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Künstliche Intelligenz

Top 10: Die beste Smartwatch im Test – Apple vor Huawei und Samsung


Apple Watch Series 9 im Test

Die jüngste Apple Watch ist noch schneller, bietet ein helleres Display und eine neue Geste. Was die beste Smartwatch für das iPhone kann, zeigt der Test.

VORTEILE

  • hochwertig verarbeitet
  • hervorragendes und strahlend helles Display
  • sehr viele Funktionen
  • hoher Bedienkomfort und neue Doppeltipp-Geste

NACHTEILE

  • teuer
  • kurze Akkulaufzeit
  • kein Android-Support

Die jüngste Apple Watch ist noch schneller, bietet ein helleres Display und eine neue Geste. Was die beste Smartwatch für das iPhone kann, zeigt der Test.

Willkommen zur mittlerweile neunten Generation der Apple Watch. In diesem Jahrgang zeigt sich Apple wieder mal vergleichsweise innovativ: So verfügt die Watch Series 9 über eine praktische Doppeltipp-Geste. Außerdem ist das Display doppelt so hell, und der Prozessor liefert deutlich mehr Leistung. Worin die aktuelle Apfel-Uhr sonst noch besser als ihr Vorgänger ist, das zeigt unser Test.

Dem US-amerikanischen Unternehmen ist es wieder mal gelungen, der Konkurrenz eindrucksvoll vor Augen zu führen, wer die beste Smartwatch baut, zumindest für Besitzer eines iPhones. Auch wenn die Apple Watch Series 9 vom Vorgängermodell nicht zu unterscheiden ist, so hat sich unter dem knackscharfen OLED-Display einiges getan.

Revolutionär sind die Optimierungen nicht. Dafür war die Apple Watch Series 8 (Testbericht) schon zu ausgereift. Aber die neue Doppeltipp-Geste zur Steuerung der Uhr, ohne das Display zu berühren, ist wirklich innovativ. Möglich wird dies erst durch den leistungsstarken Apple-Chip S9 SiP. Dieser bildet auch die Grundlage für neue Siri-Features. Wie sich die Apple Watch 9 insgesamt schlägt, das klärt dieser Test.

Modellvarianten

In einem Punkt ist sich Apple auch bei der Watch Series 9 treu geblieben: Die smarte Uhr gibt es in den unterschiedlichsten Varianten und mit diversen Gehäusefarben, Armbändern und Farbkombinationen. Nichts verändert im Vergleich zum Vorjahr hat sich bei den Gehäusegrößen, hier setzt Apple weiterhin auf 41 und 45 Millimeter. Als Materialien kommen wahlweise Aluminium oder Edelstahl zum Einsatz. Beim Aluminiumgehäuse kann man wie gehabt zwischen den Farben Polarstern, Mitternacht, Silber und Rot auswählen, neu zum Portfolio gehört der Farbton Rosé. Wer sich für das Gehäuse aus Edelstahl entscheidet, hat zwischen Silber, Graphit und Gold die Qual der Wahl, ebenfalls wie im Vorjahr. Der Gehäuseboden besteht weiterhin aus Keramik. Die Edelstahl-Uhren werden durch robustes Saphirglas geschützt, bei den Aluminium-Modellen vertraut Apple auf sogenanntes Ion-X-Glas.

Armbänder älterer Apfel-Uhren sind mit der Series 9 kompatibel. Bei seinen neuen Armbändern steht für Apple das Thema Nachhaltigkeit ganz oben auf der Agenda. Als neues Feingewebe wird Micro-Twill verwendet, das zu 68 Prozent aus wiederverwertetem Material besteht, welches durch Post-Consumer-Recycling gewonnen wurde. Vorteil gegenüber Leder: Bei der Herstellung fallen weniger CO₂-Emissionen an. Apple wirbt damit, dass sich das Feingewebe fast wie Wildleder anfühle. Leder steht bei Apple ab sofort auf der Tabuliste.

Hand haben die Entwickler unter anderem am Sport Loop Armband angelegt, das neuerdings zu 82 Prozent aus recyceltem Garn besteht. Mit Nike und Hermès hat Apple ebenfalls an umweltfreundlicheren Armbändern gearbeitet. Im Nike Sportarmband kommen mindestens 32 Prozent recyceltes Fluorelastomer zur Anwendung – darunter sind auch bunte Flocken aus überschüssigen Armbändern, die ein zufälliges Muster bilden und so jedes Armband zu einem Unikum machen. Und im Nike Sport Loop mit Space-Dye-Muster erlebt Garn aus vergangenen Jahren seine Renaissance.

Eine neue Kollektion aus Hermès-Armbändern knüpft außerdem an die lange Textil- und Handwerkstradition des Hauses an. Sie enthält zwei neue gewebte Armbänder: Toile H ist eine Interpretation des charakteristischen Segeltuchs der Marke und Twill Jump kombiniert satte Blockfarben mit kontrastierenden Akzenten. Das allererste gestrickte Armband für die Apple Watch, Bridon, wird in einem markanten Winkelmuster handverflochten, während Kilim aus wasserfestem Gummi geformt ist und eine Faltschließe hat.

Weiterhin besteht die Möglichkeit, sich seine neue Apple Watch beim Kauf direkt im Apple Watch Studio auf die eigenen Wünsche hin anzupassen – bei Gehäuse und Armband greift man direkt zu seinen Favoriten.

Für maximale Unabhängigkeit bietet Apple seine Smartwatch in der teureren Variante GPS + Cellular an. So kann man autark ohne Smartphone telefonieren und im Internet surfen. Die einfachere Version hört auf den Namen Series 9 GPS.

