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Wetten auf Kriege, Wahlen und Pandemien: Der Boom der Prognosemärkte


Die Prognosemärkte Kalshi und Polymarket gelten manchen als Zukunft der Vorhersage. Ihre Betreiber beschreiben sie als alternative Geldanlage. Kritiker sehen in ihnen vor allem Glücksspiel ohne Grenzen. Mittlerweile haben sie in den Medien Kartenleger, Wahrsager, WM-Oktopoden und Wettermurmeltiere als Orakel verdrängt. Denn beide Plattformen sagten vor der letzten US-Wahl entgegen vielen Expertenmeinungen einen Sieg Donald Trumps vorher.

  • Prognosemärkte wie Kalshi und Polymarket wachsen rasant, obwohl Kritiker sie vor allem als modernes Glücksspiel mit Milliardenumsätzen betrachten.
  • Die Plattformen liefern teils erstaunlich präzise Prognosen, bergen aber Risiken wie Manipulation, Insiderhandel und finanzielle Anreize, von Krisen zu profitieren.
  • Regulierung und Gesetzgebung hinken hinterher: Während die Anbieter sich als Finanzplattformen darstellen, warnen Kritiker davor, dass die Grenze zwischen Börse, Glücksspiel und Nachrichtenwelt verschwimmt.

Wer wissen will, wie sich das Internet im Jahr 2026 anfühlt, muss nur einen Blick auf diese Prognosemärkte werfen. Dort wetten Menschen inzwischen auf fast alles: Wahlausgänge, Zinssätze, Hurrikans, Gerichtsverfahren, Sportereignisse, eine kommende Pandemie, wann GTA VI wirklich erscheint oder darauf, ob Außerirdische offiziell von der US-Regierung bestätigt werden. Die amerikanische Lust zu wetten ist dabei im Grunde nichts Neues. Im Internet verkleiden sich die Wettbüros allerdings neuerdings im Gewand eines Finanzinstituts.

Und die Branche wächst rasant. Laut der Investmentbank Bernstein liefen auf den Webplattformen Kalshi und Polymarket von Januar bis April 2026 Wetten mit einem Gesamtwert von circa 60 Milliarden US-Dollar. Große US-Medienhäuser wie CNBC, CNN und Fox arbeiten inzwischen mit ihnen zusammen, blenden Prognosequoten und Marktdaten in TV-Sendungen ein und nutzen sie für die Berichterstattung.


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