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Vom Scribble zur Sammelkarte: Kreativer KI-Workflow mit Adobe Photoshop, Illustrator und Firefly Boards › PAGE online


Im Tutorial von Adobe-Design-Evangelist Marcus Rentsch entsteht aus einer einfachen Skizze Schritt für Schritt ein fertiges Sammelkarten-Set. Wir haben den Workflow mit den KI-Tools in Adobe Photoshop, Adobe Illustrator und Adobe Firefly Boards getestet.

Vom Scribble zur Sammelkarte: Kreativer KI-Workflow mit Adobe Photoshop, Illustrator und Firefly Boards › PAGE onlineBild: AdobeDer Weg von einer ersten Idee zu einem fertigen Design besteht in der Regel aus vielen einzelnen Schritten: von der Skizze über die Ausarbeitung bis hin zur finalen Gestaltung. Gerade in kreativen Prozessen wechseln Tools, Formate und Denkweisen ständig, weshalb ein durchgängiger Workflow eher die Ausnahme ist. Design-Evangelist Marcus Rentsch von Adobe zeigt daher in einem Tutorial, wie sich dieser Prozess strukturieren lässt: von der ersten Skizze bis zum fertigen Sammelkarten-Set inklusive Moodboard und Animation. Der besondere Fokus liegt dabei auf der Verbindung von KI-gestützten Funktionen und klassischen Design-Tools.

Gerade vor dem Hintergrund neuer generativer Möglichkeiten wird dieser Ansatz zunehmend relevant. Anstatt einzelne Tools isoliert zu nutzen, präsentiert das Tutorial einen durchgehenden Workflow, der kreative Kontrolle mit der Geschwindigkeit von KI vereint. Für Designer:innen wird somit weniger die Frage wichtig, ob KI eingesetzt wird, sondern wie sie sinnvoll in bestehende Prozesse integriert werden kann.

Im Mittelpunkt steht daher das Zusammenspiel mehrerer Tools, in diesem Fall Photoshop, Illustrator und Firefly Boards. Während Photoshop für die visuelle Ausarbeitung und KI-gestützte Bildgenerierung genutzt wird, übernimmt Illustrator das strukturierte Kartendesign. Firefly Boards fungiert anschließend als zentrale Arbeitsfläche, auf der alle Inhalte zusammengeführt, erweitert und weitergedacht werden.

In rund 12 Minuten lernst du:

  • 00:27–03:20: wie du mithilfe von Generative Fill in Adobe Photoshop aus einer groben Skizze Schritt für Schritt einen ausgearbeiteten Charakter entwickelst, mit Hilfe der KI Formen interpretierst und diese visuell weiterdenkst.
  • 03:20–07:48: wie du in Adobe Photoshop auf Basis einer einfachen Skizze komplette Bildwelten entwickelst. Du lernst, wie du Elemente wie Bäume, Gras oder Pilze definierst und sie mit Prompts steuerst, damit die KI sie gezielt an den vorgesehenen Stellen umsetzen kann. Außerdem erfährst du, wie sich Lichtstimmungen, Farblooks und Tiefenwirkung mit KI-Funktionen und klassischen Werkzeugen wie Smart-Filtern weiter ausarbeiten lassen.
  • 07:48–08:19: wie du in Adobe Illustrator ein strukturiertes Sammelkarten-Layout mit Typografie, Rahmen und festen Gestaltungselementen entwickelst, das als Grundlage für die finalen Karten dient.
  • 08:19–11:30: wie du in Adobe Firefly Boards Inhalte aus Photoshop und Illustrator zusammenführst, weiterentwickelst und sogar animierst. So entsteht ein konsistentes, visuelles Gesamtbild aus einzelnen Assets.

Die wichtigsten Learnings aus dem Tutorial

Von der Skizze zum Charakter mit Generative Fill

Der Einstieg erfolgt klassisch mit einer groben Skizze in Adobe Photoshop. Ausgangspunkt sind mehrere einfache Zeichnungen von Monstern, aus denen anschließend ein Motiv ausgewählt wird. Die Skizze bildet die Grundlage für den weiteren kreativen Prozess und liefert der KI erste Informationen zu Form, Aufbau und Charakter des Motivs.

