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Top 10: Der beste Open-Ear-Kopfhörer im Test – Shokz vor Beyerdynamic & JBL
Beyerdynamic Amiron Zero Sport
Mit den Amiron Zero Sport wagt sich Beyerdynamic in den boomenden Open-Ear-Markt – und setzt auf ein Clip-Design mit mutigem Farbkonzept.
- hervorragender Tragekomfort
- mutiges Design der Sport-Variante
- räumlicher, natürlicher Klang
- Schnellladefunktion
- App mit EQ
- kurze Akkulaufzeit (6 h)
- keine Lautstärkeregelung am Gerät
- Kein Hi-Res-Codec (LDAC/aptX)
Open-Ear-Kopfhörer Beyerdynamic Amiron Zero Sport im Test: Top-Klang und Komfort
Mit den Amiron Zero Sport wagt sich Beyerdynamic in den boomenden Open-Ear-Markt – und setzt auf ein Clip-Design mit mutigem Farbkonzept.
Open-Ear-Kopfhörer lassen den Gehörgang frei und ermöglichen es, Musik zu hören und trotzdem die Umgebung wahrzunehmen. Für Radfahrer, Jogger und Pendler ist das nicht nur praktisch, sondern teils sogar Pflicht. Beyerdynamic – bekannt für audiophile Over-Ear-Kopfhörer wie den DT 770 Pro – betritt mit den Amiron Zero Sport nun dieses wachsende Segment. Das Clip-Design erinnert an die Bose Ultra Open Earbuds (Testbericht), die sich ebenfalls wie ein Ohrring ans Ohr klemmen. Allerdings will Beyerdynamic das Konzept kompakter, leichter und günstiger umsetzen.
Design: Mut zur Farbe
Die Beyerdynamic Amiron Zero Sport setzen auf ein c-förmiges Clip-Design. Der Clip legt sich um die Ohrmuschel, der Lautsprecher sitzt direkt vor dem Gehörgang – ohne in den Kanal einzudringen. Die Kopfhörer gibt es in Schwarz, Weiß und als uns vorliegende Sport-Variante mit orangefarbenen Akzenten. Die mutige Farbkombination erinnert an einen Sportwagen, wirkt dank der kompakten Bauform aber keineswegs protzig. Eher wie ein kleines Schmuckstück. Das Design hebt sich wohltuend von der Open-Ear-Masse ab, die oft in zurückhaltendem Schwarz oder Weiß daherkommt.
Beyerdynamic Amiron Zero Sport Bilder
Zum Vergleich: Die Bose Ultra Open Earbuds und Nothing Ear (Open) liegen bei 8 g. Das flexible Band passt sich an verschiedene Ohrformen an, so eignen sich die Clips sowohl für kleine als auch große Ohren. Insgesamt ein sehr cooles und mutiges Design, das sich erfrischend vom Einheitsbrei abhebt.
Verarbeitung
Die Earbuds bestehen aus robustem Kunststoff. Beyerdynamic zertifiziert sie nach IP54 – das schützt gegen Staub, Spritzwasser und Schweiß. Für ein direktes Wasserbad oder viel Regen reicht es allerdings nicht.
Das Ladecase wiegt etwa 45 g und fällt angenehm kompakt aus – es passt problemlos in jede Hosentasche. Seine Oberfläche ist leicht aufgeraut und fühlt sich dadurch minimal gummiert an. Das liegt sehr angenehm in der Hand. Das matte Finish zieht keine Fingerabdrücke an. Ein Metall-Scharnier sorgt für Stabilität, und Magnete halten den Deckel sicher geschlossen. Beim Öffnen fühlt sich der Mechanismus aber nicht immer perfekt an: Gelegentlich knackt er etwas eigenartig – das wirkt nicht ganz so hochwertig wie etwa das Case der Nothing Ear (Open) mit seinem satten Schließmechanismus.
Die Earbuds halten per Magnet im Case. Allerdings finden wir nicht immer sofort die richtige Position. Die Verarbeitung ist insgesamt präzise und solide, das Case hätte in Details aber etwas mehr Feinschliff vertragen können.
Tragekomfort der Beyerdynamic Amiron Zero Sport
Mit 6 g pro Earbud sind die Amiron Zero Sport so leicht, dass man sie bei längeren Sessions schlicht vergisst. Das Clip-Design erzeugt keinen Druck im Gehörgang – ein Vorteil gegenüber klassischen In-Ear-Kopfhörern, die gerade bei empfindlichen Ohren nach einiger Zeit unangenehm drücken können. Die offene Bauweise verhindert zudem, dass sich Wärme am Ohr staut. Gerade beim Sport ein spürbarer Komfortgewinn.