Design & Tragekomfort

Wir haben die Apple Watch Series 9 mit 45 Millimeter großem Aluminiumgehäuse und Textilarmband getestet. Das Band schmiegt sich angenehm an die Haut, reibt nicht und gestattet einen sehr hohen Tragekomfort. Die Apple Watch macht sich am Handgelenk kaum bemerkbar, sie ist leicht, trägt nicht zu dick auf und verschwindet bei Bedarf auch unter dem Pullover- oder Hemdsärmel. Der Verschlussmechanismus ist einfach und effektiv. Je nach gewähltem Stil wirkt die Apple Watch wie schon der Vorgänger mal eher sportlich, mal eher schick und dient bei Bedarf als stylishes Accessoire.

Display

Beim Gehäuse und den Größen gibt es zur Series 8 keine Unterschiede. Diese sind wie gehabt in 41 und 45 Millimeter erhältlich. Die Angabe bezieht sich immer auf die Höhe der Smartwatch. Die Apple Watch Ultra 2 ist außerdem wieder mit einem 49 Millimeter großen Gehäuse zu haben. Das Gewicht der Series 9 beträgt je nach Ausstattung zwischen 31,9 und 51,5 Gramm, die Gehäusetiefe liegt einheitlich bei 10,7 Millimeter. An den Auflösungen hat sich ebenfalls nichts geändert: Die 45-Millimeter-Variante löst mit 396 × 484 Pixel, die 41-Millimeter-Version mit 352 × 430 Pixel auf.

Bei der Helligkeit hat das OLED-Retina-Display gewaltig zugelegt. Mit bis zu 2000 Nits strahlt es doppelt so hell wie beim Vorgänger. Für dunkle Räume oder frühe Morgenstunden lässt sich das Display außerdem auf nur ein Nit reduzieren, sodass Menschen in der Umgebung nicht gestört werden. Der Bildschirm löst super fein auf, zeigt Symbole und Schriften knackscharf und punktet durch leuchtende Farben, sattes Schwarz und eine ausgezeichnete Blickwinkelstabilität. Selbst im strahlenden Sonnenschein kann man die Uhr mühelos ablesen.

Zum Schwimmen darf die bis zu 50 Meter wasserdichte Apple Watch 9 im Pool, See oder Meer getragen werden. Ihr Always-On-Retina-Display liefert bei Bedarf immer die Uhrzeit und andere Informationen, ohne dass man den Arm heben und das Handgelenk drehen muss. Das Display verringert die Helligkeit, wenn das Handgelenk unten ist, und kehrt zur vollen Helligkeit zurück, wenn man die Hand hebt oder das Display antippt. Für Outdoor-Einsätze ist der Chronometer staubgeschützt nach IP6X.

Was ist neu bei der Apple Watch 9?

Das neue Betriebssystem der Apple Watch 9 hört auf den Namen Watch OS 10. Neben der höheren Displayhelligkeit hat Apple der Uhr den neuen S9 SiP spendiert, den laut Hersteller bisher leistungsstärksten Chip in einer Apple Watch. Die Apple Watch Series 9 hat zudem eine neue Neural Engine mit vier Kernen, die Aufgaben mit maschinellem Lernen im Vergleich zur Apple Watch Series 8 bis zu doppelt so schnell verarbeiten können sollte.

Ein Novum ist in diesem Jahr die Doppeltipp-Geste. So lässt sich die Uhr steuern, ohne das Display zu berühren. Dazu tippt man den Zeigefinger und den Daumen der Hand, an dem die Uhr getragen wird, zweimal zusammen, um viele der gängigsten Aktionen auf der Apple Watch Series 9 auszuführen. Der Doppeltipp steuert die primäre Schaltfläche in einer App, sodass sich damit ein Timer stoppen, Musik abspielen und pausieren sowie bei einem Wecker die Schlummerfunktion auslösen lässt. Die Geste kann verwendet werden, um Anrufe anzunehmen und zu beenden und Fotos mit der Kamera-Fernbedienung auf der Apple Watch zu schießen. Ebenfalls ist es möglich, durch die Widgets im Stapel zu scrollen.

Das neue Betriebssystem Watch OS 10 bietet für Apps wie Wetter, Aktien, Karten, Nachrichten oder Weltuhr jetzt mehr Displayfläche. Die Aktivitätsapp auf der Apple Watch und die Fitness-App auf dem iPhone erleichtern das Erfassen der täglichen Bewegung – mit mehr Details, der verbesserten Teilen-Funktion, einem neu gestalteten Trophäenschrank und Tipps von Trainern.

Ein neuer Smart-Stapel enthält Widgets, die je nach der aktuellen Situation der Nutzer Informationen zur richtigen Zeit anzeigen. Er kann durch Drehen der digitalen Krone von jedem Zifferblatt aus aufgerufen werden. Wetter zeigt so etwa zu Beginn des Tages die Vorhersage, und auf Reisen öffnet der Smart Stapel Bordkarten aus Wallet. Kalender und Erinnerungen erscheinen oben im Stapel, um bevorstehende Meetings oder Aufgaben anzuzeigen, und laufende Apps, wie Podcasts, werden ebenfalls nach oben verschoben.

Das Kontrollzentrum ist jetzt über die Seitentaste zugänglich, sodass man es jederzeit und aus jeder App heraus schnell öffnen kann. Ein doppeltes Drücken der Digital Crown führt zurück zu den kürzlich verwendeten Apps.

Mit jeder neuen Watch-OS-Version werden traditionell neue Ziffernblätter eingeführt. Für die Apple Watch Series 9 stehen ab sofort Snoopy, Palette, Sonne Analog und Nike Globe zur Verfügung. Der Apple Watch Ultra ist das Ziffernblatt Modular Ultra vorbehalten.

