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Viofo A329 S im Test: Die beste 4K-Dashcam mit drei Kameras und Top-Bildqualität


4K-Front-Kamera, 2K für Heck und Innenraum, Wi-Fi 6, Polfilter, Fernbedienung und Parküberwachung: Wie viel Schutz bietet die Viofo A329 S im Alltag wirklich?

Die Viofo A329 S deckt alles ab: Frontkamera in 4K, Heck- und Innenraumkamera in jeweils 2K sowie dauerhafte Parküberwachung mittels optionalem Hardwire-Kit. Hinzu kommen Wi-Fi 6 für schnellen Datentransfer aufs Handy, außerdem Unterstützung für externe SSD, optionale Wireless Bluetooth Remote Control und Circular Polarizing Lens Filter (CPL) – so geht Oberklasse! Da ist es schon fast überraschend, dass Cloud-Funktionen und Assistenzsysteme fehlen. Wie wichtig das ist und ob der hohe Preis von rund 450 Euro gerechtfertigt ist, klärt der Test.

Design und Montage

Die Haupteinheit der Viofo A329 S ist recht groß und von der Seite gesehen keilförmig. Damit passt sie sich grob an die Neigung der Frontscheibe an. Mit etwa 6 x 10 x 4,3 cm lässt sie sich aus Fahrersicht hinter dem Innenspiegel verstecken und bleibt so auf Wunsch außer Sicht. Da die Innenraumkamera auch den Fahrer aufnehmen können soll, geht das hier natürlich nicht – sie ist zwangsläufig sichtbar. Das Gehäuse der Kameras besteht aus mattem Kunststoff und wirkt eher funktional als luxuriös, macht aber trotzdem einen ausreichend wertigen und stabilen Eindruck. Tasten und Display sind zum Fahrraum hin positioniert und gut erreichbar. Die beiden Kameras für Innenraum und Heck sind zylindrisch, etwa 7 x 3 cm klein und mit drehbarer Kameraeinheit ausgestattet, damit sie möglichst frei positioniert werden können.

Statt per Saugnapf werden die Kameras per Klebepad direkt an Front- und Heckscheibe installiert. Viofo legt elektrostatische Folien bei, auf die die Klebepadhalterungen geklebt werden. Dadurch lässt sich das System später rückstandsfrei entfernen. Häufig ist es bei der Befestigung per Klebestreifen allerdings so, dass sich die Klebeflächen einzelner Kameramodule bei starker Sommerhitze lösen. Das kann zwar auch bei Kameras mit Saugnapfbefestigung passieren, die kann der Nutzer anschließend aber einfach erneut befestigen. Bei Modellen mit Klebepads muss hingegen normalerweise das Pad erneuert werden. Für den Langzeiteinsatz ist es daher sinnvoll, die Klebestelle besonders sorgfältig zu entfetten oder alternative Klebelösungen einzuplanen.

Mitgeliefert werden ausreichend lange Kabel. Für die Heckkamera stehen etwa 6 m zur Verfügung, das reicht selbst in einem großen Kombi locker. Für die Innenraumkamera liegt sogar ein Kabel bei, das eher zu lang als zu kurz ist. Das führt dazu, dass der Kabelüberschuss im Bereich hinter dem Spiegel verstaut werden muss. Da hier bei modernen Fahrzeugen oft Sensoren für Assistenzsysteme positioniert sind, kann das zu Platzproblemen führen.

Das HK4-Hardwire-Kit ersetzt den Zigarettenanzünder als Stromquelle. Es wird direkt an das Sicherungspanel des Fahrzeugs angeschlossen. Die drei Leitungen sind klar markiert: Dauerplus, Zündungsplus und Masse. Die Praxis zeigt aber, dass der Einbau je nach Fahrzeugmodell anspruchsvoll sein kann, da Sicherungen zum Teil tief im Armaturenbrett positioniert und dann schwer zugänglich sind. Zusätzlich ist das Kabel des HK4 relativ dick, was das Verlegen hinter Verkleidungen erschwert. Zur Not hilft hier der örtliche Kfz-Betrieb weiter.

