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Vom Coder zum Verkäufer: Wenn Gründer über ihren Schatten springen


App fast fertig, neuer Name, 80 Interessenten auf der Warteliste: Amerigo Velletti treibt Fyndl Richtung Marktstart. Warum der Supergründer-Fellow beim Launch dennoch zögert und warum er nun seine Komfortzone verlassen muss.

Vom Coder zum Verkäufer: Wenn Gründer über ihren Schatten springen

Amerigo Velletti macht den nächsten Schritt zum „Idealo für Secondhand“: Seine App heißt jetzt Fyndl und steht vor dem Launch.
Gründerszene

Halbzeit im Startup-Camp „Gründerszene sucht die Supergründer“ – und Amerigo Velletti steht kurz vor dem App-Store-Launch. Doch bevor seine Secondhand-Suchmaschine live gehen kann, muss der 21-Jährige noch einige Baustellen lösen: Die KI schlägt Schuhkäufern teilweise MacBooks vor, das Logo gefällt ihm nicht mehr und sogar der Firmenname ist Geschichte.

Gründerszene sucht die Supergründer“ ist ein zehnwöchiges Startup-Fellowship von Gründerszene. Acht ausgewählte Fellows entwickeln in Berlin mit Künstlicher Intelligenz Consumer-Startups – von der Idee bis zum ersten Produkt. Während des Programms arbeiten die Fellows gemeinsam im Axel-Springer-Hochhaus und werden von erfahrenen Unternehmern, Investoren und Experten begleitet. Partner wie OpenAI, Vercel, Dash0 und DHL unterstützen sie mit Technologie, Know-how und Mentoring. Gründerszene dokumentiert die gesamte Reise mit Artikeln, Videos und Social-Media-Inhalten – und zeigt hautnah, wie heute die nächste Generation von Startups entsteht. Alle daraus entstehenden Produkte gehören zu Axel Springer.

Die Idee des 21-Jährigen: eine KI-gestützte Suchmaschine für Secondhand-Produkte. Sie soll Angebote verschiedener Plattformen bündeln und mithilfe von KI vergleichen. Nutzer geben an, wonach sie suchen, wie hoch ihr Budget ist und wofür sie das Produkt nutzen möchten. Anschließend durchsucht die Anwendung die angebundenen Marktplätze, schlägt passende Produkte vor und erklärt, warum diese zur Suchanfrage passen.

Aktuell greift die Plattform auf Angebote von Rebuy, eBay Refurbished, As Good As New und ESM Computers zu. Weitere sollen hinzukommen. Amerigos Ziel: Er will „das Idealo für Secondhand“ bauen.

Ready für den App-Store-Launch… oder doch nicht?

In den vergangenen Wochen hat der junge Gründer außerdem damit begonnen, die Funktionen seiner Plattform intensiver zu testen. Dabei zeigt sich, an welchen Stellen die KI noch nachgebessert werden muss. So ordnet die Suchfunktion Anfragen bislang nicht immer korrekt zu.

„Wenn jemand beispielsweise in die Suche ‚Ich suche Schuhe‘ eingibt und ich die Kategorie Schuhe noch nicht angelegt habe, antwortet sie im Moment: ‚Diese Kategorie haben wir leider nicht. Suchst du vielleicht doch eher nach einem MacBook?‘ Das ist ein wenig befremdlich“, sagt er. Deshalb arbeite er derzeit daran, dass Suchanfragen künftig den richtigen Produktkategorien zugeordnet werden.

Seit Woche 2 bereitet Amerigo obendrein den Launch seiner App in den Stores von Apple und Google vor. Inzwischen hat er dafür die notwendige Zertifizierung erhalten. „Sobald ich ready bin und mich damit wohlfühle, die beiden Apps in den App Store zu bringen, kann ich das machen“, sagt er.

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Interessierte können sich bereits auf eine Warteliste eintragen. Nach Angaben des Fellows haben das bislang rund 80 Personen getan.

Vor dem offiziellen Start will Amerigo jedoch noch einige Details wie das Such-Feature überarbeiten. Vor allem mit dem aktuellen Logo, ein F mit einem grünen Pfeil, ist er noch nicht zufrieden. „Das muss vor dem Launch auf jeden Fall noch aufpoliert werden“, sagt er.

Ein neuer Name – Remtio ist Geschichte

Weitere Fortschritte beim Markenauftritt: Ein neuer Name. In Woche 3 verabschiedete sich Amerigo vom ursprünglichen Namen Remtio. Nach eigenen Angaben diskutierte er gemeinsam mit dem Marketing-Experten Simon Knittel von Jung von Matt Start mehr als drei Stunden über mögliche Alternativen und wertete dabei mehr als 300 Namensideen aus.