Modifiziert hat Apple bei der Series 9 seine Kompass-App. Mit Watch OS 10 erzeugt diese automatisch zwei neue Wegpunkte: Ein Wegpunkt „Letzte Mobilfunkverbindung“ schätzt den letzten Ort mit Mobilfunkempfang, was nützlich sein kann, um Nachrichten zu laden oder einen Anruf zu tätigen. Bei einem Notfall gibt der Wegpunkt „Letzter Notruf“ näherungsweise an, wo das Gerät auf der zurückgelegten Strecke zum letzten Mal bei einem verfügbaren Mobilfunkanbieter Empfang gehabt hat, sodass ein Notruf getätigt werden kann.

Bei der Vorbereitung von Routen nutzt die neue Ansicht „Höhe“ Daten des Höhenmessers und ermöglicht so eine dreidimensionale Ansicht gespeicherter Wegpunkte. Zunächst nur in den USA zeigt Apple Karten eine neue topografische Karte mit Höhenlinien, Schummerung, Höhendetails und interessanten Orten. Anwender können außerdem nach Ausgangspunkten und Wanderwegen in der Nähe suchen. Ortskarten enthalten detaillierte Informationen wie Länge, Art und Schwierigkeitsgrad der Strecke.

Radfahrer profitieren mit Watch OS 10 von der Bluetooth-Konnektivität für Leistungsmesser sowie Geschwindigkeits- und Trittfrequenzsensoren, die neue Messwerte und Trainingsansichten freischalten. Radfahrtrainings werden auf dem iPhone automatisch als Live-Aktivität angezeigt und nutzen das gesamte Display. Die Achtsamkeit-App bietet neue Werkzeuge zur Förderung der mentalen Gesundheit, und die Apple Watch führt auch die Möglichkeit ein, die im Tageslicht verbrachte Zeit mit dem Umgebungslichtsensor zu messen.

Premiere feiert außerdem die Option, dass zum ersten Mal Siri-Anfragen direkt auf der Apple Watch verarbeitet werden. Bei Anfragen, die keine Informationen aus dem Internet erfordern – wie Starten eines Trainings oder Einstellen eines Timers – benötigt Siri weder WLAN noch Mobilfunk, was schnellere Antworten ermöglicht. Zudem verspricht der Hersteller, dass die leistungsstarke Neural Engine die Diktierfunktion um bis zu 25 Prozent präziser als bei der Apple Watch Series 8 macht.

Ausstattung

Ausstattungstechnisch spielt die Apple Watch Series 9 in der Champions League – mehr geht nicht! Verbaut sind unter anderem GPS und Kompass, Höhenmesser, Blutsauerstoff-Sensor, elektrischer und optischer Herzsensor, Notruf-SOS-Funktion, Gyro-Sensor, Umgebungslichtsensor, Lautsprecher, Mikrofon, WLAN, Bluetooth 5.3, Siri, Apple Pay sowie ein Beschleunigungssensor mit bis zu 256 G. Der interne Speicher hat eine Kapazität von 64 GByte, beim Vorgänger waren es nur 32 GByte.

Über vier Laserdioden misst die Smartwatch den Puls. Ist der Ruhepuls zu hoch oder zu niedrig (die Schwellenwerte lassen sich selbst festlegen), weist die Apfel-Uhr ihren Träger darauf hin. Entsprechende Elektroden hat Apple in die Rückseite und in die Krone der Smartwatch integriert. Durch Berührung wird der Stromkreis geschlossen und das EKG kann realisiert werden. Das dauert gerade mal 30 Sekunden. Mit der EKG-App kann man Apple zufolge erkennen, ob es Anzeichen für Vorhofflimmern gibt, eine Art ernst zu nehmende Herzrhythmusstörung, oder ob das Herz im normalen Sinusrhythmus schlägt.

Die detaillierte Auswertung erfolgt in der „Health“-App. Das komplette EKG lässt sich als PDF-Datei abspeichern und direkt zum Arzt mailen. Bei Bedarf misst die Apple Watch Series 9 auch den Sauerstoffgehalt im Blut. Das Feature „Medikation“ kümmert sich um die Verwaltung von Medikamenten, Vitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln. Nutzer können eine Medikamentenliste erstellen, Zeitpläne und Erinnerungen einrichten und Informationen zu ihren Medikamenten in der „Health“-App anzeigen lassen. Für jedes Medikament lässt sich ein individueller Zeitplan definieren, unabhängig davon, ob es mehrmals am Tag, einmal in der Woche oder nach Bedarf eingenommen werden muss.

Frauen steht ein umfangreiches „Zyklusprotokoll“ zur Verfügung. Sie erhalten eine Mitteilung, wenn ihr aufgezeichneter Zyklusverlauf eine mögliche Abweichung aufweist. Dazu zählen insbesondere unregelmäßige, seltene oder verlängerte Perioden und anhaltende Schmierblutungen. In der „Health“-App haben Nutzerinnen außerdem Einblick auf mögliche Veränderungen ihrer normalen Körpertemperatur, die durch Training, Jetlag oder Krankheiten verursacht werden können. Die Temperaturerkennung soll darüber hinaus verbesserte Vorhersagen der Periode ermöglichen.

Als kleine Kommunikationszentrale ermöglicht die Apfel-Uhr das Beantworten von Nachrichten wahlweise per QWERTZ-Tastatur, über Siri, mittels Kritzeln, Diktat und Emojis.

Wichtig ist für Apple ebenfalls der Themenkomplex Schlafüberwachung. Mithilfe des Beschleunigungssensors schätzt die Apple Watch, in welcher Schlafphase sich der Benutzer gerade befindet. In der „Health“-App kann man detaillierte Daten zu einzelnen Schlafphasen einsehen.

