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Trotz enormer KI-Kosten: Anthropic erwartet im 2. Quartal einen ersten Betriebsgewinn

Trotz der enormen Kosten für den Betrieb der KI-Systeme und das Modelltraining nähert sich Anthropic einem ersten Quartal mit Betriebsgewinn, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und das Wall Street Journal.
Die Zahlen präsentierte Anthropic im Rahmen von Gesprächen mit Investoren, berichten die Medien mit Verweis auf Personen, die mit den Vorgängen vertraut sind.
Demnach könnte Anthropic im zweiten Quartal, das im Juni endet, einen Umsatz von 10,9 Milliarden US-Dollar erreichen. Mehr als doppelt so viel wie die 4,8 Milliarden US-Dollar Umsatz aus dem ersten Quartal, erklärte die Quelle von Reuters. Damit wächst der Umsatz schneller als bei anderen Tech-Konzernen wie Google oder Facebook zu vergleichbaren Zeitpunkten.
Der Betriebsgewinn soll im zweiten Quartal bei 559 Millionen US-Dollar liegen.
Wettstreit mit OpenAI beim anstehenden Börsengang
Maßgeblich für den Erfolg ist der Hype rund um die Agenten-Lösungen wie Claude Code. Diese befeuern sowohl die Umsatzentwicklung als auch die Marktbewertung von Anthropic, die mittlerweile sogar gleichauf oder etwas höher ist als die von OpenAI.
Insbesondere im Wettstreit mit OpenAI sind solche Kennziffern wichtig. Beide KI-Unternehmen planen – ebenso wie Elon Musks Raketenfirma SpaceX – in diesem Jahr den Börsengang. Dort könnten Rekordwerte erzielt werden. Vorteile dürfte aber das Unternehmen haben, das als erstes den Schritt vollzieht.
Anthropics Jagd nach Computing-Leistung
Begrenzt wird die Nachfrage laut Anthropic bislang vor allem durch den Mangel an ausreichenden Computing-Kapazitäten. Diese sind demnach der limitierende Faktor, als Konsequenz führte das Unternehmen Ende März verschärfte Nutzungsgrenzen für Claude Code ein.
Diese Limitierungen könnten sich positiv auf den Betriebsgewinn ausgewirkt haben. Denn laut dem Wall Street Journal gab Anthropic im ersten Quartal bei jedem Dollar, der eingenommen wurde, noch 71 Cent für Rechenkapazitäten aus. Im zweiten Quartal soll dieser Wert auf 56 Cent sinken. Das Geschäft wird also effizienter und damit profitabler.
Offen ist nur, ob und inwieweit sich diese Entwicklung fortsetzt, wenn Anthropic Zugang zu mehr Computing-Leistung erhält. Zuletzt verkündete das Unternehmen die Kooperation mit SpaceX, die mittlerweile das KI-Startup xAI übernommen hat, das nun unter dem Label SpaceXAI läuft.
Bei dieser Zusammenarbeit mietet Anthropic das komplette Colossus-1-Rechenzentrum, in dem mehr als 200.000 Nvidia-GPUs laufen. Zugang zu Colossus II soll auch möglich sein. Dafür erhält SpaceX 1,25 Milliarden US-Dollar pro Monat, heißt es im Bericht von Reuters. Der Vertrag soll bis Mai 2029 laufen, kann von beiden Unternehmen aber mit 90-tägiger Vorlaufzeit gekündigt werden.