Mithilfe der Generative-Fill-Funktion wird diese Skizze weiter ausgearbeitet. In diesem Tutorial wird Google Gemini, eines von Adobes Partnermodellen, in Firefly verwendet. Die KI interpretiert die vorhandenen Linien und ergänzt auf Basis eines Prompts passende Texturen, Farben und Details. Dabei können ausgewählte Bereiche gezielt verändert oder erweitert werden, während Photoshop die generierten Inhalte automatisch an die bestehende Komposition anpasst. 

Vergleich zwischen einer einfachen Handskizze und einer KI-generierten 3D-Figur. Links ist eine schwarz-weiße Zeichnung eines fantasievollen Wesens mit großen Augen, breiten Lippen, Schnurrhaaren und Gummistiefeln zu sehen. Darüber liegt ein Eingabefeld mit einem englischen Prompt zur Bildgenerierung in Adobe Firefly. Rechts erscheint die daraus erzeugte 3D-Figur mit grüner, strukturierter Haut, großen Augen, rosa Lippen und gelben Gummistiefeln. Über dem Motiv liegt ein Drahtgitter (Mesh), das die weitere Bearbeitung und Skalierung des generierten Objekts in Adobe Illustrator zeigt.
Ein einfacher Prompt verändert die Skizze in ein farbiges Monster mit verschiedenen Texturen.

So entsteht aus einer einfachen Zeichnung ein deutlich ausgearbeiteter Charakter. Besonders interessant ist dabei der iterative Ansatz: Photoshop erstellt mehrere Varianten, aus denen die passendste Version ausgewählt oder weiter angepasst werden kann. Dadurch bleibt die gestalterische Kontrolle erhalten, während die KI als Werkzeug zur schnellen Visualisierung und Weiterentwicklung von Ideen dient.

KI-gestützte Szenenentwicklung in Adobe Photoshop

Im nächsten Schritt wird die Umgebung des Charakters entwickelt. Dafür wird zunächst eine grobe Skizze für den Hintergrund angelegt, in der Elemente wie Bäume, Gras oder Pilze bereits angedeutet sind. Diese visuelle Vorgabe dient dazu, der KI nicht nur den gewünschten Inhalt, sondern auch die Positionierung und Komposition der einzelnen Elemente vorzugeben.

Diese Skizze dient als Orientierung für die KI. Durch entsprechende Prompts erkennt Photoshop, in welchen Bereichen welche Inhalte dargestellt werden sollen, und generiert darauf basierend eine passende Szene. Die Platzierung der Elemente bleibt dabei weitgehend erhalten. Pilze erscheinen beispielsweise genau dort, wo sie zuvor skizziert wurden, wodurch die ursprüngliche Bildidee erhalten bleibt und gleichzeitig durch KI-generierte Details erweitert wird.

Zweiteilige Darstellung eines KI-gestützten Gestaltungsprozesses. Links ist eine grüne, 3D-generierte Fantasiefigur mit großen Augen, rosa Lippen und gelben Gummistiefeln vor weißem Hintergrund zu sehen. Handschriftliche Skizzen markieren die gewünschte Komposition mit Pilz, Gras und kleinen Pilzen. Darüber befindet sich ein Prompt-Fenster in Adobe Firefly, das die Figur mithilfe von Texteingaben und Skizzenreferenzen in eine neue Szene versetzt. Rechts ist das Ergebnis zu sehen: Die Figur steht nachts in einem stimmungsvoll beleuchteten Wald unter einem großen roten Fliegenpilz, umgeben von Moos und kleinen Pilzen. Die Gegenüberstellung zeigt, wie sich Bildkomposition und Umgebung gezielt mit generativer KI steuern lassen.
In Adobe Firefly Boards können Inhalte frei angeordnet und eingefügt werden.

Ergänzt wird das Motiv durch die Anpassung von Lichtstimmung, Farblook und Tiefenwirkung, welche mit klassischen Photoshop Werkzeugen und Smart Filtern eingefügt werden. So wird die Szene durch die Anpassung von Farben und Kontrasten weiter verfeinert. Dadurch entsteht ein stärker ausgearbeiteter Look, der die einzelnen Elemente räumlicher miteinander verbindet.