Die Wahl fiel schließlich auf Fyndl – angelehnt an das englische Wort „find“. „Deskriptive Namen finde ich eigentlich immer ganz cool“, sagt der 21-Jährige. Der bisherige Name habe für ihn zu sehr nach einem Antiquitätenhändler geklungen.

Aus Remtio wurde Fyndl.

Aus Remtio wurde Fyndl.
Screenshot: Gründerszene

Zwischen Projekt und Ausgleich

Trotz des hohen Tempos im Startup-Camp achtet Amerigo nun Angaben darauf, sich nicht zu überlasten. Die ersten Wochen hätten Spuren hinterlassen, aber Dauermüdigkeit soll nicht zur Normalität werden, sagt er.

„Früher, als ich in einem Startup gearbeitet hatte, habe ich teilweise sogar im Office geschlafen, was sich langfristig wahrscheinlich nicht ausgezahlt hat. Deshalb habe ich mir vorgenommen, mich nicht kaputt zuarbeiten, aber so viel zu arbeiten, wie ich kann“, sagt er. Er müsse mehr auf sich achten und eine Grenze ziehen, das sei gesünder.

Zum Ausgleich verbringt er deshalb bewusst Zeit mit den anderen Fellows im Camp – trotz Wettbewerb. Gemeinsame Abende in Berliner Bars würden den Druck reduzieren und gleichzeitig neue Impulse liefern.

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Voneinander und Neues lernen

Auch seine freie Zeit mit den anderen Gründerinnen und Gründern zu verbringen, baue nicht nur Druck ab, sondern bringe ihn auch fachlich weiter, sagt Amerigo. Besonders positiv überrascht habe ihn der Marketingansatz von Garry Lazovskis. „Garrys Marketing hat mich sehr beeindruckt. Er hat überhaupt keine Angst, fremde Menschen anzusprechen und seine Idee zu pitchen. Egal ob im Café oder Restaurant, überall pitcht er. Da habe ich noch zu viele Berührungsängste.“

Das habe ihn zum Nachdenken gebracht. Nun überlegt Amerigo, selbst stärker auf Guerilla-Marketing zu setzen. Eine Idee: Menschen vor Elektronikgeschäften anzusprechen und sie zu fragen, warum sie neue statt gebrauchte Geräte kaufen. „Das würde mir helfen, meine Idee weiter zu schärfen“, sagt er.

Ein KI-Fail und ein innerer Schweinehund

Generell habe er sich in Woche vier mehr im Bereich Marketing ausprobiert, erzählt Amerigo. Er testete er unter anderem ein Planungstool für Social-Media-Beiträge sowie Higgsfield AI, eine Plattform zur Erstellung von Videos, Bildern und Sprachinhalten mithilfe Künstlicher Intelligenz.

Die Idee, Marketingvideos vollständig per KI zu erstellen, verwarf er jedoch schnell wieder. Mit der Qualität sei er gar nicht zufrieden gewesen. Stattdessen entschied er sich, selbst vor die Kamera zu treten – und stellte fest, dass das schwieriger ist als zunächst gedacht.

„Ich habe es versucht und mich auch richtig gezwungen, diese Videos aufzunehmen. Wovon allerdings nie jemals etwas ans Tageslicht kommen wird. Also es war eins schlechter als das andere“, sagt er selbstkritisch. Am schwersten falle es ihm, sich im Nachhinein selbst zu sehen und zu hören. „Ich kann mich beim Sprechen einfach nicht hören. Ich finde, dass meine Gedanken nicht klar formuliert sind.“

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Trotzdem will Amerigo Velletti das Format nicht aufgeben. Er müsse seine Komfortzone verlassen, meint er. Und er könne sich vorstellen, zunächst doch ein oder zwei Testvideos zu veröffentlichen – trotz „Cringe-Faktor“.

Das steht in Woche 5 an

Für die kommende Woche hat sich Amerigo klare Ziele gesetzt. „Die nächsten Schritte sind, weitere Plattformen anzubinden, die Suchmaschine robuster zu machen, die Partnergespräche voranzutreiben und die Nutzerführung deutlich zu verbessern“, sagt er.

Der Fokus liegt damit sowohl auf der technischen Weiterentwicklung der Plattform als auch auf dem Ausbau möglicher Kooperationen und der Vorbereitung des Marktstarts.

Ihr habt Fragen oder wollt mit den Fellows über ihr Produkt sprechen? Schreibt ihnen hier.

„Gründerszene sucht die Supergründer“ powered by Dash0DHL, OpenAI & Vercel.





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Diese Gründer kündigten bei Nvidia – was Jensen Huang ihnen danach sagte


Sie ließen Nvidia und Millionen in Aktien hinter sich, um eigene Startups zu gründen. Zum Abschied sagte Jensen Huang ihnen ziemlich direkt, was er von ihren Plänen hielt.

