Künstliche Intelligenz
Totaler Internet-Blackout: Sorge vor staatlicher Gewalt gegen Proteste im Iran
Inmitten massiver Proteste gegen die autoritäre Staatsführung ist der Iran fast vollständig von der Außenwelt abgeschnitten. Nur sehr wenige Informationen dringen nach außen. Die Bevölkerung ist vom Internet abgeschnitten. Damit reagiert die Staatsführung auf die bislang heftigsten Demonstrationen seit Beginn der Unruhen Ende Dezember.
Weiterlesen nach der Anzeige
Wie bei früheren Protestwellen wächst die Sorge vor brutaler staatlicher Repression. Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei stellte einen harten Kurs gegen die Demonstrierenden in Aussicht. Menschenrechtsorganisationen zufolge sind schon jetzt Dutzende Menschen von Sicherheitskräften getötet worden. Auch auf Seite der Staatskräfte soll es Todesopfer geben.
Am Donnerstag waren die Proteste im Iran eskaliert. Nachdem in den Tagen zuvor vor allem in ländlichen Regionen im Westen des Landes demonstriert worden war, erfassten die Unruhen nun auch die Metropolen. In Teheran und in Maschhad strömten Menschenmassen auf Plätze und Hauptverkehrsadern. Aufgerufen zu dem jüngsten Protest hatte Reza Pahlavi, der Sohn des 1979 gestürzten Schahs, der aus dem Exil eine Führungsrolle in der Opposition für sich beansprucht.
Bevölkerung vom Internet abgeschnitten
Wegen der Internetsperre war am Freitag zunächst unklar, wie sich die Proteste im Land weiterentwickelten. Airlines strichen vorübergehend Flüge in das Land. In sozialen Medien kursierten Videos von Aktivisten, die verletzte und blutüberströmte Demonstrierende zeigen sollen. Unabhängig überprüfen ließen sich die Aufnahmen zunächst nicht. Bilder aus den Millionenmetropolen zeigten Menschenmassen auf den Straßen – in einem Ausmaß, wie es seit Jahren nicht mehr zu sehen war.
Nur der staatliche Rundfunk veröffentlicht auf seinem Telegram-Kanal noch offizielle Nachrichten aus dem Land. Andere Medien mussten ihre Arbeit einstellen. Daten des IT-Unternehmens Cloudflare zeigten einen Einbruch des Web-Traffics um 99,9 Prozent. Ein kleiner Teil des Militär- und Machtapparats dürfte das Internet weiter frei nutzen können. Auch per Telefon waren Kontakte im Iran zunächst nicht mehr erreichbar.
Sorge vor gewaltsamer Niederschlagung der Proteste
Weiterlesen nach der Anzeige
Die vollständige Internetsperre weckt Erinnerungen an das staatliche Vorgehen vor rund sechs Jahren: Damals protestierten Menschen wegen stark gestiegener Benzinpreise. Der Staat verhängte eine fast einwöchige Internetsperre, während der nach Schätzungen von Menschenrechtlern Hunderte Demonstrierende getötet wurden. In sozialen Medien äußerten viele Iranerinnen und Iraner die Sorge vor einer Wiederholung der Gewalt.
Irans oberster Führer Chamenei verurteilte die Proteste. In einer am Freitag veröffentlichten Rede sprach der 86-Jährige von „Unruhestiftern“ und „dem Land schädlichen“ Menschen. „Es gibt auch Leute, deren Arbeit Zerstörung ist“, sagte er. Sie richteten Zerstörung an, „nur damit sich der Präsident der Vereinigten Staaten freut“, sagte das Staatsoberhaupt mit Blick auf Donald Trump. Der US-Präsident hat der iranischen Führung bereits mehrfach mit einem Einschreiten gedroht, sollte die Staatsmacht Demonstranten töten.
