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Vibecoding: Tech-Experte teilt drei Anfänger-Tipps für euer Startup


Vibecoding macht Gründen einfacher denn je. Programmierer Ole Zierau verrät seine wichtigsten Tipps für den Start.

Ole Zierau hat die Teilnehmenden des Gründerszene-Sommercamps startklar gemacht fürs Vibecoding.
Gründerszene

Künstliche Intelligenz (KI) treibt den Startup-Boom an. Mehr als 3000 Gründungen zählte der Startup-Verband in Deutschland – allein im ersten Halbjahr 2026. „So viel Gründungsdynamik gab es in Deutschland noch nie“, sagt Verbandschefin Verena Pausder. Der größte Sektor sei die Software-Branche mit mehr als 800 Neugründungen. „KI senkt die Hürden fürs Gründen deutlich und immer mehr Menschen nutzen diese Chance.”

Viele Gründerinnen und Gründer bauen neue Apps und Websites per Vibecoding. Vibe Coding beschreibt eine Art zu programmieren, bei der man einer KI einfach erklärt, was man bauen möchte, statt den Code selbst Zeile für Zeile zu schreiben. „Das Faszinierende ist, dass man nicht mehr jeden einzelnen technischen Schritt selbst verstehen muss”, sagt Entwickler Ole Zierau. „Die Modelle verfügen über das Wissen aus unzähligen Codebasen, Algorithmen und technischen Dokumentationen. Dadurch eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten.”

Zierau ist Principal Engineer beim Medien- und Tech-Konzern Axel Springer. Bei unserem Startup-Sommercamp “Gründerszene sucht die Supergründer” macht er acht Gründer startklar fürs Vibecoding. Zwei Monate lang bauen die Fellows skalierbare Consumer-Apps von Grund auf. Ihnen helfen dabei Top-Profis aus Tech und Business. Bei Gründerszene teilt Experte Zierau seine wichtigsten Tipps für den Einstieg ins Vibecoding.

1. Fragt die KI nach Tipps fürs Vibecoding

Eure Startup-Visionen seien mit KI nur einen Prompt entfernt, sagt Zierau. “Die eigentliche Veränderung besteht darin, dass wir nicht mehr überlegen müssen, wie wir etwas technisch umsetzen. Stattdessen konzentrieren wir uns darauf, was wir erreichen möchten. Das Wie übernimmt zunehmend das Modell.”

Ole Zierau und Sergei Evdokimov machten unsere acht Gründerszene-Fellows mit einer Einführung ins Vibecoding fit für das Sommercamp.
Gründerszene

Wenn ihr loslegt, braucht ihr dennoch ein “gewisses Grundlagenwissen”, sagt Zierau. “Genauso wie Gründer auch ein grundlegendes Verständnis für betriebswirtschaftliche Zusammenhänge brauchen”.

Gründer sollten verstehen: „Wie funktionieren Computersysteme? Wie funktionieren Anwendungen? Was ist eine Datenbank und wofür brauche ich sie? Was ist ein Backend, was ein Frontend und welche Grenzen haben diese Systeme?“

Zieraus Tipp für Einsteiger: Stellt diese Fragen direkt dem KI-Modell. „So entsteht nach und nach ein Frage-Antwort-Dialog, der euch an das gewünschte Ziel heranführt.“ Und er rät: Schaut euch Youtube-Videos von Entwicklern an, die ihre Arbeit streamen. „Dabei lernt man unglaublich viel.“

2. Findet das Vibecoding-Modell, das zu euch passt

Die eigentliche Herausforderung sei, „zu verstehen, wo man hinmöchte und welche Technologie man dafür braucht.“ Beschreibt der KI deshalb eure Idee. Fragt dann, wie ihr sie technologisch umsetzen könnt. „Das ist aus meiner Sicht der beste Einstieg“, sagt Zierau. Wollt ihr zunächst einen Prototypen bauen oder eine Idee schnell ausprobieren, „sind Tools wie Lovable der richtige Einstieg. Man kommt sehr schnell zu einem Ergebnis“, sagt Zierau. „Die Eintrittsbarriere ist also sehr gering.“