Das Zusammenspiel aus Skizze, Prompt und manueller Nachbearbeitung zeigt, wie sich KI und klassische Gestaltungsmethoden sinnvoll ergänzen. Die KI übernimmt dabei nicht den gesamten kreativen Prozess, sondern unterstützt einzelne Schritte, die anschließend weiter kontrolliert und verbessert werden können.

Strukturiertes Kartendesign in Adobe Illustrator

Nachdem die Bildwelt steht, wechselt der Workflow zu Adobe Illustrator. Hier wird das eigentliche Sammelkarten-Layout aufgebaut. Dazu gehören typische Elemente wie Rahmen, Typografie, Platzhalter für Illustrationen sowie Vorder- und Rückseite der Karte. Illustrator wird in diesem Schritt bewusst für die strukturierte Gestaltung genutzt, da sich Layouts, Formen und Texte hier präziser kontrollieren lassen als in Photoshop. 

Adobe Firefly Boards als zentrale Arbeitsfläche

Im letzten Schritt werden alle Inhalte in Adobe Firefly Boards zusammengeführt. Die Arbeitsfläche funktioniert ähnlich wie ein visuelles Whiteboard, auf dem sich Assets aus verschiedenen Quellen kombinieren lassen.

Übersicht eines kreativen Workflows zur Gestaltung einer individuellen Trading Card. Links ist ein Moodboard mit Referenzbildern zu sehen, darunter ein Fliegenpilz, eine nächtliche Waldszene und die zuvor entwickelte Fantasiefigur. Ein Pfeil führt vom Moodboard zur fertigen Trading Card mit dem Titel „Weirdoos“, auf der die Figur vor der Waldkulisse dargestellt ist. Rechts daneben ist die Rückseite der Trading Card mit einem grafischen Muster und einem stilisierten Sammelkarten-Design abgebildet. Die Darstellung zeigt, wie aus Inspirationsmaterial und KI-generierten Motiven ein vollständiges Trading-Card-Design entsteht.
In Adobe Firefly Boards können Inhalte frei angeordnet und eingefügt werden.

Im Tutorial wird deutlich, wie Inhalte aus Photoshop und Illustrator in einem gemeinsamen Kontext zusammenkommen. Firefly Boards erkennt dabei anhand der hinterlegten Content Credentials die Herkunft, sodass nachvollziehbar bleibt, aus welchem Tool ein Asset stammt und ob es KI-generiert ist.

Zusätzlich lassen sich Inhalte direkt im Board erweitern. Neben dem Zugriff auf Adobe Stock können weitere Bilder generiert oder bestehende Motive angepasst werden. Ein interessanter Aspekt ist die Möglichkeit, aus einem statischen Bild eine kurze Animation zu erzeugen. Im Beispiel wird das Monster als Video animiert, wodurch aus der ursprünglichen Skizze schließlich ein bewegtes Motiv entsteht.

Damit verschiebt sich die Rolle von Adobe Firefly Boards über ein klassisches Moodboard hinaus. Es dient nicht nur der Sammlung, sondern auch der Weiterentwicklung und Präsentation von Ideen innerhalb eines gemeinsamen visuellen Raums.

Unser PAGE-Fazit

Das Tutorial zeigt besonders gut, wie aus einer ersten kreativen Idee mithilfe verschiedener Adobe-Tools ein vollständiger Gestaltungsprozess entstehen kann. Von der groben Skizze über die Ausarbeitung einzelner Charaktere und Bildwelten bis hin zur fertigen Sammelkarte wird sichtbar, wie sich Adobe Photoshop, Adobe Illustrator und Adobe Firefly Boards sinnvoll miteinander verbinden lassen.

Besonders spannend ist dabei der Einsatz von Generative Fill in Photoshop. Dabei besteht die Möglichkeit auf unterschiedliche KI-Modelle zurückzugreifen, etwa Gemini oder OpenAI, oder die hauseigene Firefly KI, die speziell für den kommerziell sicheren Einsatz entwickelt wurde. Die KI ersetzt hier nicht den kreativen Prozess, sondern erweitert ihn. 