Der Clip-Mechanismus hält bei sportlichen Aktivitäten sicher. Laufen, HIIT-Training oder Sprinten – die Earbuds sitzen auch bei größeren Ohren bombenfest. Die Bose Ultra Open Earbuds sitzen ähnlich sicher, wirken nach außen aber klotziger.
Der Tragekomfort zählt zu den größten Stärken der Beyerdynamic. Ob beim Pendeln, im Büro oder beim Sport – wer einen Kopfhörer sucht, der sich auch über viele Stunden angenehm tragen lässt, wird hier fündig.
Bedienung am Gerät
Die Beyerdynamic Amiron Zero Sport setzen auf Touch-Sensoren, die auf der Rückseite und Vorderseite der Earbuds sitzen – nicht auf dem Bügel. Bedient wird per Doppel- und Dreifach-Tap. Einzel-Taps und langes Drücken gibt es bewusst nicht. Das reduziert versehentliche Eingaben.
Über die Touch-Gesten steuert man Play/Pause, springt Tracks vor oder zurück, nimmt Anrufe an und aktiviert den Sprachassistenten. Die Belegung lässt sich per App anpassen. Allerdings fehlt eine Lautstärkeregelung. Die muss über das verbundene Smartphone erfolgen – das kennt man von Konkurrenten, nervt aber trotzdem.
Die Touch-Steuerung funktioniert meist zuverlässig, gelegentlich reagieren die Earbuds aber nicht auf Eingaben. Hier hätten wir uns physische Tasten gewünscht, wie sie die Shokz Openfit Pro bieten. Die Bedienung ist insgesamt selbsterklärend, erfordert anfangs jedoch etwas Eingewöhnung, um die Position der Sensoren sicher zu treffen.
Praktisch: Ein Mono-Modus erlaubt die unabhängige Nutzung eines einzelnen Earbuds. So lässt sich etwa beim Autofahren nur ein Ohr bestücken, während das andere frei bleibt. Das verdoppelt nebenbei die effektive Laufzeit.
Die Beyerdynamic-App
Die Beyerdynamic-App steht für iOS und Android bereit. Android nutzt Google Fast Pair für eine schnelle Erstverbindung. Der Funktionsumfang ist übersichtlich, aber sinnvoll: Ein 5-Band-Equalizer erlaubt die individuelle Klanganpassung. Dazu kommen Genre-Presets wie Bass, Smooth, Loudness, Neutral und Podcast. Beyerdynamic bietet zudem Presets für laute Umgebungen – etwa eine Vocal-Betonung für Parks oder eine Bass-Verstärkung für ruhige Räume zu Hause. Benutzerdefinierte EQ-Profile lassen sich ebenfalls speichern.
Weitere Funktionen: Touch-Steuerung anpassen, Batteriestatus in Prozent, Auto-Abschaltung konfigurieren (etwa nach 30 Minuten Inaktivität), Sprachassistent und Trageerkennung ein- oder ausschalten. Die Trageerkennung pausiert die Wiedergabe automatisch, wenn man einen Earbud abnimmt – mit einer Verzögerung von etwa zwei Sekunden.
Beyerdynamic Amiron Zero Sport Screenshot
Die App ist übersichtlich und selbsterklärend. Neben Tastenbelegung und Equalizer bietet sie allerdings keinen großen Mehrwert. Erweiterte Funktionen wie einen Gaming-Modus oder eine „Kopfhörer finden“-Funktion mit akustischem Signal sucht man vergeblich.
Klangqualität der Beyerdynamic Amiron Zero Sport
Die Amiron Zero Sport verbinden sich per Bluetooth 5.4 mit dem Zuspieler und unterstützen die Profile HFP, A2DP und AVRCP. Bei den Codecs stehen SBC und AAC zur Verfügung. Hi-Res-Codecs wie aptX, LDAC oder Lossless fehlen – das ist bei Open-Ear-Kopfhörern zu verschmerzen. Trotzdem: Die Earfun Openjump bieten zum deutlich günstigeren Preis immerhin LDAC, die Bose Ultra Open Earbuds setzen auf aptX Adaptive, und die Anker Soundcore Aerofit 2 Pro unterstützen LDAC. Multipoint-Konnektivität für zwei Geräte gleichzeitig ist an Bord.
In jedem Earbud steckt ein dynamischer Treiber mit den Maßen 18 × 11 × 4,85 mm und einem Frequenzbereich von 20 Hz bis 20 kHz. Die Klangbühne wirkt natürlich und räumlich, die Stereotrennung gelingt gut, das Imaging überzeugt. Jazz, Instrumentalmusik und Podcasts machen mit den Amiron Zero Sport richtig Spaß.
