Künstliche Intelligenz
Vodafone Stiftung: Wirksame Altersverifikation für Social Media gefordert
Die Vodafone Stiftung hat eine Handreichung mit zehn Handlungsempfehlungen für Politik, Bildungsakteure und Plattformbetreiber herausgegeben. Die wichtigsten Forderungen in Bezug auf die treibenden Debatten dieses Jahres: eine „verpflichtende, wirksame und datensparsame Altersverifikation für risikobehaftete Plattformen“ und ein Smartphone-Verbot mindestens bis zum Ende der Sekundarstufe I in Schulen.
Weiterlesen nach der Anzeige
Die zehn Empfehlungen leitet die Stiftung unter anderem aus ihrer diesjährigen Jugendstudie „Zwischen Bildschirmzeit und Selbstregulation“ ab, in der die befragten Jugendlichen deutlich machten, dass sie gerne weniger Social-Media-Angebote nutzen würden und sich dabei auch mehr Unterstützung erhofften. Damit spielt die Stiftung den Ball nun Richtung derer, die Rahmenbedingungen für Internet- und Bildungsangebote verändern können.
Die Stiftung erklärt, dass sich Heranwachsende weiterhin in einem „aufgeladenen Spannungsfeld von Chancen und Belastungen durch soziale Medien“ befinden. Sie seien auch „durchaus aufgeklärt und selbstkritisch“, was ihr Social-Media-Verhalten an Chancen und Risiken mit sich bringe und hätten sich bereits selbst Techniken für einen kompetenten Umgang mit Online-Angeboten angeeignet. Das reiche aber nicht aus, wie die Jugendstudie deutlich gemacht habe. Deshalb brauche es nun eine Politik, „die gleichermaßen auf Stärkung der Fähigkeiten zur Selbstregulation, Hilfsangebote und gesetzlichen Schutz setzt.“
Der Stiftung zufolge suchen Jugendliche eher im Schulleben als im eigenen Elternhaus Unterstützung, wenn sie Probleme mit ihrem Nutzungsverhalten oder Online-Phänomenen feststellen. Das sei auch – anders als bei anderen Bildungsthemen – unabhängig von der sozioökonomischen Herkunft der Jugendlichen ausgeprägt. Die Stiftung rät deshalb dazu, Angebote für alle Jugendlichen zu machen und sich nicht auf gruppenspezifische Ansätze wie etwa das Startchancenprogramm zu fokussieren.
Demnach fordert die Stiftung, dass folgende zehn Punkte von Politik, Bildungsakteuren und Plattformbetreibern umgesetzt werden:
1. eine verpflichtende, wirksame und datensparsame Altersverifikation für risikobehaftete Plattformen.
Weiterlesen nach der Anzeige
Anbieter solcher Plattformen hätten sich bisher einem wirksamen System zum Nachweis des Alters bei der Einrichtung eines Kontos verweigert. Dementsprechend müsste es ein staatlich verantwortetes Tool geben, welches auch die Zustimmung der Eltern bei unter 16-Jährigen einfordert und das Anbieter verpflichtend integrieren sollen.
2. ein Verbot manipulativer und süchtig machender Designelemente wie etwa Endlos-Scrollen, variable Belohnungssysteme oder aggressive Push-Benachrichtigungen.
Dies müsse auf Social-Media-Plattformen zumindest bei Konten für Minderjährige gelten. Stattdessen sollten Wohlbefindens-orientierte Designstandards entwickelt werden.
3. die Einführung verpflichtender und unabhängiger Risiko-Audits für Social-Media-Plattformen, die regelmäßig den Einfluss auf Kinder und Jugendliche bewerten.
Die Ergebnisse müssten vollständig veröffentlicht werden und in die Gestaltung von Algorithmen, Inhalten und Sicherheitsmechanismen nachweislich einfließen. Das Ziel: „Accountability by Design“.
4. die verbindliche Integration von Social-Media-Kompetenz in schulische Medienbildung spätestens ab der Sekundarstufe I – mit klaren curricularen Vorgaben, regelmäßigen Projekten und dialogorientierten Formaten.
5. die Unterstützung von Schulen für eine angemessene Digital- und Medienkompetenzvermittlung.