Die Idee, die Skizze und die grundlegende Bildkomposition entstehen weiterhin durch den Menschen. Die KI unterstützt anschließend dabei, diese Gedanken schneller auszuarbeiten und visuell umzusetzen. Gerade die Möglichkeit, über eine einfache Skizze vorzugeben, wo bestimmte Elemente wie Bäume, Gras oder Pilze entstehen sollen, bietet dabei deutlich mehr Kontrolle als eine rein promptbasierte Generierung. Die KI erzeugt nicht einfach eine zufällige Umgebung, sondern orientiert sich an der eigenen gestalterischen Vorgabe und entwickelt diese gezielt weiter.

Auch der anschließende Schritt in Adobe Firefly Boards zeigt, wie sich KI-gestützte Workflows über einzelne Anwendungen hinweg verbinden lassen. Assets aus Photoshop und Illustrator können nicht nur zusammengeführt und weiterentwickelt werden, auch ihre Herkunft bleibt durch die Content Credentials nachvollziehbar. Damit entsteht ein transparenter Arbeitsprozess, in dem sich Inhalte klar zuordnen und dokumentieren lassen, etwa im Hinblick auf Urheberrecht oder den Einsatz generativer Technologien. Ein zusätzlicher Vorteil liegt in der flexiblen Erweiterbarkeit. Neben KI-generierten Inhalten lassen sich problemlos lizenzierte Assets, etwa aus Adobe Stock, integrieren. 

Der größte Mehrwert liegt nicht darin, dass KI den kreativen Prozess übernimmt, sondern darin, dass sie ihn beschleunigt und erweitert. Kreative Entscheidungen, die Bildidee und die gestalterische Richtung bleiben beim Menschen. Die KI wird zum Werkzeug, um diese effizienter umzusetzen. Genau darin liegt die Stärke des gezeigten Workflows. Er macht deutlich, wie sich aus einer eigenen Idee schneller ein konsistentes, fertiges visuelles Ergebnis entwickeln lässt, ohne die gestalterische Kontrolle aus der Hand zu geben.

Nahaufnahme eines Tutorial-Autors in einem modern beleuchteten Studio. Er hält seine geöffnete Hand nach vorne und blickt auf eine kleine, KI-generierte Fantasiefigur mit grüner Haut, großen Augen, rosa Lippen und gelben Gummistiefeln, die scheinbar auf seiner Handfläche steht. Im Hintergrund sind unscharfe Leuchtelemente und gerahmte Bilder zu sehen. Am unteren Bildrand ist die Wiedergabeleiste eines rund zwölfminütigen Tutorial-Videos eingeblendet. Die Szene vermittelt den Eindruck, als würde die digitale Figur zum Leben erweckt und das fertige Gestaltungsergebnis präsentiert.

Über Marcus

Marcus ist Grafikdesigner und hat eine Leidenschaft für mutige Ideen und verspielte visuelle Gestaltung. In seiner Rolle als »Design Evangelist« bei Adobe vermittelt er in Vorträgen, Videos und bei Live-Events Inspiration und kreative Techniken – stets mit dem Ziel, in der Design-Community neue Denkansätze anzustoßen.



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Die Illustrationen des »NEINhorn« tauchten bei ChatGPT auf › PAGE online


NEIN, das ist wirklich eine Frechheit, würde der illustrative Kinderbuch-Charakter dazu sagen. Der Carlsen Verlag klagt gegen OpenAI, weil Texte und Illustrationen fast identisch bei ChatGPT angezeigt wurden.

Die Illustrationen des »NEINhorn« tauchten bei ChatGPT auf › PAGE online
Cover: Das NEINhorn. Von Marc-Uwe Kling, Autor, & Astrid Henn, Illustratorin, erschienen im Carlsen Verlag

Das »NEINhorn« ist die Hauptfigur eines bekannten und humorvoll umgesetzten Kinderbuches des Autors Marc-Uwe Kling, das von Astrid Henn illustriert wurde. Vor einiger Zeit tauchten »nahezu identische«, wie der Verlag selbst sagt, Zeichnungen in ChatGPT auf. Eine Freigabe für KI-Trainings gab es zuvor nicht. Jetzt klagt der Carlsen Verlag gegen OpenAI.

Hervorzuheben ist auch, dass nur sehr einfache Prompts nötig waren, um NEINhorn-Geschichten angezeigt zu bekommen. Die Illustrationen gleichen dem Original stark. Und es gibt weitere Vorschläge von ChatGPT zu rechtsverletzenden Illustrationen sowie Texten – ohne jede Erwähnung des Ursprungs.