Chamenei signalisiert hartes Vorgehen gegen Proteste
Noch am Mittwoch hatte Irans Präsident Massud Peseschkian die Sicherheitskräfte zur Zurückhaltung aufgerufen und betont, der Staat werde bei friedlichen Protesten maßvoll reagieren. Doch nun signalisierte Chamenei, der zugleich Oberbefehlshaber der Streitkräfte sowie politisches und religiöses Oberhaupt des Landes ist, ein hartes Vorgehen. „Die Islamische Republik ist mit dem Blut von mehreren Hunderttausend ehrenhaften Menschen an die Macht gekommen“, zitierte ihn der staatliche Rundfunk. „Zerstörerischem Handeln“ werde man nicht nachgeben.
Ausgelöst wurden die Demonstrationen Ende Dezember durch eine massive Wirtschaftskrise und einen plötzlichen Absturz der landeseigenen Währung Rial. In Teheran gingen daraufhin wütende Händler auf die Straße. Inzwischen haben sich die Proteste auf das ganze Land ausgeweitet. Schon davor war die Unzufriedenheit in der Bevölkerung angesichts von Dauerkrisen gestiegen. Auch für Freitagabend hatte Pahlavi zu weiteren Protesten aufgerufen.
(mho)
Künstliche Intelligenz
Nervöse Börsen: Gedankenexperiment über KI lässt Techaktien sacken
Die Nervosität an den Aktienmärkten nimmt infolge des KI-Hypes immer weiter zu. Ein am Sonntag veröffentlichtes Szenario des kleinen Analystenhauses Citrini Research, das fiktiv erhebliche Negativwirkungen von KI auf die US-Wirtschaft im Jahr 2028 schildert, war möglicherweise Auslöser für Abverkäufe zahlreicher Techaktien.
Weiterlesen nach der Anzeige
Citrinis Gedankenexperiment zeichnet eine Abwärtsspirale, die dadurch ausgelöst wird, dass Firmen immer stärker auf KI statt auf menschliche Wissensarbeit setzen. Nach anfänglichen Produktivitätsgewinnen und Rekordaktienkursen zeigen sich im Szenario die gesamtwirtschaftlichen Konsequenzen: Ein großer Teil der Wissensarbeiter und Büroangestellten büßt seine Stellen ein und muss in deutlich schlechter bezahlte Jobs wechseln. So führt der Verlust vieler gut bezahlter Jobs zu rasant sinkenden Konsumausgaben, was auch andere Firmen klassischer Wirtschaftszweige in Mitleidenschaft zieht.
Auch die Immobilienmärkte kommen ins Trudeln, weil wegen der Jobverluste viele Menschen ihre Hypotheken nicht mehr bedienen können. Da mit den Jobs auch Steuereinnahmen wegbrechen, sind zugleich die Interventionsmöglichkeiten des Staates eingeschränkt. Angesichts der zunehmenden Krise setzen die Firmen auf Sparmaßnahmen, was noch mehr KI-Einsatz und Entlassungen bedeutet – und damit eine weitere Verschärfung der Lage. Soweit Citrinis düsteres Bild, von dem noch niemand sagen kann, ob es im Jahr 2028 zutreffen wird oder einfach nur Science-Fiction ist.
Vom Gedankenexperiment zum Kursrutsch
Dessen unbenommen zeigte die Schwarzmalerei laut Wall Street Journal aber Wirkung bei den Investoren und zog gerade im Citrini-Szenario erwähnte Branchen und Firmen nach unten. Neben Softwareaktien etwa von Microsoft und ServiceNow traf es die als Verlierer erwähnten Kreditkartenanbieter Visa, Mastercard und American Express mit erheblichen Tagesverlusten. Auch aufgeführte Beteiligungsgesellschaften wie KKR und Blackstone ließen deutlich Federn.
Besonders hart traf es am Montag IBM mit einem Minus von 13 Prozent. Allein im Februar verlor die IBM-Aktie damit mehr als 26 Prozent an Wert. Big Blue kam nicht in Citrinis Zukunftsbild vor, könnte aber von einer Mitteilung Anthropics nach unten gezogen worden sein. Der große Konkurrent von OpenAI pries darin die Fähigkeit seines KI-Tools Claude Code, Modernisierungsprojekte für COBOL-Code erheblich beschleunigen zu können. Laut Anthropic lässt sich eine COBOL-Codebasis dank der KI nun in Quartalen modernisieren statt wie bisher in Jahren. Zuletzt haben immer wieder Befürchtungen, KI könne bestimmte Branchen disruptieren und Firmen überflüssig machen, zu Kursrutschen geführt, unter anderem im Bereich der SaaS-Anbieter.