Die Klangsignatur tendiert in Richtung V-Shape: Bässe und Höhen sind betont, die Mitten treten etwas in den Hintergrund. Im Detail bedeutet das: Der Bass ist für einen Clip-on-Kopfhörer überraschend präsent, fällt im Sub-Bass-Bereich aber hohl und flach aus. Tiefe Frequenzen verlieren an Klarheit, sind zuweilen kaum wahrnehmbar. Die Shokz Openfit Pro liefern hier spürbar mehr Tiefgang und sogar einen für Open-Ear seltenen, spürbaren Bass. Auch die Nothing Ear (Open) klingen voller im Tieftonbereich.
Die Mitten wirken etwas dünn und schwach betont. Vocals kommen klar durch, Instrumenten fehlt es aber an Präsenz und Körper. Die Höhen hingegen sind ein echtes Highlight: luftig, detailliert und farbig, ohne dabei scharf oder unangenehm zu werden. Das trägt zur angenehmen Offenheit des Klangbilds bei – hier spürt man die Audioexpertise von Beyerdynamic.
Per EQ in der App lässt sich der Klang merklich verbessern. Die Genre-Presets helfen, den Sound an verschiedene Hörsituationen anzupassen. In lauten Umgebungen muss man die Lautstärke allerdings deutlich aufdrehen, da Umgebungsgeräusche ungehindert durchdringen – das liegt in der Natur offener Kopfhörer. Bauartbedingt bekommt die Umgebung bei hoher Lautstärke auch einiges vom Inhalt mit.
In ruhigen Räumen klingt die eigene Stimme für den Gesprächspartner klar und natürlich. Draußen, bei Wind oder im Café sieht es deutlich anders aus: Die Stimme wird dumpf, Wind bricht stark durch und macht die Verständigung oft schwierig. Für Outdoor-Telefonate eignen sich die Amiron Zero Sport kaum. Wer oft unterwegs telefoniert, ist mit den Huawei Freearc besser bedient.
Akku
Die Beyerdynamic Amiron Zero Sport halten mit einer Ladung bis zu 6 Stunden durch. Das Ladecase liefert etwa drei weitere volle Ladungen, was eine Gesamtlaufzeit von rund 20 Stunden ergibt (6 + 14 Stunden aus dem Case). Bei moderater Nutzung bestätigen sich diese Angaben im Test. Im Vergleich zur Konkurrenz ist das ein solider, aber kein herausragender Wert.
Positiv: Eine Schnellladefunktion liefert nach 10 Minuten am Kabel bereits 2 Stunden Wiedergabezeit. Das ist praktisch, wenn man vor dem Lauftraining feststellt, dass der Akku fast leer ist. Der Mono-Modus verdoppelt die effektive Laufzeit – wer abwechselnd nur einen Earbud nutzt, kommt weiter. Geladen wird per USB-C. Kabelloses Qi-Laden unterstützt das Case nicht – das bieten in dieser Preisklasse aber auch nur wenige Konkurrenten, etwa die Earfun Openjump.
Wer die Kopfhörer den ganzen Tag durchgehend tragen möchte, sollte zwischendurch nachladen. Für den typischen Einsatz beim Sport oder auf dem Arbeitsweg reichen die 6 Stunden aber aus.
Preis: Was kosten die Beyerdynamic Amiron Zero Sport?
Der aktuelle Preis der Beyerdynamic Amiron Zero Sport liegt bei 149 Euro (Amazon) – was der UVP entspricht.
Fazit
Die Beyerdynamic Amiron Zero Sport sind gelungene Open-Ear-Kopfhörer mit eigenständigem Charakter. Das mutige Clip-Design in Orange-Schwarz sieht klasse aus, die Verarbeitung überzeugt und der Tragekomfort gehört dank 6 g Gewicht zum Besten im Segment. Beim Klang punkten sie mit einer natürlichen und räumlichen Klangbühne und luftigen Höhen – hier spürt man die Audioerfahrung von Beyerdynamic. Der Bass hat erstaunlich viel Punch für einen Clip-on, fällt im Sub-Bass aber flach aus.
Schwächen zeigen die Amiron Zero Sport bei der Telefonie im Freien, der fehlenden Lautstärkeregelung am Gerät und der gelegentlich unzuverlässigen Touch-Steuerung. Auch die Akkulaufzeit von 6 Stunden pro Ladung liegt unter dem Klassendurchschnitt. Wer einen kompakten, ultraleichten Open-Ear-Kopfhörer mit Clip-Design sucht und Wert auf räumlichen Klang und hohen Tragekomfort legt, bekommt mit den Amiron Zero Sport dennoch ein stylishes und überzeugendes Paket.