Künstliche Intelligenz

Umfrage: Bevölkerung findet Energie-Importabhängigkeit bedrohlich


Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) hat im März 2026 eine repräsentative Bevölkerungsumfrage mit 2190 Befragten von YouGov durchführen lassen, um ein Meinungsbild zur Importabhängigkeit von fossilen Energieträgern zu erhalten. Ein Großteil der Befragten empfindet diese demnach als bedrohlich.

Weiterlesen nach der Anzeige

Derzeit kommt es gehäuft zu Energiekrisen, die die Versorgung mit Öl und Gas unsicher machen, etwa der Ukraine-Krieg oder der Krieg gegen den Iran und die daraus folgende Sperrung der Straße von Hormus, die sogar die Chip-Produktion betrifft. Das führt auch zu steigenden Spritpreisen, der Dieselpreis eilt von Rekord zu Rekord.

Zwei Fragen hat die Solarwirtschaft gestellt. „Wünschen Sie sich, dass die Bundesregierung durch den verstärkten Einsatz Erneuerbarer Energien und Speichertechnologien die Abhängigkeit von Importen fossiler Energieträger (z.B. Gas und Öl) reduziert?“ beantworteten 68 Prozent der Umfrageteilnehmer mit „Ja“ oder „Eher ja“, 20 Prozent sind dagegen und gaben „(eher) Nein“ als Antwort. Zwölf Prozent machten keine Angabe oder waren unentschieden.

Die zweite Frage war etwas länger: „Die Kriege und Krisen der letzten Jahre haben immer wieder zu steigenden Energiepreisen für Haushalte in Deutschland geführt. Um seinen Energieverbrauch zu decken, ist Deutschland aktuell sehr stark auf Importe fossiler Energien (z.B. Gas und Öl) aus dem Ausland angewiesen. Wie empfinden Sie persönlich die Abhängigkeit von Importen fossiler Energie (z.B. Gas und Öl) aus dem Ausland?“ Darauf antworteten 78 Prozent der Befragten, dass sie das als „eher“ oder „stark“ bedrohlich empfinden, 16 Prozent hingegen als „eher“ oder „gar nicht“ bedrohlich. Sechs Prozent waren unentschlossen oder machten keine Angabe.

Der BSW-Solar erklärt dazu: „Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums, die Förderung von Solarstromanlagen sowie den Stromnetzzugang von Solar- und Windkraftwerken ab 2027 massiv zu beschneiden, würden diesem gesellschaftsübergreifend erklärten klaren Bürgerwillen widersprechen.“ Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft, mahnt: „Sie würden den Ausbau Erneuerbarer Energien ausbremsen und die Abhängigkeit von Erdgas- und Ölimporten deutlich verlängern. Dies käme der deutschen Wirtschaft und der Allgemeinheit teuer zu stehen.“

Der Verband gibt an, dass laut Umweltbundesamt Solarstrom anteilig zu 33 Prozent Strom aus Erdgas, zu 55 Prozent Strom aus Steinkohle und zu 12 Prozent Strom aus Braunkohle ersetzt. Mit einem Anteil von rund 18 Prozent an der heimischen Stromerzeugung überholte die Photovoltaik im vergangenen Jahr neben der Braunkohle (rund 14 Prozent) auch das Erdgas (rund 16 Prozent).

Weiterlesen nach der Anzeige

Der BSW-Solar erklärt weiter, dass Solaranlagen kaum Betriebskosten hätten, wodurch sie im Strommarkt die teuren Gaskraftwerke verdrängen und so die Börsenstrompreise nachhaltig senken. „Insgesamt summieren sich die solaren Einsparungen von Haushalten, Gewerbe und Industrie dadurch bereits heute auf über sechs Milliarden Euro pro Jahr, ergab eine Analyse des Beratungsunternehmens Enervis im BSW-Auftrag“. Der Verband führt aus, Analysen des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme zeigten, dass der starke EE-Ausbau, insbesondere der Photovoltaik, seit 2022 entscheidend dazu beigetragen habe, dass die Auswirkungen steigender Erdgaspreise auf den Börsenstrompreis deutlich geringer ausgefallen sind als während der letzten Energiekrise. „Noch sei der EE-Ausbau aber nicht ausreichend, um unabhängig von geopolitischen Schocks zu sein.“


(dmk)



Source link

Beliebt

Die mobile Version verlassen