Die Bluetooth Remote Control BTR200 ist eine kleine Kunststofffernbedienung, die per Klebe-Pad auf dem Armaturenbrett oder an der Mittelkonsole befestigt wird. Sie wird mit einer Knopfzelle betrieben und benötigt keine Verkabelung. Die Haptik ist solide, aber deutlich einfacher als bei den Kameramodulen. Sie bietet einen großen Hauptknopf zum Sichern gerade aufgenommener Dateien und zwei weitere seitliche Drücker, die frei belegbar sind. In Summe ist die Montage für technikaffine Nutzer problemlos machbar, für Einsteiger jedoch deutlich anspruchsvoller als bei einfachen Ein-Kanal-Dashcams. Vor allem das unsichtbare Verlegen des Kabels für die hintere Kamera ist aufwändig, sofern keine Verkleidungsteile des Fahrzeugs beschädigt werden sollen. Außerdem dürfen die Verbindungskabel nicht geknickt werden.

Ausstattung

Die Viofo A329 S ist als ein-, zwei- oder dreikanal-System erhältlich; bedeutet: Nur Frontcam, Front und Heck oder alle drei Kameras. Die Frontkamera bietet 4K-Auflösung, Heck- und Innenraumkamera jeweils 2560 x 1440 Pixel, also 2K. Alle Kameras zeichnen mit 30 Bildern pro Sekunde auf. Wer vorn 4K mit 60 Bildern pro Sekunde will, muss auf HDR und die dritte Kamera verzichten.

Vorne kommt ein Starvis 2 IMX678 von Sony mit 1/1,8 Zoll als Sensor zum Einsatz. Hinten und innen arbeitet ein Sony Starvis 2 IMX675 mit 1/2,8 Zoll. Die Frontkamera deckt ein Blickfeld von rund 140 Grad ab, die Heckkamera etwa 160 Grad. Innen sind es dank Fischaugenoptik sogar etwa 210 Grad. Damit erfasst das System nicht nur den Verkehr vor und hinter dem Auto, sondern abgesehen vom Innenraum auch Teile der Bereiche neben dem Fahrzeug.

Als Antrieb für die Hauptkamera dient ein auf einem ARM Cortex A53 basierender Quad-Core-Prozessor. Die Kamera unterstützt Wi-Fi 6 mit 2,4 und 5 GHz, GPS sowie Speicherkarten bis 512 GB. Zusätzlich lassen sich über USB-C externe SSDs bis 4 TB anschließen, was angesichts der hohen Datenrate der Aufnahmen bei drei Kameras durchaus sinnvoll sein kann. Der mitgelieferte Circular Polarizing Lens Filter (CPL) für die Frontkamera wird einfach auf das Objektiv gesteckt. Wichtig: Er muss in die richtige Position gedreht werden, die durch einen Punkt markiert ist. Optional gibt es passende CPL-Filter für Heck- und Innenraumkameras der Serie. Sie werden aufgeklipst. Die Filter reduzieren Spiegelungen an der Scheibe und erhöhen den Kontrast auf Kosten des nutzbaren Lichts. Besonders bei tief stehender Sonne und auf nasser Fahrbahn tragen solche Polfilter zur Verbesserung der Bildqualität bei. Nachts kann das allerdings auch nach hinten losgehen und für stärkeres Bildrauschen oder insgesamt dunkle Aufnahmen sorgen.

Das HK4-Hardwire-Kit ermöglicht verschiedene Parkmodi und bietet einen einstellbaren Unterspannungsschutz mit Abschaltschwellen zwischen 11,8 und 12,4 Volt. Damit soll die Starterbatterie des Fahrzeugs vor Tiefentladung geschützt werden. Die Viofo A329 S selbst unterstützt mehrere Parkmodi: durchgehende Zeitrafferaufnahmen, ereignisbasierte Aufzeichnung beim Auslösen des G-Sensors und einen Hybridmodus, der beides kombiniert. In Verbindung mit den drei Kameras entsteht so eine sehr dichte Überwachung des Fahrzeugs im Stand.

Im Vergleich zu vielen Konkurrenzmodellen fehlen allerdings Cloud-Funktionen und klassische Fahrerassistenzsysteme wie Spur- oder Kollisionswarnungen. Die Ausstattung legt den Fokus auf Bildqualität und umfassende Aufzeichnung statt Assistenzfunktionen.

Bedienung und App

Die Bedienung erfolgt über das 2,4 Zoll große Display an der Haupteinheit, über Sprachbefehle, das Smartphone oder die Bluetooth-Fernbedienung. Das Menü der Kamera ist simpel strukturiert, die Menüführung wirkt eher funktional als modern. Die App für Android und iOS stellt Verbindung per Wi-Fi 6 her. Dadurch sind die Übertragungsraten teils deutlich höher als bei älteren Dashcam-Modellen mit Wi-Fi 5. Auch große 4K-Dateien lassen sich damit in überschaubarer Zeit auf das Smartphone übertragen. 200 MB brauchten im Test rund 6 Sekunden. Die App bietet Live-Ansicht, Einstellungen, Firmware Updates sowie Dateiverwaltung auf Speicherkarte und SSD sowie den Download aufs Smartphone.