Neinhorn Illustrationen Cover - original versus Fake
Gegenüberstellung von Original (links) und Fake (rechts, generiert von ChatGPT)

 

Viele Unsicherheiten

Urheberrechtsfragen zu Texten und Bildern sind bisher nicht ausreichend geklärt, was zu viel Unsicherheit führt – und zu rechtlichen Schritten wie in diesem Fall. Denn hier scheint es offensichtlich, dass die Illustrationen und Texte zum Training von Sprach- und Bildmodellen genutzt wurden.

Der Verlag kommentiert:

»Die von ChatGPT erzeugten Illustrationen lassen sich vom Original-NEINhorn kaum unterscheiden.«

Und weiter sei es außerdem so, dass »ChatGPT ganze Druckvorlagen für illustrierte Geschichten samt Umschlaggestaltung, Impressum, einer falschen Bestellnummer und Verlagslogo anbiete.«

Eine Prise Humor trotz Empörung

Obwohl die Urheber sich das nicht gefallen lassen wollen und nun rechtlich dagegen vorgehen, kommentieren sie es mit Humor. Und zwar wie das Neinhorn sagen würde: »NEIN« zum Klau von menschlich gefertigten Inhalten. Die Empörung ist natürlich trotzdem stark.

»OpenAI klaut einfach alle Kunst und Kultur der ganzen Welt und glaubt, damit durchzukommen? Da fällt dem NEINhorn nur ein Wort dazu ein: Nein!« (Marc-Uwe Kling, Autor)

Die Original-Illustrationen von Astrid Henn zum »NEINhorn« sind übrigens aktuell in einer großen interaktiven Familien-Sonderausstellung mit rund 30 Original-Illustrationen, Skizzen und Mitmach-Stationen im Karikaturmuseum Krems in Österreich (laufend bis zum 30. Juni 2027) zu sehen.

Die Rechtsfragen über Inhalteklau in Zeiten von ChatGPT und Co. gehen weiter, denn geklärt ist hier erst mal wenig. Dagegen vorzugehen, ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung. Was aber, wenn einzelne Illustrator:innen sich mit dieser Problematik konfrontiert sehen, ohne dass ein Verlag dahintersteht?

Helfen kann dabei eine Rechtsschutzversicherung für Freelancer:innen. Man sollte aber genau prüfen, inwiefern Plagiate durch KI und KI-Trainings abgedeckt sind.

 

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Böttcher wird BOETTCHER – Fahrradhersteller mit neuem Markenauftritt – Design Tagebuch


Der norddeutsche Fahrradhersteller Böttcher vollzieht eine visuelle, zugleich strategische Neuausrichtung. Unter dem künftig in Versalien und ohne Umlaut geschriebenen Namen BOETTCHER bündelt das Traditionsunternehmen seine Fahrradmarke, den Teile-Großhandel, den E-Commerce-Service sowie den eigenen Flagship-Store unter einer gemeinsamen Dachmarke.

Böttcher Fahrräder ist ein deutscher Fahrradhersteller und -großhändler mit Sitz in Wesseln bei Heide, Schleswig-Holstein. Das Unternehmen geht auf ein 1851 gegründetes Manufakturgeschäft zurück; Fahrräder werden seit 1907 gefertigt. Böttcher produziert individuelle Fahrräder und vertreibt zusätzlich Marken wie Grecos und Superior. Der Vertrieb richtet sich vor allem an den deutschen Fachhandel und reicht in weitere europäische Märkte. Regional ist das Unternehmen besonders in Norddeutschland verankert.

Das vor wenigen Tagen vollzogene Rebranding bedeutet für das Traditionsunternehmen die größte Veränderung des visuellen Erscheinungsbildes seit langer Zeit. In der Vergangenheit wurden die Marke Böttcher und das Unternehmen Böttcher visuell weitestgehend eigenständig geführt. Die Zusammenführung unter einem gemeinsamen Markendach sorge für Einheitlichkeit und kommuniziere eine zukunftsorientierte Ausrichtung, so das Unternehmen. Die neue Außendarstellung sei „moderner, cleaner, minimalistischer“, wie es im frisch relaunchten Webauftritt (boettcher-fahrraeder.de) heißt.