Diese Gründer kündigten bei Nvidia – was Jensen Huang ihnen danach sagte

Nvidia-Chef Jensen Huang.
Chris Jung/NurPhoto via Getty Images

Kurz bevor David Hoeller und Nikita Rudin Nvidia verließen, hatten sie noch ein spätabendliches Telefonat mit ihrem Chef Jensen Huang. Die beiden waren nervös. Schließlich wollten sie einem der mächtigsten Tech-Konzerne der Welt den Rücken kehren, um ihr eigenes Startup zu gründen.

Doch Huang versuchte gar nicht erst, sie aufzuhalten. Stattdessen hatte der Nvidia-Chef ein anderes Problem: den Namen ihres Startups. „Er sagte uns, der Name sei schlecht und wir müssten ihn ändern“, erinnert sich Rudin.

Damals wollten die beiden ihr Unternehmen noch „Checkpoint“ nennen. Auch andere hatten ihnen bereits gesagt, dass der Name eher nach einer Firma aus einer anderen Branche klinge. Huangs Urteil gab schließlich den Ausschlag.

„Ich will ihm nicht die ganze Ehre dafür geben, aber wahrscheinlich haben wir den Namen wegen seiner Bemerkung geändert“, sagt Rudin. Aus Checkpoint wurde Flexion Robotics.

Von Nvidia zum eigenen Robotik-Startup

Hoeller und Rudin hatten jahrelang bei Nvidia an Robotik gearbeitet. Sie verschoben die Grenzen von Simulationen und halfen unter anderem bei einer spektakulären Demo, bei der Jensen Huang gemeinsam mit einer Gruppe humanoider Roboter auf der Bühne stand.

Doch irgendwann wollten die beiden ihre Technologie nicht mehr nur innerhalb eines Großkonzerns entwickeln. Sie wollten selbst gründen und Robotik stärker in die reale Welt bringen.

David Hoeller und Nikita Rudin von Flexion Robotics.

David Hoeller und Nikita Rudin von Flexion Robotics.
Courtesy of Flexion Robotics

2024 verließen sie Nvidia und gründeten Flexion Robotics. Das Zürcher Startup entwickelt KI für Roboter und hat mittlerweile mehr als 57 Millionen US-Dollar, umgerechnet rund 49 Millionen Euro, eingesammelt.

Beim Abschied gab Huang ihnen allerdings nicht nur ungefragt Branding-Beratung mit auf den Weg. Er warnte sie auch davor, was sie als Gründer erwarten würde. „Seine Botschaft war: Ihr ahnt nicht, wie hart diese Reise werden wird“, erinnert sich Rudin.

Ganz verabschiedet hat sich Nvidia aus der Geschichte von Flexion ohnehin nicht: Der Chipkonzern investierte später selbst in das Startup. Flexion expandiert inzwischen in die USA, hat ein Büro in San Francisco eröffnet und Forscher von Unternehmen wie Meta eingestellt. Nvidia reagierte nicht auf eine Anfrage nach einem Kommentar.

Jensen Huang sagt Gründern offenbar ziemlich direkt, was er von ihnen hält

Hoeller und Rudin sind nicht die einzigen Nvidia-Mitarbeiter, die beim Abschied noch eine persönliche Einschätzung ihres Chefs bekamen.

Bei Bing Xu wurde das Gespräch sogar noch persönlicher. Xu war 2024 zu Nvidia gekommen, nachdem der Konzern sein erstes Startup übernommen hatte. Anfang dieses Jahres entschied er sich, wieder zu gründen. Dafür ließ er nach eigenen Angaben Nvidia-Aktien zurück, die für ihn potenziell lebensverändernd viel Geld wert gewesen wären.

INT21-Gründer und CEO Bing Xu.

INT21-Gründer und CEO Bing Xu.
INT21

Sein neues Startup INT21 entwickelt mithilfe von KI Software für die Chipindustrie. Dieses Mal wollte Huang einen Mitarbeiter tatsächlich vom Gehen abhalten.

Nachdem Xu seine Pläne mitgeteilt hatte, setzte sich der Nvidia-Chef zwei Stunden lang mit ihm und anderen Führungskräften zusammen. Sie sprachen über Xus Arbeit – und darüber, warum er bleiben sollte.

Dann wurde Huang persönlich. Xus größte Schwäche sei seine Kommunikation, sagte ihm der Nvidia-Chef. Sie könne sogar verhindern, dass er sein volles Potenzial ausschöpfe. Xu sei technisch so tief in seinen Themen, dass er häufig davon ausgehe, sein Gegenüber verfüge über dasselbe Wissen. Dadurch seien seine Erklärungen für andere schwer nachvollziehbar. Für einen Gründer keine ganz unwichtige Schwäche.

„Das ist das ehrlichste Feedback, das ich in den vergangenen zehn Jahren über mich selbst bekommen habe“, sagt Xu. Die Kritik traf offenbar einen Nerv. Xu arbeitet inzwischen mit einer PR-Agentur zusammen.