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Für den „Supergründer“-Workshop hat Zierau eine technische Grundlage vorbereitet, auf der die Fellows ihre Apps skalieren können. Ein Github-Projekt enthält den Basiscode für die Benutzeroberfläche und das Backend. Das verarbeitet Daten und steuert die Anwendung. Mit dem Open-Source-Werkzeug Terraform lässt sich die gesamte Infrastruktur jederzeit automatisch und identisch neu aufbauen. Die Cloud-Plattform AWS bietet zudem genügend Spielraum, um die Anwendungen später deutlich auszubauen – etwa mit eigenen Backend-Diensten oder KI-Funktionen über Werkzeuge wie Codex.

„Entscheidend ist, Zugang zu einem Modell zu haben und anschließend eine Entwicklungsumgebung einzurichten“, sagt Zierau. Auch hierfür könnt ihr die KI nach einem Leitfaden fragen. „Damit schafft man die Grundlage, um direkt entwickeln zu können. Ab diesem Punkt eröffnet das Modell nahezu unbegrenzte Möglichkeiten.“

3. Vibecoding-KI wird immer besser

Dabei kann die KI auch Fehler machen, halluzinieren – wie jeder Chatbot. Dafür sieht Zierau zwei Lösungswege: „Entweder ihr entdeckt selbst einen Fehler, kopiert die Fehlermeldung per Copy-and-paste in das Modell und lasst die KI analysieren. Oder das Modell überprüft den Zustand der Anwendung regelmäßig selbst und sucht eigenständig nach Problemen.“ Hierbei helfen Überwachungstools, die ihr direkt integrieren könnt in eure Vibecoding-Struktur. Sie zeigen euch Fehler im Code auf, ohne dass ihr dafür eine Programmiersprache lernen müsst.

Rechnet mit Fehlern, verabschiedet euch von Perfektion. „Ich würde lieber eine Anwendung veröffentlichen, die noch nicht bis ins letzte Detail getestet ist, um früh Feedback zu bekommen und daraus zu lernen, als zwei Jahre auf den perfekten Release zu warten“, sagt Zierau. „Am Ende geht es darum, Ideen möglichst schnell auszuprobieren, daraus zu lernen und kontinuierlich besser zu werden.“

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Vertraut auch darauf, dass Entwickler ihre KI-Modelle kontinuierlich verbessern: „Die Probleme, die wir heute sehen, werden größtenteils gelöst werden.“ Fehler, die heute auftauchen, könnte die KI in einigen Monaten verbessern. „Wir akzeptieren, dass wir heute noch keine hundertprozentige Fehlerfreiheit erreichen. Dafür gewinnen wir enorm an Entwicklungsgeschwindigkeit und können Fehler sehr schnell beheben. Genau diesen Trend sehen wir derzeit überall“, sagt Zierau.

Nicht immer werde die Qualität das Niveau erreichen, das früher erfahrene Spezialisten etwa beim Bau einer Datenbank erzielten. „Aber die Modelle ermöglichen es uns, viel schneller von einer Idee zu einer funktionierenden Lösung zu gelangen.“

Über neue Software-Ideen sagt Zierau: „It’s just one prompt away“ – sie sind nur einen Prompt entfernt. „Man beschreibt, was man bauen möchte, und findet gemeinsam mit dem Modell den Weg dorthin.“

Das Sommercamp „Gründerszene sucht die Supergründer“ ist ein zehnwöchiges Fellowship von Gründerszene. Acht ausgewählte Fellows entwickeln dabei mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz eigene Apps. Unterstützt wird das Programm von unseren Partnern Dash0DHL, OpenAI & Vercel.





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