Oberste Priorität spielt für Apple schon immer die Sicherheit der Uhrenträger. Deshalb sind auch in der Watch Series 9 ein Gyro-Sensor und Beschleunigungssensoren integriert. Stellt die Uhr einen Crash fest, bewertet die App den Zustand des Uhrträgers und wählt den Notruf, falls der Träger der Smartwatch nach einem zehnsekündigen Countdown nicht reagiert. Die Rettungsdienste erhalten den Standort des Geräts, welcher auch mit den eingerichteten Notfallkontakten geteilt wird. Die Unfallerkennung auf der Apple Watch und auf dem iPhone arbeiten nahtlos zusammen: Wird ein schwerer Autounfall erkannt, erscheint die Notrufoberfläche auf der Apple Watch, da sie normalerweise näher beim Nutzer ist. Für die bestmögliche Verbindung wird der eigentliche Notruf über das iPhone abgesetzt, wenn es sich in Reichweite befindet.

Bestandteil der Apple Watch ist weiterhin die praktische Familienkonfiguration. Familienmitglieder, die eine LTE-Version der Apple Watch besitzen, können diese ohne iPhone verwenden. So genügt ein Apple-Telefon in der Familie, um beispielsweise auch die Smartwatches der Kinder einzurichten. Eltern können ihrem Nachwuchs unter anderem Telefonate zu ausgewählten Kontakten erlauben, diesen mit Nachrichten und Anrufen auf dem Laufenden halten oder bei Bedarf auch dessen Standort überwachen. Funktionen wie Benachrichtigungen über unregelmäßigen Herzrhythmus oder die Nutzung von EKG-Messung, Zyklusverfolgung, Schlafanalyse, Blutsauerstoff-Erfassung, Podcasts und Fernbedienung sind allerdings nur im Zusammenspiel mit einem iPhone möglich.

Bedienung

Beim Bedientempo sowie beim Bedienkomfort setzt die Apple Watch 9 ebenfalls Maßstäbe. Der S9 SiP mit 64‑Bit Dual‑Core Prozessor arbeitet extrem schnell und ermöglicht ein flüssiges Navigieren durch Menüs und das zügige Starten von Apps. Hier gibt es keine spürbaren Verzögerungen. Die Bedienung erfolgt über Wisch- und Touch-Gesten sowie über die drehbare Krone. Dies gelingt sehr intuitiv und erfordert nahezu keine Eingewöhnungszeit. In Apps wie „Stoppuhr“, „Wecker“ und „Aktivität“ kann man aus größeren Schriften und größeren Menütasten auswählen. Aufgaben, bei denen maschinelles Lernen eine Rolle spielt, kann die Apfel-Uhr dank der neuen 4-Core-Neural-Engine laut Hersteller bis zu doppelt so schnell verarbeiten.

Sport & Fitness

Als wahrer Tausendsassa ist die Apple Watch Series 9 auch für Sportbegeisterte ein optimaler Begleiter. Während eines Trainings genügt ein Blick auf die Uhr, um einen Einblick in die eigene Fitness sowie in die Herzfrequenz zu erhalten. Aus den Pulsdaten berechnet die Smartwatch die maximale Sauerstoffaufnahme, den VO2max-Wert, der ein wichtiger Indikator für den Trainingsfortschritt darstellt. Der integrierte Höhenmesser macht es möglich, absolvierte Höhenmeter nachzuvollziehen.

Die Series 9 erkennt diverse Sportarten zuverlässig in Eigenregie. Nachträglich liefert die „Fitness“-App eine sehr detaillierte Auswertung diverser Parameter. Fußgänger, Jogger und Radler freuen sich über die Aufzeichnung ihrer Route dank integriertem GPS. Radfahrer profitieren zudem von der Analyse verschiedener Algorithmen von GPS-, Herzfrequenz-, Gyro- und Beschleunigungssensor-Daten. Die Uhr erkennt selbstständig, wann eine Radtour beginnt und schlägt Nutzern vor, das „Rad Outdoor“-Training zu starten. Aktivitätsringe steigern nach wie vor die Motivation, sich mehr zu bewegen.

Mit Apple Fitness+ ist ein ganz spezieller Fitnessservice rund um die Apple Watch verfügbar. Fitness+ integriert Workouts und Meditationen im Studiostil im iPhone, iPad und Apple TV. Die Anwendung überträgt Trainingsdaten der Apple Watch direkt auf andere Apple-Geräte. In wichtigen Momenten des Trainings werden persönliche Messwerte von der Apple Watch auf dem Screen animiert. Wenn etwa der Trainer sagt, dass die Herzfrequenz gecheckt werden soll, werden die Herzfrequenzdaten hervorgehoben. Während anstrengender Intervalle startet ein Countdown, um Nutzer zu motivieren, bis zur letzten Sekunde durchzuhalten, und wenn man die Aktivitätsringe schließt, erscheint auf dem Trainingsscreen ein Feuerwerk.

Sportler können aus elf verschiedenen Trainingsarten mit unterschiedlicher Dauer auswählen, darunter hochintensives Intervalltraining (HIIT), Kraft, Yoga, Tanzen, Radfahren, Pilates, Laufband (zum Rennen und Gehen), Rudern und Achtsames Cooldown. Für alle, die sich gerne mit anderen messen, gibt es für ausgewählte Trainings eine optionale Vergleichsanzeige, die in Echtzeit darstellt, wie die Leistung des Anwenders im Vergleich zu anderen ist, die dasselbe Training bereits absolviert haben. Alle Workouts haben auch einen Fitness+ Trainer, der die Übungen vormacht.

Fitness+ ist als Abonnement für 9,99 Euro pro Monat oder für 79,99 Euro pro Jahr erhältlich. Beim Kauf einer Apple Watch Series 3 oder neuer sind drei Monate Apple Fitness+ enthalten, und bestehende Apple Watch-Nutzer bekommen einen Monat Fitness+ gratis.