„Ich hätte nicht gedacht, dass meine Kommunikation ein so großes Problem sein würde“, sagt er. „Aber als Jensen es mir sagte, beschloss ich, die Gelegenheit zu nutzen, um eine bessere Version meiner selbst zu werden.“

Huang beließ es allerdings nicht bei der Kritik. Xu hatte zu dieser Zeit nach eigenen Angaben mit Bluthochdruck und anderen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Huang riet ihm deshalb, eine Pause einzulegen und sich zu erholen.

Für Xu gehörten beide Seiten zusammen: die ungewöhnlich direkte Kritik und die persönliche Sorge um seine Gesundheit. Beides habe ihm gezeigt, dass Huang wollte, dass er Erfolg hat – auch wenn dieser Erfolg am Ende außerhalb von Nvidia stattfinden würde.

Lest den Originalartikel auf Business Insider US.





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Das Gipsdreieck – das inoffizielle Wohnzimmer der Berliner Startup-Szene


Gründerszene-Reporter auf den Spuren des Risikokapitals.

Gründerszene-Reporter auf den Spuren des Risikokapitals.
KI-Collage, Gründerszene

Berlin Mitte, Scheunenviertel. Ungefähr halb sieben an einem Donnerstag. Die Sonne steht tief. Der Sommer zeigt seine letzte Kraft. Gut, wenn man eine Sonnenbrille dabei hat. Die Gründerszene-Reporter ergattern einen Platz auf der Terrasse des Restaurants Contadino sotto le stelle. Es ist einer dieser Berliner Sommerabende, die unvergesslich sein können. Oder wo einfach gar nichts passiert. Die Chance auf Größe und auf Scheitern. Wie bei einem VC-Investment.

Der Kellner bringt Limonata, italienischen Weißwein und die grande degustazione di mozzarella. Das Leben ist gut. Aber was führt die Reporter hierher?

Kapital-Corner. Bei den Tonnen am Skaterplatz stehen sie Abend für Abend zusammen.

Kapital-Corner. Bei den Tonnen am Skaterplatz stehen sie Abend für Abend zusammen.
Leo Ginsburg

Das Gipsdreieck, ein Winkel von Berlin-Mitte mit Gründerzeitfassaden, Graffitis und Skaterpark, hat in der Startup-Bubble eine besondere Bedeutung. Es ist der Ort, an dem immer jemand zu treffen ist.

Glas Vino und VC-Geld

Oder wie es Delivery-Hero-Gründer Nikita Fahrenholz mal in unserem Podcast „Royal GS“ sagte: „Also Jungs und Mädels, wenn ihr Geld raisen wollt, verbringt einfach, wenn es sonnig und warm ist, eure Zeit am Gipsdreieck beim Glas Vino. Auch in der Milchbar zum Beispiel, hängen ganz schön viele Investoren ab.“

Das ist kein Zufall. Namhafte VCs haben ihre Büros in Laufweite, Cherry Ventures, der Hightech-Gründerfonds, Antler. Die nahe Torstraße ist die Sand Hill Road von Berlin, könnte man sagen, in Anlehnung an die Straße mit all den VCs im Silicon Valley. Aber das etwas von etwas anderem zu sein, macht es doch unnötig klein. Das Gipsdreieck hat zu bieten, was es an der Sand Hill Road nicht gibt. Nur was es ist, dass müssen wir noch verstehen. Es gibt viele Ecken in Berlin, die so ähnlich aussehen.

Brangelina kamen auch gerne

Die Tische vor dem italienischen Lokal, das schon Angelina Jolie und Brad Pitt bewirtet hat, füllen sich. Viele stehen auch einfach auf dem Trottoir herum. Weiße Leinenhosen, pink oder hellblau gestreifte Hemden, weiße T-Shirts und Retro-Sneakers. Hornbrillen sind auch gerne gesehen. Das Haar trägt man im männlichen Publikum gerne ein Ticken länger. Es sind ein paar Designer-Sonnenbrillen zu sehen, auch eine Louis-Vuitton-Handtasche fehlt nicht in der Szene.

Allzu homogen ist es aber nicht: Viele andere der Gäste passen gar nicht ins VC-Hustler-Schema, sind ostentativ alternativ angezogen: Ein Mann an der Ecke trägt ein T-Shirt der Punkband „Team Scheisse“ („Friedrich Merz, er ist ne Boss Bitch, Hot Boy Summer, es wird frostig“). Tattoos und Birkenstocks, beides längst bürotauglich. Im Jahr 2026 existiert das alles ganz selbstverständlich nebeneinander.

Bordstein statt Skyline. Rechts das Contadino, links das Hackbarth's.

Bordstein statt Skyline. Rechts das Contadino, links das Hackbarth’s.
Leo Ginsburg

Gutverdiener oder Gegenkultur?

