Datenschutz & Sicherheit
Werbeblocker Pi-hole: Update stopft hochriskante Sicherheitslücken
Im DNS-basierten Adblocker-System Pi-hole haben die Entwickler mehrere Sicherheitslücken geschlossen. Die ermöglichen etwa die Rechteausweitung zu root oder die Übernahme von Admin-Sitzungen.
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In einem Blogbeitrag haben die Pi-hole-Programmierer die Änderungen zusammengefasst und geben eine Übersicht über die geschlossenen Sicherheitslecks. Von den insgesamt sechs Schwachstellen gelten vier als hohes Risiko, eine als mittleres und eine als niedriges. User, die als „pihole“-User Code ausführen dürfen, können durch Ersetzen von „/etc/pihole/logrotate“ an root-Rechte gelangen (CVE-2026-50130, CVSS 8.8, Risiko „hoch“). Zudem war der Session-Timeout-Mechanismus faktisch wirkungslos, sodass jede jemals gültige Session-ID mit administrativem Zugang diesen dauerhaft gewährte (kein CVE-Eintrag, CVSS 8.8, Risiko „hoch“). Zudem waren Denial-of-Service-Attacken (DoS) aufgrund fehlender Ratenbegrenzung möglich (CVE-2025-62165, CVSS 7.5, Risiko „hoch“).
Angemeldete Admins konnten außerdem beliebige Befehle auf dem Pi-hole-Server ausführen, wenn Angreifer im Teleporter (das Tool zum Umzug von Pi-hole auf andere Systeme) zwei Lücken kombinierten (kein CVE-Eintrag, CVSS 7.2, Risiko „hoch“). Eine weitere Lücke erlaubte das Einschmuggeln von Befehlen, die als „pihole“-User im System ausgeführt werden (kein CVE-Eintrag, CVSS 6.6, Risiko „mittel“). Angemeldete Angreifer hätten zudem HTTP-Antwort-Header einschleusen können (kein CVE-Eintrag, CVSS 3.5, Risiko „niedrig“).
Aktualisierte Software
Die Sicherheitslücken schließen die Versionen Pi-hole-FTL v6.7, Pi-hole-Web v6.6 sowie Pi-hole-Core v6.4.3. Um die Aktualisierung auf die neuen Softwarestände durchzuführen, müssen Admins ein Terminal öffnen und darin den Befehl sudo pihole -up aufrufen. Der bringt die Komponenten auf den aktuellen Stand und startet die Dienste auch gleich neu. Interessierte finden zudem im Blogbeitrag detaillierte Änderungen und Verbesserungen an den Pi-hole-Komponenten.
Zuletzt hatte das Pi-hole-Projekt im Mai Schwachstellen im eingesetzten dnsmasq ausgebessert, durch die Angreifer etwa Schadcode hätten einschmuggeln können.
(dmk)