Mit sogenannten In-Session-Ansichten ist die „Training“-App ausgestattet. Diese liefert unter anderem Zwischenzeiten und Höhenangaben für genauere Trainingsdaten. Bei Triathlons oder Aktivitäten mit einer Kombination aus Schwimmen, Radfahren und Laufen erkennt das Multisport-Workout automatisch, wenn zwischen den Sportarten gewechselt wird und erfasst, wie lange der Wechsel dauert. Praktische Messwerte zur Laufform, darunter Schrittlänge, Bodenkontaktzeit und vertikale Oszillation, sind in den Trainingsansichten verfügbar.

Akku

Das Manko der kurzen Akkulaufzeit hat Apple auch bei der Watch Series 9 nicht in den Griff bekommen. So gilt weiterhin: Nach maximal einem Tag muss man die Uhr aufladen. Sind GPS und Bluetooth aktiviert, ist ein deutlich früherer Boxenstopp am Ladegerät erforderlich. Telefonate über die Smartwatch zerren ebenfalls erheblich am Akku. Zum Laden der Watch 9 muss man etwa 75 Minuten einplanen.

Preis

Größe, Gehäuse, Ausstattung (nur GPS oder auch eSim) sowie die Art des Armbands entscheiden über den Preis der Apple Watch 9. Die Preisspanne fällt dabei größer aus als bei jeder anderen Smartwatch. Das günstigste Modell ist die Aluminium-Variante mit 41-mm-Gehäuse ab 420 Euro. Für das 45-mm-Modell werden etwa 30 Euro mehr fällig, mit eSim muss man jeweils 120 Euro zusätzlich hinblättern. Das Edelstahlgehäuse (mit GPS und Cellular) geht bei 760 Euro los, mit Milanaise-Armband sind es knapp unter 800 Euro. Greift man hier zum Gliederarmband, muss man schon mindestens 1099 Euro berappen. Wie alle Apple-Produkte ist auch die Watch 9 sehr preisstabil.

Fazit

Abgesehen von der weiterhin zu kurzen Akkulaufzeit zeigt Apple auch mit der Watch Series 9 der Konkurrenz, wo der Smartwatch-Hammer hängt: nämlich ganz oben! Mit noch mehr Display-Helligkeit, höherer Prozessorleistung und pfiffigen neuen Features wie der Doppeltipp-Geste und zusätzlicher Bluetooth-Konnektivität für Radfahrer ist die aktuelle Apfel-Uhr die beste Smartwatch für alle iPhone-Besitzer. Neue Armbänder bringen zudem mehr Abwechslung in den Apple-Watch-Kosmos. Und bei Verarbeitung, Ausstattung, Bedienkomfort und Bedientempo kann ohnehin kein Mitbewerber mit der Apple Watch Series 9 mithalten. Auch in diesem Jahr gilt also: An der Smartwatch aus Cupertino führt kein Weg daran vorbei!



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iX-Workshop KRITIS: Zusätzliche Prüfverfahrenskompetenz für § 8a BSIG


Kritische Infrastrukturen (KRITIS) unterliegen nach § 8a Abs. 1 BSIG besonderen Sicherheitsanforderungen. Die Betreiber dieser Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen sind verpflichtet, dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) regelmäßig nachzuweisen, dass ihre IT-Sicherheit dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Dazu müssen sie angemessene organisatorische und technische Maßnahmen ergreifen, um Störungen zu vermeiden, die die Verfügbarkeit, Vertraulichkeit, Integrität und Authentizität ihrer IT-Systeme gefährden können.

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In unserem zweitägigen Workshop KRITIS: Zusätzliche Prüfverfahrenskompetenz für § 8a BSIG erhalten Sie einen umfassenden Überblick über die Anforderungen von KRITIS und können sich gezielt auf Prüfungen für § 8a BSIG vorbereiten. Nach bestandener Abschlussprüfung am Ende der Schulung erhalten die Teilnehmenden die Zusatzqualifikation „Spezielle Prüfverfahrenskompetenz für § 8a BSIG“. Damit sind sie berechtigt, Sicherheitsprüfungen für § 8a BSIG im Auftrag des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik durchzuführen.

Der Workshop wird von Fatih Yilmaz geleitet. Als Senior Consultant bei der HiSolutions AG verantwortet er dort das Themenfeld „Kritische Infrastrukturen“ nach BSI-Gesetz und unterstützt Unternehmen als zertifizierter Information Security Officer (TÜV) sowie zertifizierter IT-Grundschutz Praktiker bei der Vorbereitung und Durchführung von KRITIS-Prüfungen.

Dieser iX-Workshop folgt dem BSI-Schulungskonzept und richtet sich insbesondere an Auditoren wie interne Revisoren, Revisoren, Wirtschaftsprüfer mit IT-Revisionserfahrung sowie Mitarbeitende von Revisionsgesellschaften und Betreibern kritischer Infrastrukturen. Um einen intensiven Austausch untereinander und eine optimale Vorbereitung auf die Prüfung und Zertifizierung zu ermöglichen, ist diese Schulung auf 12 Teilnehmende beschränkt.


Weitere iX-Sicherheitsworkshops

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(ilk)



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Slow is smooth and smooth is fast: Was Softwareteams von den Navy SEALs lernen


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English.

It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Es gibt einen Spruch, der vor allem durch die Navy SEALs bekannt geworden ist:

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„Slow is smooth and smooth is fast.“


the next big thing – Golo Roden

the next big thing – Golo Roden

Golo Roden ist Gründer und CTO von the native web GmbH. Er beschäftigt sich mit der Konzeption und Entwicklung von Web- und Cloud-Anwendungen sowie -APIs, mit einem Schwerpunkt auf Event-getriebenen und Service-basierten verteilten Architekturen. Sein Leitsatz lautet, dass Softwareentwicklung kein Selbstzweck ist, sondern immer einer zugrundeliegenden Fachlichkeit folgen muss.