Derzeit verfügten Schulen nicht über ausreichende personelle Ressourcen. Es bedürfe daher „eines rechtskreisübergreifenden Zusammenwirkens aller verfügbaren öffentlichen Einrichtungen, von der Jugendhilfe über die Medienanstalten bis hin zu den öffentlichen Kultureinrichtungen, um auf örtlicher und regionaler Ebene ein ausreichendes Medienkompetenzprogramm für die Kinder und Jugendlichen in dieser Region auf die Beine stellen zu können.“
6. die Einbindung von Zivilgesellschaft und Wirtschaft in die Erarbeitung der Medienbildung, um deren Ressourcen zu aktivieren und koordiniert den Bildungsorten zur Verfügung zu stellen.
Die Kooperation mit außerschulischen Lernorten müsse demnach verstärkt werden und der Ausbau des geschlossenen Ganztags biete die Möglichkeit, am Nachmittag pädagogisch sinnvolle Angebote zu machen.
7. die Förderung evidenzbasierter Methoden, Programme und Tools zur Unterstützung der Entwicklung von Selbststeuerung und -regulation für Jugendliche durch Politik, Wissenschaft und Bildungswirtschaft.
8. ein Smartphone-Verbot bis zum Ende der Sekundarstufe I in Klassenräumen und Unterrichtsstunden.
Auch für Pausen spreche viel dafür, Smartphones nicht zur Benutzung zuzulassen, erklärt die Stiftung. Handys seien, soweit sie nicht als Instrument in Formaten zur Medienkompetenz benötigt werden, „vorrangig eine Quelle der Ablenkung und zum Teil auch der Umgehung von Lernschritten. Die allermeisten digitalen Lerntools sind didaktisch sinnvoller auf Tablets oder Laptops zu nutzen.“
9. der systematische Ausbau der Elternarbeit zur Medienerziehung „durch niedrigschwellige, digitale und schulisch angebundene Angebote.“
Die Kompetenz, das Selbstvertrauen, aber auch die Verantwortungsbereitschaft der Eltern, ihre Kinder auf einem guten Weg durch die Social-Media-Welt zu begleiten, müssen massiv gestärkt werden.
10. die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen als verbindlicher Bestandteil bei der Erarbeitung und Festlegung digitaler Kompetenzen und Regeln an den Schulen.
Die Handlungsempfehlungen der Vodafone Stiftung erinnern an die Leitlinien für die sichere Internetnutzung für Kinder im Vereinigten Königreich. Auch dort wurden effektive Altersverifikationen und sichere Feeds gefordert. Australien hat mittlerweile ein Mindestalter von 16 Jahren für Social Media durchgesetzt.
(kbe)
Künstliche Intelligenz
Pro & Contra: Sollte iOS so offen wie der Mac sein?
Apple wird zunehmend dazu genötigt, seine iOS-Plattform zu öffnen – mit alternativen App-Läden, mehr Kompatibilität zu Drittanbieterprodukten und mehr. Wie sinnvoll ist eine solche Öffnung und sollte das iPhone-Betriebssystem am besten wie macOS sein? Mit dieser Frage beschäftigt sich unser Pro & Contra.
Weiterlesen nach der Anzeige
PRO

Wolfgang Kreutz wünscht sich ein iPhone, das Apple nicht künstlich einschränkt.
Als Erstes in der EU, nun Ähnliches in Japan: Regierungen drängen Apple dazu, iOS an einigen Stellen zu öffnen. Statt jedoch weltweit einheitlich vorzugehen, frickelt der Konzern an verschiedenen Varianten. Dabei machen die Öffnungen das System attraktiver: Ich kann jetzt hierzulande Standard-Apps für Telefonate, Messaging und Navigation auswählen, mit Banking-Apps kontaktlos per NFC bezahlen oder künftig Bluetooth-Headsets so einfach wie AirPods koppeln.
Dass mehr Freiheiten automatisch für Sicherheitsprobleme sorgen, ist ein Märchen: Seit Einführung der neuen Funktionen ist uns EU-Usern nichts Schlimmes passiert. Und mit macOS beweist Apple, dass auch ein freieres System gut geschützt sein kann. Etwa, indem ich Zugriffe auf sensible Daten zunächst bestätige. Genauso werden sich beim iPhone mithörende Bluetooth-Wanzen nicht heimlich mit meinem iPhone koppeln können.
Das Pro & Contra stammt aus Mac & i Heft 1/2026, das ab dem 30. Januar 2026 verfügbar ist. Die neue Ausgabe lässt sich ab Donnerstag im heise shop bestellen – als Print-Magazin oder als PDF.
