die Ausrichtung lässt sich nachträglich anpassen: An der Unterseite löst man eine Schraube und dreht den Bildschirm in die gewünschte Position. Eine zusätzliche Kunststoffschraube an der Seite ermöglicht es, die Neigung leicht zu justieren. Wie bereits erwähnt, schränkt der große Bildschirm in unserem Testfahrzeug, einem Opel Adam, das Sichtfeld etwas ein – insbesondere wegen der Bauhöhe und der zusätzlichen Antenne.
Anschließend wird das Display per 12-V-Adapter mit dem Bordnetz verbunden. Das System fährt hoch und stellt die Verbindung zur Kamera automatisch per Funk her. Beim ersten Mal vergehen dabei einige Sekunden, bis Monitor und Kamera gekoppelt sind. Wer Carplay oder Android Auto nutzen möchte, koppelt sein Smartphone zunächst per Bluetooth mit dem Display. Anschließend baut der Monitor automatisch eine lokale WLAN-Verbindung zum Smartphone auf.
Insgesamt fährt das Display recht flott hoch, die Benutzerführung ist allerdings etwas verwirrend. Beim Start erscheint zunächst immer das Bild der Rückfahrkamera – sinnvoll, schließlich möchte man in der Regel zuerst ausparken. Wie man aber wieder aus der Kameraansicht herauskommt, stellt anfangs ein Rätsel dar. Die Lösung: Der oberste Knopf auf der Rückseite führt zum Startmenü. Dort finden sich die Icons für Carplay, Android Auto, die Bluetooth-Verbindung zur Telefonie und Musikwiedergabe sowie die Rückfahrkamera selbst.
Lescars Solar-Funk-Rückfahrkamera PA-755 – Bilder aus dem Test
Ausstattung & Funktionen
Im Nummernschildhalter steckt ein 5000-mAh-Akku, der über eine integrierte Solarzelle nachgeladen werden soll. In der Praxis reicht das nicht. Vor dem ersten Einsatz muss der Akku per USB-C vollgeladen werden, im Alltag ist regelmäßiges Nachladen Pflicht. Steht das Auto in der Garage, bringt die Solarzelle ohnehin nichts. Sie verzögert die Entladung allenfalls – als echte Ladealternative ist die Fläche zu klein.
Die Kamera nimmt mit 1280 × 720 Pixeln auf und deckt einen Bildwinkel von 170° ab. Die Ultraschallsensoren erfassen Distanzen zwischen 30 und 228 cm bei je 70° Erfassungswinkel. Akustische Abstandswarnungen gibt der Touchscreen aus. Die Verbindung zur Kamera läuft kabellos über 2,4-GHz-Funk mit laut Hersteller bis zu 200 m Reichweite.
Das 7-Zoll-Display (17,8 cm Diagonale) löst mit 1024 × 600 Pixeln auf und zeigt neben dem Kamerabild auch die Oberfläche für Carplay und Android Auto. Über Bluetooth lassen sich zudem Anrufe steuern und Musik vom Smartphone wiedergeben. Das Smartphone bindet sich per Bluetooth 5.0 und WLAN (IEEE 802.11b/g/n, 2,4 GHz) an.
Eine automatische Helligkeitsanpassung gibt es leider nicht. Die Display-Helligkeit muss man je nach Umgebungslicht stets manuell nachregeln – am besten vor der Losfahrt im Stand. Immerhin ist das passende Icon über die Menüs schnell erreichbar.
Die im Display verbauten Lautsprecher klingen sehr schwach und sind während der Fahrt kaum hörbar. Sobald die Kopplung steht, lässt sich der Bildschirm immerhin als Freisprecheinrichtung fürs Smartphone nutzen. Die Tonqualität reicht für ein kurzes Gespräch, mehr aber nicht.
Für die Medienwiedergabe bleibt damit praktisch nur der AUX-Ausgang, sofern das Autoradio einen entsprechenden Eingang besitzt. Eine Tonübertragung per Bluetooth oder einen FM-Transmitter gibt es nicht. Wie üblich kam es bei der AUX-Verbindung zu Knackgeräuschen, die wir eher dem Auto zuschreiben. Ein Entstörfilter für wenige Euro behebt das Problem zuverlässig. Anschließend klingt der Sound erstaunlich gut und klar.
Ein Mediaplayer mit Equalizer spielt Audio-, Video- und Bilddateien von einer microSD-Karte mit bis zu 64 GB ab – die liegt nicht bei. Das Menü beherrscht 14 Sprachen, darunter Deutsch, Englisch und Französisch.
Die beiden Parksensoren sitzen links und rechts vom Nummernschildhalter und decken damit nur den hinteren Bereich des Fahrzeugs rudimentär ab. Auffällig: Sie reagieren spürbar unempfindlicher als das werkseitig verbaute Park Distance Control (PDC) des Opels. Einerseits nervt das im Alltag weniger, andererseits hatten wir nicht das Gefühl, wirklich gut gewarnt zu werden. Erst als wir mit dem Heck fast direkt an der Wand in der Tiefgarage standen, piepte der Sensor etwas aufdringlicher. Das ist besser als gar nichts, ein echtes PDC ersetzt das System aber nur bedingt.
Bildqualität
Die Auflösung von 1280 × 720 Pixeln fällt nicht übermäßig hoch aus, für den Einsatzzweck reicht das jedoch aus. Allerdings löst das Display nur mit 1024 × 600 Pixeln auf. Details und Gegenstände sind gut zu erkennen, auch bei schlechteren Lichtverhältnissen – wobei das Bildrauschen dann deutlich zunimmt. Klassische Hilfslinien gibt es nicht. Stattdessen zeigen zwei Pfeile nach rechts und links über die Parksensoren an, wie viel Platz noch verbleibt.
Preis
Die Funk-Rückfahrkamera mit akustischer Einparkhilfe und Schnittstelle für Carplay sowie Android Auto wird von Pearl vertrieben – bei Amazon kostet sie derzeit 203 Euro.
Fazit
Die Lescars PA-755 ist im Testfeld ein Unikat: Sie rüstet nicht nur eine vollständig kabellose Rückfahrkamera mit Akku nach, sondern bringt auch noch Carplay, Android Auto und zwei Parksensoren mit. Drei Nachrüstlösungen in einem Gerät – das spart Geld und Kabelsalat.
So clever das Konzept, so durchwachsen die Umsetzung. Die Verarbeitung wirkt billig, die Display-Halterung lässt sich nur aufkleben oder festschrauben. Im Kleinwagen wie unserem Opel Adam thront der 7-Zoll-Monitor samt Antenne so wuchtig auf dem Armaturenbrett, dass er das Sichtfeld spürbar einschränkt. Auch den Parksensoren misstrauen wir: Sie piepen so dezent, dass das werkseitige PDC längst Alarm schlägt, bevor sich die Lescars überhaupt meldet. Als grobe Orientierung samt Entfernungsanzeige auf dem Display reicht es – als echter Ersatz für ein PDC taugen sie nicht.
Zusammengefasst bleibt es eine günstige, schnell installierte Allroundlösung für alle, die ihren älteren Wagen ohne großen Aufwand modernisieren möchten. In keiner Disziplin glänzt die PA-755, ihren Job macht sie aber überall solide.