Die Einstellungsmöglichkeiten sind sehr detailliert. Belichtung, Bitrate, HDR, Empfindlichkeit des G-Sensors, Audioaufnahme, Parkmodus und Einblendungen wie Geschwindigkeit und GPS-Koordinaten lassen sich fein justieren. Für Einsteiger kann diese Vielfalt auf den ersten Blick erschlagend sein, zumal alles untereinander in einem ellenlangen Listenmenü ohne echte Unterteilung angezeigt wird. Andererseits bietet das aber erfahrenen Nutzern viel Kontrolle.

Die Bluetooth Remote Control BTR200 erweitert und vereinfacht die Grundbedienung im Alltag deutlich. Sie besitzt eine zentrale Taste zum Sperren wichtiger Videoclips und zwei seitliche Tasten, die sich etwa mit Mikrofon, Wi-Fi oder Power belegen lassen. Das Speichern von Videoszenen geht damit schneller und zuverlässiger als Sprachbefehle. Die wurden im Test zwar überwiegend erkannt, jedoch nicht immer und nur mit leichter Verzögerung. Außerdem sind sie nur auf Englisch möglich.

Bildqualität

Die Viofo A329 S bietet sehr hohe Bildqualität, die zum Besten gehören dürfte, das aktuelle Dreikanal-Dashcams parat haben. Tagsüber liefert die Frontkamera in 4K-Auflösung sehr detailreiche Aufnahmen. Kennzeichen vorausfahrender und entgegenkommender Fahrzeuge lassen sich in der Regel im Nahbereich gut erkennen. Wegen der Beschränkung auf 30 fps im Dreikanalbetrieb können Aufnahmen von schnell fahrenden Fahrzeugen allerdings zu verschwommen sein, um Nummernschilder sicher erkennen zu können. Die Belichtung wirkt stimmig, der Dynamikumfang fängt helle Himmel und dunkle Fahrzeugfronten in Kombination dank HDR ausgewogen ein – mit, aber auch ohne Polfilter. Nachts sinkt die Erkennungsrate wegen steigendem Bildrauschen deutlich. Mit etwas Umgebungslicht wie in der Stadt klappt das häufig aber immer noch.

Die Heckkamera in 2K erreicht das hohe Niveau der Frontcam zwar nicht, liegt aber ebenfalls auf gutem Niveau für diese Art Zusatzkamera. Kennzeichen des direkt nachfolgenden Fahrzeugs sind meist problemlos lesbar, sofern es nicht zu weit weg ist – auch bei höherer Geschwindigkeit. Bei weiter entfernten oder schräg einfahrenden Fahrzeugen sinkt die Erkennungsrate naturgemäß. Nachts wird das wegen der Blendung der Scheinwerfer zunehmend unmöglich und in lichtarmer Umgebung bleiben Aufnahmen gerade mit Polfilter sehr dunkel. Die Innenraumkamera setzt auf Fischaugenoptik, um einen möglichst großen Sichtbereich abzudecken. Dadurch werden Armaturenbrett, Fahrer, Beifahrer und die Bereiche vor den Seitenscheiben gleichzeitig erfasst. Die Bildmitte bleibt scharf, zu den Rändern hin sind deutliche Verzerrungen sichtbar. Dieser Nachteil wird durch den großen Blickwinkel der Kamera aber mehr als aufgewogen. Bei zu wenig Umgebungslicht schalten sich IR-LEDs zu und das Bild wechselt auf Schwarz-Weiß. Damit wird der Innenraum selbst bei fast vollständiger Dunkelheit noch recht scharf und detailliert abgebildet.

Etwas störend ist die lange Hochfahrzeit der Kamera. Rund 30 Sekunden vergehen vom Motorstart bis zur ersten Aufnahme – da kann theoretisch schon was passiert sein, das dann nicht aufgezeichnet wurde. In der Summe überzeugt die A329 S mit sehr hoher Videoqualität, besonders bei der Frontkamera.