Böttcher Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Böttcher Fahrräder, Bildmontage: dt
Böttcher Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Böttcher Fahrräder, Bildmontage: dt

Das Logo wurde von Grund auf neu gestaltet. Aus einer Wortmarke mit handschriftlichem Charakter wurde ein aus schräg gestellten Großbuchstaben bestehendes Typologo. Die nach rechts geneigte Wortmarke kommuniziert Bewegung und Dynamik – ein im Kontext Radsport gängiges, weitverbreitetes Gestaltungsprinzip (siehe Wortmarken von Mitbewerbern wie Giant, Scott, Bergamont, Focus, Trek, Winora, Rose, Focus u.a.). Einkerbungen und die Zerlegung der Buchstaben in spitzkantige Segmente, wie beispielsweise beim E, dessen oberster Querstrich losgelöst vom vertikalen Stamm frei steht, betonen diesen Ausdruck. Die Umstellung der Schreibweise von „Ö“ auf „OE“ folgt der angestrebten stärkeren internationalen Positionierung.

Auch die traditionell am Fahrradrahmen montierte Plakette mit „B“-Bildmarke wurde redesignt. Dabei wurde die umgebende Schildform entfernt und die scriptuale Formensprache in eine stärker abstrahierte B-Form überführt. Das B fungiert im Sinne eines Sekundärlogos/Zweitzeichens.

Premiere feierte das neue Erscheinungsbild samt überarbeitetem Messestand auf der Fachmesse Bike&Co in Kassel. Wie Geschäftsführer Hauke Niemann betont, werde der neue Markenauftritt schrittweise über das kommende Jahr hinweg in allen analogen und digitalen Touchpoints ausgerollt. „Ein Rebranding passiert nicht von jetzt auf gleich, es ist ein stetiger Wandel, mit dem wir uns auch noch im kommenden Jahr intensiv beschäftigen müssen. Aber wir glauben daran, dass dies ein richtiger und wichtiger Schritt für unsere Marke ist“, so Niemann.

Mediengalerie



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Kollaboration als kreativer Treiber in Zeiten von KI › PAGE online


Kompetenzen zusammenbringen, weitergeben und ständig im Austausch sein: Stimmen aus der Kreativbranche betonen, wie wichtig das für die zukünftige Zusammenarbeit ist. PAGE hat genauer nachgehakt.

Kollaboration als kreativer Treiber in Zeiten von KI › PAGE online
PAGE live »Design the AI Age«. Workshop: Future Booth, Ellery Studio. Co-kreativer Austausch. Foto: Sebastian Hoehn

Bei PAGE live »Design the AI Age«, hosted by MetaDesign, hat PAGE die Kreativ-Community zusammengebracht, um über drängende Fragen zu diskutieren. Dabei wurde ein prägnanter Lösungsansatz für aktuelle Fragestellungen und Problemthemen identifiziert, den wir eigentlich alle schon kennen: Kollaboration. Im Kontext der Arbeit mit künstlicher Intelligenz verdient dieser Punkt jedoch wieder eine stärkere Gewichtung.

Warum? Das kommentiert die Branche selbst. Kreative aus den verschiedensten Bereichen haben PAGE beantwortet, warum kreative Praxis in Zeiten von KI mehr denn je von Kollaboration lebt. Und warum es so wichtig ist, gerade jetzt Kompetenzen zusammenzubringen.

Bringt eure Kompetenzen zusammen!

Das sagen die Stimmen:

Dorjee Lhamo Gerhard, Senior Concept Creative bei TBWA:

»Kreative Praxis lebt in KI-Zeiten mehr denn je von Kollaboration, weil Arbeit einer der letzten Orte ist, wo wir noch auf Leute treffen, die wir uns nicht ausgesucht haben. Alles andere ist längst kuratiert – unser Feed, unser Freundeskreis, unser Viertel. Es ist die Reibung mit anderen Perspektiven, Beweggründen und Lebensrealitäten, die Kreativität antreibt. Kurz gesagt, Kollaboration konfrontiert dich und KI bestätigt dich. Kreative Kollaboration mindert die Gefahr einer generativen Echokammer.«