Trotzdem ist es kennzeichnend, welche Mischung man hier sieht: Die Startup-Szene lebte schon immer an der Grenze von alter Wirtschaft und alternativen Ideen. Nur ist es so, dass am Gipsdreieck wenig Gegenkultur übrig ist. Die Mieten sind wahrscheinlich einfach zu hoch. Wer heute in dieser Gegend wohnt, ist ziemlich sicher Gutverdiener. Ob sich das mit Gegenkultur verträgt? Hier möchte man es noch glauben. Gegenthese: Trotzdem zeigt sich hier eine typische Berliner Mischung. Die Startup-Szene bewegte sich schon immer zwischen etablierter Wirtschaft und der Idee, alles neu denken zu wollen.

Vino Capital.

Vino Capital.
GS

Doch der Alltag läuft unbeirrt dazwischen hindurch: Touristen bleiben stehen und suchen den Weg zurück zum Alexanderplatz, Lieferfahrer schlängeln sich auf E-Bikes durch die Menge. Eine ältere Frau balanciert gestresst ihren Einkauf über die volle Terrasse. Für sie ist das Gipsdreieck wohl kein Ort für Networking, Investments oder Gründerträume, sondern einfach Heimweg nach einem anstrengenden Arbeitstag.

Es wird Zeit, nicht bloß zu beobachten. Was sagen die Leute am Dreieck selbst? Der Kellner des Contadino findet, es gehe hier nicht so sehr um Business. Die Gäste kämen eher wegen des vertrauten Gefühls, wegen der familiären Umgebung.

Buzzword-Bingo

Aber als es sich füllt, muss man nicht lange auf die Stichworte warten. Am einen Nebentisch geht es um die Frage, ob man für ein Rüstungsstartup wie Helsing arbeiten könne, ohne sich in unmoralisches Terrain zu bewegen („würde das nicht im Lebenslauf stehen lassen“). Wenig später spricht eine der junge Frauen über ihre Karrierepläne. Während sie eine dünne Zigarette raucht, erklärt sie, warum sie nie für einen Konzern arbeiten könnte. Sie mag die vielen Rollen, die ständigen Perspektivwechsel: Selbst ein Startup mit zehn Mitarbeitenden sei ihr eigentlich schon zu groß. Sie wolle möglichst nah an der Entstehung eines Unternehmens sein. Dort, wo noch niemand genau wisse, wie die nächste Woche aussehen werde. Erst wolle sie lernen, ohne selbst das Risiko tragen zu müssen. Die Gründung, das schwingt mit, soll später kommen.

Sylt kann einpacken.

Sylt kann einpacken.
Leo Ginsburg

Über Geld spricht dabei niemand. Zumindest nicht als Hauptgrund. Viel mehr geht es um eine gewisse Bedeutung, die man dem Job zuschreibt: Arbeit nicht als Mittel zum Zweck, sondern als Form der Selbstverwirklichung. Auf der anderen Seite ist auch von Startups die Rede. Auf Nachfrage der Reporter gibt der Sitznachbar sich als Berater zu erkennen. Arbeitsfeld: Startups bei der Suche nach VC-Kontakten zu helfen. Na, also!

Allerdings findet der Herr, wer am Donnerstagabend so „früh“ die richtigen Arbeitstiere treffen wolle, habe nicht verstanden, dass die noch am Arbeiten sind. Schade.

Das sagen die VCs

Wir haben auch bei Berliner VC-Büros nachgefragt. Christoph Klink, Partner bei Antler, sieht die Ecke durchaus als Ort für Freizeit und Business. Es sei eine der schönsten Straßen Berlins, gemütlich mit dem Kopfsteinpflaster. Und nicht so trubelig und verkehrsreich wie der Rosenthaler Platz.

Straßensound. Während die Nacht einbricht, wird es am Gips lebendig.

Straßensound. Während die Nacht einbricht, wird es am Gips lebendig.
GS

Franziska Oschmann von Speedinvest betont die Work-Life-Mischung sogar explizit: „Was ich besonders mag: Business und Privates vermischen sich hier total natürlich.“ Gerade auf der Steinmauer am Rand des Parks gehe es ein bisschen ums Sehen und Gesehenwerden, aber alles sehr entspannt.

Berliner Mauer

Die Mauer allein kann es aber nicht gewesen sein. Wo man so essen und trinken kann? Die drei berühmtesten Anlaufpunkte sind die Milch Halle, das Contadino und das Hackbarth’s. Wahrscheinlich in dieser zeitlichen Reihenfolge – erst ins Café, dann zum Italiener, zuletzt in die Kneipe. Alle an derselben Ecke des Dreiecks.

Aber vielleicht lohnt sich auch eine Tour zu den anderen zwei Ecken. Gut 100 Meter lang ist die Hypothenuse des Dreiecks, die namensgebende Gipsstraße. Die anderen zwei, etwas kürzeren Seiten bilden die Joachim- und die Auguststraße.

