UX/UI & Webdesign

Warum die eigene Website weiterhin relevant ist › PAGE online


Ein Portfolio auf einer Webseite ist gewissermaßen zeitlos. Und das Medium »Website« sorgt im Vergleich zu anderen Plattformen für mehr Übersicht und Beständigkeit. Aber hilft das wirklich fürs Business?

Warum die eigene Website weiterhin relevant ist › PAGE online
Website icons created by Freepik – Flaticon

Viele Kreative stellen sich heutzutage immer häufiger die Frage: Brauche ich eigentlich noch eine eigene Website? Tatsächlich gibt es Pro- und Contra-Argumente. PAGE hat einige davon zusammengetragen.

Sich diese Frage zu stellen, lohnt sich auch, weil die Debatte nicht zum ersten Mal auf den Tisch kommt. Und vielleicht kann man aus dieser etwas für heute ableiten.

»Die Website ist tot«-Aussage gab es schon mal

In etwa ab dem Jahr 2010 munkelte man bereits, dass die Website bald obsolet sei. Der Grund war das Aufkommen von Smartphones und mobilen Apps. Angetrieben von Tech-Visionären wurde prophezeit, dass geschlossene App-Ökosysteme wie Facebook oder Apples App Store das freie Surfen im Browser komplett ersetzen würden.

Einige Zeit später befeuerte der Aufstieg von Social Media wie Instagram diese Debatte erneut, da Kreative und Marken ihre Zielgruppen plötzlich direkt auf diesen Plattformen erreichten, statt sie mühsam auf eigene Seiten locken zu müssen.

Die Annahme war, dass Nutzer:innen maßgeschneiderte, interaktive Feeds bevorzugen und die klassische URL-Adresse überflüssig wird. Letztlich erwies sich die These aber als falsch, da Apps das Web nicht töteten.

Websites entwickelten sich zur flexiblen Basis für professionelle Identitäten weiter. Zwar nicht ganz unabhängig von Algorithmen, da alle bei den großen Suchmaschinen wie Google mit SEO oben landen wollten, aber dennoch eigenständig.

Pro: Website in Zeiten von KI

Die eigene Website ist zu 100 Prozent selbst kontrollierbar und schafft Identität. Dieser Vorteil fällt stark ins Gewicht, da man auf allen anderen Plattformen im Netz den Algorithmen ausgeliefert ist. Man kann mit viel sorgfältiger Arbeit zwar eine gute, dynamische Sichtbarkeit erreichen, wenn man die Spielregeln befolgt, aber letztlich befindet man sich im ständigen Rennen mit großen Plattformen, die ihre Funktionen am Ende des Tages auch nur verkaufen wollen. Auf der eigenen Website ist das eben nicht so, hier sind alle Kreativen ihre eigenen Master.

Außerdem kann die eigens gestaltete Website ein professionelles Aushängeschild nach außen sein. Alles wird selbst gewählt: Typo, Webdesign, User Experience, Use-Cases-Darstellung, Positionierung etc. Die Website funktioniert heute noch gut als digitale Visitenkarte. Sie schafft Vertrauen, weil sie beim Betrachten nicht in Konkurrenz zu anderen Inhalten steht. Gerade jetzt, wo alle damit beschäftigt sind, sich mit den neuesten AI-Entwicklungen und unendlichen Social Feeds zu beschäftigen, verliert man wichtige Dinge schnell aus den Augen. Zudem haben User mittlerweile unendliches Scrolling satt.

Das Medium Website sorgt also für mehr Übersicht und Beständigkeit: Denn auf Social Media kann die eigene Reichweite schneller einbrechen, als einem lieb ist, wenn sich ständig die Algorithmen verändern.

Contra: Website lohnt sich nicht mehr?

Die Website-Pflege nimmt viel Zeit in Anspruch und es braucht ein gewisses Maß an Know-how in den Bereichen Webdesign und UX Design. Da die meisten Kreativen sowieso weitere Kanäle nutzen, ist die Website für viele eine lästige Begleitung.

Obendrein fallen neben Hosting und Domain sowie Wartungsaufwand oft Kosten für Premium-Plugins, Themes oder professionelle Entwickler:innen an. Das ist insbesondere für Solo-Selbstständige (in der Startphase und auch später) eine Herausforderung, weil es Zeit (und damit Geld) blockiert, die eigentlich in die direkte Kundenakquise fließen müsste.

Die Website braucht langfristig Sichtbarkeit, ein weiterer Zeit- und Kostenaufwand, wenn man beispielsweise Ads schalten möchte.

Zeitlose Websites

Dennoch gibt es ein unschlagbares Argument: Ein Portfolio oder ein gut aufbereiteter Use Case auf einer Webseite ist zeitlos – bis jetzt zumindest. Man kann jederzeit einen Link zur Seite versenden.

Und wenn damals die maßgeschneiderten, interaktiven Feeds die gute alte Website nicht abgelöst haben, wird es womöglich ein KI-Algorithmus auch erstmal nicht. Interessant könnte es aber werden, wenn wir uns zukünftig in Richtung Roboter-Devices bewegen …



Source link

Beliebt

Die mobile Version verlassen