Dass ein geschlossenes System nicht zwangsläufig vor schadhaften Apps schützt, demonstriert ausgerechnet Apple selbst: Sie lassen nämlich immer wieder offensichtliche Fake-Apps in ihren Store. So war „LassPass“ tagelang verfügbar und hatte es auf Zugangsdaten des Passwortmanagers „LastPass“ abgesehen.
Apple sollte endlich aufhören, so viele erzwungene Sonderlocken zu drehen. Ein per se offenes iOS muss zudem weniger reguliert werden. Statt die Systeme vorwiegend visuell anzugleichen, wünsche ich mir auch funktionale Gleichberechtigung. Wo bleiben etwa der Finder oder das Terminal? Selbst für einfachste Shell-Skripte muss ich Drittanbieter-Apps vertrauen – obwohl iOS auf Unix basiert. Es muss ja nicht vorinstalliert sein. Root-Zugang und voller Dateisystemzugriff dürfen gerne unmöglich bleiben. Ich fühle mich jedenfalls am offeneren Mac nicht weniger sicher. Apple hat längst bewiesen: Freiheit und Sicherheit schließen einander nicht aus. (wre)
Weiterlesen nach der Anzeige
CONTRA

Ben Schwan schätzt die Sicherheit und Integrität von Apples geschlossenem System.
Das iPhone ist kein Mac. Von Anfang an hat Apple darauf geachtet, iOS als Plattform gleichzeitig sicher und gut bedienbar zu machen. Das bedeutet, dass ich beispielsweise keinen Kommandozeilenzugriff auf dem iPhone habe und keine App im Dateisystem herumfuhrwerken darf. Das Resultat: Große Angriffswellen, wie sie bei Android immer wieder vorkommen, sind auf dem iPhone unterblieben. Geheimdienste und Regime, die iOS-Nutzer gezielt ausspionieren wollen, müssen für den Kauf sogenannter Zero-Day-Lücken Hunderttausende bis Millionen Euro in die Hand nehmen. Das hat Gründe.
Wenn nun die Europäische Kommission ankommt und Apple per gesetzlichem Holzhammer dazu zwingt, Drittanbietern schwer abzusichernde Türen ins System zu öffnen, ist das unschön. Apple bemüht sich offenbar nach Kräften, Nutzer mit der Umsetzung nicht zu gefährden. An gewissen Stellen ist das meiner Ansicht nach problematisch. Ein Beispiel: Dass Wearables anderer Hersteller Zugriff auf Benachrichtigungen erhalten müssen, klingt erst einmal gut. Doch mein Vertrauen in Drittanbieter wie Meta, die ihr Geld mit Werbung und nicht mit Hardware verdienen, damit keinen Mist zu veranstalten, hält sich in Grenzen. Apple hingegen hat einen Ruf in Sachen Datenschutz zu verlieren.
Ich kann nachvollziehen, dass sie Features wie das iPhone-Mirroring oder die Erfassung besuchter Orte in Apple Maps erst gar nicht in die EU bringt, weil hierfür Regulierung droht. Eine zwangsweise Öffnung der Gerätespiegelung würde anderen Unternehmen weitreichenden Zugriff auf das iPhone eröffnen, die Historie besuchter Orte wäre wiederum ein gefundenes Fressen für Datenkraken. In einer idealen Welt wäre das iPhone offen wie der Mac. Aber in der leben wir nicht. Und wozu kaufe ich ein teures iPhone, wenn ich damit nicht mehr so sicher und privat bin, wie mir Apple das verspricht? (bsc)
Wer hat Recht? Diskutieren Sie mit!
Zuletzt bei Pro & Contra: Verzichtet Apple zu Recht auf das MacBook-Netzteil?
(wre)
Künstliche Intelligenz
Luftbefeuchter im Test: Angenehmes Wohnklima auf Knopfdruck
Kratzender Hals, brennende Augen, raue Haut: Zu trockene Raumluft macht sich auf vielerlei Arten bemerkbar. Nicht jeder Mensch leidet gleichermaßen unter solchen Symptomen, doch die Abwehrkräfte des Körpers verringern sich durch eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit allemal. Trockene Schleimhäute richten gegen Viren und andere Krankheitserreger weniger aus, die Wahrscheinlichkeit für Erkältungen steigt.
