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Wie gut ist das Remake von Gothic?: Ein guter Vertreter des 2001er-Jahrgangs


Wie gut ist das Remake von Gothic?: Ein guter Vertreter des 2001er-Jahrgangs

Bild: THQ Nordic

Kann ein Spiel von 2001 immer noch überzeugen? Genau das ist es, was die Spieler mit dem originalgetreuen Remake von Gothic bekommen, und genau daran scheiden sich in Testberichten die Geister. Um die Qualität des Remakes an sich geht es dabei nur bedingt.

An sich bekommt man ein gelungenes Remake, das sehr genau weiß, was das Original ausmacht, lautet die Bilanz der Presse. Nur: Es ändert erstaunlich wenig daran. Gothic bleibt im Remake ein sperriges, schweres Spiel mit vielen Eigenheiten, auf die sich Spieler einlassen müssen. Eurogamer stört kumuliert der Komfort: Lange und häufige Laufwege, die Karte bietet wenig Orientierung, es müsse viel mitgeschrieben werden und zwar auf Papier, sagt die GamePro, Kämpfe seien „stocksteif“. „Die Action ist einfach von Vorvorgestern“, notiert der Test dort, weil das Genre 2001 noch in den Kinderschuhen gesteckt habe.

Das lässt Gothic extra schwer werden. PC Gamer empfiehlt das Remake daher Spielern, die Kingdom Come: Deliverance für zu einsteigerfreundlich hielten. Schließlich müsse man sich beispielsweise selbst die Karte der Spielwelt kaufen und könne für lange Zeit nichts von dem, was verlangt wird, bekommen, nichts erklärt bekommen und sterbe durch alles und jeden. So wie damals. Als schwacher Schwächling zu starten, gehört bei Gothic jedoch seit jeher zum Spielprinzip. Genau wie scheinbar eine ganze Reihe Bugs, die alle Bereiche des Spiels betreffen und die in jedem Test Erwähnung finden.

Originalität um jeden Preis bewahren – bei Gothic eine gute Idee?

Und trotzdem findet sich Spaß in der Schwere. Teils liegt das an Detailverbesserungen, etwa der Steuerung. IGN lobt Quest-Log und Glossar als Hilfen, das neue Schlösserknacken nervt hingegen jeden. Im Meistern der Spielwelt liegt jedoch auch Unterhaltung. Lange habe ein Spiel nicht mehr so viel Spaß gemacht, jubelt der Test. Das liegt in erster Linie an den Vorerwartungen in Form einer Zauberzutat: Wer von einem „wahrgewordenem Fan-Traum“ spricht, ist ein solcher, wer die Welt bereits kennt, stolpert über viel weniger Dinge, denn sie ist eben wie damals. Dann kommen, neben Erinnerungen, andere Dinge zum Tragen, etwa die dreckige Atmosphäre, die Reaktionen der Bewohner auf eigene Taten – das „Gothic-Feeling“, das PC Games erfreut.

Fazit

Das lässt sich am Ende so deuten: Die neu aufgelegte Gothic bleibt im Kern ein 25 Jahre altes Spiel und entspricht in weiten Teilen dem Stand des Genres Anno 2001. Es sei ein Spiel „für Menschen die denken, dass Daggerfall das letzte gute Spiel von Bethesda war“, bilanziert PC Gamer mit Augenzwinkern. Bei Eurogamer wird das Urteil konkreter. Zielgruppe sind diejenigen, die genau das Spiel von damals nur in schön wollen. Alle anderen könnten sich mit einer riesigen Liste viel besserer Rollenspiele vergnügen. Diese Sicht wird eigentlich überall geteilt. Das Remake richtet sich an Fans – und nur an Fans, die die Mühe mit sehr positiven Wertungen auf Steam honorieren. Kaufen sollten die aufgrund der Bugs aber erst nach ein paar Updates.

Wertungsüberblick für Gothic (2026)



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