PAGE Live Design the AI Age: Main Stage Panel mit mehreren Gästen
Panel »Coping or Creating?«. V.l.n.r.: Moderator Simon Graff, Dorjee Lhamo Gerhard, Senior Concept Creative bei TBWA, Sarah Leonie Freiin von Froenau, Creative AI Specialist und Sebastian Kopp, Experte Copywriting. Foto: Sebastian Hoehn

Taisia Tichnowetzki, Head of Design, Sapera Studios:

»Kreative Praxis lebt in Zeiten von KI mehr denn je von Kollaboration, weil sich eine Haltung und ein Gespür für den Kontext von Kunden erst im Austausch bilden. Im Gespräch mit anderen entstehen Meinung, Geschmack und auch die nötige Reibung, um gute Entscheidungen zu treffen. KI allein liefert dagegen eher beliebige Ergebnisse. Ein großes Potenzial von KI in der kreativen Zusammenarbeit sehe ich auch in einem gemeinsamen Gehirn und im schnellen Testen und Verwirklichen von guten Ideen, über die man sich so leichter austauschen kann.

Für mich stecken zwei große Themen darin, die Kompetenzen zusammenzubringen. Erstens: Durch KI entsteht schlicht mehr Output, und deutlich mehr unterschiedliche Menschen können Content erstellen. Das benötigt mehr Zusammenarbeit, um daraus tragfähige Strategien zu formen. Zweitens beobachte ich, dass wir mit KI über unsere ursprünglichen Kompetenzen hinausgehen können, zum Beispiel, wenn ich als Designerin ohne Programmierkenntnisse mit KI eine interaktive Infografik bauen kann. Ich glaube, dass unsere Arbeit dadurch generalistischer und vielfältiger wird. Und genau deshalb wird Austausch wichtiger: Wenn wir keinen AI-Slop produzieren wollen, müssen wir uns weiterbilden und mit unterschiedlichen Expert:innen zusammenarbeiten. Sei es die Programmiererin, die stärker ins Design geht, oder umgekehrt. Das macht das Thema für mich gerade sehr spannend.«

PAGE Live Design the AI Age: Main Stage Panel mit mehreren Gästen
Panel »Branding in der KI Ära«. V.l.n.r.: Moderatorin Ivana Radovanovic; Carina Morales, Head of Brand Activation bei Kleinanzeigen; Taisia Tichnowetzki, Head of Design, Sapera Studios; Stefan Aust, Marketing Transformation Lead Volkswagen AG; Daniel Leyser, Global CEO bei MetaDesign. Foto: Sebastian Hoehn

»Das Beste kommt aus dem Raum zwischen vielen«

Melita Radocaj, AI Creative Direction:

»Ein Team ist im Grunde ein Raum voller anderer Rechenwege. Jede:r kommt mit dem eigenen Gepäck an, mit einer anderen Kultur, anderen Eindrücken, anderem Wissen, einer anderen Art, überhaupt an eine Sache heranzugehen, darin liegt der Reichtum. Ein bisschen wie in der Mathematik: 8 + 7 sind 15. Man kann aber auch erst mit 8 + 2 die 10 vollmachen und dann die restlichen 5 addieren. Gleiches Ergebnis, anderer Denkweg. Und manchmal ist genau dieser andere Weg die eigentliche Entdeckung und das macht mich reicher, als ich es allein je sein könnte. Gerade jetzt, in einer Zeit, in der die Tools scheinbar alles können, wird das wichtiger. Die Werkzeuge sind unerschöpflich, aber wie viel wir aus dieser Unerschöpflichkeit herausholen, hängt an etwas, das die Maschine nicht besitzt; an unserem Urteilsvermögen, an unseren Eindrücken, an unserer Persona.