„Typisches Mitte-Girl“

Da unten ist der Vibe gleich ein wenig anders. Vor dem Restaurant „Altes Europa“ sitzen zwei Frauen. Die eine lädt die Reporter sofort ein. Sie sei hier die Anwerberin, sagt sie sektseelig und lacht. Ist wirklich nur Spaß, sie ist eigentlich Markenstrategin, erklärt sie und lächelt dabei schon weniger. Ihre Freundin nennt sie feixend „das typische Mitte-Girl“. Die so Bezeichnete möchte das nicht auf sich sitzen lassen. Dabei ist es doch als Kompliment gemeint, jedenfalls auch. Berlin Mitte ist ein elitärer Ort. Aber anders als in den Zentren von Paris, London oder San Francisco, ist es eine Elite, die ihre Street Credibility nicht verlieren will, jedenfalls nicht den Anschein davon.

Im „Alten Europa“

Im „Alten Europa“
GS

Die Freundin will bald nach Luxemburg umziehen, was auch nicht gerade der Inbegriff von Street Style ist. In der Gründerszene hat das Großherzogtum einen klangvollen Namen, nicht nur wegen der billigen Steuern, aber auch. Die Freundin ist aber Galeristin und hat nichts mit VCs am Hut. Die Markenstrategien macht einen Sekt klar, den sie ausdrücklich lobt, und für fünf Euro ist das nach Mitte-Standards auch echt kein schlechter Deal. Generell muss man sagen, dass man im angeblichen „Sylt von Berlin“ (Berliner Zeitung) noch recht günstig essen und trinken kann. Wenn die VC-People viel Geld ausgeben wollten, hätten sie in Mitte zahlreiche andere Optionen.

So manch einer trinkt unter den Tischen weiter.

So manch einer trinkt unter den Tischen weiter.
GS

Aber Geld ausgeben ist ja schon ihr Job. Da kann man abends auch mal günstiger unterwegs sein. „Die Preise sind fair, die Leute entspannt“, sagt Investorin Elisabeth Ziv vom Hightech-Gründerfonds. „Es ist lebendig und hat trotzdem diese bubble. Das macht es zum perfekten Ort zum Arbeiten und Abhängen zugleich.“

Kiezkultur hat nur Berlin

Das Kiezige, Bodenständige, macht etwas von dem Reiz des Gipsdreiecks aus, findet auch Investor Victor Huerbe von Cherry Ventures. In Berlin ist ja alles ständig vom Wandel und vom Verfall getrieben. Auch das Kiezgefühl. Spätestens seit Corona, vielleicht auch schon seit es Smartphones gibt, drohte etwas verloren zu gehen. Die spontane Begegnung. Sich darauf einzulassen, dass man Leute trifft, die auch ein bisschen anders sind. Das Gipsdreieck ist einer der Orte, wo das immer noch geht.

Weiter ins Hackbarth’s, wo schon die Pet Shop Boys und der Produzent von REM getrunken haben sollen, wie die Berliner Zeitung von einem Stammgast gehört hat. Das Ambiente ist eher Babylon Berlin als „Losing my Religion“. Man kann nur bar zahlen. Auch das ein Stück altes Berlin, das man den aus London oder San Francisco Zugereisten schwer erklären kann. Aber vielleicht macht das den Reiz aus, das Anderssein. Wenigstens kann man hier überhaupt draußen sitzen. Es ist nicht zu kalt dafür, wie in UK, und nicht zu gefährlich, wie in Kalifornien.

Das Hackbarth's, hier 1988 zu DDR-Zeiten, war eigentlich mal eine Konditorei.

Das Hackbarth’s, hier 1988 zu DDR-Zeiten, war eigentlich mal eine Konditorei.
picture alliance / SZ Photo | Rolf Zöllner

Ruhe, bitte!

Noch sitzen die meisten tatsächlich draußen. Sehen und gesehen werden ist ein regelmäßig zu hörendes Stichwort zum Gipsdreieck. Das geht draußen besser als drinnen. Es ist aber auch lauschig. Autos fahren nur wenige entlang. Mitten in Berlin und trotzdem ruhig. So viel Flanierfaktor kennt man sonst eher aus Italien.

Bald ist 22 Uhr und der Wirt des Hackbarth’s nimmt es genau: Man müsse jetzt reingehen. Berlin ist zwar nicht so richtig Deutschland, aber auch nicht so richtig wild. Die Ruhezeit gilt!

Die Gäste lassen sich nicht aus der Ruhe bringen, einige gehen rein, andere ziehen draußen einfach um: Drüben an der Skateranlage im Park kann man weitertrinken. Fast ein bisschen wie die Dorfjugend es in all den Orten tut, wo es keine Alternativen zum Skatepark gibt. In Berlin gäbe es die zwar reichlich. Aber vielleicht macht es das gerade cool, wenn man auch an einer unspektakulären Straßenecke Spaß haben kann.