Eine relative Luftfeuchte zwischen 40 und 60 Prozent gilt als optimal für den Menschen. Im Winter liegt sie in vielen Wohnungen und Büros oft sogar bei nur 20 bis 30 Prozent. Schnelle Abhilfe in der Heizperiode versprechen Luftbefeuchter. Die gibt es in zig Varianten, von klein bis groß, zu Preisen zwischen 20 Euro bis zu mehreren hundert. Wir haben uns vier Geräte exemplarisch angeschaut und zeigen, worauf Sie beim Kauf von Luftbefeuchtern achten sollten.
Denn Luftbefeuchter können auch zu einer höheren Keimbelastung führen und bei falscher Anwendung potenziell Möbel, Fußböden und die Wohnung selbst schädigen. Insbesondere, wenn sie unbeaufsichtigt rund um die Uhr laufen sollen. Drei unserer Testgeräte sind sogenannte Verdunster: der Beurer LP 300 Plus, der Philips Series 5000 Luftbefeuchter und der Venta LW15 Original Luftbefeuchter. Zum Vergleich haben wir uns einen Verdampfer dazu geholt, den Wick WarmLuft Luftbefeuchter, der Wasser erhitzt und sichtbar Wasserdampf erzeugt. Die Geräte von Beurer und Philips schalten sich beim Erreichen der gewünschten Luftfeuchtigkeit ab, der Philips Luftbefeuchter lässt sich sogar aus der Ferne per App steuern.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Luftbefeuchter im Test: Angenehmes Wohnklima auf Knopfdruck“.
Mit einem heise-Plus-Abo können Sie den ganzen Artikel lesen.
Künstliche Intelligenz
Schweden plant Handyverbot an Schulen
Schweden will Handys ab dem kommenden Schuljahr aus allen Grundschulen im Land verbannen. Die Grundschule geht in Schweden bis zur neunten Klasse. Einen entsprechenden Gesetzentwurf legte die Regierung vor. „Die Schüler müssen ihre Handys zu Beginn des Schultags abgeben und bekommen sie an dessen Ende zurück“, sagte die schwedische Bildungsministerin Simona Mohamsson. Das Verbot ab dem 1. August werde auch für die Nachmittagsbetreuung an den Schulen gelten.
Weiterlesen nach der Anzeige
Handys seien aus dem Leben von Schülern nicht mehr wegzudenken, so die Ministerin. „Smartphones und soziale Medien sind aber auch ein Ort, an dem Missbrauch und Mobbing stattfinden.“ Das Verbot, so hofft Mohamsson, könne sowohl dafür sorgen, dass Schüler besser lernen, als auch zu einer besseren psychischen Gesundheit der Kinder führen.
Einer Untersuchung der schwedischen Gesundheitsbehörde und der Medienbehörde von 2024 zufolge verbrachten Schüler der siebten bis neunten Klasse fast sieben Stunden täglich vor dem Bildschirm – die Schulzeit nicht mitgerechnet.
An vielen Schulen gilt schon ein Handyverbot
In der Praxis gilt der Nachrichtenagentur TT zufolge bereits an vier von fünf schwedischen Schulen ein Handyverbot. Denn schon jetzt können Grundschulrektoren selbst darüber entscheiden. Das reiche aber nicht aus, sagte Bildungsministerin Simona Mohamsson.
In mehreren europäischen Ländern wie etwa Frankreich oder den Niederlanden greifen Handyverbote im Unterricht schon länger. Italien verbietet die Smartphonenutzung auch in höheren Klassen.
Weiterlesen nach der Anzeige
(kbe)
-
Entwicklung & Codevor 2 MonatenKommandozeile adé: Praktische, grafische Git-Verwaltung für den Mac
-
Künstliche Intelligenzvor 1 MonatSchnelles Boot statt Bus und Bahn: Was sich von London und New York lernen lässt
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 2 MonatenHuawei Mate 80 Pro Max: Tandem-OLED mit 8.000 cd/m² für das Flaggschiff-Smartphone
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 2 MonatenFast 5 GB pro mm²: Sandisk und Kioxia kommen mit höchster Bitdichte zum ISSCC
-
Entwicklung & Codevor 2 MonatenKommentar: Anthropic verschenkt MCP – mit fragwürdigen Hintertüren
-
Social Mediavor 1 MonatDie meistgehörten Gastfolgen 2025 im Feed & Fudder Podcast – Social Media, Recruiting und Karriere-Insights
-
Datenschutz & Sicherheitvor 2 MonatenSyncthing‑Fork unter fremder Kontrolle? Community schluckt das nicht
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenWeiter billig Tanken und Heizen: Koalition will CO₂-Preis für 2027 nicht erhöhen