Sonderfunktionen

Die A329 S bietet verschiedene Parküberwachungsmodi. Im Zeitraffer-Modus laufen dauerhaft Aufnahmen mit reduzierter Bildrate, im ereignisgesteuerten Modus wacht der G-Sensor über Erschütterungen und zeichnet jeweils einige Sekunden vor und nach dem Ereignis in voller Qualität auf. Ein Hybridmodus kombiniert beide Ansätze, um lange Standzeiten und konkrete Vorfälle gleichzeitig abzudecken. Das funktioniert aber nur zusammen mit dem HK4-Hardwire-Kit, das die Kamera bei abgeschalteter Zündung weiter mit Strom versorgt. Sobald der Motor aus ist, wechselt das System dann auf Wunsch in den gewählten Parkmodus. Sinkt die Bordspannung unter den eingestellten Wert, trennt das Kit die Stromversorgung, damit die Batterie des Fahrzeugs nicht tiefenentladen wird und es startbar bleibt.

Darüber hinaus unterstützt die A329 S Sprachbefehle, etwa zum Auslösen von Fotos oder Sperren von Videos. Die Zuverlässigkeit war im Test grundsätzlich gut, aber nicht perfekt. Gerade bei geöffnetem Fenster oder lauter Musik sollte man daher lieber zur Bluetooth Remote greifen. Eine Besonderheit ist die Unterstützung externer SSDs bis 4 TB. Damit lässt sich die übliche Begrenzung durch Speicherkarten deutlich ausweiten, was bei drei Kameras und hoher Bitrate tatsächlich praxisrelevant ist. Anders als einige Konkurrenzsysteme bietet die Viofo A329 S weder Cloud-Speicher noch Live-Zugriff über das Mobilfunknetz. Wer sein Fahrzeug aus der Ferne überwachen möchte, muss auf andere Lösungen ausweichen oder mit rein lokaler Aufzeichnung leben.

Achtung Datenschutz: Die Kamera sollte in Deutschland so eingestellt sein, dass sie am besten alle 30 Sekunden Aufnahmen wieder überschreibt, sofern sie nicht durch G-Sensor oder manuell gesichert werden. Der Parkmodus darf eigentlich nur im ereignisbasierten Modus verwendet werden – alles andere gilt als anlasslose Aufzeichnung öffentlichen Raums und ist Datenschutz-rechtlich verboten.

Akku

Die Viofo A329 S verwendet keine klassische Lithium-Ionen-Batterie, sondern interne Kondensatoren. Diese stellen sicher, dass laufende Dateien bei einem Stromausfall sauber gespeichert werden. Dann schaltet die Kamera nach Stromtrennung wenige Sekunden später ab. Für den Parkmodus ist die Stromversorgung daher zwingend über dauerhaften 12-Volt-Anschluss oder das optionale Hardwire Kit notwendig.

Preis

Für die Viofo A329 S gibt es keine UVP für Deutschland. Laut Geizhals liegt der Straßenpreis der A329 S 2CH (Front- und Heckkamera) aktuell bei 360 Euro, die 3CH-Version (Front-, Heck- und Innenraumkamera) bei 450 Euro. Die Frontkamera alleine gibt es ab 310 Euro (Stand: 01/2026). Die hier zusätzlich betrachteten Komponenten schlagen separat zu Buche. Der Wireless Bluetooth Remote Button BTR200 liegt bei etwa 20 Euro, der (im Lieferumfang enthaltene) CPL-Filter für die Frontkamera kostet je nach Händler ebenfalls rund 20 Euro. Gleiches gilt für den speziellen CPL-Filter für die Heckkamera. Das HK4-Hardwire-Kit wird im Fachhandel mit etwa 25 Euro geführt.

Fazit

Die Viofo A329 S positioniert sich klar in der Oberklasse der Dashcams – sowohl bei Bildqualität als auch beim Preis. Frontkamera mit 4K-Auflösung, zwei zusätzliche 2K-Kanäle, Wi-Fi 6 und Unterstützung für externe SSD schaffen ein sehr leistungsfähiges Paket. Bei der Bildqualität sehen wir die A329 S derzeit insgesamt an der Spitze der Systeme mit drei Kameras, insbesondere mit Blick auf die Frontaufnahmen bei Tag und Nacht.

Im Alltag überzeugen außerdem die flexible App mit vielen sinnvollen Einstellmöglichkeiten und der gute Parkmodus. Der funktioniert allerdings leider nur mit dem HK4-Hardwire-Kit, bietet dann aber zugleich auch Schutz für die Fahrzeugbatterie. Bluetooth Remote und CPL-Filter erhöhen den Nutzwert deutlich: Wichtige Szenen lassen sich mit einem Knopfdruck sichern, Reflexionen an der Frontscheibe werden sichtbar reduziert.