Hier steht auch eine niedrige Mauer. Investorin Oschmann hat sie als einen der Gründe für die Beliebtheit des Gipsdreiecks ausgemacht. Weil man darauf so gut sitzen kann, wenn man es vor den Cafés und Bars nicht mehr darf.

Ein bisschen Ironie hat das schon: Eine Berliner Mauer, die Menschen verbindet.





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Maschmeyer verrät Tricks: So bringt ihr Menschen dazu, euch zuzuhören


Maschmeyer verrät Tricks: So bringt ihr Menschen dazu, euch zuzuhören

Bitte anschnallen: Maschmeyer erklärt, wie Gründer Investoren an Bord holen.

Ein Pitch ist ein bisschen wie ein Flug. Dazwischen darf es ruhig mal ruckeln. Entscheidend sind Start und Landung. 

So erklärt Carsten Maschmeyer, worauf es bei einem guten Startup-Pitch wirklich ankommt. Wenn es während eines Flugs zwischen Berlin und München in der 17. Minute etwas wackele und dabei ein bisschen Orangensaft verschüttet werde, sei das schnell vergessen. Ein misslungener Start oder eine schlechte Landung dagegen könnten fatal sein. 

Bei Pitches sei es ähnlich. „Die meisten sind im Mittelteil gut“, sagt Maschmeyer zu Gründerszene. Die Probleme entstehen häufig davor und danach. 

Die ersten zwei Minuten entscheiden 

„Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance“, sagt Maschmeyer. Schon nach wenigen Minuten habe sich das Gegenüber ein Bild gemacht: Ist die Person spannend? Traue ich ihr das zu? Will ich weiter zuhören? 

Deshalb müsse ein Pitch mit Spannung und Neugier beginnen und nicht mit organisatorischen Fragen. „Sollen wir uns erst vorstellen? Oder wollen Sie wissen, wie wir auf die Idee gekommen sind? Oder sollen wir gleich in den Pitch? Das ist schon versaut“, sagt Maschmeyer. 

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Er selbst habe vor Kurzem in Stockholm vor rund 100 Versicherungsvorständen einen Vortrag über Künstliche Intelligenz gehalten. Obwohl er sich weder als KI-Spezialist bezeichnet noch Englisch seine Muttersprache sei, habe er die ersten und letzten zwei Minuten seines Vortrags auswendig gelernt. 

Seine Botschaft an Gründer: Überlegt euch genau, wie ihr startet. Der Einstieg muss dafür sorgen, dass die Menschen im Raum ihre Handys weglegen, aufhören, auf ihren Laptops herumzutippen und zuhören. 

Erst kaufen Investoren euch, dann das Produkt 

Dabei geht es am Anfang noch gar nicht primär um Zahlen, Marktgrößen oder Businesspläne. „Wir müssen erst euch kaufen, dann eure Produkte“, sagt Maschmeyer. Seine Formel dafür: „Person over Product.“ 

Bevor Investoren von einem Geschäftsmodell überzeugt seien, müssten sie glauben, dass die Gründer die richtigen Menschen dafür sind. Die Beziehungsebene komme vor der Sachebene. 

Das beginnt für Maschmeyer bereits beim Lebenslauf. Gründer sollten nicht einfach chronologisch erzählen, wo sie Abitur gemacht, studiert und anschließend gearbeitet haben. Stattdessen sollte ihre Biografie erklären, warum ausgerechnet sie dafür geeignet sind, genau dieses Unternehmen aufzubauen. 

Maschmeyer mit den Gründerszene-Fellows.

Maschmeyer mit den Gründerszene-Fellows.

Maschmeyer macht ein Beispiel: Wer mit einer kreativen Mutter und einem besonders strukturiert denkenden Vater aufgewachsen sei, könne erklären, wie ihn diese beiden Eigenschaften geprägt haben. Wer aus einer Unternehmerfamilie komme, könne erzählen, wie Profitabilität, Einnahmen und Kosten schon früh Teil seines Lebens gewesen seien. 

Es gehe nicht darum, etwas zu erfinden. Sondern darum, die eigene Geschichte so zu erzählen, dass beim Investor ein Gedanke entsteht: Das Geschäftsmodell mag noch Risiken haben,aber diese Person wirkt, als sei sie genau dafür gemacht. 

Single Founder? Für Investoren ein Risiko 

Zur richtigen Geschichte gehört für Maschmeyer auch das Team. „Ihr seid alleine nicht genug“, sagt er. 

Keine einzelne Person vereine alle Stärken, Eigenschaften und Erfahrungen, die ein Startup benötige. Investoren hätten deshalb Angst vor Single Foundern. Seine Empfehlung: einen Co-Founder suchen, jemanden auf C-Level einstellen oder gezielt Expertise ergänzen. 