Gemeint ist damit, dass übereiltes Handeln zu Fehlern führt, die am Ende mehr Zeit kosten als die vermeintlich gesparte. Wer hingegen ruhig und kontrolliert vorgeht, arbeitet präziser, macht weniger Fehler und erreicht das Ziel paradoxerweise früher. In Hochdrucksituationen, in denen Sekunden über Erfolg und Misserfolg entscheiden, mag das kontraintuitiv klingen. Doch genau dort hat sich dieses Prinzip bewährt.

In der Softwareentwicklung begegnet mir ein ähnliches Muster. Die Branche steht unter permanentem Zeitdruck, Deadlines sind eng, Anforderungen ändern sich laufend, und der Reflex, so schnell wie möglich Code zu schreiben, ist tief verankert. Fortschritt wird oft daran gemessen, wie schnell neuer Code entsteht. Doch gerade dieser Reflex führt häufig dazu, dass Projekte am Ende länger dauern als nötig. Die Parallele zu den Navy SEALs ist frappierend, und ich bin überzeugt, dass ihr Grundsatz einer der wertvollsten Ratschläge ist, den Softwareteams beherzigen können.

Die Versuchung liegt auf der Hand: Ein neues Feature steht an, die Anforderungen scheinen klar, also öffnet man den Editor und beginnt zu tippen. Schließlich wird Software in Code gemessen, nicht in Whiteboard-Skizzen. Je früher Code entsteht, desto früher ist man fertig. So zumindest die gängige Annahme.

Die Realität zeichnet ein anderes Bild. Code, der ohne gründliche Vorüberlegung entsteht, basiert auf impliziten Annahmen. Jede und jeder im Team hat eine eigene Vorstellung davon, wie die Lösung funktionieren soll, aber diese Vorstellungen werden selten abgeglichen. Die Annahmen stellen sich oft erst spät als falsch heraus, etwa wenn sich zeigt, dass die gewählte Schnittstelle für die tatsächlichen Anwendungsfälle ungeeignet ist oder dass ein Sonderfall die gesamte Architektur infrage stellt. Was harmlos begann, wird zum strukturellen Problem.

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Was dann folgt, sind Korrekturschleifen. Nicht eine, sondern mehrere. Dazu kommen Diskussionen, die man besser vorher geführt hätte, Refactorings, die im Grunde Neuschreibungen sind, und eine wachsende Menge an technischen Schulden. Der Code, der so schnell entstanden ist, muss erklärt, verteidigt und überarbeitet werden. Aus dem vermeintlich schnellen Start wird ein zähes, kostspieliges Nacharbeiten.

Das Tückische daran ist, dass dieser Effekt selten sichtbar wird. Niemand misst, wie viel Zeit ein Team mit Nacharbeit verbringt, die bei besserem Vorgehen vermeidbar gewesen wäre. Die Stunden versickern in Bugfixes, in „kleinen Anpassungen“ und in Meetings, in denen man klärt, was man vorher hätte klären sollen. Die anfängliche Geschwindigkeit war eine Illusion.

Vor etlichen Jahren haben ein Kollege und ich einen Entwicklungsprozess etabliert, der von außen betrachtet geradezu verschwenderisch wirkte. Wann immer wir ein neues Modul oder eine neue Komponente entwickeln sollten, haben wir nicht als Erstes den Editor geöffnet. Stattdessen sind wir ans Whiteboard gegangen.

Dort haben wir das Problem von der anderen Seite her aufgerollt: Nicht „Wie bauen wir das?“, sondern „Wie soll es sich anfühlen, wenn jemand diesen Code verwendet?“ Diese Frage klingt simpel, aber sie verändert die gesamte Perspektive. Das Prinzip ist unter dem Begriff „Working backwards“ bekannt, wie es unter anderem bei AWS praktiziert wird. Man beginnt beim gewünschten Ergebnis und arbeitet sich von dort zurück zur Implementierung.

Konkret bedeutete das: Wir haben am Whiteboard Codebeispiele skizziert. Nicht den internen Aufbau, sondern die öffentliche Schnittstelle. Wie würde eine Entwicklerin oder ein Entwickler dieses Modul aufrufen? Welche Parameter wären intuitiv? Welche Rückgabewerte würden erwartet? Welche Fehlerfälle müsste man behandeln, und wie sollte das aussehen?

Dieses Vorgehen erzwang, dass wir uns intensiv mit der Domäne und den Anforderungen auseinandersetzten, bevor eine einzige Zeile produktiven Codes entstand. Es zwang uns, Fragen zu stellen, die beim sofortigen Losprogrammieren untergegangen wären. Häufig stellten wir dabei fest, dass unsere anfänglichen Vorstellungen von der Schnittstelle nicht tragfähig waren. Dann haben wir das Whiteboard gewischt und von vorn begonnen, so oft wie nötig. Das kostete trotzdem nur Stunden, keine Tage oder gar eine Woche.

Am Ende dieser Phase hatten wir ein gemeinsames, explizites Verständnis davon, was wir eigentlich bauen wollten. Nicht ungefähr, nicht implizit, sondern konkret und greifbar. Wir konnten jedem im Team erklären, warum die Schnittstelle genau so aussehen sollte und nicht anders. Diese Klarheit war kein Nebenprodukt, sie war das eigentliche Ziel.

Nach der Whiteboard-Phase folgte ein Schritt, der auf den ersten Blick noch ungewöhnlicher wirkt: Wir haben einen Prototyp geschrieben, mit dem klaren Vorsatz, ihn anschließend wegzuwerfen. Kein sauberer Code, keine Tests, keine Dokumentation. Nur ein schneller, funktionaler Durchstich, um unsere Thesen zu überprüfen.

