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US-Bundesstaaten klagen gegen Warner Bros. Discovery-Übernahme durch Paramount
Kalifornien und elf weitere US-Bundesstaaten haben Klage eingereicht, um die rund 110 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance zu stoppen. Sie argumentieren, dass durch die geplante Fusion – die größte in der Geschichte Hollywoods – der Wettbewerb bei Film- und Fernsehangebot eingeschränkt und somit Kinos, Kabelfernsehsendern und Verbrauchern erheblicher Schaden zugefügt würde.
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Die unter der Führung des kalifornischen Generalstaatsanwalts Rob Bonta beim US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk von Kalifornien eingereichte Klage (AZ. 4:26-CV-07116) wird zudem von den Generalstaatsanwälten von Arizona, Colorado, Connecticut, Massachusetts, Minnesota, Nevada, New Jersey, New Mexico, New York, Oregon und Washington mitgetragen.
„Die unzulässige Fusion dieser beiden Unterhaltungsriesen würde zu höheren Preisen, geringerer Qualität und einem eingeschränkten Angebot an Film- und Fernsehinhalten führen – zum Nachteil von Kinos, Kabelnetzbetreibern und letztlich des Publikums, ob auf dem heimischen Sofa oder im Kinosessel in den USA“, erklärte Bonta in einer Mitteilung. Allein in den USA würde der fusionierte Konzern demnach fast ein Drittel der Kinofilme und fast ein Drittel des Kabelfernsehprogramms kontrollieren.
„Erhebliche Beeinträchtigung des Wettbewerbs“
Die Klage wirft Paramount Skydance und Warner Bros. Discovery vor, mit der Fusion gegen den Clayton Act zu verstoßen. Dieses US-Gesetz erklärt Fusionen, die den Wettbewerb erheblich beeinträchtigen oder zur Bildung eines Monopols führen können, für unzulässig. Sollte der Deal wie geplant über die Bühne gehen, würde Paramount nach Angaben der Generalstaatsanwälte 27 Prozent des Kinoverleihs kontrollieren, sowie 30 Prozent des Vertriebs von Blockbustern. Bei Basiskabelfernsehkanälen käme der Konzern nach der Übernahme auf einen Marktanteil von 27 Prozent.
Der Hollywood-Konzern Warner Bros. Discovery hatte Ende Februar der milliardenschweren Übernahme durch Paramount Skydance zugestimmt und eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Zuvor war Konkurrent Netflix aus dem Bieterstreit um Warner Bros. ausgestiegen und hatte damit den Weg für die Übernahme des Hollywood-Urgesteins durch Paramount frei gemacht.
Die nun eingereichte Klage der zwölf größtenteils demokratisch regierten US-Bundesstaaten (außer Nevada) stellt eine Hürde für das Vorhaben von Paramount-Chef David Ellison dar, sein Unternehmen zu einem ernsthaften Konkurrenten für Netflix und Disney auszubauen. Bis zu einer Gerichtsentscheidung dürften Monate vergehen; diese Verzögerung könnte Paramount Kosten in Höhe von Hunderten Millionen US-Dollar verursachen, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters. Die klagenden Bundesstaaten haben Warner Bros. und Paramount aufgefordert, die Fusion erst nach Abschluss des Gerichtsverfahrens zu vollziehen, und angekündigt, andernfalls eine einstweilige Verfügung zu beantragen.
Politische Dimension
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Hinter Paramount steht die Familie des Software-Milliardärs Larry Ellison, der als Unterstützer von Präsident Donald Trump bekannt ist. Paramount wird von Larry Ellisons Sohn geführt, dem Filmproduzenten David Ellison. Der Trump-kritische Nachrichtensender CNN wiederum gehört Warner Bros. Discovery. Beobachter in den USA befürchten, dass CNN unter dem Dach von Paramount die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte. Dafür gibt es durchaus Beispiele in der Vergangenheit. So fiel die Nachrichtenredaktion des Paramount-Senders CBS nach der Übernahme durch die Ellison-Familie durch wohlwollendere Berichterstattung gegenüber der Trump-Regierung auf. Trump hat mehrfach betont, ihm sei wichtig, dass CNN bei einem Warner-Deal ebenfalls den Besitzer wechselt.
Die US-Regierung genehmigte im vergangenen Monat die Übernahme ohne Auflagen, obwohl in mehreren US-Bundesstaaten Wettbewerbsprüfungen liefen. Das Justizministerium kam zu der Einschätzung, dass der Zusammenschluss weder dem Wettbewerb noch US-Verbrauchern schaden werde. Mehrere Hollywood-Stars, Schauspieler, Drehbuchautoren und andere stellten sich dagegen entschieden gegen die Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount. „Zunehmend bestimmt eine kleine Zahl mächtiger Akteure, was produziert wird – und zu welchen Bedingungen“, hieß es in einem offenen Brief in Ablehnung der Fusion.
„Die Film- und Unterhaltungsindustrie Kaliforniens prägt den Alltag der Amerikaner (…)“, erklärte Kaliforniens Generalstaatsanwalt Bonta im Zusammenhang mit der Klageeinreichung. „Eine Marktkonzentration in diesem Bereich führt nicht nur zu höheren Preisen, sondern auch dazu, dass weniger wichtige Geschichten verwirklicht werden und das Publikum seltener mit Erzählungen, Ideen und Sichtweisen in Berührung kommt, die über den eigenen Erfahrungshorizont hinausgehen. In diesem Land steht niemand über dem Gesetz. Mit dieser Klage kämpfen Kalifornien und die anderen Bundesstaaten für freie und faire Märkte – und gegen manipulierte Märkte.“ Und als kleine Spitze gegen Trump zu verstehen, fügte er an: „In Amerika gibt es weder in der Regierung noch in der Wirtschaft Könige.“
(akn)