Nachteile gibt es aber auch. Die Montage mit Hardwire Kit und Heckkamera ist deutlich aufwendiger als bei einfachen Lösungen. Das relativ dicke Kabel und das Problem von vereinzelt nachlassende Klebepads im Sommer bei hastiger Installation erfordern Geduld und Sorgfalt bei Anbringung. Außerdem fehlen moderne Cloud-Funktionen und Assistenzsysteme, die einige Wettbewerber in ähnlichen Preisregionen anbieten – wie wichtig die einem sind, muss jeder für sich selbst entscheiden. Bleibt noch der Preis: Je nach Ausstattung bis 500 Euro sind eine Menge Geld, das dürfte nicht wenige Interessenten abschrecken. Für Nutzer mit weniger Ansprüchen an Bildqualität, Anzahl der Kameras und Bedienkomfort gibt es deutlich günstigere Alternativen, die in vielen Alltagsszenarien ausreichen.



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Smartes Headset Motoko: Razer setzt bei KI-Wearables auf Kopfhörer statt Brillen


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Der vor allem für sein Gaming-Zubehör bekannte HErsteller Razer, nutzt derzeit die Technikmesse CES 2026, um auf eine neue KI-Produktreihe aufmerksam zu machen. Neben der Schreibtisch-KI „Ava“ sticht dabei das KI-Headset „Project Motoko“ hervor, das nun erstmals öffentlich gezeigt wurde und laut Razer noch im Laufe des Jahres erscheinen soll. Die Besonderheit: Zwei 4K-Kameras sitzen auf Augenhöhe an den Ohrmuscheln, erfassen das Sichtfeld aus der Ich-Perspektive und analysieren, worauf sich der Blick richtet.

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Die KI soll damit nicht nur Objekte, sondern auch deren Tiefe und Position mit hoher Genauigkeit erkennen. Laut Razer übertrifft das System die menschliche Wahrnehmung im peripheren Sichtfeld, etwa beim Erfassen von Symbolen oder Texten am Bildrand. Motoko ist nicht auf eine bestimmte Plattform beschränkt. Wer will, kann Modelle wie ChatGPT, Grok oder Gemini nutzen. Damit ist das System offen für unterschiedliche Vorlieben und kann flexibel auf verschiedene Aufgaben reagieren. Die Kommunikation mit der KI erfolgt per Sprache. Gleich mehrere Mikrofone nehmen Spracheingaben und Umgebungsgeräusche auf.

In Demos auf der Messe zeigte Razer mittlerweile typische Alltagsfunktionen für Smart Glasses und angekündigte AR-Brillen wie die Snap Specs oder Meta Orion: Beim Blick auf einen Teller mit verschiedenen Zutaten, schlägt die KI mögliche Rezepte vor, übersetzt Speisekarten oder antwortet auf verschiedene Wissensfragen. Die Antworten gehen dabei direkt ins Ohr, ohne dass Außenstehende mithören können. Anders als bei Smart Glasses mit offenen Lautsprechern bleibt die Kommunikation mit Motoko also zumindest teilweise von der Umgebung abgeschottet. Das Gerät soll laut Razer über 30 Stunden Akkulaufzeit bieten.

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Razer Project Motoko – The Future of Wearable AI

Ein weiteres Einsatzszenario könnte vor allem für die Hauptzielgruppe von Razer interessant sein: Beim Blick auf den Monitor könnte die Headset-KI Echtzeithilfestellung beim Gaming anbieten und etwa knifflige Rätsel lösen. Auch für Unternehmen und Forschung hat Razer eine Anwendung im Blick: Die von Motoko erfassten Daten – inklusive Blickverlauf und Tiefenwahrnehmung – sollen sich für die Entwicklung humanoider Roboter nutzen lassen. Diese könnten dadurch menschlicher agieren, indem sie lernen, wie Menschen sehen und Entscheidungen treffen.

Trotz der öffentlichkeitswirksamen Vorstellung auf der CES bleibt Razer vage bei technischen Details. Finales Design, Spezifikationen und Preis sind noch offen. Klar ist nur: Der Konzern will mit Project Motoko ein Headset etablieren, das weit über klassische Audiotechnik hinausgeht und dabei Nutzerinnen und Nutzern eine neue Art von digitalem Assistenten an die Seite stellt. Ob sich ein KI-Headset wirklich als alltagstauglich herausstellt, wird sich zeigen, sobald Razer ein fertiges Produkt auf den Markt bringt.