Dieser Prototyp diente ausschließlich dem Lernen. Am Whiteboard kann man vieles klären, aber bestimmte Dinge zeigen sich erst, wenn man tatsächlich Code schreibt. Theorie und Praxis klaffen in der Softwareentwicklung oft weiter auseinander, als man wahrhaben möchte. Wie verhält sich die Schnittstelle, wenn man sie wirklich benutzt? Wo fühlt sie sich sperrig an? Welche Randfälle tauchen auf, an die man nicht gedacht hat? Wo hat man die Komplexität über- oder unterschätzt? Welche Abhängigkeiten ergeben sich, die auf dem Whiteboard nicht sichtbar waren?

Der entscheidende Punkt war, dass dieser Prototyp keine Verpflichtung mit sich brachte. Weil von Anfang an feststand, dass er weggeworfen würde, konnten wir frei experimentieren. Es gab keinen Druck, die einmal gewählte Struktur beizubehalten, nur weil schon Code da war. Wir konnten Sackgassen ohne schlechtes Gewissen verlassen und Alternativen ausprobieren. Wir konnten Fehler machen, ohne dass diese Fehler sich in der Codebasis festsetzten.

Das Wegwerfen selbst fiel erstaunlich leicht. Nicht, weil uns der Code egal war, sondern weil das eigentliche Ergebnis dieser Phase nicht der Code selbst war. Das Ergebnis war Erkenntnis: ein tiefes, praktisches Verständnis dafür, wie die Lösung aussehen sollte und welche Fallstricke zu vermeiden waren. Dieses Verständnis ließ sich nicht durch Nachdenken allein gewinnen. Es brauchte die Erfahrung des Tuns, das Scheitern in einer sicheren Umgebung.

Erst im dritten Anlauf haben wir den eigentlichen, produktiven Code geschrieben. Und hier zeigte sich der Lohn der Vorarbeit: Das Schreiben ging bemerkenswert schnell. Nicht, weil wir uns beeilten, sondern weil wir wussten, was wir taten. Die Unsicherheit, die normalerweise jede Entwicklung begleitet, war weitgehend verschwunden. An ihre Stelle war Zuversicht getreten.

Die Architektur stand, die Schnittstellen waren durchdacht, die typischen Stolperstellen waren bekannt. Wir mussten nicht mehr experimentieren oder grundlegende Entscheidungen treffen, denn das hatten wir bereits hinter uns. Stattdessen konnten wir uns darauf konzentrieren, sauberen, gut strukturierten Code zu schreiben, der von Anfang an den Qualitätsansprüchen genügt.

Genau in dieser Phase kamen auch Tests und Dokumentation hinzu. Beides fällt erheblich leichter, wenn man die Lösung verstanden hat und nicht im Nebel stochert. Tests für eine durchdachte Schnittstelle zu schreiben, ist keine Last, sondern eine Bestätigung. Man weiß, welche Fälle relevant sind, und kann sie gezielt abdecken. Und Dokumentation für ein Modul zu verfassen, dessen Designentscheidungen man bewusst getroffen hat, ist keine Pflichtübung, sondern eine natürliche Ergänzung.

Das gesamte Vorgehen fand im Pair-Programming statt. Zwei Personen am selben Problem, von der Whiteboard-Diskussion über den Prototyp bis zum fertigen Code. Auch das wirkt auf den ersten Blick teuer: Zwei Entwicklerinnen oder Entwickler für eine Aufgabe, das ist doch doppelter Aufwand? Die Praxis erzählte eine andere Geschichte. Vier Augen sehen mehr als zwei, und der ständige Dialog verhindert, dass sich jemand in eine Sackgasse verrennt, ohne es zu bemerken. Was wir an scheinbarer Effizienz aufgaben, gewannen wir an Qualität und Geschwindigkeit zurück.

Wann immer ich diesen Prozess beschrieben habe, war die häufigste Reaktion eine Mischung aus Interesse und Unglauben. Die Fragen lauteten: „Wie könnt ihr euch das leisten?“ und „Wie bringt ihr eure Kunden dazu, das mitzumachen?“

Die Antwort war einfacher, als die meisten erwartet haben: Wir waren schneller und günstiger als andere. Nicht trotz, sondern wegen dieses Vorgehens. Das klingt nach einer bequemen Behauptung, aber die Zahlen stützten sie.

Der Grund liegt in einer Beobachtung, die sich über Jahre hinweg immer wieder bestätigt hat: Unser Code hat beim ersten echten Versuch mit einer überdurchschnittlich hohen Rate funktioniert. Er war weitgehend fehlerfrei, die Schnittstellen passten zu den tatsächlichen Anforderungen, und die Architektur trug auch dann noch, wenn später Erweiterungen hinzukamen. Was auf dem Papier nach Mehraufwand aussah, war in Wahrheit eine Abkürzung.

Was auf der anderen Seite wegfiel, war erheblich: keine endlosen Korrekturschleifen, keine späten Architekturentscheidungen unter Druck, keine Wochen, in denen das Team im Grunde damit beschäftigt war, frühe Fehler zu reparieren. Kein mühsames Debugging von Code, den man vor drei Wochen geschrieben und inzwischen halb vergessen hatte. Keine hitzigen Diskussionen darüber, ob man den bestehenden Ansatz noch retten kann oder doch lieber neu anfangen sollte. Für unsere Kundinnen und Kunden bedeutete das: zuverlässigere Zeitpläne, weniger Überraschungen und am Ende niedrigere Gesamtkosten.

Der Prozess sah langsamer aus, weil die erste sichtbare Codezeile später entstand. Aber die erste sichtbare Codezeile ist nicht der relevante Messpunkt. Relevant ist, wann funktionierende, zuverlässige Software ausgeliefert wird. Und diesen Punkt haben wir regelmäßig früher erreicht als Teams, die vom ersten Tag an in die Tasten gehauen haben.