(axk)
Künstliche Intelligenz
iX-Workshop: Aufgaben eines Informationssicherheitsbeauftragten | heise online
Informationssicherheitsbeauftragte (ISB) spielen eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht, Sicherheitsrisiken zu minimieren und den Schutz sensibler Daten zu gewährleisten. Hierbei sollte für Leitung wie auch zukünftige Beauftragte klar sein, welche Erwartungen, Verantwortlichkeiten und Befugnisse mit der Rolle verbunden sind und welche Kompetenzen hierfür erforderlich sind.
Weiterlesen nach der Anzeige
Der Workshop Ihre Rolle als Informationssicherheitsbeauftragter bietet einen umfassenden Überblick über die Aufgaben und Verantwortlichkeiten von ISBs, wie auch die Anforderungen, die an diese gestellt werden. Die Schulung erläutert zudem den Stellenwert des ISB im Unternehmen, sowie die notwendigen Rahmenbedingungen, die von der Organisationsleitung geschaffen werden müssen, damit ein ISB seine Rolle effektiv steuern und angehen kann.
|
April 01.04. – 02.04.2026 |
Online-Workshop, 09:00 – 12:30 Uhr 10 % Frühbucher-Rabatt bis zum 04. Mrz. 2026 |
|
September 09.09. – 10.09.2026 |
Online-Workshop, 09:00 – 12:30 Uhr 10 % Frühbucher-Rabatt bis zum 12. Aug. 2026 |
Zu Beginn des Workshops werden Grundlagen zur Informationssicherheit und zum Informationssicherheitsmanagement vorgestellt. Wir stellen dar, weshalb die Tätigkeiten von ISBs in ein Managementsystem integriert sein sollten und wie diese arbeiten. Prototypisch orientieren wir uns an einem ISMS nach ISO 27001 als international führenden Standard.
Im weiteren Verlauf stellen wir Aufgaben und Verantwortlichkeiten sowie die Stellung innerhalb einer Organisation vor. Wir betrachten, welche Kenntnisse in Bezug auf Informationssicherheit, IT und soziale Fähigkeiten von Vorteil sind. Zudem werden die Schnittstellen des ISB zu internen und externen Akteuren, Teamarbeit, notwendige fachliche Kenntnisse und Soft-Skills besprochen. Der Workshop schließt mit einer Übersicht über relevante Schulungen und unterstützende Tools.
Die Schulung findet an zwei Vormittagen statt und ist interaktiv gestaltet. Als Teilnehmender haben Sie die Möglichkeit, konkrete Fragen zu stellen und von praktischen Beispielen zu profitieren. Der Workshop richtet sich an Personen, die die Rolle des Informationssicherheitsbeauftragten übernommen haben oder dies planen. Er ist auch für Führungskräfte gedacht, die eine solche Rolle in ihrer Organisation einführen möchten.
Durch die Inhalte führen Sie Viktor Rechel und Tim Fetzer, die als Cybersicherheits-Berater bei der secuvera GmbH tätig sind. Sie beraten und unterstützen Organisationen bei der Etablierung und Aufrechterhaltung eines ISMS bzw. BCM. Alle Referenten sind geprüfte Lead Auditors für ISO 27001.

(ilk)
Künstliche Intelligenz
Tesla verklagt kalifornische Behörde wegen Falschwerbe-Urteil zu FSD
Tesla hat Klage gegen das kalifornische Department of Motor Vehicles (DMV) eingereicht. Der Autobauer will damit ein Urteil anfechten, das dem Unternehmen Falschwerbung bei den Assistenzsystemen „Autopilot“ und „Full-Self-Driving“ (FSD) vorwirft. Wie aus den beim Superior Court of California eingereichten Gerichtsdokumenten hervorgeht, sieht sich Tesla „zu Unrecht und ohne Grundlage“ als Betrüger dargestellt (Case No. 26STCP00629).