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heise medien ist offizieller Medienpartner der CES 2026.


(joe)



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Smartpens: Ihr kurzes Dasein und warum sie vom Markt verschwunden sind


Es heißt, dass man handschriftliche Notizen besser verinnerlichen und sich beim Schreiben mit einem Stift in Meetings oder Vorlesungen besser konzentrieren kann, als wenn man auf einem Laptop tippt. Das belegen auch psychologische und neurowissenschaftliche Studien, zum Beispiel „The pen is mightier than the keyboard“ von Mueller und Oppenheimer (Princeton/UCLA, 2014). Gleichzeitig will man Geschriebenes aber auch in digitaler Form zur Aufbewahrung und Auswertung haben.

  • Anfang der 2010er-Jahre machten Smartpens Furore. Ihr Versprechen: Texte auf normalem Papier schreiben und dabei automatisch digitalisieren.
  • Es gab verschiedene technische Ansätze, doch aus verschiedenen Gründen konnte sich keiner davon durchsetzen.
  • Verbliebene Alternativen sind Digitizer für Touchscreens, Spezialtablets und fotografierte Notizzettel.

Eine ideale Lösung schienen die Anfang der 2010er aufkommenden Smartpens zu sein: „intelligente“ Kugelschreiber, mit denen man auf Papier schreiben und die Aufzeichnungen gleichzeitig digitalisieren kann.

Dabei setzten die Hersteller, zu denen auch namhafte Digitalisierungsspezialisten wie IRIS und Wacom gehörten, auf unterschiedliche Techniken mit jeweils eigenen Vor- und Nachteilen.


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Smartpens: Ihr kurzes Dasein und warum sie vom Markt verschwunden sind“.
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Nach tagelangen Protesten: Der Iran geht nach Internetblockade offline


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Nach tagelangen Protesten der Bevölkerung gegen das Regime haben iranische Behörden augenscheinlich damit begonnen, das Internet in der Hauptstadt Teheran und weiteren Teilen des Landes zu blockieren. Das berichtet die Organisation Netblocks, die den Netzverkehr und mögliche Sperren weltweit beobachtet. Auch andere öffentlich einsehbare Datenquellen zeigen Verbindungsverluste in die Islamische Republik, die seit Tagen von immer heftiger werdenden Protesten gegen das herrschende Regime erschüttert wird. Netblocks meint, dass die Internetsperre die Berichterstattung aus dem Land und die Kommunikation dort erheblich erschweren dürfte. Es ist zu befürchten, dass die Machthabenden den digitalen Blackout dazu benutzen, noch härter gegen die Demonstrationen vorzugehen.

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Die jüngste Protestwelle hatte vor fast zwei Wochen begonnen. Ausgelöst wurde sie durch einen plötzlichen Wertsturz der Landeswährung Rial inmitten einer schon massiven Wirtschaftskrise. In der Hauptstadt Teheran gingen daraufhin wütende Händler spontan auf die Straße, viele Geschäfte wurden geschlossen. Beobachter hatten darauf hingewiesen, dass auch die Proteste, die vor mehr als 40 Jahren zum Sturz des Schah und zur Errichtung der Islamischen Republik geführt haben, entscheidend durch die wichtigen Basare gestützt wurden. Inzwischen haben sich die Proteste auf andere Landesteile ausgeweitet. Am Donnerstag dieser Woche kursieren in sozialen Netzwerken etwa zahlreiche Videos, die menschenleere Geschäftsstraßen in den kurdischen Gebieten des Iran zeigen.

Die Internetsperren haben am Donnerstag offenbar in der westlichen Provinz Kermanschah begonnen, dort hat Netblocks zuerst Verbindungsabbrüche registriert. Betroffen ist inzwischen laut Berichten, die bei der Nachrichtenagentur dpa eingegangen sind, auch das mobile Internet in ersten Großstädten. Als Grund dafür wurden demnach auch neue Protestaufrufe für Donnerstag und Freitag vermutet, die Reza Pahlavi, der Sohn des 1979 gestürzten Schahs, veröffentlicht hatte. Im Iran liegt die letzte landesweite Internetsperrung gerade einmal rund sieben Monate zurück. Als Israel und die Islamische Republik tagelang Raketen aufeinander abgeschossen haben, hat das Regime in Teheran einen fast vollständigen digitalen Blackout verhängt.


(mho)



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