Künstliche Intelligenz

Ubuntu macht ARM64 zur Plattform erster Klasse


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Canonical treibt den Ausbau von Ubuntu für ARM64 weiter voran. Mit Ubuntu 26.04 LTS hat ARM64 in vielen zentralen Bereichen zu AMD64 aufgeschlossen. Zu den wichtigsten Neuerungen zählen der Umzug der ARM64-Pakete in das reguläre Ubuntu-Paketarchiv, Live-Kernel-Patching ohne Neustart sowie Fortschritte bei Snapdragon-Laptops, Gaming und der Software-Unterstützung. Das geht aus einem aktuellen Statusbericht der Ubuntu-Entwickler hervor.

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Ubuntu unterstützt ARM-Prozessoren seit mehr als einem Jahrzehnt. Canonical konzentrierte sich mit seiner ARM64-Unterstützung zunächst vor allem auf Server, inzwischen ist die Architektur in Cloud-Rechenzentren, Entwicklerrechnern, Einplatinencomputern und zunehmend auch in Notebooks vertreten. Canonical verfolgt deshalb das Ziel, Ubuntu auf ARM64 nicht mehr als Sonderfall zu behandeln, sondern als vollwertige Hauptplattform.

Eine grundlegende Änderung betrifft die Paketinfrastruktur. Seit Ubuntu 26.04 LTS werden ARM64-Pakete nicht mehr über das bisherige Archiv ports.ubuntu.com ausgeliefert, sondern über archive.ubuntu.com. Damit nutzt ARM64 dieselbe Infrastruktur wie AMD64.

Der Wechsel sorgt dafür, dass Pakete automatisch über die weltweiten Ubuntu-Spiegelserver verteilt werden. Das soll Downloads beschleunigen und die Verfügbarkeit erhöhen. Für die Umstellung waren laut Canonical Anpassungen an mehreren Komponenten des Ubuntu-Build- und Release-Prozesses nötig. Die Änderungen sollen außerdem auf Ubuntu 24.04 LTS zurückportiert werden.

Seit Ende Juni unterstützt Ubuntu 26.04 LTS außerdem Livepatch auf ARM64. Sicherheitsupdates für den Linux-Kernel lassen sich damit einspielen, ohne das System neu starten zu müssen. Die Funktion stand bislang nur auf AMD64 zur Verfügung.

Nach Angaben von Canonical waren dafür unter anderem Erweiterungen im Linux-Kernel, der Toolchain sowie neue ARM64-spezifische Testverfahren erforderlich. Mit der Einführung erreicht der Livepatch-Dienst auf ARM64 denselben Funktionsumfang wie auf der x86-Plattform.

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Canonical baut außerdem die Unterstützung für ARM-Notebooks aus. Ubuntu 25.04 führte die Unterstützung für Qualcomms Snapdragon-X-Elite-Plattform über das generische ARM64-Desktop-Image ein. Mit Ubuntu 25.10 funktioniert dort erstmals Secure Boot. Ubuntu 26.04 LTS ist die erste LTS-Version mit dieser Funktion.

Die Besonderheit: Viele Snapdragon-Notebooks stellen Linux derzeit keine Device Trees über die Firmware bereit. Device Trees beschreiben die vorhandene Hardware und werden vor allem auf ARM-Systemen zur Initialisierung verwendet. Canonical löst das Problem mit einem neuen EFI-Stub namens „stubble“, der die benötigten Device Trees direkt in das signierte Kernel-Abbild integriert. Dadurch bleibt die bestehende Secure-Boot-Vertrauenskette erhalten.

Parallel arbeitet Canonical bereits an der Unterstützung der nächsten Snapdragon-X2-Elite-Generation. Darüber hinaus weitet das Unternehmen die Hardware-Unterstützung auf weitere ARM-Hersteller aus. Als erstes Beispiel nennt Canonical ein Entwickler-Abbild für das Notebook CIX P1. Anders als Snapdragon-Geräte nutzt dessen Firmware den von PCs bekannten ACPI-Startprozess und benötigt deshalb die neue EFI-Lösung nicht.

Auch das Software-Angebot wächst. Ein ARM64-Build des Steam-Snaps wurde Anfang Juni als stabile Version veröffentlicht. Da der Linux-Client von Steam weiterhin nur für x86 verfügbar ist, kombiniert Canonical ihn mit dem Userspace-Emulator FEX. Dadurch lassen sich AMD64-Spiele auf unterstützten ARM-Systemen ausführen. Canonical betont allerdings, dass es sich dabei nicht um ein von Valve unterstütztes Projekt handelt.

Ferner verweist Canonical auf weitere native ARM64-Versionen populärer Snap-Pakete wie OnlyOffice, FreeCAD und Teams for Linux. Ein weiterer wichtiger Baustein kommt allerdings von Google: Canonical verweist auf die angekündigte ARM64-Version von Google Chrome, die Widevine-Unterstützung auf Linux bringen soll. Die Verfügbarkeit von Widevine auf ARM64 ermöglicht es auch anderen Snap-Paketen, darunter Firefox und Spotify, Widevine nativ einzubinden.

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(fo)



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