Digital Business & Startups
Wie Berlin Milliarden Euro einnehmen könnte
Der Startup-Verband hat fünf Forderungen an die nächste Landesregierung und verspricht Milliardenpotenzial für die Hauptstadt.
Am 20. September wählt Berlin ein neues Abgeordnetenhaus. Für die Startup-Szene ist das keine Nebensache: Nirgendwo in Deutschland gibt es so viele Gründer und Tech-Unternehmen wie in der Hauptstadt.
Eine Wahlempfehlung gibt der Startup-Verband zwar nicht. Dafür hat die Berliner Landesgruppe fünf klare Forderungen an die künftige Landespolitik formuliert. Wir veröffentlichen sie hier.
1. Mehr Scaleups, mehr Steuereinnahmen
„Wer heute die Abwanderung von Scaleups verhindert, sichert den Haushalt von morgen.“
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Bis 2031 seien 100.000 zusätzliche Arbeitsplätze in Scaleups machbar. Die geschätzten neun Milliarden Euro an Lohnzahlungen seien dann auch eine üppige Quelle für den Berliner Landeshaushalt.
Aktuell gebe es bereits 90.000 Startup-Jobs in der Stadt. Ein echter Wirtschaftsfaktor: „Es geht nicht mehr nur um Startups als Trendbegriff, sondern um wirtschaftliche Grundlagen und die Frage, wovon Berlin in den 2030er Jahren leben wird.“
2. Ermöglichen statt verwalten
„Wenn wir im globalen Wettbewerb bestehen wollen, muss sich die Berliner Verwaltung grundlegend wandeln: von einer Behördenlandschaft, die verwaltet und prüft, hin zu einem Partner-Ökosystem, das ermöglicht und beschleunigt.“
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So gebe es zwar schon Anlaufpunkte für internationale Fachkräfte. Aber der Verband sieht noch Raum nach oben: „Wir müssen anerkennen, dass Englisch in der globalen Tech-Ökonomie die Lingua Franca ist.“ Englischkenntnisse müssten zum flächendeckenden Standard werden, in allen relevanten Behörden.
Auch bei der Bürokratie gebe es noch zu viele Bremsen. Scaleups sollen als Trusted Company eingestuft werden können, „um Visa-Verfahren und Qualifikationsprüfungen für neue Mitarbeiter*Innen radikal zu beschleunigen.“
Und zu guter Letzt müssen Neu-Berliner auch bezahlbar wohnen können, Bahn fahren und brauchen Kitas und so weiter. Der Status Quo der Berliner Infrastruktur ist alarmierend.
3. Private Investments fördern
„Der Staat muss nicht selbst als Investor auftreten, um Kapital zu binden. Seine Aufgabe ist es, Investitionshindernisse abzubauen und Berlin als verlässlichen, professionellen Partner für privates Kapital zu positionieren.“
Dafür soll Berlin Partner erweitert werden. Dieser Zusammenschluss von Wirtschaft und Politik hilft bereits jetzt Investitionswilligen. Der Startup-Verband möchte ihn noch stärker mit institutionellen Anlegern wie Pensionskassen oder Versicherungen zusammenbringen.
4. Den Staat zum Startup-Kunden machen
„Die öffentliche Hand ist selten der bessere Unternehmer, aber sie hat das Potenzial, der entscheidende Kunde zu sein. Und davon können Wirtschaft und Stadtgesellschaft gleichermaßen profitieren.“
Berlin solle die Aufträge von öffentlichen Stellen bewusst nutzen, um Startups zu fördern. So könne man einerseits die Verwaltung sozusagen indirekt digitalisieren. Andererseits fließe Geld in junge Unternehmen, ohne dass es mit dem Wachstumsdruck von Risikokapital verbunden ist.
5. Startup-Politik zur Chefsache machen
„Um Berlin bis 2031 zum führenden Standort für Technologie und Wachstum in Europa zu machen, muss das Thema im Zentrum der politischen Macht verankert werden.“
Dem Verband schwebt vor, das Thema Startups direkt beim Regierenden Bürgermeister anzusiedeln. Der amtierende Kai Wegner hat Gründerszene zwar seine Vision vom Rüstungs-Standort Tegel erklärt. Startups sind thematisch aber bei Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey angesiedelt.