Kein Mensch kann alles, aber viele Menschen können zusammen fast alles, und wenn eine:r in der Sackgasse steht, gibt es fast immer jemanden, der eine Tür sieht, wo ich nur die Wand gesehen habe. Dann ist da noch etwas, das gern vergessen wird. Die KI bietet uns an, ganz allein zu arbeiten, still, effizient. Aber der Mensch, der nur noch allein arbeitet, verkümmert – emotional und sozial – und das merkt man irgendwann auch der Arbeit an. Im Team lerne ich die anderen Persönlichkeiten kennen, ihre Eigenheiten, ihre Widersprüche, ihre ganz eigene Art, die Welt zu lesen, und das ist keine Nebensache, das ist Nahrung. Es gibt Momente, in denen eine einzelne Person schneller und klarer ist, und das Volumen überschaubar bleibt. Dann kann eine:r allein viel bewegen. In fast allen anderen Fällen glaube ich fest an das gemeinsame Arbeiten, weil das Beste aus dem Raum zwischen mehreren kommt.«

Jeannette Bergen, AI Artist:

»KI macht uns technisch unabhängiger: Heute kann jede:r vieles selbst bedienen – von Art Direction über Fotografie bis Motion. Aber möglich heißt nicht automatisch gut. Effizient arbeiten heißt auch, etwas wirklich zu beherrschen. Deshalb wird Kollaboration wichtiger: Sie bringt unterschiedliche Perspektiven und Spezialist:innen zusammen – etwa bei hybriden Shootings oder in der Zusammenarbeit mit Bewegtbild-Expert:innen. Je mehr wir allein können, desto wichtiger wird es, bewusst miteinander zu arbeiten.«

PAGE Live Design the AI Age: fünf Teilnehmende und Workshop-Speaker
Gäste und Workshop-Referentinnen im Austausch. V.l.n.r.: Sibel Bicer von PAGE, Jeannette Bergen (AI Artist), Melita Radocaj (AI Creative Direction), zwei Gäste. Foto: Sebastian Hoehn

Daniela Vogel, Computational Designerin bei Stan Hema:

»Es macht mir einfach mehr Spaß, mit Menschen zu diskutieren, als mit einem Chatbot im Einvernehmen zu bleiben. Durch unterschiedliche Erfahrungen, Kompetenzen und Haltungen entsteht Reibung – und die kann kreative Arbeit enorm voranbringen. Wenn ich mit KI arbeite, bewege ich mich dagegen schnell in meiner eigenen Bubble: Der Chatbot bestätigt meine Ideen und spinnt sie weiter, begegnet ihnen aber nicht mit eigenen Erfahrungen, geschweige denn einer Haltung. Wenn ich jedoch in die fragenden Augen einer Kollegin sehe, weil ich eine Idee offenbar noch nicht klar genug zu Ende gedacht habe, oder merke, wie sehr uns ein Thema im Team beschäftigt, wird mir klar: Wir arbeiten an etwas, das über meine eigene Perspektive hinausgeht, an etwas das uns wichtig ist. Diese Momente treiben mich an und geben meiner Arbeit mehr Tiefe und Wertigkeit. KI beschleunigt den kreativen Prozess – Kollaboration gibt ihm Bedeutung.«

PAGE Live Design the AI Age: Workshop Stan Hema
Daniela Vogel, Computational Designerin bei Stan Hema, beim Workshop »Gestaltung im Branding« mit den Teilnehmer:innen. Foto: Sebastian Hoehn

Nick Stübe, Interaction Designer, Zukunftsforscher & Strategist:

»Ich weiß, wie man lebendige Communitys von Grund aufbaut und nachhaltig pflegt. Für mich ist eine Community die gezielte Gestaltung von Kultur mithilfe systemischer Designmethoden. Ich habe erlebt, wie wichtig Communitys als Türöffner sind – sie helfen beim Ankommen in neuen Umgebungen und schaffen persönlichen Austausch über Silogrenzen hinweg. Ich kenne die typischen Stolpersteine – viele Communitys scheitern, weil das klare Warum fehlt oder keine Zeit für die Pflege investiert wird. Und ich bin überzeugt, dass echte Innovation nur dort entsteht, wo tiefer Austausch und ein geschützter Raum zum Experimentieren gegeben sind.«

PAGE Live Design the AI Age, Stickertisch
Ein weiterer Ort zum lockeren Austausch bei »Design the AI Age« bot der Stickertisch von StickerApp mit von Illustrator:innen gestalteten Illus. Foto: Sebastian Hoehn

 

Das war das Event »Design the AI Age« im Detail!

Lest mehr zu den Key Learnings in der nächsten PAGE-Printausgabe.

 



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