Weiterlesen nach der Anzeige
Im Dezember 2025 hatte das Office of Administrative Hearings des US-Bundesstaats entschieden, dass Tesla durch seine Produktbezeichnungen gegen kalifornisches Recht verstoßen habe. Die Behörde argumentierte, die Begriffe „Autopilot“ und „Full-Self-Driving“ suggerierten fälschlicherweise, die Fahrzeuge könnten autonom fahren. Tatsächlich handelt es sich aber um Assistenzsysteme auf SAE-Level 2, die permanente Aufmerksamkeit und Eingriffsmöglichkeit des Fahrers erfordern.
Das DMV hätte nach dem Urteil die Möglichkeit gehabt, Teslas Lizenzen für Herstellung oder Verkauf von Fahrzeugen vorübergehend zurückzuziehen. Stattdessen forderte die Behörde Tesla auf, die Marketing-Sprache anzupassen. Bis zum 17. Februar 2026 hatte der Konzern die geforderten Änderungen vorgenommen, sodass ein Lizenzentzug nicht erforderlich wurde.
Neue Bezeichnung und nur noch Abo-Modell
Tesla vermarktet sein Fahrassistenzsystem mittlerweile unter dem Namen „Full Self-Driving (Supervised)“ und bietet es ausschließlich als monatliches Abonnement für 99 US-Dollar an. Früher konnten Kunden zwischen verschiedenen Paketen wählen, darunter Standard-Autopilot, Enhanced Autopilot und Full Self-Driving mit Einmalzahlung sowie Beta-Zugang. Nach diesem Modell verkauft Tesla seine Fahrzeuge bislang auch noch in Europa. Der Zusatz „Supervised“ soll nun deutlicher machen, dass aktive Überwachung durch den Fahrer notwendig ist.
In der Klageschrift argumentiert Tesla, das DMV habe keine Beweise für eine tatsächliche Verwirrung kalifornischer Verbraucher vorgelegt. Das Unternehmen verweist darauf, dass sowohl im Marketing als auch in den Handbüchern klar und wiederholt darauf hingewiesen werde, dass die Systeme nicht autonom seien und ständige Aufsicht erforderten. Es sei unmöglich, die Funktionen zu kaufen oder zu nutzen, ohne mit diesen Warnungen konfrontiert zu werden.
Mehrere rechtliche Auseinandersetzungen
Weiterlesen nach der Anzeige
Der Rechtsstreit mit dem DMV ist nicht Teslas einzige juristische Auseinandersetzung zum Thema Fahrerassistenz. In Kalifornien läuft parallel eine Sammelklage, in der Kunden Geld für FSD zurückfordern. Zudem wurde Tesla in einem Fall teilweise haftbar gemacht für einen tödlichen Unfall mit aktiviertem Enhanced Autopilot – das Urteil belief sich auf 243 Millionen US-Dollar.
(mki)
-
Künstliche Intelligenzvor 2 MonatenSchnelles Boot statt Bus und Bahn: Was sich von London und New York lernen lässt
-
Social Mediavor 2 WochenCommunity Management zwischen Reichweite und Verantwortung
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 3 MonatenFast 5 GB pro mm²: Sandisk und Kioxia kommen mit höchster Bitdichte zum ISSCC
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 3 MonatenHuawei Mate 80 Pro Max: Tandem-OLED mit 8.000 cd/m² für das Flaggschiff-Smartphone
-
Entwicklung & Codevor 3 MonatenKommentar: Anthropic verschenkt MCP – mit fragwürdigen Hintertüren
-
Datenschutz & Sicherheitvor 3 MonatenSyncthing‑Fork unter fremder Kontrolle? Community schluckt das nicht
-
Social Mediavor 2 MonatenDie meistgehörten Gastfolgen 2025 im Feed & Fudder Podcast – Social Media, Recruiting und Karriere-Insights
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenGame Over: JetBrains beendet Fleet und startet mit KI‑Plattform neu