Entscheidend sei dabei allerdings nicht, einfach mehrere Menschen zusammenzubringen. Sie sollten sich ergänzen. 

Drei Gründer, die alle dasselbe studiert haben und denselben Hintergrund mitbringen, seien nicht automatisch ein gutes Team. Wer Informatik studiert habe, könne sich beispielsweise jemanden aus dem Marketing dazuholen. Wer stark in Marketing sei, brauche möglicherweise jemanden, der programmieren könne. 

Ideal sei eine Mischung verschiedener Fähigkeiten: Strategie, Sales und Technologie. 

Auch wer gerade nichts sagt, pitcht 

Ist das Team auf der Bühne, zählt allerdings nicht nur derjenige, der gerade spricht. 

„Der wichtigste Zeuge, wenn einer redet, sind die, die nicht reden“, sagt Maschmeyer. 

Er vergleicht die Situation mit einer Gerichtsverhandlung. Erzählt eine Person eine Geschichte, während die anderen Teammitglieder skeptisch oder ungläubig schauen, registriert das Publikum genau das. Im schlimmsten Fall wirkt es, als glaubten die eigenen Mitgründer nicht an das, was gerade gesagt wird. 

Deshalb sollte ein Team vorher genau klären, wer wann spricht und wie sich die anderen währenddessen verhalten. 

Ein Pitch ist kein Wissenstest 

Einen weiteren Fehler sieht Maschmeyer darin, möglichst viel Wissen in möglichst kurzer Zeit zeigen zu wollen. 

Fachbegriffe und Abkürzungen sollten Gründer möglichst streichen. Und zwar auch dann, wenn ihnen professionelle Investoren gegenübersitzen. 

„Erklärt es fünfte Klasse“, rät Maschmeyer. 

Auch Investoren freuten sich über einfache Erklärungen. Und die Einfachheit sende noch ein weiteres Signal: Wer einem Investor sein Produkt verständlich erklären könne, könne es wahrscheinlich auch seinen potenziellen Kunden erklären. Komplexität sei kein Beweis für Intelligenz. 

Das gilt auch für die Präsentation selbst. Tonspur und Sehspur müssten zusammenpassen. Was ein Gründer gerade sagt, sollte der Investor gleichzeitig auf der Folie erkennen können. 

Maschmeyer empfiehlt deshalb, komplexe Charts nicht auf einmal einzublenden. Stattdessen könnten Gründer Elemente nacheinander erscheinen lassen. „Klick, klack, klack, klack“, beschreibt er das Prinzip. So führe der Präsentierende die Augen des Publikums gemeinsam mit seiner Erzählung durch die Folie. 

Jedes Startup braucht ein Superlativ 

Am Ende müsse ein Startup außerdem eine einfache Frage beantworten können: Was ist bei euch außergewöhnlich? 

„Ihr braucht Superlative, ihr müsst irgendetwas super sein“, sagt Maschmeyer. 

Das Produkt könne günstiger sein, schneller, nachhaltiger, bequemer oder gesünder. Entscheidend sei, dass es einen klaren Grund gebe, warum das Unternehmen heraussticht. 

Der „17. Smoothie-Laden“, dessen Flasche lediglich 50 Milliliter mehr Inhalt bietet, werde Investoren kaum vom Hocker hauen. 

Und dann kommt die Landung 

Mindestens genauso wichtig wie der Einstieg ist für Maschmeyer das Ende. Viele Gründer würden ihren Pitch einfach auslaufen lassen. 

„Das war es eigentlich. Wahrscheinlich haben Sie jetzt Fragen. Wir könnten Ihnen aber auch noch unseren Forecast zeigen. Wie möchten Sie?“ Genau so solle man es nicht machen. 

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Der letzte Satz müsse sitzen. Statt unsicher das Wort an den Investor abzugeben, sollten Gründer selbstbewusst enden und im besten Fall sogar die Rollen umdrehen. 

Maschmeyer formuliert einen möglichen Schluss sinngemäß so: Jetzt wissen Sie, warum wir ein Unicorn werden können. Wir haben mehrere Interessenten und jetzt möchten wir von Ihnen wissen: Was können Sie eigentlich für uns tun? 

Plötzlich müsse nicht mehr der Gründer beweisen, warum er das Geld des Investors verdient. Der Investor müsse erklären, warum der Gründer ausgerechnet ihn an Bord holen sollte. 

Dann beginnt der Investor vielleicht von seinem Talentpool zu erzählen, von Kontakten in Frankreich oder den USA, von anderen Startups im Portfolio und seinem Netzwerk. 

Aus dem Pitch wird ein Wettbewerb um das Startup. Und genau deshalb bleibt für Maschmeyer vor allem eine Regel hängen: Start und Landung. Dazwischen darf es ruhig einmal ruckeln. 





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