Heute, zahlreiche Jahre später, hat sich das Umfeld grundlegend verändert. KI-gestützte Werkzeuge erzeugen Code in einem Tempo, das noch vor Kurzem undenkbar war. Ein gut formulierter Prompt liefert in Sekunden, wofür früher Stunden nötig waren. Die Geschwindigkeit der Codeerzeugung hat sich vervielfacht, und die Werkzeuge werden mit jeder Generation leistungsfähiger.

Doch Geschwindigkeit bei der Codeerzeugung ist nicht dasselbe wie Geschwindigkeit bei der Problemlösung. Eine KI kann beeindruckend schnell Code produzieren, aber sie kann nicht wissen, ob dieser Code das richtige Problem löst. Sie kann eine Schnittstelle implementieren, aber nicht beurteilen, ob diese Schnittstelle für die tatsächlichen Anwendungsfälle sinnvoll ist. Sie kann Tests generieren, aber nicht entscheiden, welche Fälle wirklich kritisch sind und welche nur Rauschen erzeugen.

Was KI-Werkzeuge im Kern tun, ist verstärken. Sie verstärken das, was man hineinsteckt. Wer genau weiß, was die Lösung leisten soll, wie die Schnittstellen aussehen müssen und welche Randfälle zu beachten sind, bekommt von einer KI beeindruckend guten Code in kürzester Zeit. Die Maschine wird zum Beschleuniger für eine klare Idee. Wer diese Klarheit nicht hat, bekommt schneller das Falsche. Und falscher Code, der in Sekunden statt in Stunden entstanden ist, bleibt falscher Code. Er muss genauso überarbeitet, korrigiert und im schlimmsten Fall weggeworfen werden. Die KI hat dann nichts beschleunigt, sie hat nur die Illusion von Fortschritt erzeugt.

Und genau hier schließt sich der Kreis zum dreistufigen Prozess. Die Phase am Whiteboard, das Durchdenken der Verwenderperspektive, das bewusste Experimentieren mit einem Wegwerf-Prototyp: All das liefert genau die Klarheit, die man braucht, um KI-Werkzeuge sinnvoll einzusetzen. Man füttert die KI nicht mit vagen Vorstellungen, sondern mit präzisen Anforderungen. Die KI übernimmt dann den Teil, der tatsächlich beschleunigt werden kann: das Schreiben von Code, dessen Richtung bereits feststeht.

Die Versuchung ist groß, diesen Schritt zu überspringen. Wenn Code so billig zu erzeugen ist, warum nicht einfach ausprobieren und schauen, was passiert? Die Antwort ist dieselbe wie vor zwanzig Jahren: Weil das Erzeugen von Code nie der Engpass war. Der Engpass war und ist das Verstehen. Und Verstehen lässt sich nicht beschleunigen, indem man schneller tippt, ob mit oder ohne KI.

„Slow is smooth and smooth is fast.“ Dieser Grundsatz der Navy SEALs hat nichts an Gültigkeit verloren, auch nicht in einer Zeit, in der Maschinen Code schneller schreiben als jeder Mensch.

Bewusst Tempo herauszunehmen, sich die Zeit zu geben, ein Problem wirklich zu durchdringen, bevor man es löst, fühlt sich an wie ein Luxus, den man sich nicht leisten kann. Die Erfahrung zeigt jedoch das Gegenteil: Es ist eine Investition, die sich zuverlässig auszahlt. In weniger Fehlern, in weniger Nacharbeit, in kürzerer Gesamtdauer und in Code, der nicht nur funktioniert, sondern trägt. In Teams, die weniger streiten und mehr liefern.

Ob man diesen Code dann selbst schreibt oder von einer KI schreiben lässt, ist zweitrangig. Entscheidend ist, dass man weiß, was man will, bevor man anfängt. Erst denken, dann experimentieren, dann bauen. In dieser Reihenfolge. Daran hat sich in all den Jahren nichts geändert.


(rme)



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Künstliche Intelligenz

Public IT: Neue c’t-Konferenz für den öffentlichen Sektor sucht Vorträge


Am 28. und 29. Oktober findet in Hannover erstmals die Public IT statt. Die c’t-Konferenz richtet sich an Entscheider und Praktiker, die im öffentlichen Sektor für IT oder Digitalisierung zuständig sind. Sie stellt zwei Schwerpunktthemen in den Vordergrund: souveräne Cloud- und On-Premise-Lösungen sowie Automatisierung und KI.

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Die Besonderheit der Public IT ist die technische Tiefe: Hier geht es nicht um abstrakte politische Ziele, sondern um die konkrete Umsetzung. Die Redaktion von c’t bietet mit der Konferenz eine unabhängige Plattform für den fachlichen Austausch und Networking.

Im Call for Proposals sucht die c’t-Redaktion bis zum 12. April praxisnahe Vorträge von Menschen, die im öffentlichen Sektor IT- oder Digitalisierungsprojekte leiten und umsetzen. Wir freuen uns insbesondere über Speaker, die selbst im öffentlichen Sektor beschäftigt sind.

Beiträge können sich unter anderem mit folgenden Schwerpunkten befassen:

  • On-Premise, Cloud oder Multi-Cloud: Souveräne Infrastruktur
  • Cloud-Transformation: Container, CI/CD und Orchestrierung
  • Souveräne KI-Infrastruktur
  • Souveräne Arbeitsplatzlösungen
  • Datenschutz, Datensicherheit und Recht
  • Automatisierung und Prozessoptimierung
  • LowCode & NoCode
  • Generative KI / Agentische KI
  • Ende-zu-Ende-Digitalisierung
  • Registermodernisierung

Vorschläge für Vorträge können über die Webseite der Public IT eingereicht werden. Die c’t-Redaktion freut sich auch über Vorschläge zu weiteren Themen, die in den Kontext der Public IT passen. Erfahrungsberichte aus Projekten sind besonders gern gesehen. Das Programm wird Anfang Mai veröffentlicht.


(cwo)



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